Kostenübernahme von Tena Lady für Kinder?

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Kostenübernahme von Tena Lady für Kinder?

Beitrag #1 von hotzelonn » 21 Mär 2007 21:09


Hallo ihr!
Meine Tochter ist 6 Jahre alt und braucht nachts Windeln bzw. Einlagen. Wir waren auch schon beim Arzt und haben alles abklären lassen. Die Diagnose lautet Enuris nocturna. Hier im Forum hab ich jetzt gelesen, dass bei dieser Diagnose die Krankenkassen die Kosten für die Einlagen übernehmen. Der Arzt hatte mir davon nichts gesagt. Gilt die Kostenübernahme nur für Erwachsene oder auch für Kinder? Kennt sich damit jemand aus?
Bin ich mit dieser Frage hier in "Rechte und Pflichten" überhaupt richtig?
liebe Grüße,
hotzelonn
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Beitrag #2 von mama123 » 22 Mär 2007 08:43


Hallo,
mein Sohn (9 Jahre) ist aufgrund einer Rückenmarkserkrankung inkontinent. Da er ja schon 9 ist, passen ihm natürlich auch keine Kinderwindeln aus dem Supermarkt mehr. Er hat Erwachsenenwindeln in der kleinsten Größe. Diese bekommen wir ohne Probleme von der Krankenkasse bezahlt. Wir haben ein Dauerrezept vom Arzt, wo die Diagnose draufsteht. Dieses Rezept schicke ich zum Windellieferanten und die rechnen dann direkt mit der Krankenkasse ab. Ich muss dort immer nur anrufen, wenn wir eine neue Kiste brauchen.
Wenn die Diangnose bei deiner Tochter also feststeht, dürfte es keine Probleme geben, dass ihr die Einlagen bzw. Windeln vom Arzt verschrieben bekommt.

Liebe Grüße
Dagmar
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Kostenübernahme von Tena Lady für Kinder?

Beitrag #3 von Reinhard » 11 Aug 2008 18:26


Du Bekommst für eine Vorlage 0.27 Euro (Sehnt )und für eine Windel nur 0.57 Euro (Sehnt)Pro ein Vor oder Windel
:fleissig: Von der Kasse
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Reinhard
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Beitrag #4 von Werner Holmans » 12 Aug 2008 15:17


Hallo hotzelonn,
Enuresis nocturna bedeuteut nichts weiter als bettnässen oder auch schlafnässen (in der Nacht im Schlaf einnässen). Hier wird die Krankenkasse vorläufig wohl nicht die Kosten für Windeln übernehmen. Es muss zuerst die Ursache für die Enuresis gefunden werden. Wenn organisch alles in Ordnung ist, muss weiter gesucht werden. Dabei können ein Kinderpsychiater und der Schulpsychologe (frage in der Schule nach) helfen. Wie sieht es in der Schule aus, hat das Kind Probleme, über die es nicht spricht, usw.? Dann müssen vermutlich auch noch einige Therapien gelaufen sein. Es gibt aber in diesem Alter noch mehr Kinder, die eine Enuresis haben. Ich denke, dass der richtige Umgang mit dem Kind auch eine Rolle spielt. Mach ihm keine Vorwürfe und lobe sehr viel. Verzichte auf die Windel und gehe mit dem Kind alle zwei Stunden in der Nacht auf die Toilette. Solch ein Training kann sehr hilfreich sein, muss aber über einige Zeit sehr konsequent durchgehalten werden. Wir haben im Heim (ich bin Heimerzieher) schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Windeln bekommt bei uns kein Kind in diesem Alter, es sei denn, es liegen noch andere Beeinträchtigungen vor (z.B. Lähmungen, usw.) die die Ursache für die Enuresis sind und keine Besserung möglich ist. Dann spricht man auch bei Kindern von einer Inkontinenz und die Krankenkasse zahlt die Hilfsmitte.
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Beitrag #5 von Psycho » 13 Aug 2008 01:08


Hallo,
mit einer Windel wird dem Kind von 7 Jahren doch nur die Veranrwortung für seinen Körper abgenommen. Besser wird die Enuresis dabei nicht. Wenn das Kind sonst gesund ist kann ein Kinderpsychologe eine entsprechende Therapie, unter Einbeziehung der Eltern, machen. Es läuft alles wie ein Spiel ab und dabei wird zuerst nach den möglichen Ursachen gesucht. Enuresis ist bei Kindern oft ein unbewusster Hilferuf, der gedeutet werden sollte.
Ich bin mir ganz sicher, dass das Kind dann in einigen Wochen trocken ist.
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Beitrag #6 von Struppi » 13 Aug 2008 10:37


Hallo hotzelonn,

die Kostenübernahme der Krankenkassen für Windeln beginnt bei Kindern ab dem 7. Lebensjahr, sofern eine Erkrankung (z.B. Behinderungen oder sonstige Erkrankungen, die eine tatsächliche Inkontinenz zur Folge haben) vorliegt.

Enuresis ist in den Kreis der Erkrankungen nicht aufgenommen, entsprechend erfolgt auch keine Kostenübernahme.

Wenn Deine Tochter mit 6 Jahren noch einnäßt, ist das ferner kein Grund zur Panik - bis zum 7. Lebensjahr gilt das noch als "im Normbereich befindlich". Gib ihr einfach etwas Zeit und wartet erstmal ab, wie sie sich weiter entwickelt - es kann sich dabei auch um eine ganz gewöhnliche Entwicklungsverzögerung handeln. Ggf. kann eine Therapie mit ADH-Präparaten helfen; hier kann aber auch wieder nur der Kinderarzt/-Urologe konkret einhaken.

Mit den Windeln ist das so eine Sache... die einen - wie Gisa und Werner - lehnen diese strikt ab und kommen sofort mit einer Psychotherapie (welche ich hiermit nicht schlecht machen will; selbige hat natürlich ihren Platz in der Enuresis-Therapie), andere sagen - und dazu gehöre ich auch - wartet erstmal ab. Wenn Deine Tochter die Windeln als ein Hilfsmittel akzeptiert und nicht als bequeme Lösung betrachtet, ist schon mal ein kleiner Schritt getan.

Natürlich solltet ihr weiterhin das Kind ärztlich begutachten lassen (kein Ärztemarathon, aber doch die weitere Entwicklung der Sache langfristig beobachten).

Grüße - und Euch beiden alles Gute!

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Beitrag #7 von Helmut » 14 Aug 2008 09:31


Hallo Struppi,

die Windeln für Kinder bekommt man von der GKV übrigens schon ab dem 3. Lebensjahr, in manchen Fällen sogar schon früher bezahlt, wenn eine dauerhafte Inkontinenz vorliegt. Beim Bettnässen alleine werden in der Regel keine Windeln bezahlt, es sei denn, sie werden benötigt, weil das Kind z.B. im Rahmen eines Klassenausfluges außerhalb übernachtet. Ähnlich sieht es auch bei den Erwachsenen aus, da werden die Windeln auch nur bezahlt, wenn man z.B. von Berufswegen oft außerhalb Übernachtet.

Die Enuresis ist schon als Erkrankung bzw. Entwicklungsstörung aufgenommen und hat im ICD-10 den Code F98.0. Eine weitere Unterteilung zwischen organischen und nichtorganischen Ursachen gibt es bei der Enuresis nicht.


@all
Windeln sind durchaus ein nützliches Hilfsmittel, sie sollen dem Kind helfen aber nicht als Strafe angesehen werden. Daher sollen sie dem Kind als Alternative für den Bett- und Wäscheschutz angeboten, aber niemals aufgedrängt werden. Wenn das Kind keine Windeln tragen will, dann muss es auch nicht. Auf der anderen Seite sollte das Kind durchaus mit in die notwendigen Arbeiten wie zum Beispiel das nasse Bett frisch beziehen und die Wäsche zum waschen in die Maschine geben, eingebunden werden.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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