Hilfsmittelausschreibungen eine Entmündigung der Patienten?

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Hilfsmittelausschreibungen eine Entmündigung der Patienten?

Beitrag #1 von Helmut » 28 Jan 2008 13:11


Hallo Leute,

auf das Thema der Ausschreibung für Inkontinenzhilfsmittel bei der Barmer bin ich schon vor mehreren Wochen von der Ramona aufmerksam gemacht worden, aber dass das Ganze nun doch solche Ausmaße hat, das hatte ich nicht gedacht. Dass die neue Gesetzeslage einige gravierende Einschnitte in die Wahlfreiheit der Leistungsbringer und der Produktwahl bringen wird, das war schon klar. Liest euch mal die Artikel (mit denen hier "An falscher Stelle gespart" und "Entmündigung der Patienten") durch.

HILFSMITTELAUSSCHREIBUNG - Inkontinenzversorgung ohne Apotheken


BERLIN: Um Kosten zu sparen, hat die Barmer Ersatzkasse im vergangenen Herbst die ambulante Versorgung mit Inkontinentzprodukten ausgeschrieben. In 20 „Losgebieten“ soll künftig ein Anbieter die Versorgung der Patienten mit entsprechenden Hilfsmitteln exklusiv übernehmen. Dazu wurde vorab seitens der Barmer der Hilfsmittelliefervertrag für aufsaugende Inkontinenzprodukte gekündigt. Vom 1. Februar an dürfen Barmer-Versicherte diese Artikel also nicht mehr in Apotheken oder Sanitätshäusern beziehen, sondern werden direkt von dem Anbieter beliefert, der die Ausschreibung bei bis zu fünf Losen gewonnen hat.

Allerdings haben – wie bei den Arzneirabattverträgen – unterlegene Bieter in einigen Fällen das Verfahren beklagt, so dass die Barmer bislang nur für elf der 20 Losgebiete Zuschläge erteilen konnte. Zudem sind die ausgeschriebenen Regionen nicht deckungsgleich mit den Grenzen der Bundesländer oder mit denen der Landesapothekerverbände, so dass Lieferschwierigkeiten mittlerweile unausweichlich scheinen. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC verhandelt der Deutsche Apothekerverband (DAV) derzeit mit der Barmer über eine Übergangslösung zumindest für die Gebiete, in denen die Kasse keine Zuschläge erteilen konnte.

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Gewinner ist das Rehazentrum Viersen, ein privat geführtes Sanitätshaus, das infolge des Zuschlags nun kurzfristig das Personal von bislang sechs Mitarbeitern mindestens verdoppeln muss. Das Sanitätshaus liefert eigenen Angaben zufolge bevorzugt Produkte des polnischen Herstellers Seni; darauf wurden die Barmer-Versicherten in einem Schreiben hingewiesen. Besteht der Patient auf seine gewohnten Artikel, muss er offenbar die Differenz selbst bezahlen. Die Auslieferung erfolge „aus wirtschaftlichen Gründen über einen Paketdienst“, heißt es in dem Schreiben, mit dem das Sanitätshaus die Dauerverordnungen der Patienten anfordert.

Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, fürchtet, dass der Versicherte der Verlierer sein wird: „Die Patienten zahlen den Preis für die Rabattschlacht: Aus Kostengründen müssen sie auf die wohnortnahe Versorgung und Betreuung verzichten, stattdessen bleibt ihnen nur ein Telefonkontakt zum Lieferanten“, so Preis gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Wer von der Qualität des Preisbrechers nicht überzeugt ist, muss draufzahlen. Die Patienten befürchten, dass der Wettbewerb dann vollkommen ausgeschaltet ist.“ Bundesweit seien etwa 100.000 Patienten von den Verträgen betroffen, die für zwei Jahre gelten.

Die Apotheken und Sanitätshäuser vor Ort, also jene Anbieter, die nicht von der Ausschreibung profitierten, müssten die Versicherten erneut über die neuen, nicht wirklich patientenfreundlichen Regeln aufklären, so Preis. Immerhin: Da die Ausschreibung nur für die ambulante Versorgung gilt, können Pflegeheime mit Genehmigung der Barmer auch künftig von Apotheken beliefert werden.

Die Firma Paul Hartmann aus Heidenheim, deren fünf Zuschläge noch blockiert sind, will nach eigenen Angaben als einziger Anbieter mit den Apotheken kooperieren: „Nur mit einem Partner vor Ort kann die Beratung ideal funktionieren“, sagte ein Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Deshalb würden die Apotheken eingebunden, wenn sie wie bislang die Versorgung der Patienten übernehmen, erklärte der Sprecher.


Lesen Sie dazu auch: "An falscher Stelle gespart" und "Entmündigung der Patienten"


Quelle: APOTHEKE ADHOC vom 25.01.2008<br><br>


Ich würde nun gerne von euch wissen, welche Erfahrungen dazu ihr gemacht habt und bei welcher Kasse?

Gruß Helmut :wink:
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Helmut
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Beitrag #2 von Stefan » 28 Jan 2008 13:56


Hallo Helmut

jeder kann da immernoch selbst entscheiden und Wiederstand leisten:

So einfach geht das nicht, nur können die Apotheken global nichts machen. Es muss jeder einzelne aufstehen:

Rechtssicherheit gibt Sozialgestzbuch V:

§33 Hilfsmittel

(6) Die Versicherten können alle Leistungserbringer in Anspruch nehmen, die Vertragspartner ihrer Krankenkasse oder nach § 126 Abs. 2 versorgungsberechtigt sind. Hat die Krankenkasse Verträge nach § 127 Abs. 1 über die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln geschlossen, erfolgt die Versorgung durch einen Vertragspartner, der den Versicherten von der Krankenkasse zu benennen ist. Abweichend von Satz 2 können Versicherte ausnahmsweise einen anderen Leistungserbringer wählen, wenn ein berechtigtes Interesse besteht; dadurch entstehende Mehrkosten haben sie selbst zu tragen.



Verlierer sind die alten Muttchen und die Leute die Inkontinenzhilfsmittel vom Pflegedienst bekommen haben.

Im Moment sieht es so aus.
- Dem alten Muttchen ist der Aufstand zuviel, sie wird ich fügen.
- Wer Windeln vom Pflegedienst bekam, der hat Probleme "berechtigtes Interesse" zu begründen.

LG

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Beitrag #3 von Kühlein » 28 Jan 2008 14:49


Hallo,

ich bin auch bei der Barmer und hatte - bisher - nur gute Erfahrungen.
Sie boten mir voriges Jahr an, mich mit den Windeln zu beliefern. Nach der 1. Lieferung merkte ich, dass sie mir nicht gerade die saugfähigsten Produkte "zukamen ließen". So bat ich dann telefonisch darum, die Anlieferung einzustellen.
Für sie war es - bisher - kein Problem, dass ich mir meine Wahl-Windeln im Sanitätshaus selbst abhole.
Dass dies nun in Zukunft anders werden soll, kann einen nur beunruhigen.
So, wie Stefan es schreibt,sehe ich es allerdings auch. Es verliert immer der, der "schweigt".

Allerdings erinnert mich das auch an meine Tante, welche mit Alzheimer im Endstadium als Pflegefall von meinem Onkel betreut wird. Er zeigte mir vor Weihnachten die von der Krankenkasse (ist jedoch nicht die Barmer) angelieferten Windeln.
Das war schon "der Hammer", so dünn wie die waren. Unsereins kann ja wenigstens noch auf Toilette gehen und sie selbst wechseln. Die Unterlagen muss er - natürlich - selbst kaufen.
Wenn man allerdings auf Windeln und Pflege angewiesen ist und das "Ding" ist im Dauerzustand voll, da es so dünn ist...., schon bedrückend.

Da fragt man sich schon,wo das alles noch hinführen soll... :(

Liebe Grüße
Kühlein
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Beitrag #4 von Moritzwiese » 28 Jan 2008 15:28


Hallo Kühlein,
wie das bei Dir abgelaufen ist das kann es doch nicht sein.
Ist wohl klar wenn Du denen anbietest das sie Dich mit Windelhosen
beliefern sollen,das Du das billigste vom billigsten bekommst,also
Schrott und nicht für Deine Bedürfnisse bestimmt.
Bei mir war es so.
Bis Aug.07 lief meine Dauerverordnung für die Molicare s-plus die
ich mir Monat für Monat aus meiner Apotheke geholt hatte.
Zuvor sagte aber die Kasse das die Molicare im Rahmen der Ein-
sparungen zu teuer seien.
Sie gaben mir eine Liste mit Vertriebspartnern der Kasse und ich
konnte diese kontaktieren.Suchte mir natürlich auch ein vergleichbares
Produkt heraus,welches ich durch zahlreiche Probesendungen der
einzelnen Vertiebspartner auch gefunden hatte.
Habe jetzt den Forma Slip X-Plus (besser als Molicare)und bekomme
pünktlich zum vereinbarten termin am Monatsanfang meine
Lieferung frei Haus.
Rede mochmal mit Deiner Kasse denn so oder so ähnlich sollte es
schon ablaufen.
Hoffe Dir geholfen zu haben.
Liebe Grüße
Wolfgang
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Beitrag #5 von Ramona » 16 Feb 2008 20:27


Hallo zusammen!

Vorweg muss ich kurz sagen, dass ich nur mit den Attends klar komme. Von anderen Produkten bekomme ich schon im trockenen Zustand Hautreizungen. Da ich im Rollstuhl sitze, kann sich dadurch sehr schnell eine offene Stelle bilden.

Schon Ende November erfuhr ich von meinen Anbieter, dass die Barmer Ausschreibungen macht. Bei diesen Anbietern hatte ich ein Dauerrezept über ein Jahr laufen. Das Rezept für dieses Jahr wurde mir dann nur für Januar bewilligt. Bis zu diesem Zeitpunkt stand auf dem Rezept kein spezielles Produkt. Ab jetzt geht aber auf dem Rezept Attends und auch die Begründung mit der Hautreizungen. Da es bei der Barmer hier irgendwelche Probleme gab wurde dieses Rezept noch bis zum 31.03. bewilligt bei meinen "alten" Anbieter bewilligt. Erst zum 01. April werde ich über einen neuen Anbieter mit neuen Rezept versorgt. Dieses Rezept wird auch wieder über Attends ausgestellt sein. Wenn es dann tatsächlich Probleme geben sollte werde ich dagegen angehen. Ich habe ja keine Alternative zu anderen Produkten.

Ich halte Euch auf dem laufenden.

Ramona
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Beitrag #6 von Ramona » 20 Feb 2008 18:38


wasser hat geschrieben:Hallo liebe Mitbetroffenen,

leider ist der letzte Artikel in Sachen Inkontinenzprodukte verloren gegangen, daher mache ich noch einmal einen Versuch - zumal ich auch gerne wüßte, welche Erfahrungswerte nunmehr vorliegen.

Habe selber seit gut 20 Jahren einen Grosshandel gehabt, bei welchem ich selber meine Produkte, Windelslips und Vorlagen abgeholt habe. Das ganze lief prima über die BEK - seit dem 1.2.08 nunmehr Chaos! Rezepte sind Gestern bei mir von dem Großhandel zurückgekommen! Nunmehr teilte die Firma RZV in Viersen mit, das sie zuständig wäre. Vorher hatte ich erst einmal nichts von der BEK gelesen - kam denn ein paar Tage später. Text wir haben einen neuen Vertragspartner und die Verträge bisher wurden zum 31.1.08 aufgelöst aus Kostengründen. Habe denn geschrieben und nachgefragt ob die Portokosten denn besser wären - worauf geantwortet wurde kein Problem. Man ist nunmehr dem ganzen ausgeliefert, ob es einem passt oder nicht! Wenn das Produkt denn nichts taugt ,kann man denn ja zu zahlen! Die Kassen sparen und der Verwaltungsvorstand erhöht sich die Gehälter und baut noch weitere Mitarbeiter ab - so läuft das heutzutage ab! Es ist einfach unglaublich! aber reine Tatsache!
Habe bisher noch keine neue Antwort von meiner Anfrage an die BEK bekommen - wie nun überhaupt das Verfahren abläuft und welche Produkte ich überhaupt noch ohne extreme Zuzahlung erhalten werde!

Weitere Erfahrungswerte hätte ich gerne - denn kann man ggf. das eine oder andere Produkt gleich über das Internet bestellen und selber zahlen - das kann denn sogar noch günstiger sein!?

Viele Grüsse Euer Wasser
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Beitrag #7 von Wilfried » 25 Mai 2008 17:29


Hallo Helmut,
leider habe ich Deinen Aufruf erst jetzt gefunden und meine Erfahrungen schon anderswo eingestellt - im Inko- Forum unter WINDELKARTELL. Aber ich habe noch weitere Erfahrungen notiert, zwar schon im März 2008, die sind leider noch immer aktuell, und die will ich gern mitteilen. Übrigens hat die BARMER sich wider Erwarten gemeldet, nachdem ich denen auch die Windelkartell- Fortsetzung geschickt habe. Schließlich will ich ja nicht, dass die dumm sterben. Das Schreiben kann man mit ein bisschen gutem Willen als Ablehnungsbescheid betrachten, also habe ich postwendend widersprochen. Es geht also weiter.
Gruß
Wilfried

Wirrwarr bei der Krankenkasse

Monat für Monat kaufe ich für xxx in der Apotheke Tena Lady Super. Es kostet jedes Mal 12,02 €. Man kann sie auch auf Rezept bekommen, deshalb waren wir kürzlich beim Arzt. Er stellte eine Verordnung über ein halbes Jahr aus. Das war am 20. Februar 2008.

Unsere Hausapotheke ist die yyy- Apotheke. Eine Hausapotheke hat man, wenn man bei der Barmer Ersatzkasse krankenversichtert ist und am Hausarztmodell teilnimmt. Das wurde von der Krankenversicherung wärmstens und mit viel Werbeaufwand empfohlen. Die Hausapotheke soll die Versorgung mit Arzneimitteln, die Medikamentensicherheit und die pharmazeutische Beratung sicherstellen. Die yyy- Apotheke hatte dies schon zu unserer Zufriedenheit getan, bevor die BARMER ihre bunten Faltblättchen unters Volk brachte. Aber nun ist sie unsere Hausapotheke im Sinne der Krankenkasse, und ich habe alle Rezepte dort einzureichen.

Als ich das Rezept für Tena Lady abgab, wurde der Apotheker blaß. Das dürfe er für BARMER- Kunden nicht mehr auf Rezept herausgeben, er habe kürzlich eine entsprechende Nachricht der Krankenkasse bekommen. Er würde aber noch einmal rückfragen und Genaueres in Erfahrung bringen. Beim nächsten Besuch bekam ich das Rezept zurück. Ich solle es an die BARMER schicken, und zuständig sei künftig eine Firma aus Viersen.

Am 28. Februar kam die Antwort. Man habe das Rezept an das Reha- Zentrum Viersen GmbH weitergeleitet. Von dort würden wir vom 1. Februar bis zum 31. Juli 2008 mit Tena Lady versorgt. Auf meine Frage wegen der Hausapotheke ging man nicht ein, offenbar war dieses Modell schon clamheimlich zu Grabe getragen worden. Die BARMER stellte eine Rechnung auf. Die Kosten betrügen im Monat 26,42 €, das ergibt in 6 Monaten 158,52 €. Die Kasse übernimmt monatlich 23,78 €, also hätten wir eine monatliche Zuzahlung von 2,64 € zu leisten.

Zur Erinnerung: in der Apotheke kostet Tena Lady Super im 30er- Pack 12,02 €. Der Einkaufspreis beträgt laut Liste 10,84 €, bei Abnahme größerer Mengen gibt es Rabatt. Die Kasse würde auf Rezept 6,30 € erstatten.

Die Sendung aus Viersen ließ auf sich warten. Ich hatte Tena Lady auf eigene Rechnung gekauft und bat Frau K…. bei der BARMER um Erstattung: 12 € abzüglich Eigenbeteiligung zuzüglich Porto, macht 9,91 € für den Februar. Die BARMER überwies 9,39 € für den Januar, das war zwar Unsinn, aber mittlerweile bin ich froh, wenn überhaupt etwas geschieht. Die Versorgung für den März klappte ebenfalls nicht, und wieder stellte ich der BARMER die Kosten in Rechnung. Auf eine Reaktion warte ich noch.

Am 11. März kam ein Paket: 6 Packungen mit je 30 Tena Lady. Anbei lag eine Zuzahlungsrechnung. Die Zahlen waren rätselhaft. Das vorliegende Rezept wäre am 8. 3. 2008 ausgestellt, das war übrigens ein Samstag. Der Karton Tena Lady mit 6x30 Stück wurde mit 36 € veranschlagt, die “wirtschaftliche Aufzahlung” betrug auch 36 €, und der Endbetrag der Zuzahlungsrechnung lautete ebenfalls 36 €. Zur Erinnerung: die BARMER hatte am 28. 2. eine Rechnung aufgemacht mit einer monatlichen Zuzahlung von 2,64 €. Das waren insgesamt 15,84 €, also war die Zuzahlung sozusagen über Nacht und ohne Begründung 20 € teurer geworden. Der Gesamtpreis der Lieferung wäre damit auf 195 € gestigen. Zum Vergleich: im Internet wäre sie schon für ein Drittel dieses Preises zu haben.

Tatsächlich habe ich schon überlegt, Tena Lady selbst zu beschaffen und auf das Rezept, das wochenlange Warten und die Mühen zu verzichten. Das hätte den Vorteil, dass sich kein Vertragspartner der Krankenkasse an uns eine goldene Nase verdienen könnte. Aber andererseits glaube ich nicht, dass mein Verzicht den Versicherten und ihren Beiträgen zugute käme. Wahrscheinlich würde das Geld in der Verwaltung versickern und dazu dienen, wieder neue Hindernisse für die Versicherten zu ersinnen.
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Beitrag #8 von Ramona » 22 Jun 2008 18:40


Hallo zusammen!

Jetzt möchte ich doch endlich kurz schreiben, wie es bei mir weiter gegangen ist:

Bis Ende diesen Monats lief jetzt doch noch alles über meinen alten Anbieter. Ende Mai wurde ich dann informiert, dass die Firma Hartmann für mich ab 01. Juli zuständig ist.

Jetzt ist ja das Problem, dass ich nur die Attends ohne Hautreizungen vertrage. Da sich aber bei der molicare laut Aussage von Hartmann einiges geändert hat musste ich diese doch erproben. Innerhalb von drei Stunden hatte ich aber so starke Hautreizungen, dass diese sogar noch am nächsten Tag zu sehen waren. Dieses bekam ich dann auch von meiner Ärztin bescheinigt und jetzt bekomme ich über Hartmann weiterhin die Attends.

Ich kann euch alle nur ermutigen euch zu wehren, wenn ihr nicht mehr vernünftig versorgt sei mit den Produkten von den anderen Anbieter.

Gruß Ramona
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Beitrag #9 von Wilfried » 05 Aug 2008 18:12


Hallo,
der Widerstand gegen die Exklusivverträge der Krankenkassen formiert sich. Heute bekam ich einen Artikel aus der Apothekerzeitung, und der beginnt so:

Nr. 26 | 23.06.2008 | Apotheker Zeitung
Hilfsmittelversorgung: Aktionsbündnis fordert Wahlfreiheit
Qualitätsverluste durch Selektivverträge befürchtet

BERLIN (ks). Das neue Aktionsbündnis „meine Wahl" hat eine bundesweite Informations- und Mobilisierungskampagne für den Erhalt der Wahlfreiheit bei medizinischen Hilfsmitteln gestartet. Der Zusammenschluss von bislang 26 Unternehmen und Organisationen wendet sich gegen die Regelung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes, wonach die Hilfsmittelversorgung ab dem l. Januar 2009 ausschließlich durch Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und wenigen festen Vertragspartnern organisiert werden soll.

Mehr zum Aktionsbündnis steht im Netz unter http://www.buendnis-meine-wahl.de
Gruß
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