Bindung an Versorgungsvertrag der KK

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Beitrag #21 von papa0861 » 08 Aug 2009 22:19


hallo glückskeks,

wenn ich deinen beitrag richtig verstehe geht es dir darum, inko-mittel zum nulltarif zu beziehen. also beste qualität für lau.

so wie ich die ganze diskussioin über das leidige thema gesundheitsreform verstehe und noch immer nicht begreife.

ich leide seit numehr einigen jahren an der inko un habe meine produkte noch nie für lau erhalten. ich zahle jeden monat (seit beginn der erkrankung) ca. 35 euro zu. für null-komma-nix habe ich meine produkte nur bei testreihen erhalten.

meine kk zahlt seit der reform 67 cent pro stück, der rest ist meine sache und ich unterliege somit auch keinen firmenzwängen. ich suche mir meinen anbieter raus und zahle je nach geschick mal mehr oder weniger zu.

gut, ich kann mir diesen "luxus" leisten.

ich nutze seit jahren die slips von abena (abriform). namenprodukte wie von molicar verblassen im vergleich.

insoweit verstehe ich die ganze diskussion über leiferverträge etc. nicht.

entweder ich will qualität und zahle entsprechend, oder ich muß das nehmen, was gerade weg muß.
lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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papa0861
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Beitrag #22 von Benjamin » 08 Aug 2009 23:26


Hallo papa0861,

soweit ich das hier versteh gehts drum, dass die TK eben durch ihre Lieferverträge einen dazu zwingt, weniger Inkomittel zu beziehen, als man braucht, da man sonst die restlichen Inkomittel, die über der Pauschale liegen komplett selbst zahlen muss und da dreht sichs dann nicht um ne Zuzahlung von ein paar Euro, sondern um größere Beträge...

Viele Grüße
Benjamin
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Beitrag #23 von Stefan » 09 Aug 2009 14:42


Hallo Jürgen,

nun nochmal im Klartext. Die gesetzlichen Kassen haben zum Januar die Versorgung ausgeschrieben und haben dabei 2 Modelle.

1. Modell - Losgebiete: Ein Leistungserbringer gewinnt ein geografisch definitiertes Losgebiet zu seinem Angebotspreis pro Betroffenenen. Sagen wir mal 26 Euro. Nun hat er zum 200 leichte Inkos, 150 Mittlere und 80 schwere Inkos. Er erhält dann von der Kasse für alle 10.062,00 Euro (2,60 gesetzliche Zuzahlung holt er von jedem Kunden) und muss dafür eine ausreichende Versorgung sicherstellen. Auf Produkte muss er nur eingehen, wenn Sie namentlich verordenet wurden. Alles was über die ausreichende Versorgung geht, dass kann er sich extra bezahlen lassen.

2. Modell - Vertragsvereinbarungen: Die Krankenkassen (z.B. die TK) setzen einen niederen Preis an und warten wer sich hierfür bewirbt. Sollten keine Gebote oder nur zuwenige Gebote eingehen, dann wird der Preis langsam angehoben. Wenn genug Anbieter (bei der Techniker sind das acht) da sind ist der Preis fix, aber weitere Anbeiter können beitreten. Der Rest läuft bei Modell 1.

Nun wo liegt das Problem. Die Kassen gehen davon aus, dass die Anbieter eine Mischkalkulation machen. Nun einoge machen das auch, aber bei einer höheren Anzahl schwerer Inko kommen selbst Anbieter wie Abena in Schwiergikeiten, denn eine ausreichende Versorgung kostet auch bei Abena selbst schon 62,48 Euro pro Monat zusätzlich (jegliche Abrifom Größe Medium, 5 Stk. am Tag). Bis Januar war die Zuzahlung bei Abriform X-plus im Schnitt so 16,50 EUR bis 34,80 EUR im Monat bei Einkauf im Sanihaus oder Apotheke.

Nun spielt aber selbst die Techniker Krankenkasse mit sehr unfairen und falschen Karten. Man bietet ein und der selben Person die doppelte Inkontinenzpauschale an. Das sind dann statt 26,18 EUR, jetzt 52,36 EUR. Aber das bekommt nicht jeder der es braucht, sondern nur die jenigen die das Maul zu weit aufmachen und ggf. mit Klage drohen. Dies ist eigentlich ein Betrug an seinen eigenen Versicherten, da hier mit zweierlei Maß gemessen wird und sich viele Versichtere nicht gegen die einfache Pauschale wehren wollen oder können. Eine Versorgung mit Abriform wird dann billiger. Sie kostet dann immernoch 36,30 EUR wenn man direkt bei Abena zum Supersonderpreis kauft.

Hier muss man gegen diese doppelte Pauschale vorgehen! Ziel: Die Gewährung der doppelten Pauschale muss eingestellt werden. Die Betroffenen müssen, wenn es keine Rechtsgrundlage (ist mir nicht bekannt) gibt, die zuviel erhaltene 2te Pauschale an die Kasse zurückbezahlen.

Liebe Grüße

Stefan
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Es geht auch ohne Eigenzahlung!

Beitrag #24 von Siggi » 10 Aug 2009 14:18


Hallo,

irgendwie regelt das mit Zuzahlungen und zusätzlicher Eigenzahlung jeder Lieferant wie er will. Nach meinen Erfahrungen sind Sanitätshäuser besonders wild auf die offenbar willkürlich festgelegten "Aufzahlungen" (ein schreckliches Wort!). Ich bin heilfroh, dass ich meine Inko-Versorgung nunmehr seit einem Jahr von einer von der GKK benannten zentralen Lieferfirma frei Haus bekomme. Und zahle dafür vierteljährlich etwas über acht Euro gesetzliche Zuzahlung. Ich bekomme AbriSan und AbriForm - also Markenartikel.

Benachteiligte, macht Euch stark bei Euren GKK!

Beste Grüße
Siggi
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Beitrag #25 von Ference71 » 10 Aug 2009 14:40


Im Übrigen bleibt zu erwähnen, dass die Kankenkassen frei sind, jederzeit Individualvereinbarungen mit ihren Mitgliedern zu treffen, wie sie es in vielen anderen Medizinbereichen auch seit Jahren tun.

Ob das fair ist?

Fest steht jedenfalls: Wer nicht mehr selbst seine Interesen vertreten kann, ist arm dran in diesem Land...

Deshalb ist die Selbsthilfearbeit ja so unersetzlich und enorm wichtig!
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Beitrag #26 von Helmut » 18 Aug 2009 23:29


Hallo Ference71,

ob das fair ist, darüber lässt sich streiten. Fakt ist aber, dass diese Möglichkeit der Einzelfallentscheidung eine der wenigen Dinge ist, doch noch "sein" Hilfsmittel zu bekommen und nicht die Standard- 0815 Versorgung zu nehmen. :(

Fakt ist auch, dass generell erst mal abgelehnt wird und den paar die dann Einspruch einlegen, denen zahlt man halt dann das gewünschte Hilfsmittel. :motz:

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #27 von olaf-uwe » 04 Nov 2009 17:45


Also das Problem das die vorgegeben Firmen mein Produkt auch nicht leifern wollten oder total überteuert. Schon schlimm genug das man was zuzahlen soll wenn man das Wunschprodukt haben möchte aber dann noch überteuert abgeben ist schon ein starkes Stück.
Meine KK gesteht mir einen Liferanten meiner Wahl zu. Hat etwas gedauert bis mein Bearbeiter das verstanden hat. Die Kasse gibt ihren Festbetrag an den Lieferanten ab und alles ist gut.

So habe ich Wunschprodukt zum fairen Preis.

Was 2010 wird weis mal wieder keiner. Ausnahmen soll es nicht mehr geben und so weiter. Fusion von Krankenkassen stehen auch an. Also wieder einen Vorrat beschaffen und die ersten 4 Wochen in 2010 überstehen.
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re.

Beitrag #28 von FrankBoe » 28 Dez 2009 16:18


nicht nur dir ergeht es so...


mir leider ebenso, ich sollte mehr als 80, euro pro indikation zuzahlen, die KK meinte darauf es würde nichts bringen vor gericht zu gehen, ohhh doch es wird sehr viel bringen, weil diese zwangs bindungen an unternehmen die doch sehr teuer sind und dazu minderwertig sind.

nichts mit nach den bedürfnissen nein hier zählt nur eines der preis nicht die leistung und auch nicht die qualität.

ich bin leider harn wie stuhl inkontinent und es ist wahrlich nicht leicht am leben teilzunhemen doch ich tue es so gut es geht und lasse mich von keinen unterkriegen...

weil meine erfahrungen haben gezeigt dass diese gesellschaft sehr krank ist.
nicht wir sind krank, sondern die meinen gesund zu sein sind sehr schwer krank und sehen
gar nicht was diese menschen mit deren entscheidungen alles anrichten...

weil diese menschen werden ebenso alt und werden bestimmt selbst auf hilfsmittel angewiesen sein. nur hat es nichts mit alt sein zu tun es betrifft allen altersgruppen.
es kann jeden treffen durch einen unfall durch eine falsche op etc.

gruss
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Beitrag #29 von Struppi » 28 Dez 2009 17:12


Hallo Frank,

das, was du jetzt an Zuzahlungen zu leisten hast, sind keine Rezeptgebühren sondern der wirtschaftliche Eigenanteil. Du möchtest dich nicht mit den minderwertigen Produkten zufrieden geben, die für die Inkontinenzpauschale von bummelig 34,00 € (welche die AOK übernimmt) zu haben sind - verständlich.

Ich bin ebenfalls harn- sowie stuhlinko, versorge mich allerdings - wenn machbar - nicht primär mit saugenden sondern ableitenden Systemen (also ISK und Kondomurinal). Gegen die Stuhlinko hat sich die Irrigation als sehr gut herausgestellt - das solltest du ggf. mal ausprobieren bzw. dich dahingehend beraten lassen. Diese Maßnahmen können die Kosten doch erheblich senken.

Gruß

Hannes

P.S.
Wie weit die Inko die Lebensqualität beeinträchtigt, ist zum Teil auch Kopfsache. Ich habe mir schon vor Jahren abgewöhnt zu sagen "Ich bin leider inko" und sage statt dessen "ich bin inko" ohne das Wörtchen "leider".Es ist nunmal so, das bedeutet aber nicht, dass ich deswegen nicht die Tätigkeiten oder Aktivitäten unternehme, die ich auch vor dem Eintritt der Inko unternommen habe (soweit dies wg. anderer Einschränkungen machbar ist).
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RE:

Beitrag #30 von FrankBoe » 28 Dez 2009 19:21


soweit ok.. jedoch möchte ich schon mein leben frei bestimmen können zudem ich in einer
festen beziehung lebe und da wäre die ableitende sache nicht so angebracht..

gruss
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