Bindung an Versorgungsvertrag der KK

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Beitrag #31 von Struppi » 29 Dez 2009 17:12


Hallo,

ich lebe ebenfalls in einer dauerhaften Beziehung, um genau zu sein: ich bin verheiratet... und kann nicht erkennen, was das Leben mit Partner mit einer ableitenden Versorgung zu tun hat? Da müßtest du mich noch mal aufklären.

Wenn z.B. die Blase mit einem zuverlässigen Anticholinerika eingestellt ist, kann eine relativ lange kontinente Phase erreicht werden, mittels der Irrigation die Stuhlinkontinenz gut gemanagt werden. Diese Maßnahmen erleichtern (zumindest mir) das Zusammenleben mit einem Partner ganz wesentlich.

Gruß

Hannes
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Struppi
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Beitrag #32 von Gabi » 30 Dez 2009 11:22


Hallo Frank

Ich mache seit Jahren ISK. Meinem Ehemann stört das überhaupt nicht. Er merkt ja auch nicht immer, wenn ich zur Toilette gehe und mich katheterisiere. Die dafür notwendigen Sachen räume ich auch gleich wieder weg, so ist es für Ihn ein ganz normaler Toilettengang. Was daran störend sein soll, ist für mich auch nicht verständlich.

Grüße Gabi
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Beitrag #33 von Miriam » 30 Dez 2009 11:35


Hallo Gabi,

Was die ISK betrifft hast du natürlich recht, das stört sicher nicht.

Ich denke Frank meint das Kondomurinal von dem Struppi spricht. Denn da wird ja ständig getragen. Das wäre auch nichts für mich, habe noch einen Horror von einem Bauchdeckenkatheter den ich als Kind ein paar Wochen tragen musste.

Ich finde, jeder muss für sich den richtigen Weg finden, egal ob saugende oder ableitende Hilfsmittel. Eine Diskussion was "besser" ist halte ich nicht für sinnvoll.

Gruß,

Miriam
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Beitrag #34 von Nautilus » 30 Dez 2009 20:40


Guten Abend,

ich verfolge diesen Thread jetzt schon eine ganze Weile und gebe zu, dass ich nicht ganz verstehe, worum es überhaupt geht.

Einerseits wird sich über Zuzahlungen beschwert, weil die Kassen nur noch minderwertige Produkte und diese auch nur bis zu bestimmten Quantitäten zahlen würden.

Andererseit soll die Lebensqualität erhöht oder zumindestens gehalten werden, aber dann bitte nicht durch andere, ebenfalls geeignete Maßnahmen.

Im Großen und Ganzen hat sich - zumindestens bei den Inkontinenz-Hilfsmitteln - nicht viel geändert.
Die allermeisten Kassen übernehmen weiterhin auch die “guten” Hilfsmittel, nur sind eben die privaten Zuzahlungen etwas höher geworden.
Oder es gibt - ohne Zuzahlung - ein geringwertigeres Hilfsmittel.
Diese zu erwerben oder nicht bleibt doch jedem selbst überlassen.
Aber man kann doch keinesfalls erwarten, dass die Kassen für gleiche Zuzahlung wie früher die besten und teuersten Hilfmittel übernimmt.
Etwas Eigenverantwortung sollte schon vorhanden sein.
Ich z.B. bin bei der IKK und zahle für 120 Kondomurinale von Bauer, ( nachts ), und 140 Vorlagen Molimed-Midi, ( tagsüber ), also für ca. 4 Monate Versorgung, gesamt 48,00 Euro zu, also gerade einmal 12,00 Euro monatlich.

Natürlich werden die meisten hier mehr Vorlagen brauchen als 120 Stück in vier Monaten, aber es hindert doch nieman(n)den, zumindestens nachts ein Kondomurinal zu verwenden, wenn man dadurch etliche Vorlagen/Windeln sparen kann.

Und was die Verwendung von Windeln/Vorlagen gegenüber der Verwendung eines Kondomurinales mit einem “frei bestimmten Leben” und einer “festen Beziehung” zu tun haben soll, erschliesst sich mir auch nicht ganz.
Ganz sicher ist eine nasse Windel nicht antörnender als ein Kondom, wohl eher das Gegenteil.
Und die Irrigation ist sicherlich auch viel besser als eine/mehrereWindeln für den Hintern.
Man kann diese probaten Mittel doch nicht einfach ablehnen, ohne sie geprüft zu haben, aber dann auf die Kasse schimpfen, wenn diese nicht bereit ist, viele und teure Hilfsmittel komplett zu übernehmen.

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Ich finde, jeder muss für sich den richtigen Weg finden, egal ob saugende oder ableitende Hilfsmittel. Eine Diskussion was “besser” ist halte ich nicht für sinnvoll.


Wenn jedoch dieser “richtige Weg” nur über qualititiv hochwertige Hilfsmittel ohne jede Zuizahlung führen soll, ist jede Diskussion sinnlos.
Das gab es vorher nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben.


Gruß
Nautilus
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Beitrag #35 von Helmut » 31 Dez 2009 11:13


Hallo Nautilus,

dass sich die Qualität der Inkontinenz-Hilfsmittel besonders hier die saugenden Hilfsmittel mit den Ausschreibungen nicht verschlechtert haben, das stimmt so nicht. Wenn bei den Ausschreibungen, wie es in den allermeisten Fällen so war, dass als einziges Kriterium für den Zuschlag der Preis der Versorgung (billigster Preis) drinnen stand, dann sind den Lieferanten doch alle Türen weit geöffnet worden.

Wenn du dir mal die Mindestanforderungen vom Hilfsmittelverzeichnis anschaust, dann wirst du auch schnell feststellen, dass das mit einer guten Versorgung nicht viel gemeinsam hat. Hatte der Leistungsbringer vor den Ausschreibungen z.B. noch für eine Windel der Größe M 0,51 € bekommen, das waren für einen durchschnittlichen Monatsverbrauch von 4 Stück am Tag etwa 57,- € so bekommt er nach den Ausschreibungen im Durchschnitt nur noch 28-35 €. Daraus lässt sich schon sehr deutlich erkennen dass da eine gute Versorgung nicht machbar ist und der Betroffene dann im Vergleich zu früher deutlich mehr zuzahlen muss wenn er seinen Versorgungslevel beibehalten will.

Nicht jeder ist finanziell in der Lage die Mehrkosten zu tragen und wird dann wohl oder übel die schlechtere Versorgungsqualität in kauf nehmen müssen. Das führt nicht selten zu weiteren Kosten wie etwa zu Hautschäden weil das Produkt eine höhere Rücknässung hat, oder zu einem höheren Verbrauch weil im Vergleich zu früher häufiger gewechselt werden muss. In einigen Fällen kann es auch dazu führen dass durch die schlechteren Produkte der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, was dann an anderer Stelle den Staat belastet.

Außerdem sollte man sich mal die Zahlen genauer anschauen, die wenigsten wissen überhaupt, dass die Inkontinenzversorgung weniger als ein Prozent von den Gesamtausgaben der Krankenkassen ausmacht. Durch die Ausschreibungen wollen die Kassen etwa 20 Prozent der Ausgaben für Hilfsmittel einsparen, dabei werden theoretisch nur etwa 0,2 Prozent bei den Gesamtkosten eingespart, das ist weniger als der Tropfen auf den heissen Stein. Was glaubst wäre los, wenn die Kassen nun bei den Arzneimitteln oder den Ärzten/Kliniken die 20 Prozent einsparen würden, das wäre zwar eine wirkliche Kostensenkung aber da ist halt eine viel zu große Lobby dahinter. Die Ausschreibungen treffen praktisch zu 100 Prozent die Patienten die sowieso schon finanzielle Probleme haben.

Ich bin der Meinung dass die Ausschreibungen keinen wirklichen Nutzen haben, sondern nur weitere Verwaltungskosten produzieren und unter dem Strich nur die "Kleinen" trifft.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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