Windelkartell Fortetzung

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Windelkartell Fortetzung

Beitrag #1 von Wilfried » 19 Mai 2008 20:25


Heute kam ein Brief der BARMER. Zuerst dachte ich, die würden tatsächlich auf mein Schreiben antworten. Pustekuchen! Es war ein Fragebogen. Genauer: FRAGEBOGEN ZUR VERSORGUNG MIT INKONTINENZARTIKELN DURCH DIE FIRMA RZV REHA ZENTRUM VIERSEN GMBH: 2 Seiten lang. Fragen zu Qualität, Kosten, Lieferterminen, Beratung und und und. Alles Punkte, über die ich längst geschrieben hatte. Man hätte es nur lesen müssen.

Der Fagebogen funktioniert so: Wenn man zufrieden ist, kreuzt man JA an. Das reicht. Wenn nicht, darf man sein Kreuzchen bei NEIN, WEIL … machen. Dann hat man zweieinhalb Zeilen Platz, um sich eigene Formulierungen abzubrechen. Unentgeltliche schriftstellerische Tätigkeit, und das zu einem solch bescheuerten Thema! Ich ahne schon, was bei dieser Fragebogenaktion rauskommt.

Vermutlich schickt die BARMER zur Zeit 11 000 Fragebögen durch die Gegend. Das ist die Zahl der entsprechenden Kunden der BARMER, mit der die Viersener rechnen. Das kostet. Und dann muss einer die lesen - wenn es überhaupt gelesen wird. Ich glaube die lesen nicht gerne, siehe oben. Und dann muss man überlegen, was man mit dem Ergebnis anfängt. Das kostet noch mal. Der Beitragszahler zahlt ja. Der Vertrag der BARMER mit RZV war ein Fehler. Aber anstatt ihn zu korrigieren, vertuscht man ihn und läßt sich das was kosten.

In der Apotheke sagte man mir, sie haben noch so einen Fall. Die Kundin ist das Theater leid und bezahlt die TENA jetzt komplett aus der eigenen Tasche. Sie verzichtet auf das Rezept. Ob ich das auch machen soll? Dann habe ich den Ärger vom Hals, aber die Krankenkasse spart. Oder die Kasse wechseln? Jahrelang habe ich richtig viel gezahlt, und jetzt, wo die zahlen sollen, soll ich mich vom Acker machen? Ich weiß nicht.

Und was soll ich mit dem Fragebogen machen? Ausfüllen? In die Tonne kloppen?

Viele Grüße
Wilfried
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Wilfried
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Kassen

Beitrag #2 von rubbyh » 20 Mai 2008 08:39


hallo wilfried,
hm, ob du das auch machen sollst, kannst nur du entscheiden. es ist ja auch ne kostspielige angelegenheit. kasse wechseln wäre eine lösung, ja. aber informiere dich bitte vorher.

leider ist das gang und gäbe in unserer gesellschaft geworden. abzocken und sparen auf kosten derer die man abgezockt hat. übrigens ist dir schon mal aufgefallen, daß die kassen....auch versicherung genannt, mit dem wort ver-sicherung ein negaivt g´schmäckle bekommen? die deutsche vorsilbe "ver" ist negativ belastet...deswegen "ver"wundert es mich nicht, daß die entwicklung nicht besser wird...im gegenteil.
viele grüße aus leipzig
lg holger
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Beitrag #3 von Stefan » 20 Mai 2008 10:08


Hallo Wilfried,

nun das ist ja wieder typisch. Auch die Barmer kann ein Gesetz nicht aus der Welt schaffen, man kann es aber aussitzen.

Hier mein Rat:
1. Setze Dich mit Deinem Apotheker zusammen, er soll Dich bis zur Entscheidung weiterbeliefern und die Kosten erst einmal zurückstellen, mit der Abrechnung warten.
2. Setze der Barmer einen konkreten Fristtermin. Hier sollte Stattgeben durch verstreichen lassen gelten.
3. Prüfe ggf. ob Du für das Sozialgericht Rechtsschutz hast. Wenn ja, schalte einen Anwalt ein.

Auf jeden Fall solltest Du den Fragebogen ausfüllen.
Auf keinen Fall solltest Du die Windeln selbst bezahlen.


MFG
Stefan Süß
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Beitrag #4 von Ramona » 24 Mai 2008 17:51


Wir sollten als BARMER Versicherte nicht klein bei geben. Wehrt Euch , wenn Ihr schlechter versorgt werdet.

Bei uns ist ab 01.07. Hartmann zuständig. Da ich aber immer wiederkehrend starke Hautreizungen bei anderen Proukten habe gehe ich dageben an. Meine Hausärztin hat mir die Attends aufs Rezept geschrieben und die Begründung dazu. Meine Ärztin hat auch schon Rücksprache gehalten mit der Barmer und Hartmann. Da Verbesserungen angeblich da sind muß ich jetzt ein paar Proben zum dokomentieren ausprobieren. So bald ich aber wieder Hautreizungen spüre (geht innerhalb weniger Stunden :( ) wird der Versuch abgebrochen.

Wenn dann nachgewiesen ist, daß es nicht geht gäbe es noch Hintertürchen für die Attends.

Also, lasst nicht locker, sonst erreichen wir nichts. Je mehr kämpfen desto mehr muß Barmer einsehen, daß es keine Pauschal Versorgung immer geben kann.

Gruß Ramona
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Beitrag #5 von Lilly112 » 26 Mai 2008 16:15


Moin Moin
Ich bin auch in der Barmer und habe von alle dem noch nichts gehört und habe auch noch kein Schreiben bekommen.Ich beziehe meine Pants auf Rezept und kann sie von der Apotheke bekommen. :roll:
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Beitrag #6 von Ramona » 27 Mai 2008 20:14


Hallo Lilly!

Diese Ausschreibungen sind bundesweit gelaufen. Eigentlich sollte es schon zum 01.01.08 los gehen mit den neuen Anbietern. Es gab aber wohl einiges Probleme. Daher kam es hier zu Verzögerung. Vielleicht war/ist das bei Dir in der Region auch so.

Mehr zu diesen Thema kannst Du auch im Forum "REchte & Pflechten" hier lesen. Die Beiträge stehen weit oben. Da hat Helmut öffentliche Artikel zu diesem Thema ins Forum gestellt.

Gruß Ramona
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nicht nur die Barmer

Beitrag #7 von Brumbear64 » 29 Jul 2008 10:03


Tja Leute nicht nur die Barmer auch die allseite geliebte AOK ist in einigen Regionen
schon auf solchen Trips!! Das ist ein zeit Phänomen wie ich finde.
In Zeiten leerer Kassen wird halt mal wieder beim Patienten gespart und das nicht zu
knapp.

Gruß brumbear64 :aerger:
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Beitrag #8 von Ingo » 25 Aug 2008 15:44


OLG bremst KKH-Ausschreibung zu aufsaugender Inkontinenz

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat der KKH mit Beschluss vom 30.07.2008 untersagt, in dem Vergabeverfahren zur Beschaffung von aufsaugenden Inkontinenzartikeln während des noch laufenden Nachprüfungsverfahrens vorab einen Zuschlag zu erteilen. Ein solcher sog. "Vorab-Zuschlag" kann nach Auskunft der das Verfahren betreuenden Kanzlei Hartmann Rechtsanwälte auf Antrag einer Krankenkasse in einer Art zwischengeschaltetem Eilverfahren erlaubt werden. Genau dies hat das OLG Düsseldorf nunmehr nach Auskunft von Rechtsanwalt Peter Hartmann festgestellt und ausgeführt, dass das Vergabeverfahren "voraussichtlich in den Stand vor Versendung der Verdingungsunterlagen einschließlich einer Bekanntgabe zulässiger Zuschlagskriterien ... zurückzuversetzen" sei. Dies bedeutet, dass das OLG Düsseldorf zu dem vorläufigen Ergebnis gelangt ist, dass die Vergaberechtsverstöße nach dessen vorläufiger Beurteilung aller Voraussicht nach so schwerwiegend sind, dass eine Aufhebung der Ausschreibung geboten erscheint. Der KKH wurde bis zum 30.8.2008 Gelegenheit gegeben mitzuteilen, "ob Maßnahmen zur Herstellung der Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens unter Beachtung der Rechtsauffassung des Senats ergriffen wurden". Sollte die KKH derartige Maßnahmen, wie etwa die Aufhebung der kompletten Ausschreibung, nicht von sich aus ergreifen, müsse mit der Aufhebung der Ausschreibung durch das OLG gerechnet werden.

Inzwischen hat die KKH eine neue Ausschreibung (siehe Hilfsmittel-Ausschreibungen in diesem Portal) für vier der ursprünglich sieben Regionallose veröffentlicht. Sie bezeichnet die neue Ausschreibung als Fortführung des bereits in Teilen bezuschlagten europaweiten Verfahrens hinsichtlich der Lose 1, 3, 6 und 7 unter Berücksichtigung gerichtlicher Vorgaben.




SCA: Inko-Produkte für Ausschreibungen
Die SCA Hygiene Products GmbH/Mannheim bietet mit dem Slipad-Sortiment nun auch ein Programm an, das ausschließlich für die Los-Versorgung im Rahmen von Ausschreibungen der Krankenkassen bestimmt ist. Das Slipad Sortiment umfasst eine Einlage für mittlere und eine für stärkere Inkontinenz sowie drei Inkontinenzhosen in den Größen S, M, und L. Zur Fixierung der Einlage für stärkere Inkontinenz stehen zwei Netzhosen in den Größen M und L zur Verfügung. Die Produktpalette erfüllt laut Unternehmensangaben alle Anforderungen des MPG und des Hilfsmittelverzeichnisses hinsichtlich Flüssigkeitsaufnahme, Aufsauggeschwindigkeit und Rücknässung. Tragekomfort und Handhabung der Slipad-Produkte würden sich aber deutlich von den Premiumprodukten der Marke Tena unterscheiden. SCA beliefert im Rahmen einer Losversorgung nur Leistungserbringer, die neben dem Slipad Sortiment stets auch höherwertige Inkontinenz-Produkte der Marke Tena als Alternative zum Kassenprodukt anbieten. Zugleich bietet SCA dieses Premium-Angebot für Markenprodukte mit wirtschaftlicher Aufzahlung auch anderen Losgewinnern an, unabhängig davon, von welchem Hersteller sie ihre Kassenprodukte beziehen.




Altzulassung: Erneut Urteil pro Übergangsfrist
Ein Hilfsmittelhersteller hat ohne neue vertragliche Vereinbarung mit den Kassen das Recht, bis zum 31.12.2008 die Versicherten mit seinen Hilfsmitteln zu versorgen. Dies entschied das Landesozialgericht Baden-Württemberg am 11.6.2008. Der Fall: Die Klägerin war ein Unternehmen, das Hilfsmittel zur Elektrostimulation vertrieb und damit bei der beklagten Krankenkasse einen Jahresumsatz von 154.000 Euro erzielte. Aufgrund der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz vom 26.03.2007 kündigte die Kasse den bestehenden Vertrag zur Versorgung ihrer Versicherten mit Hilfsmitteln der Klägerin zum 31.12.2006. Für die Zeit ab dem 1.1.2007 schrieb die Kasse die Versorgung aus und erteilte einem Wettbewerber der Klägerin den Zuschlag. Die Kasse weigerte sich, der Klägerin weiterhin eine Versorgungsberechtigung zu bestätigen. In seiner Urteilsbegründung betont das LSG vor allem das bestehende Spannungsverhältnis § 126 Abs. 2 und § 33 Abs. 6 SGB V: Problematisch sei, dass nach § 33 Abs. 6 Satz 2 SGB V die Versorgung mit Hilfsmitteln nur noch durch denjenigen Leistungserbringer erfolgt, mit dem die Krankenkasse nach Ausschreibung einen Vertrag abgeschlossen hat. Insoweit bestehe ein Spannungsverhältnis zwischen der Übergangsvorschrift des § 126 Abs. 2 SGB V und § 33 Abs. 6 SGB V. Da der Gesetzesbegründung keine Lösung zu entnehmen sei, müsse das Spannungsverhältnis dahingehend aufgelöst werden, dass in grundrechtsfreundlicher Auslegung des Gesetzes die Übergangsregelung des § 126 Abs. 2 SGB V Vorrang beanspruche.Das LSG Baden-Württemberg schloss sich insoweit der Rechtsansicht des LSG Berlin-Brandenburg und des Sozialgerichts Köln an. Zur Urteilsbegründung des LSG Baden-Württemberg s.a. www.mtd.de .




Quelle: http://www.medizinprodukte-ausschreibungen.de
Ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil
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Ingo
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