Schwerbehindertenausweis bei Inkontinenz ?

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Beitrag #1 von Richard » 01 Apr 2009 19:44


besteht die möglichkeit das es ausreichend ist,wenn der arzt einem bescheinigt,das man inkontinent ist(Dranginkontinenz ) das man einen schwerbehindertenausweis bekommt??????
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Richard
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Beitrag #2 von Werner Holmans » 05 Apr 2009 19:47


Hallo,
ich denke, dass dieses Krankheitsbild für einen Behindertenausweis nicht ausreicht.
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Werner Holmans
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Schwerbehinderung

Beitrag #3 von Reinhard » 06 Apr 2009 08:58


Bei inkontinenz 20 bis 40 Prozent Aber hole dir mal das buch

Die Rechte der Behinderten und ihre Angehörigen


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"Schwerbehindert"?

Beitrag #4 von Robert » 06 Apr 2009 11:17


@ Richard, zuerst einmal habe ich in deinem Profil nachgesehen und das Wort "Schwerbehindert" würde ich nicht verwenden, da gibt es hier Menschen die es wirklich erwischt hat. Wir verwenden so ziemlich die selben Hilfsmittel dürften daher vom Level relativ gleich liegen. Daher jetzt folgendes:

Also ich weiß nicht wie es in Deutschland funktioniert. Mit meiner schweren Harninko wurden mir 2001 30% Erwerbsminderung attestiert. Das ist in Österreich viel zu wenig für einen Ausweis, den ich sowieso nicht haben wollte, und auch zu wenig um eine Woche mehr Urlaub zu bekommen (ab 50%), aber immerhin hilfreich bei der Lohnsteuer da ich einen Freibetrag geltend machen kann, was auch nicht so schlecht ist für eine Behinderung die keiner sieht und ich mittlerweile recht gut unter Kontrolle habe.
mit freundlichen Grüßen
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Beitrag #5 von Psycho » 09 Apr 2009 00:22


Hallo,
einen Behindertenausweis bekommt man erst mit einer Behinderung ab 50 % in Deutschland. Diese erhält man, so vermute ich, für eine alleinige Inkontinenz nicht. Es hängt natürlich von der Ursache der Inkontinenz ab (zB. Krebs; usw.). Die Grunderkrankung kann aber auch zu einem Behindertenausweis führen. Es könnte aber auch sein, wenn die Gutachten der Ärzte stimmen, dass eine Gleichstellung (Behinderung bis zu 49%) möglich ist. Sie ist wichtig für den Arbeitsmarkt (Arbeitsamt). Eine Kündigung ist dann nicht so ohne weiteres möglich. Weitere wichtige Vorteile sind mir nicht bekannt. Steuerlich macht es sich kaum bemerkbar.
Vielleicht gehst du einfach mal zum Gesundheitsamt und holst dir dort die erforderlichen Informationen. Die Fürsorgerinnen dort werden dir sicherlich behilflich sein. Sie nehmen auch die Anträge mit allen Gutachten entgegen und leiten sie weiter. Hier gibt es auch die erforderliche Literatur.
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Für den Grad der Behinderung gibt es ganz klare Regeln!

Beitrag #6 von True » 09 Apr 2009 15:01


Für den Grad der Behinderung gibt es ganz klare Regeln!
Hierfür gibt es die GdB/MdE-Tabelle.

Merkblatt Behinderung und Ausweis:
http://www.integrationsamt-hessen.de/fi ... einzel.pdf
Seite 165
Die Zahlen entsprechen den %-Grad.

Harninkontinenz
relative
leichter Harnabgang bei Belastung (z.B.
Streßinkontinenz Grad I) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0 – 10
Harnabgang tags und nachts (z.B.
Streßinkontinenz Grad II-III) . . . . . . . . . . . . . . . . 20 – 40
völlige Harninkontinenz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
bei ungünstiger Versorgungsmöglichkeit . . . . . . . . . 60 – 70
nach Implantation einer Sphinkterprothese
mit guter Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Harnröhren-Hautfistel der vorderen Harnröhre
bei Harnkontinenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Harnweg-Darmfistel bei Analkontinenz, je
nach Luft- und Stuhlentleerung über die
Harnröhre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 – 50
Künstliche Harnableitung (ohne Nierenfunktionsstörung)
in den Darm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
nach außen
mit guter Versorgungsmöglichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . 50
sonst (z.B. bei Stenose, Retraktion, Abdichtungsproblemen)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 – 80
Darmneoblase mit ausreichendem Fassungsvermögen,
ohne Harnstau, ohne wesentliche
Entleerungsstörungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Viele Grüße

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Beitrag #7 von Werner Holmans » 10 Apr 2009 00:08


Hallo True
deine Ausführungen sind für mich sehr interessant. So wie es bei euch beschrieben wird, trifft es leider nicht im Land Brandenburg zu. Dazu kommt, dass dieses System der genauen Vorgaben zuerst verstanden werden muss. Jedes Versorgungsamt sieht hier andere Möglichkeiten und entscheidet oft anders. Leider ist es so, aber vielleicht auch etwas menschlich verständlich. Ich würde mir in vielen Bereichen (Gesundheitswesen, Krankenkassen, Schulwesen, usw.) eine klare einheitliche Vorgehensweise in allen Bundesländern wünschen. Es ist wohl nur ein Traum!
Werner
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Beitrag #8 von True » 14 Apr 2009 06:58


HiHo!

Das sind gesetzliche Vorgaben die in ganz Deutschland gelten. Da gibt es keine zwei Meinungen bei den Ausprägungen.

Um Deine Rechte durchzusetzen kann ich Dir empfehlen Dich im Sozialverband Deutschland zu informieren bzw. anzumelden.

http://www.sovd.de/
Mit freundlichem Gruß

True
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Beitrag #9 von Kühlein » 14 Apr 2009 20:30


Hallo,

ich kann True nur zustimmen - bitte auf jeden Fall informieren und auch nicht alles gleich hinnehmen.
Leider kommt es immer auch auf die Bearbeiterin im Amt für Fam. und Soziales an - wie beinahe überall.
Ich habe 30 Grad auf meine NBES (Neurogene Blasenentleerungsstörung) bekommen, wobei sie diese nicht als solche bezeichnet haben, sondern als "unwillkürlichen Harnabgang" und 20 Grad auf die daraus resultierenden rezidivierenden mittelgradigen Depressionen - also 50 Grad insgesamt.
Meine Ärzte haben aber auch ordentlich mitgezogen. Sie haben mit mir abgesprochen, was sie in die medizinische Beurteilung schreiben, das fand ich sehr gut.

Ich bemerke schon steuerliche Vorteile, sonst allerdings keine. Obwohl ich einen der sichersten Jobs habe, den es überhaupt gibt, wurde ich nach einem halben Jahr dauernder Krankschreibung mit der Einleitung eines vorzeitigen Ruhestandes überrascht - trotz der Behinderung.
Dies läuft unter "Auch das gibt´s".... ha ha ha. :shock:

Trotzdem nur Mut - denn schaden kann es auf keinen Fall.

Liebe Grüße
Kühlein :lach:
SINN DES LEBENS

Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur ganz genau so viel Sinn,als wir selber ihm zu geben imstande sind.
(Hermann Hesse)
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