Merkzeichen "G"

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Merkzeichen "G"

Beitrag #1 von Tom252 » 18 Aug 2010 16:00


Hallo Ihrs,
ich habe da mal zu obengenannten Thema eine Frage. In wie weit steht das Merkzeichen einen zu, der wie folgt bisher folgende Behinderung zu erkannt bekommen hat:
- GdB 80 (60 Blase - 60 Darm - 10 Wirbelsäule)
- unbefristete bundeseinheitliche Parkerleichterung
- Merkzeichen "RF"
aber wie gesagt kein "G" nun sagt das Regierungspräsidium, dass bei mir keine weiteren neue Erkenntnise dazu gekommen seien und alles richtig bewertet wurde obwohl mein Schmerztherapeut nie einbezogen wurde und der ein GdB von 50 für sich begründete. Meine Urologin aufgrund meiner vielzahl an Problemen einen GdB von 70 angemessen halte und meine Darmärztin auf 60 gegangen ist.

Auch ist nun seit ein paar Tagen Rheuma mit im Spiel, nicht das es mir zu langweilig würde und ich mit meiner vielen Freizeit nicht wüsste was anzufangen :wink: .

Was meint Ihr aus Eurer Sicht mit dem Merkzeichen. Achso habe vergessen transurethraler Katheter mit ständiger (24/7) Harnableitung und ständigen HWIs

Viele Grüße
Tom
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Beitrag #2 von Struppi » 18 Aug 2010 16:36


Hallo Tom,

ich kann keine Indikation für das Merkzeichen "G" erkennen - dieses steht für Gehbehindert und aus deinen Schilderungen geht eine solche nicht hervor.

Mit einem GdB von 80 % bist du mE nach schon sehr gut bedient, danach kommt nur noch die 100 % - Marke; und um die zu knacken bedarf es doch einiges mehr als nur - sorry, aber ich sehe das mal aus meiner Warte - das bisschen Undichtigkeit.

Wenn du der Meinung bist, du wärst falsch oder unvollständig beurteilt worden kannst du ja Widerspruch gegen den ergangenen Bescheid einlegen oder aber einen Antrag auf Neufeststellung einreichen unter Hinweis auf nicht vorliegende Befunde.

Gruß

Hannes
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Beitrag #3 von Tom252 » 18 Aug 2010 17:24


Hallo Struppi,

Mit einem GdB von 80 % bist du mE nach schon sehr gut bedient, danach kommt nur noch die 100 % - Marke; und um die zu knacken bedarf es doch einiges mehr als nur - sorry, aber ich sehe das mal aus meiner Warte - das bisschen Undichtigkeit.

Ich bin eben nicht UNDICHT!! Das ist mein Problem. Die Blase ist hart, geschrumpft, am Ende und sollte eigentlich seit letztes Jahr raus.

Wenn du der Meinung bist, du wärst falsch oder unvollständig beurteilt worden kannst du ja Widerspruch gegen den ergangenen Bescheid einlegen oder aber einen Antrag auf Neufeststellung einreichen unter Hinweis auf nicht vorliegende Befunde.

Das läuft als Vergleichsangebot über das Sozialgericht und das werde ich, so denke ich, nicht annehmen und dachte, dass Ihr hier mehr Erfahrungswerte wie ich habt.

viele Grüße
Tom
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Beitrag #4 von Sebald » 18 Aug 2010 17:59


Hallo Tom,

das Merkzeichen G steht nicht unbedingt immer für 'gehbehindert' im Sinne einer Teillähmung. Hier ist offenbar ausschlaggebend, daß man auch aufgrund innerer Krankheiten sich nicht, sagen wir mal: regelgemäß bewegen kann.

Insofern könnte die Argumentation tatsächlich aus Richtung deiner schmerztherapeutischen Begleitung erfolgen.

Man muß aber klar sagen, daß die Einstufungen inzwischen recht 'hart' erfolgen. 80 Grad ist auch aus meiner Sicht zwar gerecht, aber durchaus hoch.

Nur noch mal nachgefragt: Regierungsräsidium? Wird die Einstufung in Baden-Württemberg noch von den Verorgungsämtern vorgenommen? In anderen Bundesländern ist das inzwischen Sache der Städte.

Schönste Grüße,
Sebald
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Beitrag #5 von Tom252 » 18 Aug 2010 18:25


Hallo Sebald,

das Merkzeichen G steht nicht unbedingt immer für 'gehbehindert' im Sinne einer Teillähmung. Hier ist offenbar ausschlaggebend, daß man auch aufgrund innerer Krankheiten sich nicht, sagen wir mal: regelgemäß bewegen kann.

Das meine ich nämlich auch und bei einem DK wie bei mir gibt es genügend Probleme. Dann kommen noch die Bauchprobleme und etc. hinzu, so dass ich der Meinung bin, dass es gerechtfertigt ist, nachdem das "RF" ja mir nun gegeben wurde, was eigentlich für unmöglich gilt.

Man muß aber klar sagen, daß die Einstufungen inzwischen recht 'hart' erfolgen. 80 Grad ist auch aus meiner Sicht zwar gerecht, aber durchaus hoch.

Das denke ich mir auch und werde auch nicht weiter dran rummachen. Wobei die 80 habe ich nicht zum Spaß bekommen, sondern halte es auch für gerechtfertigt und was soll ich da noch weiter dran rum machen. Irgendwann muss man halt auch mal die Kirche im Dorf lassen.

Nur noch mal nachgefragt: Regierungsräsidium? Wird die Einstufung in Baden-Württemberg noch von den Verorgungsämtern vorgenommen? In anderen Bundesländern ist das inzwischen Sache der Städte.

Du hast recht, doch in machen Fällen wird es an das Regierungspräsidium gegeben und ich bin so ein Fall in dem sie es direkt an die höhere Behörde geben. Zumal die Landratsämter, die nach der Verwaltungsreform BaWü zuständig sind, manchmal überfordert sind. Vor allem wenn es so aussergewöhnliche Fälle sind und die Gesundheitsämter nicht wissen wie sie einstufen sollen.

Viele Grüße
Tom
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Beitrag #6 von Struppi » 18 Aug 2010 21:38


Hallo,

ich darf hier mal die Bedeutung des Merkzeichens "G" einstellen:

Das Merkzeichen G bedeutet, dass die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist.

Voraussetzung dafür ist grundsätzlich, dass Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule bestehen, die für sich einen GdB von wenigstens 50 bedingen. Dies bedeutet, dass die Gehfähigkeit in etwa der eines einseitig Unterschenkelamputierten entsprechen muß.

Diese Voraussetzungen können auch bei entsprechend schweren inneren Leiden (z. B. Herzleiden, Lungenfunktionseinschränkung) sowie hirnorganischen Anfällen oder schweren Störungen der Orientierungsfähigkeit (durch Seh-, Hör- oder geistige Behinderung) vorliegen.


Damit ist sämtliche Diskussion über das Merkzeichen wohl ausgeschöpft, da derartige Beeinträchtigungen nicht vorliegen.

Ob du nun inkontinent oder hypoerkontinent bist, ist doch völlig Pelle... Laß' dir die Blase entfernen, zu retten ist da eh' nichts mehr und der derzeitige Leidensdruck rechtfertigt ein längeres Zögern wirklich nicht.

Wieso hast du 3 x Widerspruch eingelegt statt einfach nach dem 2. ablehnenden (oder vermutlich dir nicht passenden Beschied) mal einen Antrag auf Neufeststellung zu stellen? Jetzt hast du das Sozialgerichtsverfahren an der Backe, vermutlich wird noch ein gerichtlich bestellter Gutachter einen Blick auf die Sache werfen. Viel Glück dann....

Gruß

Hannes
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Beitrag #7 von Sebald » 18 Aug 2010 22:24


Hallo Struppi,

zu den Anfragen an Tom kann ich natürlich nichts sagen. Mich würde aber die Quelle deines Zitats interessieren.

Schönen Abend,
Sebald
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Beitrag #8 von Benjamin » 18 Aug 2010 22:31


unter anderem eventuell von hier:

http://www.zbfs.bayern.de/schwbg/wegwei ... ng.html#A3

Viele Grüße
Benjamin
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Beitrag #9 von Struppi » 18 Aug 2010 22:34


Hallo Sebald,

der zitierte Inhalt stammt von dieser Seite:

http://www.zbfs.bayern.de/schwbg/wegweiser/wegbehinderung.html

Hier betrifft es zwar das Land Bayern, was allerdings nicht dramatisch ist, da die Bedeutung des Merkzeichens "G" bundeseinheitlich geregelt sind.

Gruß

Hanes
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Beitrag #10 von Tom252 » 19 Aug 2010 08:58


Hallo Hannes

Punkt 1, das ist mein vierter Erhöhungsantrag, da die hier bei mir im Landkreis nicht kappieren was krank sein bedeutet. Ich habe zig Anträge, zig Widersprüche benötigt um für den Darm einen GdB von 60 zu erhalten und die bundeseinheitliche Parkerleichterung!
Punkt 2, Dein Zitat ist nicht ganz richtig das SG Düsseldorf hat in seiner Entscheidung einer IC Patientin dafür plädiert ihr ein GdB von 60 zu zuerkennen und das Merkzeichen "G"
Die Kammer folgerte dies aus den Gutachten. Danach leidet die Klägerin häufig an erheblichen Schmerzen im Unterleibsbereich. Diese Schmerzen werden durch Gehen noch verstärkt, wie Dr. M. in seinem Bericht geschildert hat. Der ärztliche Sachverständigenbeirat beim BMA hat mit Beschluss von März 1987 festgestellt, dass häufige entzündliche Hautveränderungen im Genitalbereich, die zu erheblichen Schmerzen beim Gehen führen, den Nachteilsausgleich "G" rechtfertigen können. Auch bei Bauchdecken- und Narbenbrüchen bei Stoma-Trägern ist der Nachteilsausgleich "G" gerechtfertigt, wenn die Behinderung mit erheblichen Schmerzen beim Gehen verbunden ist (Beirat November 1994). Die bei der Klägerin vorliegende Behinderung ist mit den vorgenannten Behinderungen vergleichbar.

und das passt eigentlich auf mich zu.
Punkt 3, ich habe freundlich nach Euren Erfahrungen gefragt ob jemand es hier evtl. bekommen hat oder nicht, deswegen musst Du nicht in Art und Weise agressiv werden, die absolut unangebracht und unangemessen ist.
Ob du nun inkontinent oder hypoerkontinent bist, ist doch völlig Pelle... Laß' dir die Blase entfernen, zu retten ist da eh' nichts mehr und der derzeitige Leidensdruck rechtfertigt ein längeres Zögern wirklich nicht.

Überlasse bitte diese Entscheidungen mir, da ich mir etwas dabei denke und dies nicht auf die leichte Schulter nehme, da Du über meine Krankheiten nichts sagen kannst und vor allem nicht genau weißt warum und wieso.

Gruß
Tom
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