Barmer GEK / Praximed

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Beitrag #11 von Gulliam » 04 Feb 2011 12:06


Ich habe immer in der Apotheke Euron bekommen, brauchte da aber keine Zuzahlung tätigen. Im Frühjahr 2009 bekam ich von der KK bescheid, das ich jetzt die nicht mehr in der Apotheke bekomme, sondern von der Firma Attends.
Zuerst war ich unzufrieden, da ich mit den Euron gut zurecht kam. Habe die dann von der Firma Attends bekommen, und heute nach 2 Jahren, möchte ich die Euron nicht mehr haben.

Noch etwas komisches, ich bekomme von Arzt immer ein Jahresrezept.
Die ersten 3 Lieferungen mußte ich nichts zuzahlen, aber dann bekomme ich jedesmal, wenn ich eine Liederung bekomme, auch ein Rechnung zur Zuzahlung.
Alle 3 Monate bekomme ich 210 Stück die ich auch brauche, ich hatte mal 30 Stück Überschuss, aber jetzt nach einer Erkältung bin ich im Rückstand.
Viele Grüsse
Gulliam
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Gulliam
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Beitrag #12 von matis » 05 Feb 2011 10:23


Wenn die gezielte Produktverordnung (Tena Slip, Attends Slip, Euron Slip) nicht vorhanden ist oder nicht akzeptiert wird, ist es eine allgemeine Verordnung über Inkontinenzslips, so viel weiß ich inzwischen (zumindest aus der Praxis, weniger von der Rechtslage, die hier bereits angesprochen wurde).

Es zählt dann wie bei Medikamenten nur der Preis.
Nur dass man es nicht mit Medis vergleichen kann. Hier geht es nicht um einen identischen Wirkstoff.
Hier geht es darum, ein Hilfsmittel zu tragen, welches
a.) ausreichend hilft
b.) ohne merkliche Folgen und allzu großes Leiden tragbar ist.

Das Produkt muss indiviuell zur Person passen.
Das wird ignoriert.
Es ist so, als ob ein Jeansträger die Größe 36/30 hat und sich anschließend zwischen 32/34 oder 40/34 entscheiden soll.
Tena Slip Super M / Attends Slip M sind meine genau passenden 36/30. Seni Slip M ist eine 32/28. Die meisten L-Produkte stellen dann die 40/34 dar.
Nur während ich bei den Jeans (40/34) einfach einen Gürtel nehmen und die Enden umfalten kann, wird beim Inkoslip die schlechte Diskretion noch schlechter.
An der "Teilnahme am gesellschaftlichen Leben" verzichte ich dann doch lieber.
Ziel verfehlt!
Viel zu enge oder völlig falsch geschnittene Slips benutzen -> Hautreizung, Schwellungen oder gar Wundstellen...
Ziel verfehlt!

Die Firma Praximed hat mit einigen Herstellern anscheinend Verträge geschlossen.
So kommt es, dass sie die Einstiegsslips (einfachste, saugschwächste Variante) von Seni und von Euron als "Kassenwindel" ohne Zuzahlung anbieten.

Jetzt ist Attends üblicherweise bei Einzel- und Großhandelspreisen nicht teurer, als Seni und Euron, zumindest in der Inkoslip-Einstiegsklasse 8, vielleicht sogar noch 9.

Leider führt Praximed nur gar kein Attends, wahrscheinlich wurde sich nie um Verträge bemüht oder man konnte sich nicht einigen.

Bei Deinem Lieferanten war wohl mal Euron die "Kassenwindel", später dann Attends.
Vermutlich ist es jetzt wieder eine andere Marke/Firma, da Attends denen zu teuer im Einkauf war.
Somit müssten sie Dir auf Anfrage wieder ein anderes Produkt ohne Zuzahlung anbieten können oder verlangen diese Zuzahlung.
Ob das alles so rechtens ist, wird wahrscheinlich Stefan oder Sarah beantworten können ;-)


Ich habe gestern meine Probenlieferung, auf die ich schon so lange warte, im DPD-Depot Wuppertal abholen müssen.
1. Zustellversuch Dienstag: Keiner im Haus, gescheitert.
Als erneuter Zustellungstermin stand Mittwoch, 11-14 Uhr drauf. Ich rief bei DPD an und sagte, dass ich ganztägig zu Hause sei, nur zwischen 11-13 Uhr NICHT. Sie sollten es vorher oder nachher zustellen. Kein Problem hieß es.
2. Zustellversuch Mittwoch zwischen 11 und 12 Uhr: Ich rief bei DPD an, Donnerstag sei ich erst ab 16 Uhr erreichbar. Zustellung bitte nach 16 Uhr. Es hieß: "Kein Problem".
3. Zustellversuch Donnerstag 12 Uhr: Ich rief bei DPD an und beschwerte mich, warum sie mich überhaupt fragen, wenn sie sich an die Abmachung nicht halten und warum Sie eine Zustellung zu Zeiten versuchen, die ich bereits vorher als unmöglich deklariert habe. Ich erteilte meine Erlaubnis und Anweisung, sie am Freitag bei einen x-beliebigen Nachbarn abzugeben...nicht geschehen...

Das Ende vom Lied, ich holte das Paket gestern mittag selbst ab. Leider gibt es hier keine Sammelstation in der eigenen Stadt - 30 Minuten Fahrt.

Na jedenfalls habe ich dann gestern für den Resttag die beiden "Produkte ohne Zuzahlung" getestet.

Nochmal zur Erinnerung. Tena Slip Super Medium hatte sich in der Vergangenheit als optimal für mich herausgestellt. Passt perfekt, wenig Druckstellen, wenig Hautreizungen, genügend Saugleistung, aber ein bisschen zu aufdringlich/undiskret und etwas unpraktisch bei Mobilität/Aktivität und möglichen Toilettengängen.
Attends Slip Active 9 M waren da für div. Alltagssituationen besser.
Auch Attends Regular 9 M wären theoretisch ok.

Das Probenpaket kam, um...
a.) etwas diskreteres als Tena Slip Super M zu finden
b.) eine Alternative zum halboffenen Attends Slip Active zu finden.

Seni und Euron waren trotz der geringeren Saugstärke nicht weniger dick und nicht mehr diskret als Tena Slip Super. Seni insgesamt nicht, Euron war hinten diskreter, vorne undiskreter.
Halboffene Slips wie Attends Slip Active oder Tena Flex als Muster waren gar nicht dabei.

Alle anderen Muster die im Paket lagen (Aufzahlung erforderlich), waren dicker und auffälliger aus Tena Slip Super - eher für die Nachtversorgung geeignet.

Und wie zuvor einmal festgestellt, sind die meisten Slips für meinen Körper total unpassend geschnitten.
Den Seni-Slip bekam ich am unteren Klebestreifen nur mit Mühe und Not zugemacht.
Anschließend Schnitt er mir im Schritt (Beine innen, vorne bis hinten).
Ich leierte ihn im Schritt absichtlich aus, um ihn überhaupt tragen zu können.
Ich machte später noch einen Spaziergang. Anschließend brannte mein "Sack". So konnte ich nicht lange laufen.

Der Euron Slip passte nur minimal besser - ähnliche Probleme.
Klebestreifen mit kleiner Klebefläche (Klebefläche!) auf einer lockeren Fließoberfläche?
Naja, später konnte ich ihn ohne Öffnen runter ziehen, so locker war er ;-)

Also mein Vergleich mit der falschen Größe bei Jeans passt schon. Hinzu kommt eher noch, als ob man als Mann eine für Frauen geschnittene Jeans anzieht.

Inkoslips sind auch nur speziellere Hosen.
Sie müssen schon zum Körper passen, sonst gibt es mehr negative Erlebnisse, als nur ein sehr unangenehmes Tragegefühl.

Diskretion * Saugleistung = Qualitätsmerkmal 1
Diskretion * Auslaufsicherheit (nicht identisch mit Saugleistung!) = Qualitätsmerkmal 2
10 - Anzeichen von Hautschädigung (Rötungen, Wundrieb, Schwellungen) = Qualitätsmerkmal 3
Allgemeine Produktqualität und Passform = Qualtätsmerkmal 4

Gesamtergebnis = (Q1+Q2+Q3*10+Q4*10) / 4
Beurteilen wir alles mit 0 bis 10 Punkten.

Positivbeispiel (ideal, theoretisch):
Diskretion = 10 (z.B. dünnste & körperfolgendste Einlage der Welt)
Saugleistung = 10 (z.B. Tena Maxi)
Auslaufsicherheit = 10
Hautschädigung = 0
Q-allgemein = 10

((10*10 + 10*10) + 10*10 + 10*10) / 4 = 100 Punkte (entspricht 100%, Utopie!)

Beispiel Tena Slip Super M:
Diskretion = 6
Saugleistung = 8
Auslaufsicherheit = 8
Hautschädigung = 3
Q-allgemein = 9

((6*8 + 6*8) + 7*10 + 9*10) / 4 = 64 Punkte (befriedigend)

Beispiel Seni Basic M/2:
Diskretion = 5
Saugleistung = 6
Auslaufsicherheit = 7
Hautschädigung = 8
Q-allgemein = 4

(5*6 + 5*7 + 2*10 + 4*10) / 4 = 31,25 Punkte (mangelhaft)


Natürlich fehlen Punkte wie "Diskretion nach 300 ml Füllung" uvm.
Ebenso natürlich fallen die einzelnen Punkte bei jeden anders aus. Aber genau deswegen lässt sich ein solches Hilfsmittel auch nicht pauschal für jeden Menschen gleich verordnen.


Ich hoffe mit diesem Beitrag so manchen Entscheider zum Nachdenken gebracht zu haben...

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit ;-)
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Beitrag #13 von matis » 24 Mär 2011 17:39


Tja, leider ist nun doch der Fall eingetreten, einmal mehr Hilfsmittel zu besorgen.

Es ist zwar weiter besser geworden und es wurde auf ein anderes Medikament umgestellt, dass auf aufgrund der Ergebnisse der Urodynamik besser sein soll, aber ohne Hilfsmittel auszukommen, das geht noch nicht.

Man hat mir eine Dauerverordnung für 3 Monate ausgestellt.
Obwohl ich alle Erkenntnisse aus diesem Forum, speziell diesem Thread hier berichtet habe, gab es nichts mit Minus Aut-Idem & co.

Das heißt, weiterhin nur von Praximed beziehen zu können, und somit die Wahl zu haben, wirklich für mich schlechte Inkoslips zu bekommen, oder sowas wie Tena Slip oder Molicare Slip, zu monströsen Aufpreisen.

Die Arztpraxis hat eine Arzthelferin als "Expertin für Hilfsmittel".
Sie meinte, sie könne, dürfe und werde nicht aut-idem durchstreichen.
Nur mit Angabe des Grundes von Hautproblemen könne sie es machen, wenn ich eine Weile die Alternativen trage und dann meine Probleme auch gut sichtbar werden, sozusagen eine Diagnose über Schäden gestellt wird, und nur dann.

Übertragen gesprochen, zählt nicht, das, was ich ich fühle und selbst erlebe.
Ich muss durchhalten, bis ich blutig bin.
Sorry für die Übertreibung.

Oder wenn es um Diskretion oder Unangenehmlichkeiten geht, muss es erst so schlimm werden, dass ich dafür in psychologische Behandlung gehen muss.
Ne, dafür habe ich kein Verständnis.

Da ich jetzt wieder und immer noch an der Firma Praximed hänge, die kein Attends führt, bleibe ich halt bei Tena Slip und zahle dazu und ggf. kaufe noch etwas dazu.

Für 84 Stück fast 40 Euro insgesamt dazu zu zahlen, obwohl man sie im Internetshop einer anderen Firma ohne Unterstützung für 50 Euro bekommt, ist zwar happig, aber momentan ist´s für mich noch am besten.
Mit 3 Stück pro Tag wird es noch ein bisschen teurer für mich.
Eigentlich hätte ich 4 Stück pro Tag angeben müssen, aber dann käme ich teurer, als wenn ich mir gelegentlich noch eine Attends-Packung (ca. 12 Euro) privat dazu kaufe.
Das ist das Hirnrissige.

Wie weit kommt man schon mit 30 Euro pro Monat für ein wirklich gutes und passendes Hilfsmittel?
Vor allem, wenn dann ein Ursprungspreis von 70 Euro statt 50 Euro fiktiv in den Raum gestellt wird.
Eine genauere Ausführung, warum es ab einer gewissen Menge teurer wird, als würde ich von vorne herein privat kaufen, hatte ich ja bereits zu beginn dieses Themas angeführt.

Tja, man sieht nur wieder, wie schlecht es ist, keine eigene Wahl des Lieferanten zu haben.
Man schafft Monopole, die Mehrkosten verursachen, die alle beteiligten und unbeteiligten auffangen müssen, außer der Wahllieferant der Krankenkasse: Der profitiert davon.
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