Hilfsmittelbezug nach der Änderung der Gesetzeslage

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Kostenerstattung

Beitrag #11 von Stutzer » 14 Jan 2004 08:38


Hallo Blinki, Hallo Chris, Hallo Elmo

Ich finde eure Kostenerstattungsrechnung in so fern interesant, das nicht zu ersehen ist ob und in welchem Umfang der damalige festpreis für einen Artikel (Stück) mit einbezogen worden ist.
Ich habe immer eine Dauerverordnung über sechs Monate erhalten, darum ist mein Vorrat noch gut bestückt, nur wie sieht es damit in der Zukunft aus?

Meine Rechnung sagt mir:
174 Slips kosten den Verbraucher im Durchschnitt 191,24€
174 Stück werden durch den 2003 gültigen Erstattungssatz mit 119,09 von der Kasse bezahlt.

191,24 - 119,09 = 72,75

Ich müsste also 72,75 + 10 € zuzahlen. (Aussage des Sachbearbeiters)

Ich denke mal das da dringend Klärungsbedarf besteht. Das Gesetz sagt nichts über Pauschalen, oder Zuzahlungen darauf, so ist hier eine Gesetzeslücke die je nach Bearbeiter ausgelegt werden kann.

Steht auch nur ansatzweise irgendwo geschrieben das die "alten" Erstattungssätze durch die Gesundheitsreform hinfällig werden? ich wäre für jede Info dankbar.
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Zuzahlungen bei den gesetzlichen Kassen

Beitrag #12 von Volker » 09 Apr 2004 15:14


Hallo Stutzer,

zuerst eine schlechte Nachricht: Dein Sachbearbeiter hat leider Recht und Du mußt die 74 EUR tatsächlich zuzahlen.

Dies kommt daher, daß die Krankenkassen wieder einmal die Berechnungsgrundlage nach unten korrigiert haben. Es stehen dem Versicherten nur die etwa 0,68 EUR pro Windel zur Verfügung. Wenn Du selber eine teurere Windel benutzen möchtest, als die von der Kasse pro Stück erstatteten 0,68 EUR, dann mußt Du den Aufpreis leider selber bezahlen.

Die Berechnungsgrundlage ist sowohl von Kasse zu Kasse, von Bundesland zu Bundesland und sowohl von der benötigten Saugstärke ujnd der erforderlichen Größe des Produktes abhängig.

Bei mir ist es alles etwas anders: Ich bin bei der Techniker KK versichert und werde von einem Lieferanten beliefert, der einen Vertrag mit der Kasse geschlossen hat. Die monatliche Zuzahlung ist bei mir dadurch fest auf 3,70 EUR festgesetzt. Wieviel und vor allem welche Hilfmittel ich benötige, ist dabei völlig uninteressant. Ich kann mir sogar die Unterlagen bestellen oder auch zusätzliche Einlagen um die Saugfähigkeit zu steigern. Die Kasse bezahlt bei diesem Modell monatlich an den Lieferanten eine Pauschale von 37,- EUR und der Lieferant muß mir das liefern, was ich benötige. Selbst dann, wenn die bestellten Windeln und Vorlagen die von der Kasse erstatteten 37,- EUR um ein Vielfaches übersteigen. Der Lieferant hat natürlich bei Patienten mit starker Stressinko, so wie es bei mir vorkommt, einen Verlust, da die benötigten Produkte niemals durch die bezahlten 37,- EUR abgegolten wären. Der Lieferant hat jedoch eine sog. Mischkalkulation, die es ihm ermöglicht, doch noch einen Gewinn einzufahren. Da es viel mehr Patienten gibt, die nicht so saugstarke Produkte benötigen und der Lieferant auch für die Versorgung mit kleinen anatomischen Vorlagen die vollen 37,- EUR vergütet bekommt, geht diese Kalkulation auf.

Als Lieferanten für die Techniker KK sind zum Beispiel die Firmen Unizell http://www.unizell.de sowie die Firma Abena http://www.abena.de aktiv. Die Produkte von Unizell haben mir nicht so sehr zugesagt wie die von Abena, auch die Produktpalette ist bei Abena etwas transparenter. Wobei die bestellten Windelslips sich nur durch die Verpackung unterscheiden. Die Unterlagen und Vorlagen sind jedoch etwas anders. Für meine Großmutter, die allerdings bei der Knappschaft versichert ist, habe ich ebenfalls eine Lieferung durch Abena veranlassen können obwohl Abena keine Verträge mit der Knappschaft hat. Der Kundenservice ist bei beiden Unternehmen recht gut, die Ware wird kostenlos per Paketdienst angeliefert. Man bekommt für die Zusendung des Rezeptes sogar einen Freiumschlag zugesandt und vor der Lieferung mit den Vorlagen eine abgestimmte Probesendung zugeschickt.

Was die Qualität und die Ausstattung der Windeln an sich angeht, muß man leider gegenüber den Markenprodukten kleinere Einschränkungen in Kauf nehmen, was sich jedoch durch den wesentlich günstigeren Zuzahlungspreis auf jeden Fall lohnt.

Ich hoffe, ich habe einigen eine Alternative zur Beschaffung und -zahlung der Inkoartikel gegeben.


Viele Grüße


Volker
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Ich zahle nur meine 10 Euro pro Quartal...

Beitrag #13 von Regenmacher » 09 Mai 2004 21:47


... und das trotz 150 Tena Slip Maxi Größe L pro Monat.

Ich habe mir natürlich den Arsch wundgesucht auf der Suche nach einer Apotheke/Sanihaus, daß die Inkontinenzhilfen ohne Sonderzuzahlung abgibt. Dann habe ich aufgegeben, mich an meine Krankenkasse gewendet und denen klargemacht, dass nix geht. Damit hatten die das Problem am Hals. Die hätten das auch gelöst, aber zufällig fand ich dann doch noch eine versteckte Apotheke, die bei mir um die Ecke war und die mir die Hilfsmittel normal abgab. Die hatten auch ein riesigen Lager mit Inkohilfen, scheinen also oft welche zu verkaufen.

Wendet euch an die Krankenkasse, wenn ihr nix findet und die müssen das regeln. Von Rechtswegen steht euch ein Hilfsmittel ohne Sonderzahlung zu.

Gruß Marco
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