Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #1 von Wertho » 06 Okt 2014 16:47


Hallo zusammen,

ich habe da mal eine Frage in die Runde in Sachen Zuzahlung bzw. wirtschaftlichen Zuzahlung zu Inkontinenzslips.
Vorweg geschickt, ich bin zuzahlungsbefreit und kenne den Unterschied zwischen Zuzahlung und wirtschaftlicher Aufzahlung bei ggf. höherwertigen Produkten. Dies nur um nicht die Diskussion in eine völlig falsche Richtung laufen zu lassen.

Von meinem Arzt habe ich ein Rezept (Hilfsmittelverordnung) bekommen welches genau wie im Forum beschrieben ausgefüllt wurde. Hilfsmittelnummer, Produktbezeichnung, Diagnose und "aut idem".... alles drauf enthalten. Dies habe ich bei meiner KK eingereicht, diese genehmigte das Rezept wiederum und gab es an den vertraglichen Lieferanten (Attends) weiter. Von dort aus erfolgte auch die direkt die erste Teillieferung.

Jetzt knapp 2 Wochen später bekomme ich von dort eine Rechnung zum Eigenanteil.

Mal ganz abgesehen davon, dass mir wirtschaftlich eine Aufzahlung nicht möglich ist verstehe ich jetzt das Vorgehen nicht. "aut idem" bedeutet doch, dass genau diese Produkt verordnet wurde. Die KK teilte mir nur mit, dass sie den Lieferanten beauftragt.... von Zuzahlung war da nirgends die Rede gewesen.

Ist das jetzt wieder das typische Vorgehen der Lieferanten wie im "Rezepthilfstext" bereits erwähnt wurde?

Wie soll bzw. muss ich jetzt vorgehen? Welchen Rat könnt ihr mir geben ohne dass ich hier einen sogenannten Verfahrensfehler begehe? Schließlich ist diese Produkt in Absprache mit dem Arzt und vorhergegangener Tests allermöglichen Produkte gewählt worden. Es stellt keinen Sonderwunsch dar sondern es ist wirklich das einzige Produkt das effektiv ist.

Gruß
Wertho (Thomas)
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #2 von Helmut » 06 Okt 2014 17:12


Hallo Thomas,

der erste Fehler war dass du vermutlich das Original Rezept zu deiner Kasse geschickt hast und keine Kopie. Die Kasse hätte ohne deine Zustimmung das Rezept eh nicht weiter zum Lieferanten schicken dürfen, sondern dir wieder zurück geben nachdem es Genehmigt war. Günstig ist auch wenn du ein Attest hast das dir bestätigt dass du genau dieses Hilfsmittel brauchst und kein anderes, das untermauert das Rezept noch einmal. In deinem Fall ist das verordnete Hilfsmittel als Regelversorgung zu betrachten und der Leistungsbringer, also in deinem Fall Attends dürfte von dir gar keine wirtschaftliche Aufzahlung verlangen.

Du hast aber nichts Unterschrieben was von Attends kam?

Auf alle Fälle Widersprichst du der Rechnung von Attends erst einmal Schriftlich (Einschreiben mit Rückschein). Denn ohne dass du etwas in der Richtung wie gewünschte höherwertige Versorgung .... unterschrieben hast, bist du keinen Vertrag mit Attends eingegangen, dementsprechend können sie dir auch keine Rechnung darüber stellen, denn direkter Vertragspartner ist ja deine Kasse. Es kann dann natürlich sein dass sie sich weigern dich zu beliefern, das müssen sie dir dann aber auch Schriftlich mitteilen und deiner Kasse auch.

Es ist uns bekannt, dass Attends bei "Kassenkunden" eher Unfreundlich reagiert und gerne nicht das liefern will was Verordnet war bzw. gerne eine wirtschaftliche Aufzahlung will.

Gruß Helmut
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #3 von Wertho » 06 Okt 2014 17:22


Hallo Helmut,

ne ne ne.... ohne dass es eine Kopie gibt geht hier bei mir nichts raus. Ich habe das Schreiben an die KK nebst Kopie der Verordnung. Von daher können die nichts erzählen was nicht stimmen würde.

Wie gesagt, ich habe keine Ablehnung und keine Genehmigung von der KK bekommen. Nur eine Mitteilung, dass sie das Rezept an der Lieferanten geleitet haben. Ich muss also von einer Genehmigung ausgehen, sonst hätte ja ein Schreiben kommen müssen. KK spielen hier offenbar mit dem Unwissen der Patienten wie mir scheint.

Unterschrieben habe ich gar nichts bei Attends. Das hatte ich schon hier gelesen in Sachen Rezepte/Verordnungen..... nichts unterschreiben!

Ein Attest habe ich bislang nicht, das ließe sich aber wenn erforderlich nachholen. Die Kosten dafür müsste dann aber die KK tragen oder? Schließlich kostet so ein Attest knapp 20 €.

Mein nächster Schritt ist jetzt den Widerspruch gegen die Rechnung bei Attends einreichen. Mal sehen was dann kommt oder auch nicht. ich hoffe mal nicht, dass ein Lieferengpass beim Nachschub eintritt.... dann darf ich wieder alles selbst zahlen. Das hatte ich viele Jahre ohnehin gemacht...

Danke schon mal für den Hinweis. Ich werde weiter berichten.

Gruß
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #4 von Wertho » 28 Okt 2014 15:29


Hallo Helmut,

jetzt ist es soweit.... der Lieferant besteht trotz meines Widerspruchs auf die Bezahlung der Rechnung. Der Widerspruch wurde zurück gewiesen. Als Begründung gibt man an, dass ich die Slips bestellt hätte.

Das ist faktisch nicht richtig. Ich habe das Rezept meiner KK geschickt, diese wiederum leitete es an der Lieferanten weiter. So betrachtet habe ich selbst beim Lieferanten gar nichts bestellt. Es wird hier etwas vollkommen verdreht dargestellt. Die KK teilte mir mit, dass Sie den Lieferanten beauftragt hat. Gut eine Woche später fragt der Lieferant bei mir an, welches Produkt denn nun geliefert werden soll. Daraufhin schrieb ich eine E-Mail und verwies auf das Schreiben der KK das der Lieferant erhalten hat.

Diese E-Mail wertet man nun als Bestellung meinerseits. Hier läuft doch etwas total verkehrt, das riecht nach über den Tisch ziehen. Die nächste Lieferung stünde schon bald an, mal sehen was jetzt passiert bzw. was ich jetzt tun soll. Am Ende stehe ich in 10 Tagen ohne Hilfsmittel da und muss selbst besorgen gehen.

So macht das echt alles keinen Spaß.

Gruß
Thomas
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #5 von Helmut » 28 Okt 2014 17:45


Hallo Thomas,

die Situation ist nicht ganz einfach zu regeln, es kommt jetzt darauf an, wie du die Antwortmail auf die Frage nach der benötigten Art/Größe der Windeln formuliert hast. Schreibst du was von "Bestellen" oder in der Art, dann kann es durchaus als echte Bestellung gewertet werden. Steht dagegen nur drinnen "Ich benötige .....", dann ist das keine echte Bestellung, sondern eher eine Absichtserklärung dass du diese Sorte der Windeln willst.

Ich würde weiterhin den Widerspruch bekräftigen und ggf. einen Anwalt hinzu ziehen, dies auch im weiteren Widerspruch deutlich machen. Fakt ist, dass zwischen dir und dem Lieferanten kein Vertragsverhältnis besteht, solange du nicht Unterschrieben hast, das die Forderungen legitimiert.

Ich finde die Produkte von Attends wirklich sehr gut und benutze diese selber schon viele Jahre, aber wie die Firma Attends mit Kassenpatienten umgeht, das halte ich für äußerst Grenzwertig und es wirft auch kein gutes Licht auf die Firma in Sachen Kundenfreundlichkeit. Frag mal den Stefan, er kann dir dazu auch noch so einiges sagen. :sm5:

Gruß Helmut
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #6 von Wertho » 28 Okt 2014 17:59


Hallo Helmut,

meine Antwort auf die Anfrage von Attends war folgende:
....die Audi BKK teilte mir in den Ihnen als Kopie vorliegenden Schreiben mit, dass die Verordnung auch Ihnen vorliegt. Somit sollte eigentlich eindeutig hervorgehen welches Produkt geliefert werden soll. Die original Verordnung die auch der KK vorliegt hängt hier als pdf-Datei mit an.


Das war am 26.09. . Bereits am 18.09. teilte mir die KK mit, dass die Verordnung an den Lieferanten geschickt worden sei. Also hätte man dort längst Bescheid wissen müssen.

Meine Antwort wie o.g. sehe ich nicht als Bestellung. Du etwa?

Es ist wirklich zum K.... was die mit einem machen. Als wäre das Leiden als solches nicht schon genug, nein es muss auch noch diskutiert werden. Ich werde jetzt mit der KK Kontakt aufnehmen. Falls Du noch Tipps aus Erfahrungen heraus hast bin ich dankbar dafür.

Gruß
Thomas
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #7 von Helmut » 28 Okt 2014 18:13


Hallo Thomas,

also in meinen Augen ist das keine Bestellung sondern nur der Hinweis dass das Rezept alle nötigen Angaben enthält was geliefert werden soll.

Kannst du auch noch andere Lieferanten wählen außer den Hersteller direkt?

Der Stefan bezieht seine Windeln über eine Apotheke, nachdem es ähnlich wie bei dir jetzt abgelaufen ist. Die Apotheke kann ja auch direkt bei Attends bestellen, das sollte dann auch gehen.

Gruß Helmut
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #8 von Wertho » 28 Okt 2014 18:16


Das ist eine gute Frage ob das geht....
Merkwürdig ist sowieso, dass die ärztliche Verordnung für 2 Monate galt, weil ich ja auch noch schauen wollte ob ich mit dem Produkt zurecht kommen.
Die KK machte darauf gleich eine Verordnung mit der Gültigkeit von 1 Jahr.... ich glaub da weiß die Linke nicht was die Rechte tut.

Ich schick der KK ein fax und schildere was hier ablief. Mal sehen wie die sich dazu äußern.

Gruß
Thomas
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #9 von Powerfix » 18 Nov 2014 21:51


hi Thomas
darf ich fragen ob du schon eine Antwort bekommen hast ? Mir ging es . Obwohl ich eine drei Monatsverordnung hatte ...hat mir mein Sanihaus gesagt das die KK gleich einJahr genehmigt hat ....-wollen wahrscheinlich Verwaltungskosten sparen ...kann ich nun mein letztes Rezept in die Tonne hauen ? Hat da jemand Ahnung
-gruß
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Re: Eigenanteil trotz Rezept (aut idem)

Beitrag #10 von Helmut » 20 Nov 2014 12:03


Hallo Powerfix,

nun das kommt oft vor, dass die Kasse das "Windelrezept" gleich für ein ganzes Jahr genehmigt, ist für beide Seiten von Vorteil. Das spart Kosten beim Lieferanten, er kann die Menge planen und gleich mehr ordern was ihm einen besseren Einkaufspreis bringt und die Kasse spart Verwaltungskosten. Für dich bringt das auch was, denn der Lieferant ist für die Laufzeit des Rezeptes an die Vereinbarung mit dir gebunden, sprich er kann nicht einfach während der Laufzeit plötzlich von dir eine wirtschaftliche Aufzahlung verlangen oder diese erhöhen.

Es ist aber auch so, dass du jederzeit ein neues Rezept bei deinem Lieferanten einreichen kannst das dann Gültigkeit hat, es kann ja sein dass du wegen einer veränderten Inkontinenz-Situation andere Hilfsmittel brauchst. In dem Fall verliert das alte Rezept seine Gültigkeit, das sollte aber auch deine Kasse dem Lieferanten mitteilen.

Gruß Helmut
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