Bin verwirrt

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Bin verwirrt

Beitrag #1 von Toralf » 16 Jan 2018 15:19


Hi,

wie bereits in einem anderen Thema geschrieben, habe ich im Moment große Probleme, was meine Inko-Versorgung betrifft, da mich mein Versorger seit kurzem nur noch mit einem Produkt versorgt, welches mir bereits die eine oder andere nasse Hose beschert hat, somit nicht hinreichend seinen Zweck erfüllt. Hiergegen haben ich bei der KK Widerspruch eingelegt, worauf mir mitgeteilt wurde, dass mein Anliegen an den MdK wiedergegeben wurde und ich mich noch ein wenig gedulden müsse für eine Antwort. Soweit - so klar.

Heute habe ich von der KK ein Schreiben bekommen, wo mir mitgeteilt wurde, dass es zwischen Versorger und KK ein Telefonat gegeben hat und man der Ansicht sei, dass meine derzeitige Versorgung ausreichend ist. Über den MdK wird darin kein Wort verloren. Vielmehr fordert man mich auf, schriftlich zu erklären, ob ich meinen Widerspruch aufrecht halte oder nicht. Sollte ich an meinem Widerspruch festhalten, würde mein Fall an eine Widerspruchstelle weitergegeben werden.

Jetzt frage ich mich, was das alles soll. Erst MdK (nun wohl auf einmal doch nicht), dann irgendeine Widerspruchstelle. Was kommt als nächstes?
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #2 von Miriam » 16 Jan 2018 15:58


Hallo Toralf,

das hört sich für mich nach einer typischen Verzögerungstaktik an. Ich hatte dies auch einmal, nachdem ich einen Widerspruch bei der TK gegen meine mangelhafte Versorgung eingelegt hatte.

Erkläre unbedingt sofort schriftlich, dass du deinen Widerspruch natürlich aufrecht erhälst und auf die Entscheidung des MDK wartest. Und dass diese nicht fristverlängernd sein darf! Du hast deinen Widerspruch eingereicht und der MDK hat jetzt nur eine bestimmte Zeit!

Ich hoffe nur für dich, dass dein Rezept nach dem Empfehlungen in unserem Flyer ausgefüllt wurde. Sonst wird dein Kampf nicht leichter.

Gruß,

Miriam
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #3 von Mylenium » 16 Jan 2018 16:48


Kann da Miriam nur zustimmen. Sowas machen die zuständigen Ämter/ Krankenkassen/ sonstigen Leistungsträger nur, um Zeit zu gewinnen und den Anspruch abzuschmettern. Ich hab das auch mehrfach bekommen bei meinen Streitereien. Einfach bestätigen, dass du den Widerspruch aufrecht erhältst und dann muss sich die Widerspruchskommission damit beschäftigen, ob sie nun will oder nicht. Alles andere ist sowieso schon aus formalen Gründen Unsinn. Solche "stillschweigenden Vereinbarungen" zwischen Versorger und Kasse sind rechtlich nicht haltbar. Die können sich das ja am Telefon gegenseitig schönreden und nichts davon wird aktenkundig und somit nicht rechtlich bindend.

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Re: Bin verwirrt

Beitrag #4 von Toralf » 16 Jan 2018 19:51


Vielen Dank euch beiden.

Natürlich werde ich meinen Widerspruch aufrecht halten. Keine Frage.

Was mich nur wundert, ist, dass man eine Erklärung von mir möchte, sollte ich auf meinen Widerspruch weiter bestehen. Klingt für mich so, als wenn keiner meinen Widerspruch gelesen bzw. verstanden hätte, denn da steht mM. alles wesentlich schon drin. :roll:

Aber ok, dann mache ich morgen für die Damen und Herren den Erklärbär (was für ein Kindergarten - und so etwas arbeitet bei einer KK).
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #5 von Mylenium » 17 Jan 2018 05:35


Das ist eine übliche Vorgehensweise. Die KK versucht hier nur, eine Entscheidung vorwegzunehmen und sich Aufwand zu sparen, weil sie der Meinung ist, dass du nicht im Recht bist. Auch Widerspruchsverfahren kosten eben Aufwand und Geld.

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Re: Bin verwirrt

Beitrag #6 von Toralf » 17 Jan 2018 10:26


Ich hatte eben ein Telefonat mit einer AOK Mitarbeiterin, die mir erklärt hat, dass es sich bei der Auskunft, dass mein Fall nun beim MDK vorliege, um ein bedauerliches Versehen handele und diese mit derartigen Dingen ohnehin nichts zu tun habe - ergo, meinen Fall nie zu Gesicht bekämen.

Was man mit dem Schreibe meine, sei lediglich, dass man intern mein Anliegen besprochen hätte und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass meine derzeitige Versorgung angemessen wäre. Zudem wäre es egal, dass mich in Bezug auf meine Inko bisher weder ein(e) Homecare-Mitarbeiter(in) des Sani-Hauses jemals persönlich in Augenschein genommen hat, noch jemand vom entsprechenden Bereich des MDK oder der AOK (meine diversen Ärzte zählen in deren Augen nicht).

Natürlich stände es mir frei, meinen Widerspruch aufrecht zu erhalten, jedoch würde dieser dann noch immer kein Fall für den MDK sein, sondern an eine Widerspruchsstelle der KK weitergeleitet werden (wer oder was auch immer das ist). Was wiederum bedeutet, dass es, wenn mein Widerspruch an besagte Stelle abgegeben wurde, diese alle Zeit der Welt hätten, um ihn zu bearbeiten, was ich mir aber nicht vorstellen kann (auch wenn ich im I-Net noch nichts dazu gefunden habe).

Mir scheint es, als wenn man ausgerechnet an mir ein Exempel statuieren will.
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #7 von Miriam » 17 Jan 2018 11:26


Hallo Toralf,

wurdest du angerufen? Das scheint mir wieder ein Versuch, dich davon abzuhalten deinen Widerspruch aufrechtzuerhalten. Am besten sofort schriftlich machen und auch schriftlich mitteilen, dass du keine Anrufe wünschst und man mit dir nur schriftlich kommunizieren soll ! Erspart Ärger, glaub mir.

Lg,

Miriam
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #8 von Toralf » 17 Jan 2018 12:14


Zu diesem Telefonat ist es seitens der KK deswegen gekommen, da man mich darüber informieren wollte, dass es sich bei der Aussage hinsichtlich des MDK um einen bedauerlichen Fehler handelt.

Zwischenzeitlich habe ich mit einer UPD-Mitarbeiterin gesprochen, die zwar Verständnis für meine Lage bekundete, aber letztlich auch keine andere Lösung wusste, als auf den Widerspruch zu bestehen, was ich ohnehin vorhabe.

Nun bin ich am überlegen, ob ich der KK noch ein paar nette Zeilen mit auf den Weg geben sollte, oder ob es besser ist, denen nur per Kreuz auf deren Formular mitzuteilen, dass ich auf meinen Widerspruch weiterhin bestehe.
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #9 von Toralf » 17 Jan 2018 22:02


Nachtrag: Ich hatte heute im späten Nachmittag einen weiteren Anruf.

Dieses mal von meinem Sani-Haus, wo eine Mitarbeiterin meinte, dass ein Produktschulung doch etwas für mich wäre. Ich habe gemeint, dass ich grundsätzlich nichts dagegen hätte, etwas neues zu Inko-Produkten zu erfahren und dass vielleicht etwas dabei ist, dass man Problem am Ende doch noch lösen könnte. Keine Ahnung, ob es zu blauäugig von mir war, so zu reagieren. Zumindest ändert es nichts an meinem Widerspruch, den ich vorsorglich auch weiter aufrecht erhalten will.

Besagte Mitarbeiterin meinte, dass es tolle neue "ableitende Systeme" gäbe, die man mir einmal zeigen wolle. Zudem wären diese eine reine KK-Leistung. Doch weder weiß ich, ob dies wirklich zu 100 % etwas ist, was die KK vollständig bezahlt, noch, was es für Systeme gibt und wo die Vor- und Nachteile liegen. Kondom-Urinale habe ich vor längerer Zeit getestet und haben bei mir anatomisch nicht so funktioniert, wie der Hersteller meinte, dass es bei den meisten Inko-Menschen der Fall sei.

Es wäre hilfreich, wenn der Eine oder Andere von euch mir etwas darüber sagen könnte und ob es ratsam ist, eine solche Lösung zu akzeptieren - sofern sich ein funktionierendes System finden lässt - in Hinsicht auf die Zukunft, sollte sich gesundheitlich etwas verschlechtern (Nierenfunktion u. ä.).
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Re: Bin verwirrt

Beitrag #10 von Mylenium » 18 Jan 2018 10:05


Du musst da keine Romane schreiben. Es reicht, das Formular auszufüllen. Auch im späteren Klageverfahren sollte man sich bemühen, möglichst kurz und knapp zu antworten, auch wenn das nicht immer möglich ist, weil man manche Sachen eben doch recht umfangreich erläutern muss. Schulungen kannst du natürlich machen, aber da du schon jahrelang eine Versorgung hast und eigentlich weißt, womit du zurechtkommst, darf bezweifelt werden, dass das was bringt, zumal auch bei ableitender Inkoversorgung ja die gleichen Probleme bestehen. Wenn dir die KK die Menge der Katheter, Urinbeutel usw. reglementiert, hast du dan nauch die gleichen Streitereien.

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