Genehmigungsfiktion / Kostenübernahme

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

Moderatoren: Marco N., MSN, Benjamin

Genehmigungsfiktion / Kostenübernahme

Beitrag #1 von RheaSilvia » 04 Feb 2018 13:16


Hallo,

im November letzten Jahres habe ich bei der Krankenkasse den Antrag auf Hilfsmittelgenehmigung für meine Mutter aufgrund Verordnung unseres Hausarztes gestellt.
Die ärztliche Verordnung enthält die 10-stellige Hilfsmittelnummer (ein Attends-Produkt), AUT IDEM ist angekreuzt, die Diagnose "Inkontinenz" und Zusatz "zur Ermöglichung der Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft" ist vermerkt. Ein täglicher Verbrauch von 5 Pants ist ebenfalls notiert.

Da ich fünf Wochen nach Antragsstellung nichts von unserer KK gehört habe, habe ich Anfang Januar 2018 die Genehmigungsfiktion nach §13 Abs. 3a SGB V geltend gemacht. Gleichzeitig habe ich die KK wissen lassen, dass ich die erforderlichen Hilfsmittel wie bisher selbst beschaffe, allerdings bis zur Versorgung mit einem Vertragspartner eine Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3a S. 7 SGB geltend machen werde.

Dies habe ich dann mit einem ersten Schreiben vom 19.01.18 für Kosten in Höhe von 17,85 EUR umgesetzt.
Gestern hatte ich nunmehr ein Schreiben der KK im Briefkasten, in dem mitgeteilt wird, dass Sie den Betrag in Höhe von 17,85 EUR einmalig übernehmen. Die Überweisung des Betrages wurde bereits veranlasst.

Ich frage mich, wieso nur eine einmalige Übernahme mitgeteilt wird? Will sich die Kasse "großzügig " darstellen?
Bis zur Versorgung durch einen Leistungserbringer kann ich doch alle entstehenden Kosten der Eigenbeschaffung geltend machen....oder?

(Mit den von der Krankenkasse mitgeteilten Vertragspartnern stehe ich noch im finalen Schriftverkehr, bevor ich den Antrag auf Versorgung laut Eurem Tipp auf den Weg bringe. Die Vertragspartner weigern sich - wie ihr schon ahnen könnt -, mir das o.g. Hilfsmittel ohne zusätzliche wirtschaftliche Aufzahlung zukommen zu lassen.)

Hat jemand bereits Erfahrung mit der Genehmigung im Wege der Fiktion und Geltendmachung der Kostenübernahme bis ein Leistungserbringer die Versorgung bewerkstelligt?

Viele Grüße und Danke im Voraus,

Silvia
Benutzeravatar
RheaSilvia
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 6
Alter: 53
Registriert: 27 Jan 2018 18:14
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz
Hilfsmittel: Pants

Re: Genehmigungsfiktion / Kostenübernahme

Beitrag #2 von Mylenium » 04 Feb 2018 15:58


Die KK ist verpflichtet, alle "angemessenen" Kosten zu übernehmen, das heißt in der Regel also auch den vollen Endverbraucherpreis für Ersatzprodukte für die volle Zeit solange keine Regelversorgung durch den Vertragspartner der Kasse erfolgt. Dir entsteht ja ein realer Nachteil/ Schaden und es ist nicht dein Fehler, wenn die Kasse nicht aus der Falte kommt. Dauert es also länger und die Kasse weigert sich, weitere Kosten zu übernehmen, wäre das rechtswidrig und du müsstest eventuell klagen, wenn es zu keiner Einigung kommt. Mit einem Mal ist es also nicht getan.

Mylenium
[Pour Mylène, ange sur terre]
-----------------------------------
24/7 in Windeln
Benutzeravatar
Mylenium
Superautor (min. 50 Beiträge)
Superautor (min. 50 Beiträge)
 
Beiträge: 88
Bilder: 0
Alter: 43
Registriert: 02 Aug 2016 16:16
Wohnort: Leipzig
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Windeln


Zurück zu Allgemeine Fragen, Rechte und Pflichten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron