Kassenleistung Urgeinkontinenz und allgemeine Rechte

In diesem Forum geht es um Recht und Gesetz in Fragen zu Krankenkassen, Kostenübernahme, Pflegeversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, GdB, Rente...

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Re: Kassenleistung Urgeinkontinenz und allgemeine Rechte

Beitrag #11 von Marco N. » 26 Nov 2018 14:30


Hallo Chris1994,

willkommen bei uns im Forum.

Die große Zeit des Sparens, durch einen GdB, ist schon längst vorbei. Im ÖPV und ÖPNV bekommt man eh nur eine Vergünstigung oder einen Erlass, wenn man ein Sonderzeichen im Ausweis hat. Da du z.B. keine Gehbehinderung oder Blindheit hast, wirst du solch ein Sonderzeichen nicht bekommen.

Ein GdB birgt auch viele Gefahren und das bedenken die wenigsten. Bist du z.B. einmal arbeitslos, wird es sehr schwer einen neuen Job zu finden. Kein Arbeitgeber klebt sich gern einen Arbeiter ans Bein, den er nicht so schnell wieder los wird. Ich spreche da aus eigener (sehr schmerzhafter) Erfahrung.
Jede Medaille hat immer zwei Seiten und bei dieser sollte man beide Seiten genau abwägen.

Was die Sache mit dem richtigen Hilfsmittel betrifft, muss logischer Weise jeder für sich herausfinden, was für ihn das richtige ist. Ich persönlich würde sofort auf eine Kondomurinale umsteigen wenn es mir möglich wär. Nicht zuletzt spielt da die Hygiene und die Hautflora im Intimbereich eine größere Rolle.

Gruß
Marco N.
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Re: Kassenleistung Urgeinkontinenz und allgemeine Rechte

Beitrag #12 von Georges » 26 Nov 2018 22:08


Da kann ich Marco nur zustimmen... und zwar auch in alle Punkte.

Das mit dem Beutel ist Gewöhnungssache, wie mit der ersten Slip, Brille, Zahnspange usw. Das vegetative Nervensystem schaltet ein "Dauerreiz" von Natur irgendwann automatisch ab. Sollte es dies nicht tun, würde man nach einige Zeit bereits verrückt von seiner eigene Kleidung und Schuhe oder von alles andere was der natürliche Wahrnehmung stört. Deshalb spürst du das alles irgendwann nicht mehr, sei es man fokussiert sich zielgenau darauf. So sind wir halt von Mutter Natur programmiert worden.

Zurück zum Thema. Ich denke du solltest dich auf die Ursache deiner Inkontinenz fokussieren und nicht auf evtl. "Vorteile" die man davon haben könnte, oder auch eben nicht. Da Vorteile gibt es keine und ich wäre lieber vollständig beschwerdefrei, wenn ich es mir aussuchen dürfte.

Gruß,
Georges
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Re: Kassenleistung Urgeinkontinenz und allgemeine Rechte

Beitrag #13 von der Blinki » 09 Dez 2018 12:17


Ein schönen guten Morgen aus den verregneten Bremen.

Habe erst grade mir den kompletten Post durch gelesen.
Dabei hatte ich das Gefühl, das du deinen Focus in der falschen Richtung hast.
Um eine Krankheit erst einmal auszuschließen, die eine Inkontinenz zur Folge haben kann, ist es wichtig das du nicht nur urologisch Sondern eventuell auch neurologisch beziehungsweise Psychisch untersuchen lässt.
Leider sind diese Untersuchung etwas mit Scharm behaftet und kann mir gut vorstellen dass du deswegen diese Untersuchungen vor dir her geschoben hast.
Aber um die Inkontinenz zu behandeln beziehungsweise abzustellen ist es halt wichtig das du das komplette Paket einmal machen lässt.
Liebe Grüße
Marco
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Re: Kassenleistung Urgeinkontinenz und allgemeine Rechte

Beitrag #14 von Regenmacher » 10 Jan 2019 17:33


Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Im Laufe der Jahre hab ich so ziemlich alles ausprobiert, was der Markt hergibt. Meine Erfahrungen decken sich mit der Beschreibung von Marco_N. Am Anfang ist das Gefühl immer neu und irgendwann blendet es der Körper aus. Man spürt den Beutel am Bein nicht mehr. Mein Tipp übrigens dafür: eine Einbein-Hose. Das hat mir damals sehr geholfen. Diese Strippen am Bein waren mehr oder weniger alle nichts, insbesondere wenn der Beinbeutel 750 ml und mehr fassen konnte. Die Einbein-Hosen sind da wirklich praktisch. Beutel in die Tasche und die Schwerkraft kann nicht mehr nach unten ziehen. Fand ich super.

Aber auch beim Thema Windeln stellt sich schnell ein Gewöhnungseffekt ein und man spürt die Windel nicht mehr. Ohne Scherz, manchmal muss ich sogar durch Tasten nachgucken, ob ich überhaupt ne Windel an habe. Rein vom Gefühl her weiß ich das nämlich nicht. Auch nicht, wie voll die schon ist. Blendet mein Gehirn alles aus. Irgendwann, nach vielen Tests und vielen Fehlversuchen bin ich halt beim Klassiker geblieben und hab mich damit arrangiert. Mein Freundes- und Bekanntenkreis weiß darüber Bescheid und das stört echt niemanden. Nicht mal Frauen, die Interesse an einer Partnerschaft haben. Es ist wohl mehr so eine Art Kopfsache. Entweder man kommt mit sich selbst klar und akzeptiert, dass man so ist, wie man ist oder man hat eben ein Problem mit sich selbst und damit auch mit seinem Umfeld. Ich kann's nicht wirklich erklären, ich weiß nur aus eigenem Erleben, dass es so ist.

Also nur Mut: Teste, was immer du testen willst und kannst und dann bleib da, wo es für dich am Besten ist. Danach ist es wirklich nicht mehr so schlimm. Man gewöhnt sich dran.
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