Einnässen bei vesico-uretheralem Reflux

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Einnässen bei vesico-uretheralem Reflux

Beitrag #1 von Westfalia73 » 17 Feb 2006 11:51


Hallo,

meine Tochter ist 6 1/2 Jahre alt und hat einen vesico-uretheralen Reflux 2.-3. Grades, d. h. bei ihr läuft ein Teil des Urins von der Blase in den Harnleiter zurück.
Weil die, mittlerweile ehemalige Kinderärztin geschlampt hat, wurde der Reflux erst diagnostiziert als sie 5 Jahre alt war. Bis dahin war es eine Odyssee, ständige Harnwegsinfektionen und Nierenbeckenentzündungen. Nach der Diagnose war es schwierig kompetente Ärzte zu finden, so dass es zunächst falsche Medikmenteneinstellungen gab, die wiederum zu Entzündungen führten. Von einer Operation wird bei der Indikation unserer Tochter abgeraten. Seit einem halben Jahr ist endlich die Einstellung mit Medikamenten (Langzeitantibiose mit Nitrofurantoin) korrekt. Seitdem keine Infekte mehr.

Das Problem, das daraus entstanden ist: Zunächst eine Reizblase. Hier wurde ein Blasentraining durchgeführt und ständiges Einnässen sowohl tagsüber als auch nachts. Mittlerweile meint der Urologe, dass sie nicht mehr Einässen dürfte. Wir haben damit aber die gleichen Probleme, die in vielen anderen Beiträgen hier geschildert werden.

Für nachts erhält sie Nocutilspray und wir sollen die Flüssigkeitsmenge abends einschränken. Da unsere Tochter aber in die Schule und anschließend in einen Hort geht, hat sie abends einfach noch Durst. Ausserdem schläft sie unheimlich tief. Sie ist nach dem Einschlafen gar nicht mehr wach zu bekommen. Deswegen lassen wir sie im Moment noch mit einer Windel schlafen.

Tagsüber sieht sie einfach nicht ein, warum sie auf die Toilette gehen soll. Damit die Hosen nach aussen nicht so deutlich sichtbar nass sind, lassen wir sie Slipeinlagen tragen. In der Schule funktioniert es ganz gut, aber aus dem Hort holen wir sie fast jeden Tag mit einer nassen Hose in einer Tüte ab. Alle Versuche ihr zu vermitteln, dass nur sie weiss, wann sie auf die Toilette muss und sie da alleine entscheiden muss, schlugen ebenso fehl wie auf die Toilette schicken, Belohnungssysteme und Ignorieren. Sie boykottiert wirklich alles. Ich muss noch dazu schreiben, dass sie sehr gerne in den Hort geht und sich dort auch sehr wohl fühlt. Am Wochenende sind die Hosen meistens trocken.

Wir sind mittlerweile völlig ratlos und ziemlich am Ende. Dazu kommt noch, dass wir z. B. von den Schwiegereltern unter Druck gesetzt werden, die der Meinung sind, sie sollte doch endlich ohne Windeln schlafen. Das ignorieren wir allerdings.

Psychisch ist unsere Tochter sehr gut entwickelt (wurde bei den ganzen Untersuchungen mit geklärt) deswegen wollen wir sie nach den ganzen anderen Arztbesuchen nicht auch noch zu Psychologen schleppen.

Wer kennt Ähnliches und möchte sich mit uns austauschen oder hat Tipps für uns.

Verzweifelte Grüsse,
Karin :(
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Westfalia73
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Reflux

Beitrag #2 von MichaelmuellerBlieskastel » 27 Feb 2006 12:33


Hallo,

ich hatte als Kind auch einen Reflux 3. Grades.

der opperativ behoben wurde. Soviel wie ich weiß, muss sogar ein Reflux ab Grad 3 opperiert werden.

Am Tag, hatte sich das einnässen dann gelegt.

nur nachts habe ich weiter hin Probleme bis heute! Zwar nicht mehr so oft!

Meine Tochter ist fast 7 und nässt auch nachts noch ein. Urologisch ist bei Ihr alles ok.


Was sagt den der Urologe zu einer OP?



Wenn der Reflux nicht behoben wird kann sich tatsächlich eine Inkontinenz bilden!

wenn sie möchten kann ich ihnen gerne mal eine Mail über die OP von damals zu kommen lassen, was damals gerichtet wurde!



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Beitrag #3 von Wiesel » 25 Apr 2006 18:13


Hallo,
auch mein Sohn (jetzt 8,5 Jahre) hatte einen Reflux. Und zwar beidseitig. Einmal 4.gradig und eine Seite 3. gradig. Bei ihm wurde es erst mit 5,5 Jahren festgestellt, als schon eine Niere geschädigt war. Er war sowohl tags- als auch nachts inkontinent. Wir waren dann in einer kinderurologischen Abteilung einer Klinik. Nach der durchgeführten Blasenspiegelung riet man uns zur Operation. Diese wurde ´bei meinem Sohn im Alter von 6 Jahren durchgeführt und verlief sehr gut. Seit dem Tag seiner Krankenhausentlassung hat er tagsüber nicht mehr eingenässt. Nachts ist er leider immer nocht nicht trocken obwohl die Operation bereits zweieinhalb Jahre her ist. Laut Arzt besteht da aber kein Zusammenhang, woran ich ehrlich gesagt zwiefele. Wie auch immer, ich bin froh, dass wir ihn haben operieren lassen. Der Chefarzt der Urologie wies aber darauf hin, dass es verschiedene Ansichten darüber gibt, ob man lieber abwartet oder operiert. Das hängt wohl von der Gesamtsitutation ab. Soviel ich weiß, wird die Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung durch Abwarten mit zunehmendem Alter und höherem Reflux ab. Bei meinem Sohn war auch noch die Lage der Harnleiter mitentscheidend.
Falls Du genaueres über die OP wissen willst, kann ich gerne darüber berichten, da wir selber damal gar nichts genaues wussten
Alles Gute für Euch
Tschüss
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Beitrag #4 von Westfalia73 » 27 Apr 2006 11:03


Hallo,

danke für die informativen Antworten.

Ich war in der Zwischenzeit beim Hausarzt und hatte meine Tochter mit. Er hat 5 Kinder und sich mit ihr unterhalten. Sie hat dabei erzählt, dass sie einen Reflux hat und er hat daraufhin genauer nachgefragt. Dann hat er gesagt er kennt den Chefarzt der urologischen Abteilung der Uniklinik Heidelberg und ob er ihm die Befunde schicken darf. Wir haben sie ihm gegeben und er hat sie weitergeleitet. Der Chefarzt hat auch gemeint, dass man den Einzelfall abwägen muss. Bei meiner Tochter sind die Harnleiter und das Blasenvolumen o.k. und der Reflux ist einseitig. Er hat bei ihr sogar von einer OP abgeraten.

Tagsüber läuft es im Moment etwas besser. Im Hort steht jetzt eine Übernachtung an. Deswegen will meine Tochter ungedingt ganz schnell die Windeln loswerden. Trotzt Nocutilspray und abends weniger trinken ist sie nachts weiter inkontinent. Sie ist schon ganz frustriert, weil sie so gerne zur Hortübernachtung gehen möchte, aber Angst hat, dass die anderen Kinder sie auslachen oder hänseln könnten, was ich sehr gut verstehen kann. Ich würde ihr so gerne helfen.
Der Kinderarzt hat vorgeschlagen ihr auch tagsüber Nocutil zu geben, damit die Dosis erhöht wird. In der Packungsbeilage steht allerdings, dass es bei einer zu hohen Dosierung und wenn nach der Einnahme getrunken wird, zu gefährlichen Wassereinlagerungen im Körper kommen kann. Deshalb sind wir da sehr skeptisch…..Auch eine Klingelhose hat der Arzt schon angedacht, aber davor will er sie unbedingt erst zum Psychologen schicken. Meine Tochter muss sich langsam wie ein Versuchskaninchen vorkommen.

Es tut gut zu hören, dass man mit diesem Problem nicht alleine dasteht. Von den Ärzten hört man nur, dass mit der Einnahme von Medikamenten oder nach einer OP alles in Ordnung ist und keine Inkontinenz mehr auftritt. Da macht man sich zuerst Hoffnungen und wenn es nicht so ist, Sorgen. Bekommt man aber Kontakt zu anderen Betroffenen, hört man einhellig, dass es nicht so ist. Langsam ziehe ich die Aussagen der Ärzte wirklich stark in Zweifel!

Ich denke wir werden uns weiter in Geduld üben müssen und werde weiter berichten.

Viele Grüße,
Westfalia73

P.S. Hallo Wiesel, ist bei deinem Sohn die Nierenschädigung denn wieder besser geworden oder hat er noch Probleme?
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Beitrag #5 von Wiesel » 02 Mai 2006 12:38


Hallo Westfalia 73,
der Nierenschaden soll laut Arzt besser werden im Laufe der Jahre. Es ist zum Glück nicht so gravierend. Was die eine Niere weniger leistet übernimmt die zweite, so dass man gar nichts merkt. Das mit der Hortübernachtung verstehe ich. Mein Sohn war letzte Woche mit seiner Klasse für eine Nacht in der Jugendherberge. Ich wusste kaum, wie ich es anstellen sollte, dass er sich die Windel unauffällig anzieht. Ich habe ihm Hochziehwindeln gekauft und diese in eine spezielle Inkontinenzunterhose getan, die innen einen Gummibelag hat. Man kann auch nur eine Vorlage reinlegen. Von außen sieht diese wie eine normale Unterhose aus. Er ist dann abends auf Toilette gegangen und hat sie sich angezogen.
Leider hat es nichts genützt, da sein bester Freund, der von seinem Problem wusste, es den anderen direkt erzählt hat. Die haben darauf aber nicht weiter reagiert und ihn nicht ausgelacht. Zum Glück. Dennoch war er ganz geknickt.
Wenn bei deiner Tochter die Harnleiter in Ordnung sind, braucht sie vielleicht wrklich nicht operiert zu werden.
Ich werde wohl auch noch mal zum Kinderarzt gehen, um zu fragen, was man denn noch machen kann. Vielleicht muss man nur mehr Geduld haben.
Alles Gute
Tschüss
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Beitrag #6 von Westfalia73 » 02 Mai 2006 15:28


Hallo Wiesel,

hoffentlich gibt sich der Nierenschaden wirklich.
Eine Frage, wo bekommt man diese speziellen Unterhosen und zahlt sie die Krankenkasse? Bisher kaufen wir immer noch Höschenwindeln, aber das geht ganz schön ins Geld und irgendwann wird sie auch nicht mehr reinpassen.......

Wenn es meiner Tochter recht ist und sie trotz ihrer ungeheuren Anstrengungen bei der Hortübernachtung eine Windel braucht, denke ich werden wir mit ihr zusammen mit jemandem vom Hort sprechen. Allerdings ist vor einem Jahr bei der Vorschulübernachtung auch herausgekommen, dass sie noch Windeln getragen hat und obwohl die Erzieherin mit den Kindern darüber gesprochen hat, dass sie eine Krankheit hat, haben es 2 Kinder den anderen Kindergartenkindern weitererzählt und sie wurde ausgelacht. Die Erzieherinnen haben sich die 2 zwar geschnappt, aber der Schaden war doch angerichtet. Meine Tochter ist ziemlich sensibel und war ganz schön geknickt. Davor hat sie jetzt Angst.

Ich melde mich auf jeden Fall wieder.

Viele Grüße,
Westalia73
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