tiefer Schlaf und das Bett nass

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

tiefer Schlaf und das Bett nass

Beitrag #1 von pascal » 24 Apr 2006 11:59


Hallo
Unser Sohn ist nun schon 9 Jahre alt und leidet immer noch unter primärer Enuresis. Nachdem es früher tags und nachts passierte ist es jetzt fast ausschliesslich nachts. Wir haben schon einiges versucht und unser Sohn ist nach Ausschluß der körperlichen Mängel jetzt seit über einem Jahr in Psychologischer Behandlung.

Jetzt habe ich dieses Forum entdeckt und habe einige Fragen:
Wir beobachten, dass unser Sohn einen sehr, sehr tiefen Schlaf hat. Meistens wacht er im total nassen Bett auf. Der Einsatz einer Klingelhose hat dann die ganze Familie unter Leidensdruck gesetzt. deshalb haben wir das noch nie lange durchgehalten. Auch der Einsatz von Miktonetten und dergleichen war bislang ohne Erfolg. Danach haben wir versucht es einfach zu akzeptieren und auf Besserung zu hoffen. Doch das hat auch nichts genützt. Die nervliche Belastung der ganzen Familie ist ziemlich groß, insbesondere bei meiner Frau.

Wir haben uns jetzt doch noch einmal für den konsequenteren Einsatz der Klingelhose entschieden, weil das wohl eine der hilfreichsten Methoden durch den praktizierten Lernprozess ist.

Mir geht es jetzt darum,
ob andere Kinder auch so tief schlafen?
ob die Klingelhose wirklich den gewünschten Erfolg brimngen kann?
wie andere Leidensgenossen (sowohl Eltern als auch Kinder) damit im täglichen Leben umgehen?
wie wir das Selbstbewußtsein unseres Sohnes in die richtige Richtung entwicklen können?

Ich freue mich auf Eure Antwort
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pascal
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Beitrag #2 von Helmut » 24 Apr 2006 18:10


Hallo Pascal,

so wie du schreibst, hat dein Sohn einen sehr tiefen Schlaf, da wird eine psychologische Behandlung nur wenig Erfolg zeigen. Sind wirklich alle nötigen Untersuchungen gemacht worden, um eine körperliche Ursache für die primäre Enuresis auszuschliessen?

Häufig ist es so, dass ein zu tiefer Schlaf nicht die einzige Ursache für das Bettnässen ist, oft ist bei den betreffenden Kindern auch das Blasenvolumen etwas zu klein. Die Miktonetten, welche dein Sohn bekommen haben, sollen die Reizschwelle für die Füllung der Blase anheben und somit das Blasenvolumen steigern. Aber im Normalfall werden bei zu tiefen Schlaf auch Medikamente gegeben, die die Schlaftiefe anheben und somit das Kind in die Lage versetzt wird, durch den Harndrang der vollen Blase rechtzeitig zu erwachen. Die Klingelhose hat dabei durchaus eine positive Wirkung, sie hilft dem Kind schneller Wach zu werden. Ward ihr auch schon einmal im Schlaflabor, um die Schlaftiefe, sowie den Zeitpunkt des Einnässens bestimmen zu lassen?

Was auf alle Fälle sinnvoll ist, das ist die Einbindung deines Sohnes in die Behandlungsstrategie, sprich ihm einen Teil der Entscheidung über das Vorgehen der Behandlung selbst zu überlassen, das fördert sein Selbstbewußtsein und wirkt sich häufig positiv auf die Behandlung aus. Ebenso ist es Wichtig, ihm zusammen mit dem Psychologen einige Wege aufzuzeigen, wie er selbstbewußter mit dem Bettnässen umgehen kann und wann er welche Hilfsmittel verwenden will. Völlig Falsch ist es, ihm die Verwendung bestimmter Hilfsmittel und hier vorallem das tragen von Windeln aufzudrängen. Wenn er lieber eine wasserdichte Betteinlage bzw. eine saugfähige Unterlage bevorzugt, dann sollte ihm das auch ermöglicht werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es auch, ihm die Entscheidung zu überlassen, wer von seiner Einnässproblematik erfahren soll und nicht wie es in vielen Familien üblich ist, es groß und breit in der Verwandschaft oder bei Nachbarn zu verbreiten.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von Gulliam » 24 Apr 2006 18:32


Mir ist das in meiner Jugend auch des öfteren passiert. Bei mir war es so, ich habe immer phantasievoll geträumt. und konnte mich dann erinnern, das ich im Traum pinkeln mußte, und dann ich eine Bedürfnissanstalt ging, und dort eben mein Geschäft machte.
Ob dir das nun wirklich hilft weiß ich nicht.
Viele Grüsse
Gulliam
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Beitrag #4 von eckhard11 » 24 Apr 2006 23:56


Na, Gulliam,

dann hast Du aber Glück gehabt, dass Du nicht träumtest, zu knödeln, hi, hi, hi......


Ich leg mich - knödelfrei - wieder hin .sleep:
Eckhard
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schlafen Kids sooo tief?? ja, kanns geben

Beitrag #5 von klaro (+16.05.2008) » 25 Apr 2006 09:58


Hallo Pascal

Ich find Helmut seine Ausführungen sehr , sehr gut. Die Iddee, das Kind selber dran teilhaben zu lassen, „für was „ es sich entscheiden will. Das wäre echt wohl schon viel geholfen.

Ja es gibt Kinder, die einfach dauernd teif schlafen. Eine meiner Töchter hat das auch, die konnte man immer wegtragen.. könnte man noch heute, auch wenn sie gleich erwachsen wird.

Wenn die am Strand einschläft.. da kann sie noch heut kaum einer aufwecken. Sie hat zwar immer wenig und sehr wenig getrunken, denke ansonsten hätten wir das Problem des einnässens länger gehabt. Aber zu normal mehr trinken, konnte sie mit bestem Willen nicht angehalten werden. ( ja es gibt effektiv Menschen und Kids, die einfach enorm tief schlafen, andere wiederum erwachen, schon wenn ne Mücke hustet( sagt man so) :-)

Was ich sogar vorschlagen würd, ich hatte selber Kids. Daß sogar du als Papa, das mit deinem Sohn versuchst, DU mit IHM.. (und dem Arzt oder was auch immer) damit deine , wie du schreibst… nerfliche Belastung der Mutter… etwas umgangen werden kann.

Früher hab ich das alles allein durchgekämpft, abe heut muß ich sagen, wäre mal Rollentausch sicher effektiver gewesen.

Das tolle an Papas find ich.. die regen sich nicht so schnell auf und machen nicht ab allem ein Riesen Gezedere.. ( wir Frauen neigen eher dazu)

Wie wärs also, Pascal… wenn du das sogar übernimmst? Du und dein Sohn.. so „unter Männern“?

Alles was die Kids ja gar nicht brauchen ist Streß.Der passiert leider in der Hektik vom Alltag meist von allein. Schade. Wär aber, evtl. nen Versuch wert.

Aber hier gibt’s bloss Ideen, Tipps, etc.. entscheiden und tun, müsst ihr.. viel Mut und Kraft euch: klaro :roll:
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Beitrag #6 von alex1974 » 25 Apr 2006 20:57


Hallo Pascal!

Ich bin auch seit einem Jahr Bettnässer. Bisher konnte keine körperliche Ursache gefunden werden. Obwohl ich schon etwas älter bin als Dein Sohn habe auch ich einen sehr tiefen Schlaf. Du schreibst, daß das Bettnässen eine sehr starke Belastung ist. Als Hilfsmittel verwendet Ihr allerdings nur einen Kalender zum Eintragen der trockenen Tage.
Ich kann Dir sagen, daß für mich die ersten Tage, wo regelmäßig das Bett naß war am schlimmsten waren, da es furchtbar ist in einem nassen Bett zu liegen, und das eventuell noch in der Nacht frisch zu machen.
Mir haben die Windeln sehr viel geholfen wieder gut zu schlafen. Die Windeln sind zwar immer noch naß, aber ich kann wieder schlafen.
Du solltest Dein Kind auf keinen Fall zwingen, Windeln anzulegen, aber Du solltest es Ihm zumindest anbieten, damit nicht immer alles naß ist.
Ich denke Du mußt dabei keine Angst haben, daß die Windeln als angenehm empfungen werden und kein Drang mehr zum trockenwerden besteht. Windeln sind nicht so angenehm, und jede Nacht eine Windel tragen zu müssen wird Dein Sohn sicher nicht als angenehm empfinden, aber es kann die Situation deurlich entspannen. Manche Kinder brauchen ganz einfach Ihre Zeit um eine ausreichende Kontrolle über Ihre Blase zu erlangen. Ihr solltet also keine Angst davor haben auch Windeln anzubieten, wie ich das schon in anderen Beiträgen gelesen habe.
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Beitrag #7 von FelixMeyer » 24 Apr 2007 20:16


Felix Meyer Geboren am : 20.3.1998

Hallo Ich bin Felix ! Ich Trage auch Windeln.Das Ich Windeln trage ist für die anderen Kinder aus Meiner Gruppe nicht ganz so Peinlich da manche der anderen Kinder auch gewickelt werden wegen ihre Behinderung.Ich Besuche ein Sonder Heim mit Intenat.In den Osterferien bin Ich mit meiner Gruppe im Sauerland wandern gewesen.Wir haben im Wald gespielt,Fußball gespielt. Ich hatte vorher gehört das man wenn man auf Kloh gehen will und keine Windel mehr Tragen muss man Sich nur Beherschen. Das Dachte Ich mir auch und zog mir vorm Wandern die Windel aus.Beim Spielen im Wald merkte Ich das es mir an den Beinen Nass herunter lief.Ich dachte Mist. Das Hat unser Zivi gemerkt.Ich musste dann mit dem Zivi in die Jugendherberge und Wurde neu gewickelt und neu angezogen mit Trockner Kleidung. Der Zivi und unsere Gruppenleiter haben dann noch mit mir darüber gesprochen. Ich bekommte später Medizin und wir haben schon erste Erfolge in das Trocken werden.
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Beitrag #8 von Pantheist » 27 Apr 2007 13:43


Lieber Felix,

ich finde das toll, dass du so offen und ehrlich über dich schreiben kannst. Bestimmt tröstet das uns Erwachsene ein bischen. Mich hat es getröstet...

Hallo Pascal!

Mein Sohn ist mittlerweile schon fast 14 Jahre alt und schon ein kleiner Mann, weil er seit zwei Jahren in der Pupertät ist. Er hat auch einen sehr tiefen Schlaf und leidet sogar unter Nachtschreck. So wie es bei Klaro war und noch teilweise ist, ist es bei uns auch. Ich kann meinen Sohn von A nach B bringen und der bemerkt das nicht. Selbst wenn er die Augen auf hat und mir noch etwas erzählt. Am nächsten Tag weiß er davon nichts mehr.
Er hatte vor der Pupertät auch hin und wieder mal das Bett nass (sehr selten) und das schon seit dem Kleinkindalter. Ich bin mir sicher, dass dieses auch was mit dem zu tiefen Schlaf zutun hat und so wie Gulliam es beschrieben hat, auch mit dem träumen. Denn auch ich hatte als Kind damit zu kämpfen. Ich dachte auch, ich sitze auf dem WC und haben dann losgepieselt, obwohl ich noch im Bett lag und nur träumte. Bei einem Gespräch mit meinem Sohn damals, stellte sich raus, dass er auch schwierigkeiten mit Traumwelt und Realität hatte. Das gab sich bei mir und auch bei meinem Sohn, als wir in die Pupertät kamen. Die Klingelhose hatte mein Sohn aber nie gehört!
Und den Wecker überhört er zur Schulzeit auch heute noch... Das Klingeln wird in seinem Traum mit eingearbeitet, bis dem Wecker die Luft weg bleibt... :roll:
In einem Schlaflabor war ich mit ihm aber noch nicht, weil er da nicht drunter leidet und auch ich nicht.

Meine Tochter ist 11 Jahre alt und war noch nie trocken. Ihr Leiden kann man aber nicht mit den von meinem Sohn und mir vergleichen. Sie hat auch viele Tabletten ausprobiert und die haben auch nicht geholfen. Sie ist aber auch psychisch krank und muss nun in einen Stationäre Aufnahme. Es kann schon gut möglich sein, dass sie deswegen auch immer noch einnässt.

Bei deinem Sohn, kann ich mir vorstellen, könnte es von beidem etwas sein. Vielleicht fragst du ihn mal in einem guten Moment, ob er vielleicht seinen Toilettengang mit in seine Träume einbaut? Erkläre ihm dann, dass er sich zwingen muss, die Augen zu öffnen, wenn er nicht weiß, ob es Realität oder Traum ist! Das hat bei meinem Sohn gut geholfen.

Wie ich mit dem ständigen nassen Bett meiner Tochter umgehe... Ich bin dadurch auch nervlich voll angeschlagen und könnte so manchmal davonrennen. Leider stehe ich mit dem Problem ganz alleine da und kann den Vater nicht zur Hilfe holen.
Versuch deine Frau so gut wie möglich zu unterstützen. Hör ihr einfach nur zu, wenn sie mal einen entnervten Tag hatte. Wenn es euch allen nicht so gut geht, dann macht mal was schönens zur Ablenkung... Fahradtur oder einfach ein Spieleabend. Das lenkt ab und man lacht mal wieder zusammen...
Uns hat das geholfen!

Liebe Grüße,
Ela
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