Erfahrungen mit Enkopresis, bzw. was hilft wirklich?

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Erfahrungen mit Enkopresis, bzw. was hilft wirklich?

Beitrag #1 von feederette » 03 Okt 2006 12:46


Hallo!

Wir (mein Sohn und ich) sind aus Wien.
David ist sieben Jahre alt und sein Einkoten begann ganz plötzlich heuer im Februar. Er war zuerst zwei Wochen stationär im St. Anna Kinderspital, was nichts half und seit Juni ist er in der Neuropsychiatrischen Tagesklinik im Allgemeinen Krankenhaus.
Trotz strenger "Klo-Zeiten", gesunder Ernährung und täglicher Einnahme von Forlax ist bis heute keine Besserung eingetreten und sowohl die Ärzte als auch wir als Eltern sind ziemlich verzweifelt.
Organisch ist angeblich alles in Ordnung, die Ärzte meinen, er will mir mit seinem Einkoten "etwas sagen", aber keiner weiß, was.
Er ist ein ADHS-Kind, sehr leicht ablenkbar, sehr intelligent und neigt zu Zwangshandlungen (U-Bahn-Stationen auswendig lernen, Mülleimer auf der Straße zählen, ständig Rechnungen gefragt werden, etc..)
Hat jemend ähnliche Erfahrungen?
BIn für jeden Tipp dankbar!
Liebe Grüße,
Erika
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feederette
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regelmässige Klo Zeiten

Beitrag #2 von klaro (+16.05.2008) » 03 Okt 2006 14:58


grüss dich Federette

och du. Dein Sohn mit ADHS. Braucht schon Nerfen gell. Ich kenn dies Mittel nicht, das er einnehmen muss.

Strenge Klo Zeiten sind und können angebracht sein, doch allzustreng wirkt bei AD(H)S Kids immer wieder Stress und somiit tritt oft auch nicht der erwünschte Erfolg ein.

Scheibe nur, weil ich las, dass du seine "Handlungen" als Zwangshandlungen ansiehst. Hier möcht ich dich ermuntern, dies anders anzusehen.

Sehr viele ADSler leiden an köperlichen "Ticcs" nennt man das, welches vom Körper, Nefen, Gefirn gesteuert wird und man schlichtweg , grad gar niichts willentlich unterdrücken oder "abstellen " kann.

Für meinen Sohn waren seine körperlichen Ticcs echt schwer auszuhalten, da ists sehr wichtig, dass man nicht dauernd sagt hör auf oder das nerft.

Ebenso ists mit den wie es eben schon aussieht und ist, die Zwang-Rechnen müssen, die U Bahnstationen auswendig lernen oder die Mülleimer zählen.

WEm sagst du das, ich kann noch heut auf ner Autobah vorbeifahren und zähl doch noch heute die farbiben Platten, das ist wie ein Muss, läuft aber nicht unter zwangserkrankung, hat echt mit ADS Probelmatik zu tun.

So sind noch einige Dinge, sehr alltagsbezogen. Lass ihm das Rechnungen stellen lassen und kannst ihn sogar mal herausfordern, die Mülleimer zu zählen. ich zählte beim Autofahren imer dir Roten Autos. Anders wäre s nicht auszuhalten gewesen, das Autofahren. Mein GEhirn und Denken brauchte ne Aufgabe. So hatte ich sie.

Ein ADS Kind braucht Ablenkung von Aussen, Reize, Anregung. Also, lass ihn das tun. ER brauchts. Mit der zeit wirds sich was verlieren oder auf andere Dinge fixieren.

In ADS Foren nennen wir das Gedankenspiralen, auch. Das Denken braucht was, um überhaupt " da zu sein".

apropos Einkoten, hat sich denn im Februar was geändert? an Medikation oder so?

du redest von strenger Ernähnung ( oder ähnlich) demzufolge nehm ich an, dass du auf medikamentöse Hilfe, für sein ADHS Problem verzichtest oder wie.

das genannte Medikament kenn ich nicht. Aber mit ADS oder ADHS, Druck bringt meist das Gegenteil. Versuch ihm das Gefühl zu geben, dass er wichtiger ist, als auf die Minute genau auf dem Klo das Geschäft erledigen zu können. Das wird ihn stärken. Lob , Lob und nochmal Lob. klaro

und wenn David damit was sagen will, dann ist mir heute klar was: habs bei meinen Kids auch nicht gewussst:

"Mami, Papi, hab mich lieb, seht mal mich und nicht die Klo zeiten oder die nasse Hose oder was auch immer, hallo, Mama und Papa... ich möcht einfach nur auch mal Mittelpunkt sein,

nicht nur die Hose.. nicht nur der arzt, nicht nur das trockene Bett. etc."

mir tuts im Nachhinein sehr weh f¨ür meine kids, dass ich das damals, effektiv nie erkannte.

der leidensdruck wurd somit zu dermassen nem Kreislauf...

dabei hätte es nur Gegensteuer gebraucht, nämlich das Kind mit Lob und ERfolgen und nochmals Lob und Liebe... hinzunehmen und sich an ihm sichtlich zu erfreuen.

derweilen liessen wir uns "kaputt stressen" Eltern sein ist so schwer. Erst wenn die kids erzogen sind, wüsste man bisschen mehr.

gib nicht auf, haltet durch und gehts lockerer an. Gruss klaro :roll:
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Beitrag #3 von Chris00 » 04 Okt 2006 08:03


Hallo,

der ganze Themen-Komplex ADHS/Inkontinenz (und deren Formen) ist hier im Forum über mehrere Beiträge verstreut diskutiert worden.

Ich persönlich habe einige meiner Ansichten zu dem Zusammenspiel von ADHS und Inkotnienz zusammen mit meinen Erfahrungen als ADHSler in

ftopic1368.html

beschrieben.

OFF TOPIC: Wer hat Interesse daran, mit mir zusammen mal einen objektiven und Wertungsfreien Übersichtsartikel darüber zu schreiben. Am allerbesten ADHSler mit entsprechendem Background-Wissen (Neurologie, Sonderpädagogik, Psychatrie, Biochemie, etc...). Die Anfrage wurde von Helmut bereits an mich gestellt, aber alles alleine kann ich nicht neben meine Arbeit an der Uni schaffen.
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Beitrag #4 von feederette » 04 Okt 2006 13:40


Also in der Tagesklinik wird er nicht als Kind mit ADHS eingestuft, diese Feststellung kam vor ca. 3 Jahren von seiner Ergotherapeutin.
Er giltlediglich als lebhaftes, leicht ablenkbares Kind mit wenig Vertrauen in seine Umwelt. Ich sah nie eine Veranlassung, ihm Medikamente zu geben, nur weil er lebhaft ist, so ist er nun mal und es ist mir lieber, als ein Kind, das nur teilnahmslos in einer Ecke sitzt. Man darf ihn nur nicht mit zu vielen Reizen überfordern, auch vor lauten Geräuschen, wie z.B. einer Bohrmaschine, hat er Heidenangst.
Das Medikament, Forlax, trinkt er morgens aufgelöst in Wasser, es macht nur den Stuhl weicher, damit es nicht wieder zu einem Überlauf kommt.
Seine Nahrung ist nicht besonders "speziell", lediglich wird auf Dinge, die stopfen, verzichtet.
Er selbst würde ja gerne Windeln tragen, was wir auch eine Zeit lang praktizierten, aber die Ärzte meinen, das würde nach "Resignation" aussehen. Allerdings sind Spielplatzbesuche und Ähnliches, wo kein Klo in der Nähe ist, sehr mühsam, wie ihr euch vorstellen könnt...stets muss man Tonnen von Feuchttüchern und luftdichte Säcke zum Unterhosen-Transport dabei haben...
Es ist eben schwierig, wenn einem jeder etwas anderes rät, allerdings hat die Theorie, dass er noch lieber in die Hose macht, wenn er Windeln trägt, nichts gebracht, er macht die Unterhosen genau so voll und bleibt stundenlang in seinem Stuhl sitzen, was in der Schule wieder zu einer Katastrophe führen würde...
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Beitrag #5 von Chris00 » 04 Okt 2006 13:50


Hallo,

feederette hat geschrieben:Ich sah nie eine Veranlassung, ihm Medikamente zu geben, nur weil er lebhaft ist, so ist er nun mal und es ist mir lieber, als ein Kind, das nur teilnahmslos in einer Ecke sitzt.


Es tut gut zu hören, dass auch andere das so sehen. Ich selbst habe nie Ritalin bekommen und bin sehr froh darüber. Sicher sind diese Menschen (Kinder wie Erwachsene) sehr speziell - aber das ist jeder Mensch irgendwie.



feederette hat geschrieben: Man darf ihn nur nicht mit zu vielen Reizen überfordern, auch vor lauten Geräuschen, wie z.B. einer Bohrmaschine, hat er Heidenangst.


Ja, das kennen ich von mir selber. Aber damit kann man sehr gut umgehen.



feederette hat geschrieben:Er selbst würde ja gerne Windeln tragen, was wir auch eine Zeit lang praktizierten, aber die Ärzte meinen, das würde nach "Resignation" aussehen.


Und ist es auch direkt Resignation, wenn man eine Brille trägt, weil man nicht richtig gucken kann?


feederette hat geschrieben:Allerdings sind Spielplatzbesuche und Ähnliches, wo kein Klo in der Nähe ist, sehr mühsam, wie ihr euch vorstellen könnt...stets muss man Tonnen von Feuchttüchern und luftdichte Säcke zum Unterhosen-Transport dabei haben...


Aber das ist doch viel mehr Quälerei als Windeln zu tragen!! Wie soll er denn je "normal Kind sein können", wenn er sich ständig Gedanken über seine Unterhose machen muss. Bitte, lies mal mein Posting auf das ich oben hingewiesen habe. Es geht da GENAU um diese Fragestellung.



feederette hat geschrieben:Es ist eben schwierig, wenn einem jeder etwas anderes rät, allerdings hat die Theorie, dass er noch lieber in die Hose macht, wenn er Windeln trägt, nichts gebracht, er macht die Unterhosen genau so voll und bleibt stundenlang in seinem Stuhl sitzen, was in der Schule wieder zu einer Katastrophe führen würde...


Und welcher Arzt findet DAS besser als Windeln zu tragen? Das ist doch verordnete Demütigung!
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Beitrag #6 von Matti » 04 Okt 2006 17:50


Hallo,

so langsam frage ich mich ob es überhaupt noch Kinder ohne ADHS gibt. Diese ADHS Diagnose ist ja geradezu eine Seuche dieser Tage.

Feederette bezeichnet ihren Sohn als eines dieser ADHS Kinder. Die Diagnose wurde schließlich von einer Ergotherapeutin gestellt. Einer Ergotherapeutin!

Liebe Eltern, seit ihr in der Mehrzahl eigentlich bekloppt?

Jeglicher kreative Ansatz der einer Norm nicht entspricht (wer hat diese Norm eigentlich erstellt?) wird als krankhaft und behandlungsbedürftig angesehen?

Mein Gott, da zählt ein Kind! Mülltonnen und lernt die Namen von U-Bahnstationen auswendig und dies sollen Zwangshandlungen sein. Es gibt nicht wenig Eltern die Stolz wie Oskar sind, weil ihr Kind mit 4 Jahren sämtliche Automarken kennt. So ein Kind war sogar einmal in Wetten dass...

Wenn ich so manchen Beitrag lese, dann bin oder war ich auch eines dieser ADHS Kinder. Ich (und meine Geschwister) haben auch Autos auf Autobahnbrücken gezählt. Meine Eltern haben uns aber bei den sonntäglichen Spaziergängen auch die Zeit dazu gelasen. Wenn ein Autofahrer uns dann noch mit Lichthupe grüßte haben wir uns gefreut wie Bolle.

In meiner Kindergartenzeit ist meine Mutter jeden Tag zweimal mit mir den selben Weg gegangen. Auf diesen Weg stand ein Hydrant, leuchtend rot angemalt. Es verging kein Tag an dem meine Mutter nicht anhalten musste und ich den Hydranten gedrückt habe, wohl weil dieses "lustige Männchen" mein "Freund" war. Was glaubt ihr was passiert ist, wenn meine Mutter einmal nicht angehalten hat. Ich habe auf dem ganzen Heimweg "Theater" gemacht, machnmal zog sich das noch Stunden danach in die Länge.

Viele Jahre später bin ich einmal wieder als Erwachsener an diesem Hydranten vorbeigekommen und jetzt könnt ihr lachen wie ihr wollt, ich habe angehalten und ihm zumindest "guten Tag" gesagt (ich war zu diesem Zeitpunkt schon fast 30!).

Wenn ich dieses Kind in mir verdrängen müsste, dann währe ich ein ganz armer Mensch. Einige Eltern wollen dies selbst ihren Kindern vorenthalten!
Mensch, Kinder Träumen, leben in einer Welt die Erwachsenen verschlossen bleibt. Die Gruppe PUR hat ein wunderschönes Lied geschrieben, mit dem Titel "Abenteuerland". Manche Eltern sollten sich dies vielleicht einmal anhören bevor sie ihr Kind mit Psychopharmaka vollstopfen.

Es ist wohl unbestritten, dass es ADHS gibt und der Umgang mit diesen Kindern schwierig ist. Ich bin allerdings der Meinung das diese Verhaltensauffälligkeiten zum großen Teil in der familiären Situation ihre Wurzeln haben, eine Familientherapie könnte hier Wunder wirken.
Das Kind wird "behandelt" (ich empfinde dies eher als ruhigstellen) die Ursachen, und diese liegen halt häufig in der Familie, bleiben aber völlig unberührt.

Ich habe gestern einen interessanten Beitrag im Fernsehn geschaut.

Es ging um einen Jugendlichen, welcher von seiner Familie als "Kaputtmacher" angesehen wurde. Dieser Jugendliche zerstörte Autos, beschmierte Wände mit Grafitti und schickanierte die ganze Familie. Schuld war natürlich der Jugendliche, so die Auffassung der Familie. Die zwei Jahre jüngere Schwester war absolut gelungen, passte ganz Prima in alle gesellschaftlichen Normen.

Es stellte sich etwas ganz interessantes heraus.

Die Mutter war mit 18 ungeplant Schwanger geworden. Einige Lebensplanungen wurden damit zunichte gemacht. Die Mutter brach ihre Ausbildung ab, es wurde geheiratet, sich verschuldet usw.

Die Mutter schwankte damals zwischen Abtreibung und Austragen. Sie entschied sich für das Kind, in ihrem inneren hatte dieses Kind (durchaus unbewusst) aber ihre Lebensplanung (kaputtgemacht). Fortan passte natürlich vieles. Das Kind war ein unruhiges Kind und dies kostete der Mutter viel Kraft. Schlagwort, wenn auch manchmal nur gedacht, war: "Dies ist ja typisch". Er hat mir schon meinen Berufsweg verbaut, jetzt kostet er mich auch noch den Schlaf. Dieses typisch, typisch hat sich das Kind irgendwann einmal zu eigen gemacht. Als derjenige der alles "kaputtgemacht" hat wurde er zum "kaputtmacher".

Und wer hat jetzt versagt bzw. warum ist dieser Jugendliche heute so wie er ist? Weil er zuwenig Ritalin erhalten hat?

Ein jeder Arzt der einem Kind Ritalin verschreibt, ohne eine ausführliche und weitreichende Diagnostik veranlasst oder durchgeführt zu haben ist ein Verbrecher. Er begeht ein Verbrechen an dem Kind!

Im Wikipediaartikel zur Enkopresis wird sehr ausführlich auf diese Problematik eingegangen. Als ursächlich wird dort angegeben:

A) Retentive Enkopresis: 80 - 95 % der Fälle von Enkopresis sind durch Verstopfung und Stuhlretention (Stuhlverhaltung) verursacht, also durch eine körperliche Funktionsstörung (deutsches Synonym Überlauf-Enkopresis, engl. retentive encopresis oder soiling).
B) Nicht-retentive Enkopresis: Die übrigen 5-20 % der Fälle sind durch normal geformte und normal häufige Stuhlentleerungen gekennzeichnet. Sie umfassen Kinder ohne erfolgreiche Sauberkeitserziehung, Kinder mit „Toilettenphobie“ und anderen psychischen Ursachen, und solche mit irritablem Kolon.
C) Organische Erkrankungen: Z.B. (Morbus Hirschsprung oder Spina Bifida). Diese können zwar Ursache einer primären Enkopresis sein, eine Enkopresis ist aber nur in extrem seltenen Fällen die erste Manifestation dieser Erkrankungen.

Dieser ganze Artikel sollte einmal ausführlich gelesen werden, vor allem die Punkte Ursachen und Therapie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Enkopresis

Ich bin mir noch vor dem Absenden dieses Beitrag bewusst, dass er wohl wieder Stürme der Entrüstung auslösen wird. Dies ist mir aber egal, so ist meine Meinung, darüber kann man allerdings diskutieren.

Gruß

Matti
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Beitrag #7 von Chris00 » 04 Okt 2006 18:44


Matti hat geschrieben:so langsam frage ich mich ob es überhaupt noch Kinder ohne ADHS gibt. Diese ADHS Diagnose ist ja geradezu eine Seuche dieser Tage.


Ich geben dir TEILWEISE Recht. Es ist tatsächlich so, dass ca. 40% Fehldiagnosen dabei sind. Vorallem, weil es keinen echten TEST auf ADHS gibt. Es ist einfach eine Ansammlung von Eigenschaften, die bei einem Kind mehr ausgeprägt sind als bei anderen. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger!



Matti hat geschrieben:Feederette bezeichnet ihren Sohn als eines dieser ADHS Kinder. Die Diagnose wurde schließlich von einer Ergotherapeutin gestellt. Einer Ergotherapeutin!


Quod erat demonstrandum. Genau das meine ich. In Deutschland ist es sogar so, dass JEDER ARZT die Droge Ritalin verschreiben darf. Und im Jahre 2003 wurden 70% der Ritalin-Rezepte von Frauenärzten und Zahnärzten verschrieben - das klingt nach Gefälligkeitsverschreibungen und hat sogar den Drogenbeauftragten des Bundes auf den Plan gerufen (Quelle: Spiegel)

Matti hat geschrieben:Liebe Eltern, seit ihr in der Mehrzahl eigentlich bekloppt?


Nun, soweit würde ich nicht gehen. Ich würde eher sagen: Man will für alles eine Erklärung, die einem sagt, dass man selber nichts falsch gemacht hat. Viele Eltern sind erleichtert, wenn sie hören, dass alle "Probleme" ihres Sprösslings einen Namen haben. Die nächste Frage ist dann sofort auch "was bekommt er dagegen". So ist man selbst aus der Verantwortung raus. Gut, auch das ist sicherlich überspitzt dargestellt, doch es braucht extreme Standpunkte, um eine Diskussion zu führen!



Matti hat geschrieben:Jeglicher kreative Ansatz der einer Norm nicht entspricht (wer hat diese Norm eigentlich erstellt?) wird als krankhaft und behandlungsbedürftig angesehen?


Ja genau. Unsere MultiKulti-Gesellschaft tolleriert mitlerweile jede Kulter, Religion oder sonst was. Aber irgendwie wollen wir unter uns alle genormt bleiben! Und da dürfen Kinder, die intelligenter, kreativer, lebhafter, etc. sind, nicht unbehandelt bleiben. Schuld ist das Weltbild der Medizin, die für alles Normen aufstellt. Und abweichungen von der Norm MÜSSEN therapiert werden. Nicht, um ein Problem zu beseitigen, sondern um der Therapie selbst willen!


Matti hat geschrieben:Es ist wohl unbestritten, dass es ADHS gibt und der Umgang mit diesen Kindern schwierig ist. Ich bin allerdings der Meinung das diese Verhaltensauffälligkeiten zum großen Teil in der familiären Situation ihre Wurzeln haben, eine Familientherapie könnte hier Wunder wirken.
Das Kind wird "behandelt" (ich empfinde dies eher als ruhigstellen) die Ursachen, und diese liegen halt häufig in der Familie, bleiben aber völlig unberührt.


Du hast genauso Recht wie Unrecht. ADHS ist eine GENETISCHE Besonderheit, die dazu führt, dass bestimmte Rezeptoren im Gehirn anders aussehen (mehr Details?). Dadurch "ticken" diese Menschen wirklich "anders". Soweit die harten Fakten. Ob das therapiert werden muss, ist eine andere Frage. Du hast in einem aber Recht, in jedem Fall gehört die ganze FAMILIE zusammen unterstützt.
Allein, richtige Familien gibt es nur noch wenige, und unsere Gesellschaft tut alles dafür, dass die Familie, wie ich sie kenne und liebe, immer mehr zerstört wird!
Wir müssen eben alle nur noch funktionieren. Und ich bin weiß Gott kein Linker Rebell, eher konservativ. Aber so manche Autoren der Antiutopie haben sich eine so schreckliche Gesellschaft, wie die unsere, nicht in ihren schlimmsten Träumen ausmalen können!

Nun, das alles hilft dem Jungen, um den es hier geht, nur bedingt weiter. Aber wenn seine Mutter (liest du das) unsere Diskussion mitverfolgt, dann begreift sie sicher sofort, wie sie ihrem Jungen am besten helfen kann. Denn im Moment ist die kleine Welt dieses Jungen nicht in Ordnung, und ob wir die Gesellschaft heute wieder in die richtige Richtung lenken werden, interessiert ihn nicht, wenn er das nächste mal in der Schule mit vollen Hose da sitzt und SEINE kleine Welt zusammenbricht.
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Beitrag #8 von Matti » 04 Okt 2006 19:03


Hallo Chris00,

vielen Dank für den Hinweis auf den Spiegel Artikel.

Ohne das ich ihn vorher kannte, deckt sich die Meinung anerkannter Fachleute sehr stark mit meiner Einschätzung.

Der Spiegelartikel besteht aus drei Teilen und kann über diesen Link abgerufen werden:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,15 ... 08,00.html

ACHTUNG! Es gelingt mir nicht den Link komplett aktiv hier ins Forum zu setzen. Einfach den kompletten Link kopieren uns per Einfügen im Browser aufrufen.

Ich bin der Meinung das gegen jeden Zahnarzt, Gynäkologen und anderem selbsternannten ADHS Experten, welcher Ritalin verschreibt Strafanzeige gestellt werden sollte. Hier versagen Gesellschaft und Kostenträger, einmal von den Eltern ganz abgesehen.

Matti
Zuletzt geändert von Matti am 04 Okt 2006 19:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag #9 von Chris00 » 04 Okt 2006 19:05


Hallo,

Deswegen macht Erika das genau richtig, in dem sie die Meinung der Ärzte hinterfragt und in einem Forum hilfe und mal andere Meinungen sucht!
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Behandlung in der Tagesklinik

Beitrag #10 von Bibi » 07 Okt 2006 21:18


Hallo Erika!
Auch mein Sohn (7) ist zur Zeit in einer Tagesklinik in Behandlung, da er sich regelmässig einkotet. In ein paar Tagen wird er entlassen, ohne Erfolg.
Die Ärzte und Therapeuten meinen, dass er ein seelisches Problem hat, aber kein weiß genau, was es ist. Wir werden nun bald eine Familientherapie machen, vielleicht kann uns da geholfen werden.
Es wäre schön, wenn wir uns weiter über den aktuellen Stand der Dinge austauschen könnten!
Viele Grüße
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