Sorgenkind

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Sorgenkind

Beitrag #1 von 2morrow » 12 Mai 2007 21:33


Hallo,

zum ersten es geht um meinen Sohn und ich hoffe dass ihr mir hier mit Rat und Tat zur Seite stehen könnt.

Julio (14) nässt immer noch die Hosen. Übermäßig viel und oft wenn er z.B. vor dem PC, der Playstation oder dem Fernseher sitzt.
Auch wenn Freunde dabei sind schreckt er nicht davor zurück.
Wenn ich frage was das wieder sollte kriege ich zur Antwort: "Ich hatte jetzt keine Lust aufs Klo zu gehen.".
Er empfindet es halt bequemer sein Geschäft da zu erledigen wo er grade geht und steht.
Auch sein großes Geschäft erledigt er hin und wieder in der Hose.
Wenn ich sage, dass es keine Windeln mehr gibt, weil mich das alles nur noch höllisch aufregt, macht er demonstratiev in die Hose.
Das alles ist nicht mehr Neu für mich, trotzdem nervt es mich total.

Ich hoffe ihr könnt mir einige Tipps geben, denn ich weiß nicht mehr was ich tun soll.


Vielen Dank für Eure Hilfe,
Elfi
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Beitrag #2 von Ference71 » 13 Mai 2007 09:45


Liebe Elfi,

um Dir eine adäquate Antwort geben zu können, bitte ich Dich herzlichst, mir schnell ein paar Fragen kurz aber präzise zu beantworten:

a) War Julio zwischen Geburt und dem heutigen Tag phasenweise trocken und / oder sauber?

b) Kotet und nässt er immer nur Zuhause ein oder auch bei Freunden, in der Schule, unterwegs?

c) Wird er gehänselt, ausgeschlossen in der Schule?

d) Erzählt er anderen gegenüber auch, dass er keinen Bock hat auf`s Klo zu gehen? Frag' mal Freunde bzw. Lehrer, welche Version er denen erzählt.

e) Gibt es Situationen, in denen ihm das Einmachen extrem peinlich ist? Welche sind das?


Herzliche Grüße und vielen Dank, bis ganz bald, Ference
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Beitrag #3 von 2morrow » 13 Mai 2007 10:26


Hallo Ference,

erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Leider kann ich nicht zu allen deiner Fragen ausführliche prezise Antworten geben.
Aber gebe mir allergrößte Mühe.

a) Ja, Julio war bis vor 4 Jahren komplett sauber. Dann fing es an, dass es ab und an nasse Hosen gab. Z.B. wenn er mit Freunden gespielt hat. Da war ihm das alles aber auch noch unangenehm und ich glaube es hatte mehr mit Versäumen als mit keine Lust zu tun.

b) Hauptsächlich zu Hause. Es kommt woanders auch vor, aber durchaus seltener.

c) Von Hänseleinen hat er noch nichts gesagt. Mitgekriegt habe ich auch nichts Besonderes. Er hat seine Freunde und davon nicht wenig. Glaube also weniger, dass er ausgeschlossen wird.

d) Hierzu kann ich leider bis jetzt noch reichlich wenig sagen.

e) Ich habe nicht das Gefühl, dass ihm irgendwas peinlich ist. Er macht in die Hose ob er eine Windel an hat oder nicht und ob er allein ist oder nicht. Das ist ihm ganz egal. Wie das in der Schule aussieht, weiß ich allerdings leider nicht.


Vielen Dank erstmal und liebe Grüße
Elfi
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Beitrag #4 von Ference71 » 13 Mai 2007 13:11


Hallo Elfi!

Habe herzlichsten Dank für Deine prompte Rückäußerung!

Bei Betrachtung Deiner Antworten fällt mir auf, dass da für mich einiges nicht zusammenpasst.

Hast Du Julio fachärztlich (neurologisch-psychiatrisch) bei einem Medizinier untersuchen lassen, der sich auf ADS / ADHS spezialisiert hat?

Sind urologische, kolon- und proktologische Routineuntersuchungen gelaufen? Erfolgte eine allgemeinpsychiatrische Untersuchung?

Hast Du außer dem Einnässen (sekundäre Enuresis) und der gelegentlichen Enkopresis andere Krankheitsmerkmale an Deinem Sohnemann festgestellt innerhalb der letzten vier Jahre?

Ich bin mir nicht sicher, vermute allerdings, dass keine somatogene Ursache für das Einmachen verantworlich ist, da er ja nicht auschließlich einkotet und manchmal das Klo auch zum Urinieren aufsucht, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Ich tippe daher stark auf eine psychogene Ursache oder eine psychiatrische Erkrankung. Sofern diesbezüglich aber keine Diagnostik erfolgt ist, kann ich Dir auch keine konkreten Tipps zum Umgang mit Deinem Sohn geben. Wichtig ist, dass Du ihm Deine Liebe nicht entziehst, alles erdenkliche zum Vertrauensaufbau tust und Deine Enttäuschung und Wut von ihm soweit wie möglich fernhälst. Der Hygiene, Scham und Würde wegen würde ich als erzieherische Maßnahme die Windeln nicht verbieten, solange ein Psychologe / Psychiater noch keine exakte Diagnose gestellt hat.

"Nur Faulheit" gibt es meines Erachtens nicht. Dahinter steckt viel mehr.

Sollten es "nur" reaktionäre, pubertäre Symtome eines Konfliktes sein, dann sollte auch Windeln verzichtet werden. Aber das alles muss ganz genau durch Fachleute festgestellt werden.

Ich bin guter Hoffnung, dass Julio das Einkoten / Einnässen zeitnah überwinden wird, sobald einige Resultate vorliegen.

Ih wünsche Dir viel Kraft, Elfi und heute einen traumhaft schönen Muttertagssonntag,

Ference
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Beitrag #5 von 2morrow » 13 Mai 2007 14:17


Hallo Ference,

Julio war noch nie ein einfaches Kind. Schon im Kindergarten war er sehr Hyperaktiv, kam ständig mit blauen Flecken und Schrammen nach Hause. In der Schule hat es sich dann etwas gebessert.

Körperlich haben wir Julio bereits vor 3 Jahren untersuchen lassen. Das Ergebnis ließ hoffen. Da aber keine Einschränkungen vorlagen, konnten wir auch nicht auf Unterstützung der Krankenkasse hoffen und so zahl ich noch heute die Windeln aus eigener Tasche. Geld dass wir eigentlich für andere Dinge benötigen.

Krankheiten konnte ich seit den 4 Jahren keine weiteren feststellen. Allerdings fing er vor ca. 4 Jahren an sich vor mir zu verschließen. Sprach nur noch mit Vater und Schweater. Seit ca. 2 Jahren lässt er mich so gut wie gar nicht mehr an sich herran. Er kommt wenn er was braucht oder will (Essen, Hausaufgabenhilfe, Geld, bei viel Einkoten auch zum Windelnwechseln...), aber reden...

Ja, er geht auch aufs Klo. Es ist ja nicht so, dass er immer den Toilettengang verweigert. Meist halt wenn er beschäftigt ist (PC, Fernseher, Playstation).


Ich weiß nicht was ich noch tun soll.
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Beitrag #6 von dirk85de » 13 Mai 2007 14:30


Hallo Elfi,
hab dir ne PM geschickt.
Viele Grüße Dirk
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Beitrag #7 von 2morrow » 13 Mai 2007 14:42


Hallo Dirk,

ja danke, habe dir auch schon geantwortet.


Liebe Grüße
Elfi
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Beitrag #8 von Ference71 » 13 Mai 2007 14:47


Liebe Elfi,

dass Julio schon seit solanger Zeit nicht mehr ausgiebig mit Dir redet, ist verdammt schmerzlich als Mutter, die sich Tag und Nacht sorgt.

Wie ist da Verhältnis von Julio zu seinem Mann und seiner Schwester? Machen sie ihm weniger Vorwürfe / haben geringe Ansprüche und Erwartungen an ihn als Du?

In der Pubertät ist das Verhältnis von Söhnen zu ihren Müttern oftmals sehr schwierig.

Du schriebst von Hyperaktivität bereits im Kindergarten. Das ist ja zunächst eine Verhaltensbeschreibung und keine medizinische Diagnose, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Nun sollte, da die körperlichen Untersuchungen negativ waren, die psychologisch-psychiatrisch-neurologische Seite genau in Augenschein genommen werden.

Dann hast Du auf der diagnostischen Seite alles getan und brauchst Dir keine Vorwürfe zu machen, das Dinge übersehen wurden. Gemäß der Befunde kann dann konsequent gehandelt werden (z.B. Verhaltenstherapie, medik. Einstellung, Anpassung der erzieherischen Möglichkeiten, Potentialstärkung - liegt Hochbegabung vor?,....)

Verlangt Julio eigentlich von sich aus, dass er eine Windel will, oder wäre es im total egal, dass ansonsten alles in die Hose geht? (Frage zum Bewußtsein)

Weshalb kann er sich mit 14 Jahren nicht ohne Deine Hilfe wickelt? (Frage zur Beziehung und zur Scham)?

Wie sieht sich Julio selbst in Bezug auf Gleichaltrige? Diese benötigen im Freundeskreis bestimmt keine Windeln mehr (Frage zum Bewußtsein)?

Ist seine Schwester sauber und trocken? Bekommt sie mehr positive Aufmerksamkeit?


Liebe Elfi, als nächstes gilt es die Diagnostik hinter Euch zu bringen, über ein paar hier aufgeworfene und weiterführende Fragen nachzudenken und abzuwarten. Ein voreiliges Handeln ist nicht angebracht. Es wird sich alles ergeben Schritt für Schritt und Julio wird ein sauberer und trockener Junge werden.

Ich wünsche Dir für diese Zeit unendlich viel Karft, Elfi!

Ganz, ganz lieben Gruß,

Ference[/quote]
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Beitrag #9 von Ference71 » 13 Mai 2007 15:01


Hallo Dirk!

Es ist schön, dass Du uns Forums-leserinnen und lesern mitteilst, dass Du PM`s verschickst.

Diese Info nützt allerdings niemandem etwas, da Du den Inhalt der PM nicht darlegst.

Die Empfängerin oder der Empfänger wird sie auch ohne Dein Posting hier erreichen.

Falls es nichts Öbzönes, strafrechtlich Relevantes oder Intim-Privates ist und sich auf den Inhalt hier bezieht, wäre es klasse, wenn Du uns an Deinen Ideen, Tipps, Erfahrungen, Gedanken das nächste Mal teilhaben lässt, da wir eine Selbsthilfegruppe sind, mit Mitgliedern, die dringend Hilfe suchen und oftmals unter einem hohen Leidensdruck stehen.

Jede noch so gering erscheinende Äußerung kann von Hilfe sein.


Also, trau Dich! Hilf mit, Dirk! Blamieren kann man sich nicht - nur dazulernen und stets reflektieren.

Tausend Dank, Genieß den Tag,
herzlichste Grüße,

Ference
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Beitrag #10 von 2morrow » 13 Mai 2007 15:27


Hallo Ference,

sein Vater hat eigentlich immer viel mehr geschimpft als ich. Trotzdem konnte er anscheind besser mit ihm als mit mir sprechen.

Es kann mir vorstellen wie schwer es für ihn ist, nun niemanden mehr zu haben wo er das Gefühl hat mit ihm sprechen zu können.
Aber ich wäre so gern für ihn da.

Er verweigert ja jeglichen Ärztegang und nimmt keinerlei Hilfe an - vorallem nicht von mir.
Was soll ich denn tun? Ihn zwingen, sodass er sich ganz vor mir verschließt und kein Vertrauen mehr zu seiner Mutter hat?

Er droht mir ja regelrecht in die Hose zu machen, wenn er keine Windeln kriegt und zieht das auch so konsequent durch.

Er wickelt sich zu 90 selbst. Will das auch so und kommt nur in den äußersten Notfällen zu mir, wenn er wirklich viel eingekotet hat und Angst hat es nicht allein zu schaffen.

Ihm ist es egal ob es passiert, wenn er allein in seinem Zimmer sitzt oder ob 1, 2, 3 Freunde dabei sind.

Seine Schwester war von Kleinkindalter an sauber, ohne Zwischenfälle und Rückschläge.


Danke für deinen Zuspruch
Elfi
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