Ärger mit Schulen

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Ärger mit Schulen

Beitrag #1 von Bea » 16 Aug 2007 04:34


Hallo , hat schon mal jemand deswegen probleme mit schulen und jugendämtern gehabt . hat da jemand erfahrung . :? :aerger:
Hallo , bin neu hier
Benutzeravatar
Bea
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 1
Alter: 55
Registriert: 16 Aug 2007 03:38
Wohnort: Wuppertal
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Bettnässen der Tochter
Hilfsmittel: Mictonetten

Beitrag #2 von Chris00 » 16 Aug 2007 09:44


Hallo,

ich bin seit Geburt inkontinent. Ich kenne somit das Leben als Windelträger in der Schule. Probleme mit der Schule (also mit Lehrern oder der Verwaltung) hatte ich eigentlich keine (zumindest nicht wegen der Windeln... *ggg*).

Zur Zeit arbeite ich ehrenamtlich mit ADHS-Kinderm und -Jugendlichen, unter denen auch einige wenige Windelträger sind. Ich pflege einen intensiven Dialog mit den Lehrern dieser Schüler und kenne somit auch die Sichtweisen dieser Lehrer.

Helfen würde ich dir ja gerne. Welche Probleme hast du denn genau erfahren?
.:|Inkontinent seit Geburt und ADHS+HB|:.
Kreativität ist, wenn ich aus den Steinen, die mir in den Weg gelegt werden, auch noch ein Haus baue! (Thom Hartmann)
Benutzeravatar
Chris00
Megaautor (min. 100 Beiträge)
Megaautor (min. 100 Beiträge)
 
Beiträge: 118
Alter: 45
Registriert: 15 Apr 2005 14:10
Wohnort: Düsseldorf
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: verheiratet
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz seit Geburt
Hilfsmittel: Tena Slip / Tena FleX / Suprima

Beitrag #3 von michael » 16 Aug 2007 09:53


hallo bin der michael ,was meinst du mit ärger in der schule
Benutzeravatar
michael
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 2
Alter: 34
Registriert: 16 Aug 2007 09:46
Wohnort: emden
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: harninkontinenz
Hilfsmittel: windelhosen

Beitrag #4 von Werner Holmans » 19 Aug 2007 00:32


Hallo,
jedes Kind mit einer Behinderung, dazu zählt auch eine mögliche Inkontinenz, sollte vor einer Einschulung durch die Eltern einem Förderausschuß vorgestellt werden (später ist es auch noch möglich). Hier werden die Probleme mit den Eltern, Lehrern usw. genau besprochen und mögliche Hilfen festgelegt. Diese Hilfen können eine individuelle Betreuung in der Schule, Hilfen im Sportunterricht und viele andere Dinge beinhalten. Ein Förderausschuß, so wird er im Land Brandenburg genannt, ist eine sehr hilfreiche Sache für alle Beteidigten die Umgang mit dem Kind haben und für das Kind selbst. Den Antrag dafür können die Eltern in der Schule, der Sonderpädagogischen Beratungsstelle, dem Schulpsychologen oder dem Schulamt stellen. Bitte alle ärztlichen Gutachten mitbringen!
Werner
Benutzeravatar
Werner Holmans
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
 
Beiträge: 148
Registriert: 17 Okt 2003 14:58
Wohnort: Land Brandenburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz
Hilfsmittel: Pants und Schutzhose aus PVC oder PU

Beitrag #5 von Chris00 » 19 Aug 2007 09:04


Hi,

sorry, aber ich würde Inkontinenz a priori niemals als "Behinderung" bezeichnen. Es sei denn, du möchtest jede Abweichung von einer Art Normmensch so betiteln. Und wer, bitte schön, maßt sich an, diese Norm festzulegen?

Ausgehend von der reinen Semantik des Wortes "Behinderung", wäre dies ein Zustand, der jemanden behindert. Und jetzt frage ich dich: Ohne die zum Himmel schreiende Intolleranz der besagte Schule (und auch einiger Teile dieser Gesellschaft), wo wäre denn bei alleiniger Inkontinenz die Behinderung? An was hindert sie dich denn? Wobei behindert sie dich?

Es kann ja nicht sein, dass Behinderung daran definiert wird, ob die Gesellschaft mit einer Besonderheit eines ihrer Mitglieder (in dem Falle das teilweise einnässende Kind) umzugehen bereit ist oder nicht.

Ich gebe dir insofern Recht, dass eine Vermittelnde Stelle, zwischen dieser armseligen Pädagogin und der Familie des Kindes, durchaus positive Aspekte hat (traurig, das so etwas überhaupt notwendig ist!!). Aber bitte überlege mal, welche seelischen Konsequenzen für das Kind daraus erwachsen, es gleich als "behindert" zu bezeichnen, nur weil es ab und zu einnässt!

Jedes Jahr erscheinen in der akademischen Fachpresse in mehreren Journals eine Unmenge von Papern, die sich damit Beschäftigen, wie engstirnige und pauschale "Diagnosen" von kleinen Besonderheiten Kinder und Jugendliche in Depressionen oder gar Selbstmord treiben. Lies dich mal ein bißchen darin ein. Da in deinem Profil "Heimerzieher" steht, kann diese Lektüre nur gewinnbringen sein.
.:|Inkontinent seit Geburt und ADHS+HB|:.
Kreativität ist, wenn ich aus den Steinen, die mir in den Weg gelegt werden, auch noch ein Haus baue! (Thom Hartmann)
Benutzeravatar
Chris00
Megaautor (min. 100 Beiträge)
Megaautor (min. 100 Beiträge)
 
Beiträge: 118
Alter: 45
Registriert: 15 Apr 2005 14:10
Wohnort: Düsseldorf
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: verheiratet
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz seit Geburt
Hilfsmittel: Tena Slip / Tena FleX / Suprima

Beitrag #6 von Werner Holmans » 21 Aug 2007 19:58


Hallo,
ich habe bei uns im Heim einige Kinder mit körperlicher und seelischen Behinderungen. Inkontinenz kann auch eine seelische behinderung sein. In der Schule gibt es einen geregelten Stundenablauf, dem das kind folgen muss. Nur so sind entsprechende Erfolge in der Regelschule möglich. Durch eine Behinderung, egal welche, ist dies nicht immer möglich, was die gesamte Entwicklung des Kindes beeinflusst. Über ein Förderausschussverfahren können entsprechende Hilfen gegeben werden (Förderung bei der Lernarbeit; Hilfe beim Toilettengang; besondere Betreuung in fast allen Bereichen in der Schule). Nur so bekommt das kind die erforderliche Hilfe. Der Begriff Behinderung ist doch keine Diskriminierung. Als Behindert gelten in der Schule auch Kinder mit sprachlichen Problemen, Hüftschädigungen, koordinations Problemen, Sehschwäche, Hörschwäche, usw. Ich selbst bin körperlich behindert und habe auch einen Behindertenausweis. Was ist dabei? Diese Einstufung hat mir bisher in meinem Leben nur geholfen. Ein am Tag einnässendes Kind (wenn ein ärztliches Gutachten vorliegt) benötigt nun mal entsprechende Hilfen und zusätzliche Fürsorge in der Schule. Diesen Mehraufwand kann die Schule sonst nicht allein bewältigen. Diese Dinge stehen auch in der jeweiligen Verwaltungsvorschrift (Schulgesetz) der einzelnen Bundesländer.
Werner
Benutzeravatar
Werner Holmans
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
 
Beiträge: 148
Registriert: 17 Okt 2003 14:58
Wohnort: Land Brandenburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz
Hilfsmittel: Pants und Schutzhose aus PVC oder PU

Beitrag #7 von mehlbox2001 » 21 Aug 2007 22:55


Hallo Bea,

mit Jugendämtern sollte man wegen Kindern mit Problemen wie Inkontinenz oder Bettnässen keine Probleme kriegen -- die sind höchstens da, Probleme zu lösen.

Mit Schulen kann es schon es schon Probleme geben -- die wenigsten aber auf "Integrationsschulen", wo "behinderte" und "nichtbehinderte" Kinder zusammen sind. Da fällt so ein Problem weniger auf und ins Gewicht ...

Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 56
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Beitrag #8 von papa0861 » 21 Aug 2007 23:37


hallo chris00,

deinen argumenten kann ich nur bedingt folgen. der umgang mit der inko ist in den verschiedenen altersgruppen schon allein ein thema für sich. du magst dich vielleicht nicht als behindert fühlen, weil du dein dilemma in die welt hinausschreist und kein hehl daraus machst. dies mag aber auch an deiner allgemeinen einstellung liegen.

anderen mag es dabei und damit anders gehen. ich denke da nur an die gängigen hänseleien (kinder können sehr grausam sein).

ich gebe dir recht, wenn man bei einer rein nächtlichen inko nicht von behinderung reden sollte. das spielt sich im stillen kämmerlein ab und tangiert die umwelt kaum.

aber am tage auf windeln angewiesen zu sein stellt durchaus eine behinderung in der lebensqulität dar. ein normaler schulsausflug kann hier schon zur behinderung werden. ein wandertag im wald stellt für den gesunden kein problem dar. kommt ihm das pinkeln an, stellt er sich einfach hinter einem baum. aber was machst du mittem im wald mit deiner nassen windel, die die hose schon nach unten zieht?

im gegensatz zu dir gibt es halt leute, die ihre befindlichkeiten nicht uneingeschränkt anderen aufbürden und lauthals schreien, daß alles ganz normal ist.

ich zum beispiel fühle mich durchaus behindert, wenn ich an "tagen der gemeinschaft" nicht teilnehmen kann, weil eben bestimmte dinge der hygiene nicht nicht sichergestellt werden können oder ich eine extra tasche mit meinen hilfsmitteln mitschleppen muß während andere lediglich einen stadtrucksack mir paar pullen bier tragen.

ich kann auch nicht an allen parkplätzen der autobahn anhalten und mal schnell das kleine geschäft erledigen. dazu ist es meist zu spät. also bin ich auf raststätten angewiesen, die ein bestimmtes maß an hygiene bieten. bis ich dort angekommen bin, ist der hintern voll.

ich kann nicht einfach spontan sagen, daß ich heute mal ins kino gehe. ich muß mich dazu ernährungsmäßig einstellen.

ich kann nicht nach der arbeit einfach mal einen längeren ausflug in ein kaufhaus machen. dazu muß ich erst nach hause um mich entsprechend zu versorgen.

allein im täglichen alltag fühle ich mich behindert, da ich mich nicht frei bewegen kann wie mein kollege am nachbarschreitisch. der dreht sich zum mittag eben sein essen rein. ich kann es nicht, da auf grund des arbeitsstresses ein zu zu schnell eingenommenes mittagessen sofort zu einem durchfall führt und der weg zum klo einfach zu weit ist.

also wenn du dich nicht als behindert fühlst, hast du glück.

aber zwinge deine weisheiten nicht anderen auf.
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
©2007
Benutzeravatar
papa0861
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 741
Registriert: 12 Jun 2004 00:55
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: harn/stuhl
Hilfsmittel: abri-form

Beitrag #9 von papa0861 » 22 Aug 2007 00:06


noch ein nachrag:
ich fühle mich durchaus behindert, wenn ich schon um vier aufstehen muß um meine nächtlichen mißgeschicke zu beseitigen, während gesunde menschen eine stunde länger pennen können, ehe sie in ihr büro, an ihre werkbank oder vielelicht auch nur zum frühverkauf pilgern müssen.

vielleicht mag es daran liegen. daß du nicht zeitlichen zwängen unterlegen bist. vielleicht spielt es in deinem alltag keine rolle wann du dich aus dem bett begibst.

ich bin an bestimmte zeiten gebunden. und meinem arbeitgeber ist es scheißegal wie es mir geht. hauptsache, ich bin pünktlich am platz.

ich unterliege hier einem behindernten zwang, da ich auch eine stunde eher aus dem bett muß, auch wenn die nacht mal ohne unfälle abging. ich weiß eben nicht, wie die nacht verlaufen ist.

das kann ich erst feststellen, wenn der wecker klingelt.

also du magst es sehen, wie du willst. ich für meinen teil sehe mich als behindert.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
©2007
Benutzeravatar
papa0861
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 741
Registriert: 12 Jun 2004 00:55
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: harn/stuhl
Hilfsmittel: abri-form

Beitrag #10 von andi72 » 16 Sep 2007 11:18


Also ich finde es sehr unhöflich, wenn man hier eine (etwas unklare) Frage einstellt, dazu dann Nachfragen kommen und man sich dann in Schweigen hüllt. Weitere Besuche hier im Forum hat es laut Profil ja gegeben...
Benutzeravatar
andi72
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 49
Registriert: 11 Sep 2005 13:39
Wohnort: Norddeutschland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Stressinko.

Nächste

Zurück zu Inkokids - Das Elternforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron