sekundäre Enuresis/Enkopresis bei meinem 5-jährigen Sohn

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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sekundäre Enuresis/Enkopresis bei meinem 5-jährigen Sohn

Beitrag #1 von sweety » 27 Nov 2007 14:38


:troest:
Hallo liebe Selbsthilfegruppe,
ich bin ja so froh, dass ich auf Euch gestossen bin.
Kurze Vorgeschichte: ich habe drei Kinder: 5, 3 und 1.
Mein Großer wurde "erst" mit 3 Jahren und 3 Monaten endgültig sauber. Er ging also noch fast ein halbes Jahr mit Windeln in den Kindergarten, bis es dann endlich (sowohl tags als auch nachts) geklappt hat. (Was an und für sich weiter kein Problem war.)
Im Oktober letzten Jahres kam dann unser Jüngster zur Welt (der Große wa da fast vier) und ca. drei Monate danach fing der Große an wieder nachts und dann tags in die Hose zu pinkeln.
Seit ein paar Monaten ist es nun sogar schon so weit, dass er mehrmals am Tag einkotet.
Nicht nur zu Hause, auch im Kindergarten und unterwegs.
Ich weiß nicht mehr weiter!
Wir haben die Ratschläge vom KA und den Erzieherinnen beherzigt und uns gezielt nur für den Großen Zeit genommen, weil die meinten, es läge an der Geburt des Kleinen.
Zwischendurch war er dann (mit Kalender) auch wieder einige Zeit (immer nur 2-3 Wochen) sauber und danach fing alles wieder von vorne an.
Seit zwei Wochen bekommt er jetzt Bachblüten und es ist schlimmer als zuvor.
Ich nehme jeden Tag zwei Päckchen aus dem Kindergarten mit nach Hause.
Ich kann nicht mehr! (Ihm macht es scheinbar gar nichts aus, er zuckt mit den Achseln und verliert kein Wort darüber, wenn ihn die anderen Kinder hänseln.)
Vielleicht hat einer von Euch ein paar Tipps parat, wie ich das in den Griff bekomme.
Liebe Grüsse,
Anja
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Art der Inkontinenz: sekundäre Enuresis/Enkopresis

Beitrag #2 von Werner Holmans » 27 Nov 2007 19:48


Hallo Anja,
es hört sich fast so an, dass sich dein Sohn Aufmerksamkeit fordert. Es kann wirklich so sein, dass ein Zusammenhang mit der Pflege des Säuglings besteht. Wie war es, als der andere Bruder (der Mittlere) geboren wurde? Bezieh ihn aktiv in die Pfleges des Säuglings ein (als großer Bruder kannst du schon mal helfen beim wickeln, da du älter bist, darfst du länger auf bleiben, usw.). Ihm muss seine Rolle in der Familie erst wieder neu klar werden. Ihm wird auch bald klar, dass er der große Bruder ist, der vieles viel besser kann. Dabei benötigt er sicherlich viel verbalen Lob. Sprech mit ihm über den Kindergarten. Es ist auch möglich, dass er sich plötzlich abgeschoben fühlt, da der Kleine im Haus bei der Mutter bleiben darf. Frage ihn, ob er in den Kindergarten möchte. Sage ihm, dass du dich freust, wenn er wieder da ist. Sprech mit ihm über seine Erlebnisse und mach diese zu einem Höhepunkt für ihn. "Du hast aber Glück gehabt, dass du so viel erleben konntest. Deine Brüder sind sicherlich ganz neidisch auf dich. Erzähl deine Erlebnisse aus dem Kindergarten auch deinen Brüdern." gebe ihm aber keine Windel mehr. Sage ihm, dass die Windel nur für ein Baby ist und er doch schon zu groß ist. Ein Kalender hilft, wenn er lange geführt und auch täglich ausgewertet wird. Wenn du diese Woche nur 5 Wolken auf dem Kalender hast, darfst du ....! Such dabei als Lob etwas aus, was kein Geld kostet und wo er altersgerecht als großer Bruder entscheiden kann.
Wenn nichts hilft suche einen Kinderarzt auf. Es sollte untersucht werden, ob organisch alles in Ordnung ist.
Das Thema ist unerschöpflich und man kann sehr viel tun und erreichen. Nicht alles hilft aber bei jedem Kind. Es muss alles nur auf deinen Sohn zugeschnitten sein, du kennst ihn ja am besten. Du selbst musst dich auch konsequent im Umgang mit dem Jungen beobachten. Überlege dir genau jede Reaktion.
Viel Erfolg wünscht Werner
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Beitrag #3 von mama123 » 27 Nov 2007 20:12


Hallo Anja,
die Tipps, die du schon von meinem Vorschreiber bekommen hast, solltest du auf alle Fälle beherzigen.
Was ich dir noch raten möchte ist, dass du dieses Thema bei euch nicht zu sehr zum Thema machst.
Mein Sohn(10 Jahre) hat eine primäre Enuresis und Enkopresis. Er hat eine Rückenmarkserkrankung und merkt es einfach nicht. Als er im Alter deines Sohnes war (also im Kindergarten) hatten wir die Diagnose noch nicht. Er lief noch als "entwicklungsverzögert". Wir haben soviel unternommen (Belohnungssystem, Toilettentraining usw.) Irgendwann haben wir das zum größten Teil aufgegeben, weil es einfach unsere Beziehung zu unserem Sohn zu sehr belastet hat. Immer nur stand die Windel, der Toilettengang usw. im Mittelpunkt.
Als wir es irgendwann einfach so hingenommen haben, ging es uns allen besser. An der Sache an sich hat sich natürlich nichts geändert, aber psychisch ging es sowohl dem Kind als auch uns als Eltern besser.
Irgendwann kam natürlich die Diagnose und dann war da erst mal für uns Eltern ein schwarzes Loch: unser Kind kann es gar nicht lernen, wird vermutlich sein ganzes Leben lang damit behaftet sein. Aber das ist jetzt nicht dein Thema.

Ich würde auf alle Fälle aber auch zum Arzt gehen, um organisch alles abklären zu lassen, am besten vielleicht in einem SPZ. Die sind auf entwicklungsauffällige Kinder spezialisiert.
Aber wie ich schon oben gesagt habe, beherzige auch die Ratschläge, dass du ihn in die Pflege des kleinen Bruder mit einbeziehst, dass du hervor hebst, dass er ja schon groß ist, viel mehr kann und vielleicht auch mehr darf.

Falls du noch mehr Fragen hast oder auch deinen Sorgen los werden willst, kannst du dich gerne an mich wenden.

Liebe Grüße

Dagmar
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Beitrag #4 von papa0861 » 27 Nov 2007 23:15


also ich glaube, daß die verspätete sauberkeit im zusamenhang mit den hilfsmitteln steht.

früher gab es keine babypants, die ein rundum trockenes gefühl vermittelten. früher gab es baumwollwindeln, und in dem nassen zeug zu liegen war für die kleinen bestimmt kein zuckerschlecken.

nasse windel haben immer ein gefühl des unbehagens verursacht. ergo war der kleine geist bestrebt, den nassen klumpen loszuwerden. war einfach unangenehm.

heute spielt es bei den produkten kaum noch eine rolle. eingepullellert ... aufgesaugt ... und mit sicherheit ein gutes gefühl ....

diese erfahrung konnte ich im zeitalter ost-west sammeln.

"unsere kleinen" waren schon in einem alter trocken, wovon man heute noch träumt.

lag das nun an der damaligen mangelversorgung, oder an der lobby?

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Beitrag #5 von Die_Steffi » 28 Nov 2007 06:53


Hallo, wollte dich nur mal beruhigen und sagen, dass dieser Rückfall normal ist und oft (eigentlich fast immer, wenn ich mir die anderen Mamas in meinem Babyforum anhöre) bei der Geburt eines Geschwisters vorkommt.

Kann ich mir nicht vorstellen, dass es ihm nichts ausmacht, das ist nur gespielt, er wird doch Freunde wollen, aber noch mehr will er ein Baby sein.

Hört sich auch so an, als hätte er die Privilegien als "Großer" noch nicht ganz verstanden. Darf er helfen, fühlt er sich wichtig im Haushalt? Hast du Zeit, dich auch mit ihm allein zu beschäftigen?

Liebe Grüße,

Steffi
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Herzlichen Dank

Beitrag #6 von sweety » 28 Nov 2007 09:22


... erstmal für die aufmunternden Worte.
Ich habe am Anfang ja verstehen können, dass es irgendwie mit Leons Geburt zusammenhängen muss.
Die ist aber inszwischen 13 Monate her (bei Silas hatte Luca übrigens keine Probleme) und ich habe in dieser Zeit vieles probiert: von gezielte "Elternzeit" nur mit Luca, gemeinsamen Unternehmungen wie z.B. Kino, einbinden in die Pflege von Leon ...
Dadurch, dass er zwischendrin immer mal wieder ein paar Wochen sauber war, weigere ich mich jetzt eigentlich, das "Problem" noch mit Leons Geburt in Zusammenhang zu bringen und körperliche Ursachen schließe ich eigentlich auch aus, es klappt ja immer mal wieder.
Ich habe nächste Woche einen Termin beim KA und hoffe, dass die mir irgendeinen Tipp geben kann (vielleicht auch einen Spezialisten oder evtl. sogar Psychologen).
Aber trotzdem ganz herzlichen Dank, durch Euer Forum habe ich erst gemerkt, dass ich wirklich nicht ganz allein bin.
LG,
Anja
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