Giggle Inkontinenz

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Giggle Inkontinenz

Beitrag #1 von engel302 » 26 Dez 2007 17:11


Hallo,

bei meinem Sohn 11 Jahre alt wurde in der letzten Woche eine Giggle Inkontinenz festgestellt. Er hat es uns erst ein halbes Jahr verheimlicht, da er selbst nicht wußte was los war. Ab und an kam er mal mit einer nassen Hose nach Hause, ich habe mir aber nichts dabei gedacht, habe ihn getröstet und gesagt, daß es jedem mal beim Lachen passieren kann. Nun ja, es passierte immer öfter und auch nur beim Lachen, wenn seine Freunde da waren. Das ganze ist ihm hochpeinlich, ich habe ihm jetzt Ersatzklamotten ins Badezimmer gelegt, damit er sich wenigstens umziehen kann. Teilweise erwische ich mich dabei, daß ich ihm erzähle er solle nicht soviel lachen, ich habe schon immer Angst wenn Freunde zu Besuch sind, und es lustig wird. Das erste was ich dann mache, ist ihn auf die Toilette zu schicken, weil ich denke daß dann nicht mehr soviel kommen kann. Im Juni steht die erste Klassenfahrt an und ich habe jetzt schon schlaflose Nächte, wie wir das alles bewerkstelligen sollen. Der Arzt sagt, daß es nicht wirklich eine Therapie gäbe, evtl. Ritalin. Im Internet steht immer, daß die Giggle Inkontinenz vor allen Dingen Mädchen betrifft, könnte das ganze auch noch was anderes sein??
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Beitrag #2 von Werner Holmans » 27 Dez 2007 00:19


Hallo,
Ritalin hilft nur, so kenne ich dieses Medikament, wenn es sich um ein Kind mit einer Hyperaktivität handelt. Durch Ritalin wird das Kind ruhiger und aufmerksammer in der Schule. Bei uns im "Heim" haben wir einige Kinder, die regelmäßig, aber nicht in den Ferien, Ritalin nehmen. Mir ist nicht bekannt, dass Ritalin bei einer Inkontinenz hilf. Wenn aber die Ursache an einer Aufmerksamkeitsstörung liegt, könnte es möglich sein, dass es auch hilft.
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verzwickte Frage

Beitrag #3 von klaro (+16.05.2008) » 27 Dez 2007 11:17


ich hab ja einen ADHS sler und eine mit Hypo Antriebschwäche ADS

ich selber ja auch.

Ritalin selber nützt insofern nicht eigentlich auf Inkontinenz. Wobei ich den Vorschlag gar niht mal so abwägig finde, obwohl
ich es eben das ERSTE mal höre, dass es zu diesem Zweck angewendet, resp. in Betracht gezogen wird.

Ritalin ist ja nicht nur zum Beruhigen, es leitet die Bootenstoffe weiter, die bei ADSlern eben nicht von selbst, oder verlangsamt weitergeleitet werden.

Mein ADHS ler wurde erst mit etwa 13-14 Jahre abgeklärt. ER war füher lange am Tag.. einfach dauernd nass.. er konnte dem Hauswart zusehen.. gespannt und interessiert und merkte gar nicht, dass er nass wurde..

für ihn ging der Tag dann einfach weiter, hätte ich ihn nicht umgezogen. Aber da liess ich mir jeweilen Zeit.
Mich würds schon interessieren, ob da Ritalin geholfen hätte. Kanns mir schon wenig vorstellen.

Man kann als ADSler einfach nicht allzuviele Bootschaften auf einmal wahrnehmen.. das geht bei den meisten nicht.

Mein Sohn brauchte es 3 Jahre, dann konnte er es absetzen.
aber bei Giggleinkontinenz... keine Ahnung, denke da ist Ritalin echt nicht vielversprechend als hilfe.
Wäre mir auch neu.

Wobei meine ADS Tochter, erwachsen nun, auch etwa beim lachen, nass wurde, kann noch heute passieren, aber es ist nicht weiter schlimm. Sie kommt zurecht. Wir haben es auch nie so betittelt, es war einfach so, wenn sie zu stark lachen musste etwa mal oder ausgekitzelt wurde.. oder ähnliche Situationen.

meine ADS ler hattten als Kind immer nasse Unterhöschen, das war einfach mal so. Daran störte sich weder das Kind noch wir Eltern.
Jedenfalls besserte es sich dann alle Jahre um einiges.

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen...klaro :fleissig:



Beschreib doch die Art und WEise deines Sohnes mal genauer, da kann WErner Hohlmass auhc besser ein Bild machen, ob Aufmerksamkeitsdefizit oder so vorliegen könnte.

auch ich merke aus gewissen Beiträgen heraus.- obs in die Richtung gehen könnte oder nicht.( aber ohne Gewähr, ich bin kein Arzt)

Vorsicht auch mit Ritalin, die Nebenwirkungen sind auch nicht gering.

Einschlafschwierigkeiten, Appetitverlust etc..

also überlegt es gut mit dem Arzt zusammen. Nur wegen Giggle inko, finde ich es auch komisch.
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klaro (+16.05.2008)
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Beitrag #4 von Die_Steffi » 27 Dez 2007 12:52


Ist das Problem ein neues Problem? Das klingt ja fast so, als hätte er es früher nicht gehabt... Hatte er vielleicht eine Infektion oder einen Wachtumsspurt? Durch irgend etwas muss ja ausgelöst worden sein.

Ich würde empfehlen, dass er Beckenbodentraining macht, da kriegt er ein besseres Gefühl für da unten, dann vor lustigen Dingen aufs Klo gehen und vielleicht Einlagen tragen.

Ach ja, und unbedingt zu einem anderen Arzt (Urologen) und zweite Meinung einholen.

LG

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Beitrag #5 von engel302 » 28 Dez 2007 16:34


Hallo,


also mein Sohn hat es erst seit ca. einem halben Jahr. Es passiert auch nur, wenn er total ausgelassen ist und richtig lacht. Dann aber nicht tröpfchenweise, sondern in einem richtigen Schwall. Deshalb tippte der Kinderurologe auf Giggle-Inkontinenz. Er hat sonst keine Probleme mit der Blase, er war mit 3 trocken und auch sonst war nie etwas mit der Blase.
Mein Sohn ist ein ehemaliges Frühchen (27 SSW. ) und hat seitdem eine leichte Spastik in den Beinen, zuerst haben wir gedacht, die Spastik hätte sich etwas gelockert und dadurch evtl. der Beckenboden, und daß das ganze daher käme, aber der Urologe meinte, es wäre unwahrscheinlich, das es nur beim Lachen passiert. Mein Sohn wechselt im Sommer auf die Realschule/Gymnasium und hat in der Schule keine Probleme, außer natürlich beim Sport.
Auf Ritalin sind wir im Internet gestoßen.

Gruß
engel302
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Beitrag #6 von Helmut » 04 Jan 2008 15:12


Hallo engel302,

es stimmt dass die Giggle Inkontinenz hauptsächlich bei Mädchen vorkommt, bei Jungen praktisch nicht. Bis heute kennt man die genaue Ursache bzw. den auslösenden Faktor nicht, man weis nur, dass die Giggle Inkontinenz einige Parallelen mit deiner Dranginkontinenz hat und vermutlich durch eine Fehlsteuerung vom Gehirn aus ausgelöst wird.

Euer Urologe sollte bei deinem Sohn auch einmal eine urodynamische Untersuchung machen, damit lassen sich Auffälligkeiten bei der Blasenentleerung und dem Zusammenspiel zwischen Blase und Schließmuskel nachweisen. Vielleicht findet sich da ein Hinweis ob es nicht doch ein neurologisches Problem gibt.

Wenn es tatsächlich eine Giggle Inkontinenz ist, dann wird dein Sohn wohl damit leben müssen, da bis jetzt keine wirklich brauchbare Behandlungsmethode vorhanden ist.

Gruß Helmut
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