Fehlende Einsicht - Weiß nicht mehr weiter.

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Fehlende Einsicht - Weiß nicht mehr weiter.

Beitrag #1 von Moni23 » 04 Apr 2008 10:43


Liebes Forum,

mein Sohn ist 11,5 Jahre, war noch nie trocken. Nach einem ziemlichen Marathon durch div. Ärzte, alle möglichen Therapieversuche inkl. Klingelhosen, -matten, etc. hat sich herausgestellt, er hat ein zu kleines Blasenvolume und damit verbunden eine überaktive Blase.

Seit dieser Diagnose nimmt er Detrusitol, damit ist die Häufigkeit der Toilettengänge deutlich reduziert worden. Und nachdem ich auf dieses Forum gestoßen bin, haben wir für nacht die Lösung mit Kondomurinalen und Beinbeutel gefunden. Seit ca. 1 Jahr hat er das nun, kostet die Krankenkasse ein Heidengeld - aber sie zahlt.

Nun das Problem: Jeder, aber wirklich jeder Arzt sagt: Die Blase ist ein Muskel, einen Muskel muß man trainieren und das geht nur durch regelmäßiges Trinken. Leuchtet irgendwie ein, oder? Mir schon, jedem anderen auch - nur meinem Sohn nicht. Trinken ist ein Kampf, am liebsten trinkt er gar nicht.

Ich bin mittlerweile soweit, dass ich völlig zermürbt bin. Er sieht es einfach nicht ein und mit 11 Jahren sollte doch soviel möglich sein zu sehen: Ich habe ein Problem, das einzige was ich tun kann, ist den Muskel zu trainieren, also muß ich trinken. Wir reden hier ja nicht über 3 l, oder was weiß ich. Er soll täglich 1,5 l gleichmäßig über den Tag verteilt trinken.

Nun habe ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt und ihm 3 Wochen Zeit gegeben, sein Trinkverhalten zu ändern. Dann müsste ich die Hilfsmittel nachbestellen. Wenn er so weiter macht, wie bisher, werde ich das nicht tun und gleichzeitig alles absagen, was mit wegfahren verbunden ist.

Er glaubt es mir nicht, aber was soll ich denn sonst machen? IRgendwo muß er doch mal sehen, dass das kein Spaß ist.

Ist vielleicht jemand im Forum, der ähnliche Problem hat/hatte und mir helfen kann? Ich weiß echt nicht mehr weiter.

Danke an alle
Moni
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Beitrag #2 von Brandy » 04 Apr 2008 15:46


Hallo Moni,

Ich bin aufgrund einer angeborenen Querschnittlähmung selbst schon immer inkontinent (Tag + Nacht) und kenne das Problem der ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme selbst sehr gut.

Ich weiß nicht, wie du bis jetzt versucht hast, deinen Sohn zum Trinken zu bringen. Die Idee des Entzugs der Hilfsmittel gefällt mir aber nicht.

Diese sind ja dazu da, unwillkürlich abgegangenen Urin aufzufangen. Wenn du jetzt deinem Sohn diesen Schutz nimmst, bezweckst du damit denke ich nur, dass sein Kleidungsverbrauch steigt, weil es jetzt in die Hose geht. Damit hast du auch mehr Arbeit beim Waschen. Die damit (wahrscheinlich) verbundene Scham wird deinen Sohn nicht dazu bringen, mehr zu trinken.

Du beschreibst deinen Sohn in deinem Beitrag leider nicht. Braucht er auch am Tag Inko-Hilfsmittel? Wie ist er in der Schule?

Anstatt des Ultimatums, das du angesprochen hast, würde ich eher folgende Schritte gehen:

- besprich mit deinem Sohn, welche Getränke er gerne hat und gib ihm diese zu trinken. (Selbst wenn die relativ ungesund sind, gewöhnt er sich dadurch vielleicht lieber ans Trinken und wenn aus dem Trinken erst einmal eine Gewohnheit geworden ist, kann man das Getränk noch immer ändern)

- Stelle deinem Sohn ein entsprechen gefülltes Gefäß hin und sag’ ihm, dass er das bis zum Abend gelehrt haben muss.

Die abstrakte Aufforderung, das Trinkverhalten unter Zeitdruck total selbständig zu ändern, hätte mich im Alter deines Sohnes wahrscheinlich auch überfordert.

Ich hoffe, dir mit meinen Gedanken weiter geholfen zu haben. Für weiteren Erfahrungsaustausch bzw. Diskussion stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruß
Brandy
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Beitrag #3 von Werner Holmans » 04 Apr 2008 16:14


Hallo,
mit 11. Jahren kann man von einem Kind noch nicht das Verständnis eines Erwachsenen verlangen. Druck und Zwang führen oft zu Gegenhandlungen. Oft, und denke an deine Kindheit zurück, wird vieles was die Elter sagen abgewehrt. Strafen helfen weder dem Kind noch dir. Kann es sein, dass schon mal in seiner Gegenwart uber das Bettnässen gesprochen wurde und jemand sagte, dass das Kind abends nicht mehr trinken darf? Solche Auffassungen gab es ja schon mal, sind aber vollkommen überholt. Sprich allein mit dem Arzt über die bestehenden Probleme mit deinem Sohn. Der Arzt, wenn es ein guter Kinderarzt ist, wird das Kind über das Trinkverhalten aufklären. Er wird ihm auch sagen, dass kein Zusammenhang zwischen dem Einnässen und der Trinkmenge besteht und Trinken für den Körper ganz wichtig ist. Sehr feinfühlig würde für solch ein Gespräch auch ein Psychologe geeignet sein. Frag doch in der Schule mal nach dem Schulpsychologen.
Werner
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@Brandy und Werner

Beitrag #4 von Moni23 » 06 Apr 2008 12:17


@Brany

Mein Sohn braucht nur nachts Hilfsmittel, untertags Gott sei Dank nicht. Er muss zwar etwas häufiger zur Toilette, als die meisten, aber das klappt.

Ich muß noch hinzufügen, dass er auch noch ADHS hat und da entsprechend behandelt wird.

Brandy, wir haben wirklich alles durch, er kann wegen mir trinken was er möchte, nur den Gesamtemflüssigkeitsbedarf mit Cola stillen geht nicht. Wir haben auch (auf Rat einer speziellen enuresis-Sprechstunde) leere Becher auf dem Tisch stehen, die er immer dann ineinader stellen soll, wenn er etwas getrunken hat, damit er sieht wieviel er schon getrunken hat. Strichlisten, Sonnenlisten, wahrscheinlich gibt es nichts, was wir nicht schon gemacht haben. Das Problem ist, dass er kaum Durst hat und daher trinken für ihn nur was sehr lästiges ist.

@Werner
Wir sind echt schon von Pontius zu Pilatus gelaufen und haben wenigstens nie jemanden gehabt, der uns damit kam, dass sein Problem psychische Ursachen hat und Gott sei Dank diesen Blödsinn, dass man abends nichts trinken darf auch nicht.

Im Gegenteil, mein Sohn hatte das Glück, bei einer sehr kompetenten und netten Dame zu landen, die im genau die Zusammenhänge erklärt hat.

Du hast sicher recht, die Kinder werden "Mamataub", aber ganz sich selbst überlassen geht halt einfach nicht.

Deswegen bin ich ja so verzweifelt, weil wirklich gar nichts nützt.

Danke jedenfalls an Euch beide!


F
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versuchs doch mal so

Beitrag #5 von spider » 06 Apr 2008 23:19


Hi Droh ihm doch einfach an dass du ihn in Windeln steckst wenn er nicht endlich anfängt zu Trinken. Wenn er dich nicht ernst nimmt geh in die Apotheke hol Drynights für Mädchen die sind schön Rosa, mit Bärchen oder sowas drauf, oder wenn die schon zu klein sind Inkontinenzslips. Und dann noch ne Wollstrumpfhose. Dann schön dick Windeln, mit 4-5 Einlage, sodass er bei jedem schritt dran erinnert wird was er zwischen den beinen hat. Und die Strumpfhose drüber, so lässt du ihn dann mal nen Tag daheim rumlaufen und sagst zu ihm wenn er nicht anfängt zu trinken dann muss er immer Windeln tragen. Und wenn er dann nicht anfängt dann kauf ihm ne latzhose und Wickel ihn normal und geh mit ihm unter läute, Einkaufen oder so. Er wird sich sehr unsicher sein ob man die Windel sieht oder nicht (in Wirklichkeit sieht mans nich) aber wenn die Windel raschelt meint er, dass das jeder hören würde.
Das wär mein vorschlag. Musst ja net machen aber ich glaub spätestens nachdem du ihn einen Tag mit einer dry nights Windel für größere Kinder, aber doch mit Babymotiven zuhause rumlaufen hast lassen, wird er sich genau überlegen ob er das immer will und von der Mama gewickelt, im Intimbereich saubergemacht (villeicht auch rassiert) und eingekrehmt zu werden wird ihn bestimmt nicht begeistern deshalb wird er sich das 2 mal überlegen ob er das will gruß Spider
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Beitrag #6 von Werner Holmans » 07 Apr 2008 00:14


Hallo Moni,
deinen Antworten entnehme ich, dass du eigentlich gar keine Ratschläge möchtest. Du schmetterst jede Anregung sofort ab und und bekommst mit Sicherheit so auch keine Hilfe. Es fehlt dir vermutlich selbst an Durchhaltevermögen und die entsprechende Konsequenz. Vielleicht geht dir auch alles viel zu langsam und deshalb gehst du von Pontius zu Pilatus, was nicht gut für das Kind ist. Wenn ein Kind nicht die angesprochene Menge trinkt, ist es nicht gleich mit gesundheitlichen Folgen verbunden. Vielleicht benötigt sein Körper auch viel weniger Flüssigkeit? Der Kinderarzt wird bei den regelmäßigem Besuch feststellen, ob der Körper zu wenig Flüssigkeit bekommt und wird dann Maßnahmen einleiten. Garade bei Kindern mit einer ADHS sind Konsequenz und dies über viele Jahre, von großer Bedeutung. Der Schulpsychologe kann dir mit Sicherheit helfen. Der Schulpsychologe ist nicht nur für die psychischen Probleme eines Kindes da. Er wird vermutlich mit seinen Mitteln und Fähigkeiten spielerisch mit dem Jungen arbeiten. Er findet auch heraus, weshalb dein Sohn nicht trinken möchte. Vielleicht trinkt er ja auch heimlich! Wenn die Gründe bekannt sind, wird man auch helfen können. Im Alter von 11 Jahren erzählt man den Eltern nicht mehr alles, was ganz normal ist. Natürlich wird der Schulpsychologe nicht sofort ein Ergebnis haben. Oft benötigt er mehrere Kontakte zu deinem Sohn und vielleicht auch zu dir. Lass ihm die Zeit und sei nicht ungeduldig..
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Beitrag #7 von Struppi » 07 Apr 2008 15:01


@ Spider,

sag' mal, bist Du sicher, dass Du Dich hier im richtigen Forum befindest?! :aerger:

Deine "Anregungen" finden bei mir eher noch ein mildes Lächeln und das tiefe Bewußtsein dafür, dass Du Dir besser weitere Anregungen dieser Art sparst - mal abgesehen von dem Umstand, dass diese "Hilfestellung" - würde sie denn umgesetzt werden - sich hart an der Grenze zur Mißhandlung befindet.

Deine gesamten bislang geschriebenen Beiträge bewegen sich meines Erachtens nach auf einer Fetisch-Schiene mit starker Tendenz zum Sado-Masochismus... bitte behellige nicht Menschen mit diesen abstrusen Gedanken, die hier ernsthaft nach Hilfe suchen.

Gruß

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Beitrag #8 von Kathrin1506 » 07 Apr 2008 15:37


Hallo
Du hast doch geschrieben, dass dein Sohn so sehr auf Cola steht.
Eine Idee von mir wäre es mal mit Wasser und einem kleinem Schuss Cola zu versuchen, villeicht trinkt er das dann, da es zumindest etwas nach Cola schmeckt.

Wie sieht es denn mit den Medikamenten aus, die er wegen der ADHS nimmt, kann es sein, dass da "Dursträuber" dabei sind?
Wie sieht es bei ihm mit Suppen aus, mag er die? Das wäre auch eine Möglichkeit den Flüssigkeitsbedarf zu decken(zumindest wenn sie nur schwach gesalzen werden), oder Wasserreiches Obst oder Gemüse.

LG Kathrin1506
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Beitrag #9 von spider » 07 Apr 2008 15:44


Struppi hat geschrieben:@ Spider,

sag' mal, bist Du sicher, dass Du Dich hier im richtigen Forum befindest?! :aerger:

Deine "Anregungen" finden bei mir eher noch ein mildes Lächeln und das tiefe Bewußtsein dafür, dass Du Dir besser weitere Anregungen dieser Art sparst - mal abgesehen von dem Umstand, dass diese "Hilfestellung" - würde sie denn umgesetzt werden - sich hart an der Grenze zur Mißhandlung befindet.

Deine gesamten bislang geschriebenen Beiträge bewegen sich meines Erachtens nach auf einer Fetisch-Schiene mit starker Tendenz zum Sado-Masochismus... bitte behellige nicht Menschen mit diesen abstrusen Gedanken, die hier ernsthaft nach Hilfe suchen.

Gruß

Struppi


Sory das sollte nicht so rüberkommen, aber wenn der Junge dies aus absicht macht nur aus trotz dachte ich dass dies eine möglichkeit wäre ihm zu zeigen dass die Mutter es ernst meint, ohne ihm irgendwelche sachen zu verbieten, und ohne dass er sich in der Schule blamieren würde, da er meiner Meinung nach spätestens nach dem Tag zuhause in Windeln kapieren würde dass es seine Mutter ernst meint und nicht nur einfach "labert".
wenn des irgendwie blöd kommt oder so dann bitte rauslöschen
gruß spider
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Beitrag #10 von Werner Holmans » 07 Apr 2008 19:39


Hallo,
Kinder mit einem ADHS sollten nach Möglichkeit nie Cola bekommen. Cola verstärkt die Symptome ganz wesentlich. Es gibt außer Cola noch einige andere Lebensmittel, die Kinder mit einem ADHS nicht bekommen sollten. Es muss ausgetestet werden.
Werner
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