Meine "Freunde" machen mich krank!!!

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Meine "Freunde" machen mich krank!!!

Beitrag #1 von ronja » 08 Apr 2008 20:05


Ich lese hier schon länger mit und wage mich nun an meinen ersten Beitrag! Meine Tochter Anna ist 5 1/2 Jahre alt und war noch nie trocken, weder Tags noch Nachts. Sie entleert beim in die Hose pinkeln nicht komplett die ganze Blase, es ist immer handtellergroß nass. Das mit dem Einkoten haben wir gelöst, das war Überlaufstuhl aufgrund Verstopfung. Als die Verstopfung mittels Einlauf gelöst wurde, hatten wir auch kein Einkot-Problem mehr. Am Jahresanfang hatten wir alles organisch abklären lassen und der spezialisierte KI-Arzt erklärte uns, daß Anna völlig in ihrem Spiel vertieft sei und dabei vergisst zum Klo zu gehen. Wir sollen sie komplett in Ruhe lassen, das Problem würde sich mit der Zeit von selber lösen. So weit so gut, ich verfahre auch nach dem Prinzip und nerve auch nicht mehr mit ständigen "Pipi-Fragen". Nachts erzielen wir kleine Erfolge, das bett ist nur noch 1-2 mal die Woche nass. Tagsüber habe ich festgestellt, das Anna am besten nackig rumläuft, weil sie dann doch tatsächlich zum Klo geht, denn nirgends kann ich Pfützen finden...ich sehe doch klitzekleine Schritte in die richtige Richtung... :lol:
So, nun sagt heute die Mutter der Freundin Annas zu mir:" Annas einpinkeln nervt! Das nächste mal wenn Anna bei uns einpinkelt rufe ich dich an damit du sie gleich abholen kannst, vielleicht lernt sie es ja dann endlich!" Ich habe mit den Tränen gekämpft und hatte keine passende Antwort parat, wollte nur noch weg... Genau dieses können Anna und ich nicht gebrauchen, jemand der uns beiden noch zusätzlichen Druck macht!

Wie haltet ihr das bloß aus? Wie reagiert ihr?? :aerger:

Tanja :pp:
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ronja
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Beitrag #2 von mama123 » 08 Apr 2008 20:23


Hallo Tanja,

das tut mir wirklich sehr leid, dass du solche Erfahrungen machen musst. Diese Mutter ist einfach nur dumm!!!!

Ich habe solche Erfahrungen nie machen müssen. Mein Sohn (10 Jahre) ist aufgrund einer Rückenmarkserkrankung stuhlinkontinent und nässt nachts auch ein. Als er noch im Kindergarten war und wir noch keine Diagnose hatten (die bekamen wir erst kurz vor dem 6. Geburtstag) und wir auch noch keine Ahnung von gezielter Darmentleerung usw. hatten, ist mein Sohn trotzdem immer zum Spielen gegangen. Die Mütter haben Bescheid gewusst und da kam nie so eine dumme Bemerkung.

Ich kann das überhaupt nicht verstehen. Ich weiß ja nicht, wie gut du diese Mutter kennst und wie dein Verhältnis zu ihr ist, aber ich würde ihr schon mal in einem Gespräch sagen, wie verletzt du dich gefühlt hast und das diese Bemerkung wirklich nicht angebracht war.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ihr werdet das schon schaffen und irgendwann wird deine Tochter auch trocken sein.

LG

Dagmar
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Beitrag #3 von ronja » 10 Apr 2008 09:39


Hallo Dagmar!

Danke für deine aufbauende Antwort, eine Unterstützung die mir wirklich viel wert ist. Tatsächlich habe ich die Mutter darauf nochmal angesprochen und ihr gesagt, daß sie mir einen Stisch mitten ins Herz versetzt hat mit ihren Äußerungen und ich wirklich niemanden brauche, der mich noch zusätzlich (und vor allem Anna) unter Druck setzt, da wir beide echt schon genug Stress haben. Sie meinte unter anderem, es sei nicht ihre Absicht gewesen...doch das Gespräch nahm noch einen anderen Verlauf, es fielen dann so Sätze wie: "Von einer 5 1/2 jährigen kann ich wohl erwarten, daß sie nicht ständig überall hinpinkelt! Außerdem muß ich die Pipi wegmachen und das mag ich nicht!" Ihre Reaktion hat bei mir einen Nervenzusammenbruch ausgelöst...ich wußte nicht mehr was ich zuerst machen sollte, schreien oder heulen, also tat ich beides gleichzeitig, zum Glück schon im Auto. Dennoch haben es meine Kinder alle drei mitbekommen und ich habe immer nur noch gestammelt wie sehr ich sie liebe. Mein Mann, den ich zwischenzeitlich anrief, mußte früher von der Arbeit nach Hause kommen.
Natürlich war Anna gestern ständig nass und das Bett ist heute Nacht auch mehrmals weggeschwommen... Ich wollte einfach noch mal loswerden, daß ich dieses Problem als komplexes verstehe,irgendwie auch verstanden habe, daß unser Weg der Richtige ist, aber die Umwelt macht einem das Leben extrem schwer. :cry:
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Beitrag #4 von Werner Holmans » 10 Apr 2008 23:54


Hallo Tanja,
ich entnehme deinem Beitrag, dass du selbst nicht mit der Problematik fertig wirst. Ich habe auch den Eindruck, dass du dich selbst angegriffen gefühlt hast. Vermutlich musst du erst die mögliche "Krankheit" deines Kindes akzeptieren lernen. Ich verstehe die Mutter der Freundin deiner Tochter vollkommen. Versetze dich doch mal in ihre Lage. Würdest du es ohne Kommentar hinnehmen, wenn die Freundin deiner Tochter überall hin pinkelt? Hast du die Eltern der Freundin vorher über die "Krankheit" deiner Tochter informiert? Waren sie trotzdem mit dem Besuch einverstanden? Von einer 5 1/2 jährigen kann ich wohl erwarten, wenn sie gesund ist, dass sie nicht ständig überall hin pinkelt! Woher soll das Verständnis dafür kommen, wenn man die ganze Problematik nicht vorher kennt? Diese Mutter wusste doch gar nicht, wie sie sich verhalten soll.
Überlege dir doch mal die ganze Sache aus ihrer Sicht, was durchaus hilfreich für dich sein kann.
Werner
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Beitrag #5 von ronja » 11 Apr 2008 12:09


Hallo Werner!

Diese besagte Mutter wusste über Annas Problem sehr wohl Bescheid und Anna durfte kommen! Ich habe sie auch darüber informiert, daß keine organischen Befunde vorliegen und ich nicht weiß warum Anna in die Hose macht. Desweiteren wußte sie genau, was ich mit dem spezialisierten Ki-Arzt besprochen habe, keine Thematisierung des Pinkelns und schon gar keine Reaktionen, bzw. Strafen im Falle eines Unfalls! Außerdem ist es doch so, daß immer noch der Tonfall dazu kommt, und man einem Menschen ja viel sagen kann, auch unangenehme Dinge, wenn man sich doch wohl mal ein bißchen vorsichtiger, eventuell auch ein bißchen verständnisvoller ausdrückt!!!
Ich habe mit Annas "Krankheit" keine Probleme, meine Probleme liegen in der Reaktion der Mitmenschen, die auch meine Anna ganz genau mitbekommt und die auch ihr wieder ein Schlag ins Genick versetzen!
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Beitrag #6 von Kathrin1506 » 11 Apr 2008 14:41


Hallo
Du redest von überall Hinpinkeln, und davon dass sich die Mutter von Annas Freundin über das saubermachen müssen geärgert hat.
Dieses Problem, vorallem das mit der mangelden Akzeptanz der Umwelt kann doch mit Hilfmitteln lösen. Ich würde es auch nicht unbedingt akzeptieren wenn jemand Inko ist, aber keine Hilfsmittel trägt und lieber alles einsaut. Es muss doch deine Tochter auch sehr belasten wenn sie mit nasser Hose in der Öffentlichkeit herumläuft. Ich sage mir immer lieber die Hilfmittel sehen als eine nasse Hose.
Man sollte jedoch trotzdem versuchen den Grund für die Inko weiter suchen und behandeln.
Die Hilfmittel kann der Arzt verschreiben, sie fallem ihm nicht ins Budget.

Habt ihr denn schon versucht wie es ist wenn Anna alle 1- 2 Stunden aufs Klo geht.
Das kann auch ab und an wunder wirken.
LG Kathrin1506
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Beitrag #7 von Struppi » 11 Apr 2008 17:31


Hallo Ronja,

also, da möchte ich mich den Vorworten von Kathrin anschließen... ich würde mich auch ärgern, würde mein Sohn (ist erst 4 Mon. alt) irgendwann mal einen Freund/eine Freundin mitbringen, bei der die Eltern von der Inko wissen, diese aber bei Besuchen unversorgt lassen.

Es gibt doch heute diese Pants, wo die Kinder die Windel hoch und runter ziehen können wie eine normale Unterhose (die Pants sehen normaler Unterwäsche auch optisch sehr ähnlich). So kann Deine Tochter weiterhin die Toilette aufsuchen aber "saut" nicht Teppiche und Polstermöbel in fremden Häusern ein.

Das hat echt nichts mit Unverständnis oder Inakzeptanz zu tun - es ist nur ärgerlich, wenn ein solches Malheur leicht hätte vermieden werden können.

Ansonsten: Weiterhin "Ursachenforschung" betreiben...

Grüße

Struppi
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Beitrag #8 von ronja » 14 Apr 2008 15:07


Eine Frage: Wie soll ein Kind lernen trocken zu werden, wenn es eine Windel um hat, die sooo schön ist, das Kindchens Po trocken bleibt? Sind die Ratschläge von Ki-Ärzten denn alle hinfällig? Vielleicht bin ich auch tatsächlich noch nicht der Ursache auf den Grund gekommen...wie gesagt, Anna ist trocken, wenn sie ohne Hose und Slip rumläuft, ist handtellergroß naß mit Slip und Hose und mit Windel geht sie gar nicht zum Klo. Toilettenterror mit stündlich zum Klo gehen haben wir auch schon durch, hilft gar nichts!
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Beitrag #9 von Kathrin1506 » 14 Apr 2008 15:19


Hallo
Ich habe nicht unbedingt gesagt sie soll eine Windel tragen, bei der Menge die sie verliert würde die kleinste Einlage von Tena ausreichen. Diese kann sie wie eine Damenbinde in den Slip kleben. Daher ist sie auch föllig unauffällig für die umwelt.
Wie verhält sie sich wenn sie nackt herumläft? Kann es sein, dass sie dann häufiger aufs Klo geht als mit Hose?
Hat der Arzt denn wirklich schon alles Untersucht (Sons, Restharn, Blasendruckmessung, etc.)?
Wie wäre es wenn ihr mal zu einem anderen Artzt geht?
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Beitrag #10 von Werner Holmans » 14 Apr 2008 19:56


Hallo Tanja,
ich denke, dass du doch große Probleme hast das Problemchen deiner Tochter zu akzeztieren. Probleme liegen, nach meiner Ansicht, nicht in der Reaktion der Mitmenschen, sondern in deiner Erwartungshaltung. Vermutlich fühlst du dich schnell angegriffen und bist übernatürlich empfindlich geworden. Da müssen Veränderungen erreicht werden. Akzeptiere die Meinung und Blicke der anderen Leute und nehme diese als selbstverständlich hin. Fremde Personen haben immer einen anderen Blick für Dinge, die vielleicht anders als gewohnt sind. Die Sichtweise ist entsprechend anders auf fremde Personen, als die auf ein Familienmitglied. Diese Erfahrung macht vermutlich jeder, der eine Behinderung hat. Ich habe noch immer eine Gehbehinderung und doch sind mir die Blicke der anderen Leute vollkommen egal. Ich spreche auch die Gaffer an und spreche mit ihnen über meine Geschichte. Konfrontation in einer freundlichen Art ist meine Taktik geworden. Diese Taktik hat mir sehr geholfen. Ich habe dies bei einem Psychologen gelernt.
Was wird, wenn deine Tochter zur Schule kommt? Sie muss auf entsprechende Situationen ebenfalls vorbereitet sein. Die Kinder in der Klasse und auch die Eltern können grausam sein. Zeige deinem Kind, dass du stark bist und über den Dingen stehst und sie wird es auch mal können bzw. sein.
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