Alina, knapp vier Jahre

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Alina, knapp vier Jahre

Beitrag #1 von Babs78 » 31 Mai 2008 14:53


Liebe forum-Freunde,

ich bin neu hier und soeben auf diese Seite gestossen.
Meine Tochter ist knapp vier Jahre, ich weiß, sehr jung! Trotzdem belastet mich sehr, daß sie seit mittlerweile einem halben Jahr wieder Pipi und Stinker in die Hose macht. Zuvor war sie ein halbes Jahr trocken, tags und nacht. Es fing schleichend an, ab und zu Pipi in die Hose, dann irgendwann immer Pipi in der Hose. Dann irgendwann Stinker in die Hose, bis dann plötzlich irgendwann alle Stinkers und Pipis in die Hose gingen!
Wenn die Hose voll ist, sagt sie kein Wort. Manchmal will sie die Hose auch gar nicht wechseln, rennt vor mir weg, es stört sie kein bißchen. Hab auch nicht das Gefühl, daß es ihr peinlich ist, sie spielt auch mit ihren Freundinnen fröhlich weiter! Wir haben schon alles versucht, Lachende Gesichter, motivieren (leider) auch schon geschimpft, gelobt, nicht-beachtet.... Alles durch! Sie sagt auch oft, ab jetzt mach ich das nicht mehr, oder Sätze wie (lachend) "ich brauch doch keine Windel mehr"! Ich sag dann halt immer, sie soll mir das mal zeigen. Wir ziehen trotzdem keine Windel mehr an, nur nachts halt wieder (weil sie auch in einem schwimmenden Bett nicht aufwacht)!

Wir haben vor neun Monaten ein Baby bekommen, alle meinen das hängt damit zusammen. Aber sie ist sehr lieb zu Fabia. Ich weiß, das muß nichts heißen, aber ich hab einfach nicht das Gefühl das es damit zu tun hat. Außerdem geht das jetzt schon so lange und ich mache wirklich viel mit ihr, lese viel, spiele viel...
Jetzt hats (zumindest mit dem Stinker) wieder geklappt, zwei Wochen lang in den Kindergartenferien. Aber seit dem ersten Tag Kindi ist es wieder losgegangen. Sieht ja fast so aus, als hätte es mit dem Kindergarten zu tun. Aber mir fällt nichts ein. Auch die Erzieherinnen sagen, sie würde dort schön spielen, hätte Kontakt, wäre von allen akzeptiert...

Heute hat sie mir schon zweimal Stinker und zweimal Pipi in die Hose gemacht. Ich dreh langsam durch, bin mit meinem Latein am Ende und hab auch schon geweint!

Wir waren vor vier Monaten mal beim Kinderarzt (da war das Stinkerproblem aber noch nicht), der hat eine Blasenentzündung ausgeschlossen. Ansonsten meint er jetzt, sie wäre noch zu jung um weitere organische Dinge ausschließen zu müssen. Außerdem waren wir jetzt bei einer psychologischen Beratungsstelle, auch dort meinte man es wäre alles noch normal. Ich hab aber langsam nicht mehr das Gefühl, das es normal ist. Außerdem nimmt es kein Ende...!

Hat mir jemand einen Tip?

Vielen Dank fürs Zuhören!!!
BArbara
Benutzeravatar
Babs78
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 42
Registriert: 31 Mai 2008 14:26
Wohnort: Radolfzell
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Enuresis und Enkopresis beim Kind

nochmal ich

Beitrag #2 von Babs78 » 31 Mai 2008 15:10


Hallöchen nochmal,

mir ist nochmal was eingefallen:
wenn Alina nackig rumrennt klappt es meist. Nur was mir jetzt schon aufgefallen ist: wenn sie z.B. nackig aufs klo rennt weil sie Stinker muß, ist meistens schon was rausgekommen.

Kann es eine Inkontinenz überhaubt sein? oder wohl eher Enkopresis?
Gibt es einen Zusammenhang mit der Ernährung?(z.B. Unverträglichkeiten), da sie Neurodermitikerin ist?

Wahrscheinlich ist wohl doch organisch alles OK, das wäre ja Zufall (auch wie der Kinderarzt sagt), daß auf einmal Blase und Darm ein organisches Problem haben!!!

Vielen Dank nochmal!!
Benutzeravatar
Babs78
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 42
Registriert: 31 Mai 2008 14:26
Wohnort: Radolfzell
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Enuresis und Enkopresis beim Kind

Beitrag #3 von Brandy » 31 Mai 2008 19:15


Hallo Barbara,

wart ihr schon mal beim Neurologen? Du schreibst, dass es meistens klappt, wenn deine Tochter nackt ist. Es könnte sein, dass sie es zu spät merkt, wann sie zur Toilette muss.

lg
Michael
Benutzeravatar
Brandy
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 229
Alter: 43
Registriert: 31 Jul 2005 19:26
Wohnort: Niederösterreich
Land: Austria (at)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: neurog. Blasenentleerungsstörung bei Spina bifida
Hilfsmittel: ISK, Vesicare (Tabletten), Einlagen

Beitrag #4 von Babs78 » 31 Mai 2008 21:14


Lieber Michael,

vielen Dank für Deine flotte Antwort. Nein, beim Neurologen waren wir bisher nicht, da der Kinderarzt momentan ja noch alles für normal hält.
Was gäbe es denn für neurologische Krankheiten, die in Frage kommen würden?

Barbara
Benutzeravatar
Babs78
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 42
Registriert: 31 Mai 2008 14:26
Wohnort: Radolfzell
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Enuresis und Enkopresis beim Kind

Beitrag #5 von Brandy » 01 Jun 2008 15:50


Hallo Barbara,

ich bin kein Neurologe und möchte mich deshalb auch nicht über neurologische Krankheiten auslassen. Ausserdem möchte ich nicht in die Gefahr kommen, den Teufel an die Wand zu malen. Nur so viel: Es gibt Erkrankungen bei denen die Nerven, die für die Steuerung der Blase zuständig sind, nicht richtig arbeiten.

Eure Tochter ist noch ziemlich jung. Vielleicht hat euer Kinderarzt recht und das wird von selbst wieder. Du könntest aber auf alle Fälle eine zweite Meinung bei einem anderen Arzt einholen.

Lieben Gruß
Michael
Benutzeravatar
Brandy
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 229
Alter: 43
Registriert: 31 Jul 2005 19:26
Wohnort: Niederösterreich
Land: Austria (at)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: neurog. Blasenentleerungsstörung bei Spina bifida
Hilfsmittel: ISK, Vesicare (Tabletten), Einlagen

Beitrag #6 von Werner Holmans » 01 Jun 2008 16:10


Hallo Barbara,
ich vermute, dass es sich bei deiner Tochter um keine Krankheit handelt. Ein Zusammenhang mit der Geburt des zweiten Kindes ist vermutlich warscheinlich. Jede Veränderung im jungen Leben eines Kindes kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Bezieh deine Tochter noch mehr in die Pflege des Babys ein und lobe sie dann immer. Bedanke dich auch immer für die Hilfe von ihr. Betone auch immer, dass sie die große Schwester ist und vieles schon besser kann, als das Geschwisterkind. Es kann durchaus sein, dass sie jetzt Trennungsangst bekommen hat. Dies begründet, dass es in den Kindergartenferien etwas besser läuft. Sage ihr morgens, dass du und das Geschwisterkind sich schon freuen, wenn sie wieder aus dem Kindergarten kommt. Geh davon aus, dass sie sich im Unterbewustsein abgeschoben fühlen kann und das Baby mit der Mutter allein den Tag verbringen darf. Sie möchte auch gern so bemuttert werden, wie das Baby, das jetzt viel mehr Zuwendung bekommt. Dass das Baby auch noch die viele Zwendung braucht ist ihr nicht klar und deshalb hat sie vielleich Angst vor der morgentlichen Trennung. Nehm dir, wenn das Baby schläft, extra Zeit nur für deine Tochter.
Werner
Benutzeravatar
Werner Holmans
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
Ultraautor (min. 125 Beiträge)
 
Beiträge: 148
Registriert: 17 Okt 2003 14:58
Wohnort: Land Brandenburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Harninkontinenz
Hilfsmittel: Pants und Schutzhose aus PVC oder PU

Beitrag #7 von Ü-Ei » 16 Jul 2008 19:38


Hallo!

Das könnte meine Geschichte sein, die du da aufschreibst. Bei meiner großen Tochter (inzwischen 6) fing das ganz genau so an!
Sie kam in den Kindergarten, zeitgleich kam das kleine Schwesterchen zur Welt. Erst ging mal nur ein bißchen Pipi in die Hose, dann immer öfter, dann waren die Intervalle, in denen sie tagsüber trocken war, immer kleiner...

Wir haben Jana dann urologisch untersuchen lassen und es wurde festgestellt, daß die Blase zu klein ist (also nicht mitgewachsen, meine Tochter hatte als 4jährige das Blasenvolumen einer 2jährigen). Mit Medikamenten haben wir das Volumen in den Griff bekommen, nicht aber das Problem des Einnässens.
Später kam dann auch teilweise einkoten dazu (nicht den kompletten Stinker, aber eigentlich jeden Tag trotzdem was drin). Auch macht das unserer Tochter nix, sie meldet sich nicht, es stört sie nicht, die anderen weisen sie darauf hin (wie peinlich!).

Wir haben an Repertoire auch alles durch, Belohnungssystem, Ignorieren, leider auch schimpfen (bin leider nicht fehlerfrei), Toilettentraining, Ausmalkalender...
Darüber hinaus zusätzlich extra Zeit für die Große, besondere Sachen, die nur mit ihr gemacht werden...
Zeitweise hat Jana auch Unterstützung durch Osteopathie bekommen.

Resultat: alle Systeme funktionierten 2-3 Wochen lang recht erfolgreich, dann geht es wieder von vorne los.
Phasenweise klappt es besser, manchmal auch schlechter.

Momentan ist wieder so eine Phase, da klappt der Stinker fast ausnahmslos aufs Klo, Pipi ist selten in der Hose. Wenn es weiter so bergauf geht, sind wir alle zufrieden, ansonsten wird demnächst der Schulpsychologe hinzugezogen.

Was das Thema "nachts trocken" angeht, da sind wir noch meilenweit von trocken entfernt, sind aber auch familiär durch Bettnässer vorbelastet.
Wir halten es so, daß wir Jana 2,5-3 Stunden nach dem ins Bett gehen nochmal wecken und mit ihr zur Toilette gehen. Meistens klappt es, daß die Nächte so trocken sind.


Was hab ich geheult, weil ich keinen Ausweg mehr wußte. Kann dich daher gut verstehen.

Es wird besser werden. Ganz bestimmt auch bei euch!
Benutzeravatar
Ü-Ei
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 15
Alter: 45
Registriert: 19 Jan 2007 14:03
Wohnort: NRW
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Partner: glücklich verheiratet
Art der Inkontinenz: meine Tochter: Reizblase, Blasenvolumen gering
Hilfsmittel: nachts Windelpants


Zurück zu Inkokids - Das Elternforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron