Inkontinenz bei 10-jähriger - keine Ursachen erkennbar

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Inkontinenz bei 10-jähriger - keine Ursachen erkennbar

Beitrag #1 von thomas58 » 04 Sep 2008 21:32


Hallo zusammen,

es geht um meine Tochter (10 1/2). Sie war eigentlich nie richtig trocken und nässt tags und nachts immer ein bisschen ein. Manchmal ist es richtig nass, meist nur ein bisschen.

Organisch ist sie laut einer umfassenden Untersuchung in einer Kinder-Urologie einer Uniklinik gesund. Jetzt waren wir bei einem Kinder-Psychiater, offenbar hatte aber sowohl er als auch meine Tochter keine rechte Lust auf weitere Gespräche, so dass er nach 2 Sitzungen meinte, psychisch wäre alles in Ordnung, wir sollten sie nur regelmäßig zur Toilette schicken.

Für micht ist bemerkenswert, dass sie bereits als Kleinkind sehr viele Blasenentzündungen hatte und wenig trinkt, so dass ich eine Art "chronische Entzündung" für möglich halte. In der Schule hat sie keine Probleme. Psychisch ist sie manchmal etwas auffällig, relativ schüchtern und kontaktarm und sie steht im Schatten ihrer kleinen Schwester, die das genaue Gegenteil ist und immer im Mittelpunkt steht. Für micht sind als körperliche und seelische Ursachen möglich.

Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Wenn alles in Ordnung ist, dürfte eigentlich keine nasse Hose vorkommen. Und wie soll man etwas behandeln, was in Ordnung ist?

Vielleicht hat jemand im Forum Erfahrung in so einem Fall, auch über die Zukunftsaussichten (verwächst es vielleicht?).

Vielen Dank
Thomas
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Beitrag #2 von Psycho » 05 Sep 2008 00:40


Hallo Thomas,
ich verstehe deine Sorgen. Aus der Ferne ist eine Diagnose leider nicht möglich. Da du schon die Mediziener konsultiert hast, bleibt jetzt nur noch der Psychologe. Termine sind am schnellsten bei einem Schulpsychologen zu erhalten. Bei ihm benötigt man auch keinerlei Überweisungen usw. Das staatliche Schulamt und die Schulen geben dir sicherlich entsprechende Informationen. Jeder andere Kinderpsychologe kann aber auch helfen, was aber mit einer Überweisung vom Hausarzt oder mit Kosten verbunden sein kann.
Der Psychologe bezieht vermutlich die ganze enge Familie mit in die Gespräche und mögliche Therapie ein. Diese kann recht langwierig sein. Ich selbst habe öfter Kinder mit ähnlichen Problemen und den Familien in meiner Praxis. Hilfe konnte ich bisher fast immer leisten, wenn alle gut mitgearbeitet haben.
Viel Erfolg wünscht
Psycho
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Beitrag #3 von Sarah » 05 Sep 2008 17:23


Hi

falls wirklich nichts organisches in Frage kommt, würde ich es vllt mit einem Belohnungssystem versuchen oder ggf mehr mit ihr alleine unternehmen(etwas was Kinder in dem Alter halt gerne machen :) )

Ansonsten profilaktisch auf die Toilette schicken ?
Oder das Thema im "Spiel" aufgreifen, vielleicht lässt sie ja "was raus".

Nebenbei, wie macht ihr das mit Schule etc. Wenn jeder davon weiß gefällt ihr das bestimmt
auch nicht und das ist dann nicht gerade entlastend ^^



mfG Sarah
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Beitrag #4 von thomas58 » 06 Sep 2008 08:54


sarah233 hat geschrieben:Hi

falls wirklich nichts organisches in Frage kommt, würde ich es vllt mit einem Belohnungssystem versuchen

Nebenbei, wie macht ihr das mit Schule etc. Wenn jeder davon weiß gefällt ihr das bestimmt
auch nicht und das ist dann nicht gerade entlastend ^^

mfG Sarah


Also Belohnungen mit einem Punktesystem haben wir natürlich auch schon probiert. Das setzt aber voraus, dass sie es selbst auch beeinflussen kann und darüber bin ich mir nicht sicher.

In der Schule ist es bisher kein großes Problem, weil die Hose meist nicht sooo nass ist, dass man es von außen sehen kann. Die engen Freundinnen wissen auch Bescheid.

mfG
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Beitrag #5 von Helmut » 06 Sep 2008 13:44


Hallo Thomas,

da deine Tochter noch nie richtig trocken war, könnte durchaus eine körperliche Ursache dahinter stecken. Hat deine Tochter auch mit dem Stuhlgang gelegentlich Probleme?

Da du schreibst dass deine Tochter häufiger an einer Blasenentzündung gelitten hat, könnte die Ursache auch eine Interstitielle Zystitis sein. Diese wird häufig erst sehr spät erkannt und betrifft zu über 90% nur Frauen, obwohl sie in jedem Alter auftreten und jedes Geschlecht betreffen kann. Die Symptome sind ähnlich einer Blasenentzündung, es kann aber keine wirkliche Ursache wie etwa Bakterien gefunden werden. Daher denken die Ärzte häufig auch nicht daran, besonders nicht bei Kindern.

Eine weitere Ursache könnte eine Syringomyelie, eine seltene Erkrankung des Rückenmarks sein. Auch diese Erkrankung wird häufig nur durch Zufall entdeckt und ist oft auch nur auf einem MRT zu sehen.

Daher solltest du trotzdem noch einmal einen Anlauf nehmen und deine Tochter auch in diese Richtung untersuchen lassen. Wie du schon schreibst, du bist dir nicht sicher ob sie die Blase auch wirklich kontrollieren kann und daher denke ich nicht, dass es ausschließlich mit der Psyche zu tun hat.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #6 von Psycho » 07 Sep 2008 00:05


Hallo Thomas,
du schreibst:
"Also Belohnungen mit einem Punktesystem haben wir natürlich auch schon probiert. Das setzt aber voraus, dass sie es selbst auch beeinflussen kann und darüber bin ich mir nicht sicher."
Solche Worte höre ich sehr oft in meiner Praxis. Ich möchte dabei besonders das Wort probieren betonen. Es kommt auch oft von den Eltern der Satz: "Was sie uns sagen, haben wir alles schon ohne Erfolg probiert". Wenn ich der Sache dann etwas näher auf den Grund gehe (es mag bei dir anders sein Thomas) kommt oft raus, dass diese oder eine andere Maßnahme "wirklich schon eine oder zwei Wochen probiert wurden". Du musst aber davon ausgehen, dass die Eltern und auch das Kind bei solchen kleinen Therapieansätzen auf eine harte Probe gestellt werden. Bis Erfolge erkennbar sind, bei konsequentem Durchhaltevermögen besonders der Eltern, kann es Wochen oder Monate dauern. In dieser Zeit wird sich auch herausstellen, ob deine Tochter wirklich den Urin nicht halten kann, was aber wohl medizinisch abgeklärt ist, wenn ich richtig verstanden habe. Es ist auch falsch in dieser Zeit viele Dinge ausprobieren zu wollen. Das Kind bringt man dadurch noch mehr durcheinander und das Leiden verschlimmert sich nur. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!!!!!
Bei diesem Punktesystem darf die Latte auch nicht zu hoch gesteckt werden. Im Anfang sollte es schon eine Belohnung geben, wenn das Bett 1x in der Woche trocken geblieben ist. Nach einigen Wochen wird dann gesteigert.
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Beitrag #7 von thomas58 » 07 Sep 2008 08:37


Hallo,

vielen Dank für Eure Beiträge, ich werde darüber nachdenken und vielleicht auch etwas ausprobieren.

Ich möchte mal ein aktuelles Beispiel für die Situation geben:
gestern war sie von 10 bis 18 Uhr bei einer Klassenkameradin, bei der - was ich nicht wusste - ein kleines Fest mit Grillen stattfand. Abends hole ich sie ab - die Hose sehr nass. Frage: Warum? Warst Du auf Toilette? - Antwort: Ja, einmal. Warum nicht öfter? - Antwort: Weiss ich nicht.

Kann man nicht erwarten, dass sie in ihrem Alter und bei ihrer Situation in der Lage ist, selbständig, regelmäßig und vielleicht auch prophylaktisch auf die Toilette zu gehen? Da das Fest bei uns im Dorf war, hätte sie auch nach Hause kommen können, um auf die Toilette zu gehen oder sich umzuziehen - aber nichts dergleichen. Es war für mich jedenfalls wieder mal sehr frustrierend.

Viele Grüße
Thomas
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Beitrag #8 von FelixMeyer » 27 Jun 2009 06:51


Ich habe auch Windeln. Ich bekomme aber auf Reisen Windeln an im Zug, im Flugzeug und auf langen Auto fahrten und Nachts. Tagsüber haben wir das mit einem Kinder Therapeuten im Grif bekommen.
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Beitrag #9 von Chris24 » 01 Okt 2009 23:52


Hallo Thomas,

ich antworte etwas spät auf deinen Beitrag. Hat sich bei euch schon etwas getan?

Bei meiner Cousine war es "damals" (wahnsinn, das ist schon fast (!!:lol:) 20 Jahre her...) ähnlich. Und verstanden habe ich es auch nicht so ganz.
Ich weiß nicht, wie alt sie war, bis sie nachts trocken wurde - nur, dass es doch etwas länger gedauert hat.
Tagsüber hingegen war sie oft nass. Genau wie bei euch, nicht klatschnass, aber oft grade so sichtbar. Bis sie gut oder fünf war, ist regelmäßig viel in die Hose gegangen. Sie wurde oft aufs Klo geschickt und war trotzdem sehr oft nass. Leider haben ihre Eltern m.E. z.T. falsch reagiert und geschimpft. Ich denke, sie konnte es halt einfach noch nicht.
Als sie älter wurde blieben die triefnassen Hosen zwar aus - der durchschlagende Erfolg allerdings auch. Dauernd hatte sie 'nen nassen Fleck am Hintern. Sie wurde gefragt, ob sie zu Toilette müsse, die Antwort war dann oft "nein". Keine halbe Stunde später kam dann oft von ihr "oh, ich glaub ich hab mich in was nasses gesetzt". Und die Hose war nass...
Wenn es nur wenig war, hatte sie sogar ihre eigene Taktik entwickelt, damit man es nicht so sieht. Irgendwann musste sie mich mal zwangsläufig einweihen, weil auf der Toilette kein Papier war und sie mich bat, welches zu holen. Sie hat dann 'ne ganze Menge Papier zusammengefaltet und in die Hose gelegt, damit sie schneller trocknet.
Ab und zu hat sie mich auch gefragt, ob hinten an ihrer Hose schon ein nasser Fleck zu sehen wäre.
Ich denke, als sie so zehn oder elf war, hörte das langsam (!) auf.

Tja. Was sollte das, habe ich mich immer gefragt.
Ihre Eltern waren nicht grade glücklich über nasse Hosen, das hat sie auch definitiv gemerkt. Anerkennung kann also nicht ihr Ziel gewesen sein. :wink:
Und warum ging sie nicht zur Toilette, wenn sie geschickt wurde, sondern hat kurz darauf in die Hose gemacht? Selbst wenn sie es da noch nicht so gut gemerkt hat - irgendwie hätte sie es doch schon begreifen können.
Und als sie dann etwas älter war, hat sie es ja auf jeden Fall gemerkt. Warum hat sie dann immer "bis zum nassen Fleck" (der auch manchmal mehrmals täglich verschwand und wieder auftauchte) gewartet?
Habe ich nie verstanden.
Na ja, als Kinder hatten wir noch anderes im Kopf und trotzdem zusammen gespielt.

Ob ich jetzt helfen konnte, weiß ich nicht. Aber immerhin weißt du, dass du nicht der einzige mit dieser "Sorge" bist.

Gruß
Chris
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Beitrag #10 von volante » 18 Dez 2009 17:16


Hast du schon einmal versucht ihre Schwester etwas einzubremsen. Vielleicht leidet sie etwas unter der dominanten Art ihrer Schwester.

Sei aber auf jeden Fall behutsam, Kinder merken relativ schnell wenn sie bevor- bzw. benachteiligt werden - und reagieren entsprechend.
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