immer noch Windeln

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

immer noch Windeln

Beitrag #1 von Theodor » 29 Sep 2008 12:45


Hallo!

Mein jüngster ist nun 4 Jahre und 1 Monat alt. Unser größtes Problem ist, dass er noch immer Windeln braucht, d.h. Tag und Nacht.

Ich habe das Gefühl, er merkt noch gar nichts. Wenn man ihm sagt, er soll Pippi machen, funktioniert es (er kann kontrolliert die Blase entleeren). Er merkt es aber nicht, wenn die Blase "überläuft" und sich automatisch entleert.
Seinen Stuhlgang hat er noch nie ins Klo oder bewusst in die Windel gemacht. Er merkt es erst, wenn der Stinker in der Windel sitzt.

Unter seiner Situation leidet er sehr. Teilweise wird er im Kindergarten oder auf dem Spielplatz gehänselt, weil er noch eine Windel trägt oder schlimmer noch, wenn er einen Stinker drin hat und die Kinder das riechen. Er vermeidet auch, seine Freunde zu besuchen, weil er befürchtet, er könnte dort stinken. Er lässt sich auch nicht mehr wickeln, wenn Leute dabei sind, die er kennt.

Er ist sowohl motorisch als auch geistig normal oder eher sogar ein bisschen voraus. Er will "es" können, kann es aber nicht und merkt, dass er es nicht kann.

Wer kann uns helfen oder hat ähnliche Erfahrungen?

Viele Grüße
Silke
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Theodor
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Beitrag #2 von Werner Holmans » 29 Sep 2008 16:09


Hallo Silke,
ich würde einfach auf die Windel verzichten. gehe dann alle 30 Minuten mit ihm auf die Toilette. Er soll sich dort aber selbst entkleiden, dass ist ganz wichtig. Hilfe ist sicherlich nötig. Mit einer Windel werden weder Schließmuskeln trainiert, noch bekommt er ein Gefühl dafür. Der gesamte Vorgang der Entleerung von Harn und Stulgang müssen trainiert werden. Es funktioniert nur ohne eine Windel. Sehr viel Lob und Bestätigung sind bei jedem Erfolg unbedingt erforderlich. Kleine Pannen wird es bestimmt noch öfter geben.
Werner
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immer noch Windeln

Beitrag #3 von Theodor » 30 Sep 2008 08:14


Hallo Werner!

Wir haben schon oft Toilettentraining gemacht mit Windeln und ohne Windeln, mit Wecker, mit selber Waschen.. . Es hat sich nichts verändert. wir waren nun im SPZ. dort stellte man fest, dass der Schließmuskelreflex kaum auslösbar ist. Es kam die Verdachtsdiagnose spina bifida occulta auf. Doch das MRT war unauffällig. Jetzt stehen wir wieder ratlos unserem Problem gegenüber.

Viele Grüße Silke
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Beitrag #4 von Babs78 » 30 Sep 2008 17:00


Liebe Silke,

meine Tochter ist 4Jahre und 3Monate. Sie war mit 3Jahren komplett trocken, tag und nacht, nässt und kotet aber nun schon seit 10 Monaten wieder ein. Auch hier habe ich desöfteren das Gefühl, daß sie es wirklich nicht merkt. Wir haben ihr trotzdem keine Windel mehr an, außer halt nachts.
Bei uns ist es ein etwas anderes Problem als bei euch, wir wissen ja das sie es schonmal konnte, warum soll sie es dann jetzt nicht mehr können. Wir haben viele Dinge versucht, keiner kann uns helfen. Wir machen jetzt in unserer Frühförderstelle eine Zweiergruppe mit ihr und hoffen, daß zumindest ihr Selbstbewußtsein wieder gestärkt wird. Ansonsten kann man bei uns leider nicht viel machen.
Aber bei euch? Was sagt der Kinderarzt? Was meinen die im SPZ sonst? Es muß ja irgendwas sein oder? Gibts nicht noch andere Dinge die ausgeschlossen werden müssen?
Unser Kinderarzt sagt, bis 4Jahren hätten die Kids locker Zeit. Aber wenn sich halt gar nichts tut,keine Ahnung?!
Ich weiß selbst wie frustrierend das ganze ist. Die Spannung bei uns zu Hause wird halt auch nicht weniger, wenn wir sie ständig aufs Klo schicken und sie grad aber nicht will, oder schlimmer noch, sie grad ein Pipi mit Stinker in der Hose hat!
Aber unser KIA sagt, er möchte keine Windel mehr tagsüber!

Da ist guter Rat teuer!!!

Wünsche Dir alles gute!!!

BABS
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Beitrag #5 von Psycho » 13 Okt 2008 00:54


Liebe Silke, aus deinem Schreiben erkenne ich deine Vertweifelung. Du schreibst aber etwas, was ich schon sehr oft in meiner Praxis von Eltern gehört habe. "Wir haben doch schon Toilettentraining usw. gemacht und es hat nicht geholfen." hier höre ich eine gewisse Ungedult. Jede Therapie sollte sich auf gegenseitiges Vertrauen, Kontinuität und Konsequenz aufbauen. Jedes Training ist für das kind auch eine Therapie durch die Eltern. Bei solch einer Therapie durch die Eltern kann es manchmal sehr lange dauern (Tage oder Wochen), bis Erfolge sichtbar werden. Wer aufgibt wird nie zum Ziel kommen! Was noch wichtig ist, immer erst eine Sache, auch wenn es lange dauert, mit Erfolg beenden und dann eine neue beginnen. Sonst kommt es leicht zu einer Überforderung und zu Rückfällen.
Sucht euch unbedingt Hilfe bei einem Kinderpsychologen!
Viel Glück wünscht Psycho
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Beitrag #6 von Theodor » 13 Okt 2008 10:41


Hallo Psycho!

Auch ich kenne die Worte von vielen Eltern, da ich Therapeutin bin. Ich kann dir nur sagen, dass ich versuche konsequent bei ihm zu sein. Wir üben schon viele Wochen und Monaten, aber es verändert sich nichts. wir haben nicht den kleinsten Erfolg. Das ist für uns beide nicht einfach. Er ist sehr willig aber merkt auch immer wieder, dass es nicht klappt. Klar wird man da wieder ungeduldig, die wird dann wieder von Traurigkeit eingeholt.

Herzliche Grüße Silke
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Beitrag #7 von Martin83 » 13 Okt 2008 11:15


Wurden denn vom behandelnden Arzt keine weiteren Untersuchungen veranlasst?
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Beitrag #8 von Theodor » 13 Okt 2008 11:32


Hallo
Der Kinderarzt meint es sei eine Entwicklungsverzögerung. Im SPZ wurde eine spina bifida vermutet, Mrt war aber unauffällig. Vom Kinderurolgen bekommt er jetzt Mictonetten (verändert hat sich aber noch nichts). Mit seinem Stuhl-Problem hängen wir noch ganz in der Luft.
Ich weiß nicht, ob es eine Spezialklinik gibt, wo man das abklären kann.

viele Grüße
Silke
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Beitrag #9 von Werner Holmans » 16 Okt 2008 01:02


Hallo Silke,
sei bitte nicht böse über meinen Beitrag und dem Vergleich. Ich muss meine Gedanken dazu einfach los werden.
Die Kinder von Pädagogen sind oft besonders auffällig in der Schule, weil die Eltern entsprechende Ansprüche an die Kinder haben. Die Kinder sollen Musterschüler werden und nicht auffallen. Sie sehen, oft unbewusst, ihre eigenen Kinder nur als Schüler und nicht als Kind. Entsprechend ist dann auch die Erziehung.
Du als Therapeutin siehst dein Kind auch mit anderen Augen, als andere Eltern ihre Kinder vielleicht sehen. Hier könnte schon die Ursache liegen. Sieh dein Kind doch nur mit den Augen einer Mutter. Stelle auch nur so die Anforderungen und ohne den therapeutischen Hintergedanken. Es wird sicherlich nicht ganz einfach sein, versuch es doch mal.
Viel Glück wünscht Werner
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