Wollt' mich mal bedanken und hab natürlich wieder mal ne Frage!

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Beitrag #11 von Helmut » 24 Nov 2009 15:45


Hallo Kerstin,

tut mir Leid, ich wusste nicht dass du hier den Verlust deines jüngsten Kindes meintest.

Ich dachte du meintest so eine Gesprächsgruppe für Eltern mit behinderten Kindern welche durch die Pflege auch untereinander Probleme haben, darum meine Antwort in dieser Richtung.

Schön zu hören dass sich dein Sohn gut in der Schule eingelebt hat und auch gute Noten bekommt. Hat er schon eine Idee was er später mal werden will?


Liebe Grüße Helmut :wink:
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Beitrag #12 von Kerstin67 » 24 Nov 2009 16:15


Hallo Helmut,

muss Dir nicht leid tun, woher solltest Du es auch wissen? :oops: Hätte mich ja auch besser ausdrücken können.
Wenn ich wegen alles in Gesprächsgruppen gehen würde, wird ich zur Zeit wohl täglich da hocken! :wink:
Manchmal drängt sich schon bei mir der Gedanke auf ich bin nicht richtig im Kopf! :oops: aber was ist schon normal?

Du stellst eine einfache Frage und ich kann nur sagen: Ich weiß es nicht, was er mal werden möchte :(
Als kleiner Junge (als meine Welt noch heil war) wollte er Bürgermeister oder Pilot werden.
Er ist z.Z. ziemlich verschlossen ( oder ich geh ihn einfach nur auf die Nerven?) deshalb reden wir nicht viel miteinander. :oops:
Das Jahr 2009 war auch wirklich kein schönes, da ist soviel kaputt gegangen, aber ich bin fest überzeugt, es wird wieder besser!

LG Kerstin- die jetzt Feierabend macht, nach Hause fährt und da im Internet schaut, was es neues gibt! :fleissig:
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Beitrag #13 von Helmut » 25 Nov 2009 17:28


Hallo Kerstin,

dass er zur Zeit ziemlich verschlossen ist, das mag wohl auch daran liegen, dass er sich etwas in die Enge getrieben und sich nicht verstanden fühlt. Wie ich schon sagte, musst du ihm da mehr Spielraum geben was seine Inkontinenz angeht und wie er damit umgehen will. Ich denke dass er dann von sich aus mehr Interesse zeigen wird, sich mit seiner Inkontinenz und den Möglichkeiten wo er Informationen bekommen kann auseinander zu setzen. Hast du ihm schon das Forum gezeigt?

Was er später mal machen will, das sollte er sich schon langsam mal überlegen. Wenn er in der Schule gut ist, dann wäre es auf alle Fälle sinnvoll, wenn er das Abitur macht, da stehen ihm dann praktisch fast alle Türen offen.

Liebe Grüße Helmut :wink:
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Beitrag #14 von Kerstin67 » 25 Nov 2009 21:02


Hallo Helmut,

ich kann ihn ja auch verstehen, aber wenn ich ihn nicht täglich erinnere seine Spülungen und das Biofeedback zu machen, dann vergisst er es eben. :oops:
Freitag und Samstag lass ich ihn jetzt (außer Biofeedback, aber da kann er die Zeit selbst bestimmen) und dann macht er natürlich auch nichts und wir hocken meist am Wochenende zu Hause. Ab und zu gehen wir mal ins Kino, da besteh ich natürlich auf eine Spülung! :wink:

Die meiste Zeit hängt er in seinem Zimmer am Rechner, was mir natürlich auch nicht gefällt, schalt ich ihn aus, liest auch mal was, verlässt sein Zimmer aber nur zu den Mahlzeiten! :evil:
Hab ihn heut gefragt ob er weiß das es ein Inkontinenzforum gibt, ja er kennt es!
Dann kennt er ja mein geschriebenes? :shock:

Am Montag nach dem wir aus der Schule gekommen sind, hab ich ihn erst einmal gesagt das ich mich total freue das er so gute Noten hat und auch so fleißig mitarbeitet und da hat er mir gesagt, er möchte ja im neuen Schuljahr aufs Gymnasium! :shock:
Dazu muss ich vielleicht erklären das man in Berlin zur 7.Klasse auf die Oberschule wechselt
und es in Berlin zum neuen Schuljahr eine neue Schulreform gibt, was heißt Sekundarschule (Real-Gesamt und Hauptschule in einem) oder Gymnasium. Fürs Gymnasium gilt:
50% geht nach Leistungen, die anderen 50% werden im Losverfahren!!!!!!!!! :?: bestimmt.
Da kann man sich ja ausmalen was ab Februar hier in Berlin abgeht! :evil:

Jetzt hab ich so gekämpft für den Platz in der KB-Schule und finde ihn da gut aufgehoben und bin fest davon überzeugt er ist dem gar nicht gewachsen, also rein psychisch, denn es gibt kein KB-Gymnasium, viele Kinder in der Klasse und er mit seinem Problem, das will ich mir gar nicht vorstellen. Hab mich ja schon bei seiner Lehrerin erkundigt, sie lernen dort den Realschulstoff und ich denke wenn er das Abitur machen will, kann er es nach der 10. Klasse immer noch.

Versteh mich nicht falsch, ich will wirklich nur sein bestes, aber im Moment ist mir wichtiger das er wieder Stabilität und Selbstvertrauen bekommt und ich weiß nicht ob ich die Kraft für einen Kampf um einen Gymnasiumplatz habe. :oops:

Siehst Du das auch so?

LG Kerstin
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Beitrag #15 von Helmut » 26 Nov 2009 21:41


Hallo Kerstin,

er kennt also unser Inkoforum?

Das ist gut, denn dann hat er sich ja schon selber Gedanken darüber gemacht und sucht nach Informationen. Schön wäre es, wenn er dann mal den nächsten Schritt geht und sich hier im Forum registriert und austauscht.

Kann gut sein, dass er dann deine Beiträge gelesen hat, ist ja nicht tragisch.

Schön das er von sich aus den Wunsch geäußert hat, aufs Gymnasium gehen zu wollen. Klar kann er auch noch später wechseln, nur wenn er das eher macht, kommt er später dann mit dem Stoff besser mit. Du solltest ihn dabei schon Unterstützen wenn es sein Wunsch ist und es trotzdem versuchen, einen Platz zu bekommen. Wenn nicht, dann hast du es zumindest für ihn versucht, das ist auf alle Fälle für eure Beziehung wichtig und auch für sein Selbstvertrauen.

Du musst ihm dann aber auch klar machen, dass wenn er aufs Gymnasium gehen will, er auch seine "gleichgültige" Haltung gegenüber der Inkontinenz aufgeben muss und mehr Disziplin in Sachen Irrigation und dem Umgang mit der Inkontinenz zeigen muss. Denn wenn er damit gut klar kommt, dann kommt er auch in der Schule besser zurecht.

Liebe Grüße Helmut :wink:
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Beitrag #16 von Kerstin67 » 26 Nov 2009 22:37


Hallo Helmut,

und wenn er die Probezeit nicht schafft, dann ist der Schulplatz auf der KB-Schule weg und er muss dann zur Sekundarschule mit 30 anderen Kindern, dann ist seine Schullaufbahn sowieso gelaufen, denn Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen hat er kaum.
Jetzt wo der mitbekommt, das es auch andere Kinder mit einen Handycap gibt, gelingt ihm das viel besser. Beim geringsten Stress reagiert er mit Kopf-Bauchschmerzen und Erbrechen und beim letzten Mal ging es nur um den Schwimmunterricht,den er nicht mitmachen braucht, dafür hat er zwei zusätzliche Sportstunden, aber auch das musste ich für ihn regeln. :roll:

Und ehrlich ich fühl mich dem Kampf auch nicht gewachsen! :oops:

Hab heute per Mail einige Psychologen angeschrieben (diesmal für mich) da für mein Sohn ja keine Hilfe gewünscht wird, vielleicht hilft es mir ja besser mit der Situation umzugehen.
Leicht gefallen ist mir das nicht! :oops:

Werde morgen bei seinem behandelnden Arzt anrufen, der sich ja bei uns melden wollte, nachdem er vergessen hatte den Termin abzusagen, damit wir endlich den Befund vom letzten KH- Aufenthalt bekommen, damit nicht am 16.12. die Untersuchungen nochmal gemacht werden müssen.

Einen schönen Abend noch!

LG Kerstin
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Beitrag #17 von Helmut » 27 Nov 2009 15:43


Hallo Kerstin,

versteh mich nicht falsch, aber betrachte es mal von der anderen Seite. Auch eine KB-Schule birgt gewisse Risiken für seine spätere schulische Laufbahn. Er wird daher später nur erfolgreich wechseln können, wenn er in etwa den gleiche Realschulstoff am Schuljahresende durch hat, wie auf einer normalen Regelschule.

Du musst daher unbedingt darauf achten, dass er dann in eine Klasse kommt wo die Kinder annähernd den gleichen Stoff bewältigen können. Sollte er in einer Klasse sein, wo viele Kinder mit Lernbehinderung oder vom körperlichen Zustand den Stoff nicht in der selben Zeit schaffen können, dann hat er am Ende des Schuljahres ein Wissensdefizit das sich mit den Jahren ansammelt. Damit tut er sich später wesentlich schwerer auf ein Gymnasium zu wechseln und auch das Abi zu schaffen.

Ich will dich jetzt nicht davon abbringen, ihn auf eine KB-Schule zu schicken, aber du solltest dir über die Nachteile auch im klaren sein.


Die Idee dass du für dich einen Psychologen aufsuchst, ist garnicht so schlecht. Ich denke er kann dir sicher ein paar brauchbare Tipps an die Hand geben wie du deinen Sohn besser unterstützen kannst und du selber besser mit der Situation umgehst. Dass es dir nicht leicht gefallen ist, das glaube ich dir gerne.

Liebe Grüße Helmut :knuddel:
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Beitrag #18 von Kerstin67 » 28 Nov 2009 00:05


Hallo Helmut,

schön das Du wieder geantwortet hast! :D

das waren natürlich auch als allererstes meine Fragen, wie das in der Schule läuft, also sie unterrichten auch nach Regelplan wie normale Schulen nur halt länger. so das er jeden Tag bis 15.45 Uhr Unterricht hat, mit längeren Pausen, oder Sport oder Physiotherapie(1x die Woche). Jedes Kind bekommt auch extra Förderunterricht (ist Pflicht) auch wenn er es eigentlich garnicht bräuchte. Er hat sich Englisch ausgesucht. :D In seine Klasse ist auch kein geistig behindertes Kind, die Klassen sind geteilt in geistig(6. Kinder)/körperlich(10.Kinder).

Hier mal ein Link: www.buggenhagen.cidsnet.de

Er kann nach der 10. Klasse das Abitur auch an eine entsprechende Sekundarschule machen.
Übrigens halte ich nicht viel von der neuen Schulreform! :roll: Hauptschulen haben in Berlin einen miserablen Ruf (meist gerechtfertigt) und ich glaub an kein Konzept wo die guten Schüler die schlechten "hochziehen", deshalb hätte ich die Hauptschulen abgeschafft, aber Gymnasium, Gesamt- und Realschulen gelassen. :wink:
In Berlin will man übrigens auch die Behindertenschulen abschaffen und die Kinder in Regelschulen stecken- Integration schön und gut aber dann muss auch alles stimmen und nicht 30.Kinder in eine Klasse und was ist mit Mehrfachbehinderten? Nur weil gespart werden soll?

Mein Sohn ging vorher auf eine freie ev. Schule und die waren schlicht überfordert und gaben mir zu verstehen, wörtlich: wir würden ihn gern wieder unterrichten, wenn er körperlich zu 100 % wieder in Ordnung wäre :?: den Wunsch konnten wir leider nicht erfüllen! :roll: Mit seiner damaligen Lehrerin hab ich fast jede Woche geredet, (vor der 2.OP) das er wenn er aufs WC muss, gleich gehen muss und nicht warten kann und trotzdem hat sie ihn erst in der Pause gelassen. :oops:
Im ersten Halbjahr bekam ich 2-3x die Woche einen Anruf, das ich ihn abholen muss, ihm gehts schlecht-ließ sich wunderbar vereinbaren mir meiner Arbeit! :oops: und das nächste Halbjahr konnte er garnicht zur Schule gehen! :(

Natürlich hab ich Angst die falsche Entscheidung zu treffen, aber solange er seine Inkontinenz nicht im Griff hat, ist ein Schulwechsel nicht möglich!

Auf meine EMail hat sich kein einziger Therapeut gemeldet! :oops: und anrufen trau ich mich nicht, nachher muss ich meine Sorgen schon bei der Sprechstundenhilfe rausplärren! :wink:

Ist wieder ein Roman geworden :fleissig: , Entschuldigung, aber das Wochenende ist ja lang genug zum Lesen !!!!!!!!!!!!!!!:wink:

Schönes Wochenende und einen lieben Gruß
Kerstin

PS: Wenn ich nerve, sags ruhig! :shock:
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Beitrag #19 von Benjamin » 28 Nov 2009 00:30


Hallo Kerstin,

ich gehöre wohl auch zu den Leuten, die immer für eine Regelbeschulung plädieren, denn gerade mit den Sonderschulen machen es sich die Eltern bei vielen behinderten Kindern meist recht leicht, weil man keine Hausaufgaben mehr mit dem Kind machen muss, es wird geholt und gebracht ect.
Dass einem körperlich eingeschränkten aber geisitg top fitten Kind/Jugendlichen jedoch auch das was es jeden Tag dort erlebt auch auf die Psyche gehen kann bedenken leider viele Eltern nicht. Es ist nunmal nicht so, dass die körperlich eingeschränkten Kinder/Jugendlichen nur unter geistig fitten Kindern/Jugendlichen sind, sondern auch unter geistig retardierten Kindern/Jugendlichen, ob da manche Erlebnisse für ein Kind gut sind ist die große Frage... Klar sie lernen den Umgang mit anderen behinderten, aber in wie weit haben die Kinder die in eine Sonderschule "abgeschoben" werden noch Kontakt und Umgang mit Nachbarskindern ect? Effektiv nimmt man doch leider auch seinem Kind relativ viele soziale Kontakte weg, was sich wieder negativ auswirken kann.
Ich bin auch der Meinung, dass Inklusion der richtige Weg ist und mit Sonderpädagogen ect. packen selbst geistig retardierte Kinder dann wenigstens einen Schulabschluss und sind aber nicht von allen anderen gesunden Kindern abgesondert.
Gerade diese Absonderung ist ja auch ein gesellschaftspolitisches Problem, denn in vielen Klischees passen eben keine körperbehinderten Menschen, die sogar in der Lage sind ein Hochschulstudium durchzuziehen ect. klar man ist immer auf einen gewissen Hilfebedarf angewiesen, der aber gerde im Zuge der Inklusion ermöglicht wird.

Dass Haupt- und Realschulen zusammen gelegt werden finde ich auch nicht ganz den richtigen Weg, aber hier greift leider die Rationalisierung. Früher war es ja so, dass von 30 Schülern vllt. 3 auf ein Gymnasium kamen weitere 3-5 auf eine Realschule und der Rest verlieb auf der Volksschule (Hauptschule). Inziwschen ist es so, dass ca. 15 von diesen 30 aufs Gymnasium kommen, ca. 8 auf eine Realschule und der Rest von 7 Leuten verbleibt auf der Hauptschule. Die Hauptschulen sind schlichtweg nicht mehr rentabel, da gerade im Zuge des Geburtenrückgangs in Deutschland die Zahl der schulpflichtigen Kinder zurück gegangen ist. Somit versucht man von staatlicher Seite dem Problem über Zusammenlegung 2er Schulformen zu begegnen, die jedoch nur sehr schwer vorstellbar klappen kann. Entweder nimmt das Lehrstoffniveau auf der Realschule ab oder auf der Hauptschule zu.

Dass dein Sohn nach der 10. Klasse es auf ein Gymnasium schafft halte ich selbst für nahezu ausgeschlossen, denn 1. ist er nicht gewohnt praktisch gesunde Jugendliche um sich zu haben, er hat keine besondere Förderung mehr (und wenn er diese jetzt nicht benötigt ist er auf einer Sonderschule falsch), 2. gibt es defacto einen Lehrstoffdefizit, zwischen Gymnasium und Realschule zieht ab der 7. Klasse der Lehrstoff massivst an, sprich auf dem Gymnasium hast du wesentlich mehr zu lernen als auf der Realschule, denn gerade Naturwissenschaften kommen auf der Realschule zu Gunsten des technischen Unterrichts kürzer, im Gymnasium wird aber auf Naturwissenschaften ein sehr großer Wert gelegt.
Wenn du deinem Sohn nichts verbauen willst versuch es wenigstens ob er aufs Gymnasium kann, die KB-Schule muss ihn wieder nehmen wenn ers aufm Gymnasium nicht packt, denn in Deutschland herrscht Schulpflicht.

Sorry für den etwas längeren Post ;-)

Viele Grüße
Benjamin
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Beitrag #20 von Kerstin67 » 28 Nov 2009 01:31


Hallo Benjamin,

Mein Sohn ging 6. Jahre in eine Regelschule und hat trotzdem keine sozialen Kontakte mehr gehabt (er ganz allein wollte auch keine,selbst seinen 1!!!! Freund hat er gebeten nicht mehr zu kommen :oops: )! Bis jetzt passieren ihm trotz täglicher Spülungen fast täglich Pannen.
Natürlich hätte er auf seiner alten Schule bleiben können,aber er musste die 6.Klasse wiederholen und seine Schule war eine Grund- und Realschule, das heißt die Kinder aus seiner alten Klasse sind ein Jahr weiter, auch nicht schön für ihn! :roll: Er sollte einen Integrationshelfer bekommen, hätte er sich da nicht ausgeschlossen gefühlt?
Hab es übrigens probiert ihn in eine Grundschule mit Integrationsklasse in unserer Nähe umzuschulen, dort bekam ich zu hören, Orginalton: "sowas nehmen wir nicht, nur Rollstuhlkinder" probieren Sie's doch an einer Körperbehindertenschule! Allein wäre ich garnicht auf die Idee gekommen, da ich auch immer davon ausging das dort meist geistig behinderte Kinder hingehen! Nein leichtgemacht haben wir es uns nicht und einfach war es auch nicht, hat nämlich Kraft und Zeit gekostet den Platz zu bekommen. :oops:
Und ich glaube auch nicht das es sich die Eltern behinderter Kinder zu leicht machen! In seiner Klasse geht z.b.ein Mädchen das hat "nur" kurze Arme (wie bei Contergangeschädigten) sie kann schreiben ist normal intelligent, könnte also auch auf eine normale Regelschule,wird aber ausgegrenzt, das ist nunmal Realität, das geht auch auf die Psyche!!!!!!!!!!!! Sonderpädergogen hört sich alles auch schön an,ist aber selten der Fall, ich weiß nicht wie's in anderen Bundesländern aussieht, in Berlin sind sie jedenfalls meilenweit von vernünftiger Integration entfernt! :roll:
Bis jetzt konnte ich an der KB-Schule keine schulischen Nachteile entdecken und nochmal Körperbehinderte und geistig Behinderte werden getrennt unterrichtet. Noch ist es eine Grund,- Haupt und Realschule, nächstes Jahr Sekundarschule.
Ach und zu den Hausaufgaben, Gedichte und Referate müssen weiterhin zu Hause erledigt werden, Hausaufgaben nur was in der Schule nicht geschafft wurde.
Und noch zum Schluss, den Fahrdienst nehmen wir nicht in Anspruch, er möchte das nicht. Bei schönen Wetter fährt er mit dem Rad und jetzt z.Z mit der S-Bahn und denn Rest läuft er und die Monatskarte bezahlen wir auch selbst!

Übrigens hat er jetzt Erfolge und das Selbstvertrauen kommt allmählich zurück! :-) und das ist für mich im Moment das wichtigste!

War auch etwas länger! :lol: wollte es so aber nicht stehen lassen!

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