Tochter 7 nässt tagsüber stark ein - wer weiss noch Rat

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

Tochter 7 nässt tagsüber stark ein - wer weiss noch Rat

Beitrag #1 von LadinasMama » 17 Jul 2011 08:45


Guten Morgen

Im Vorstellungsforum habe ich bereits ein wenig über uns geschrieben, ich bin hier wegen den Problemen unserer 7jährigen Tochter Ladina.

Sie nässt mehrmals pro Tag ein (in der Nacht hat sie immer noch eine Windel die jeden morgen komplett nass ist, auch konnten wir ihr bis heute den Daumen zum einschlafen nicht abgewöhnen). Mit der nächtlichen Situation können wir ganz gut leben, tagsüber ist es allerdings ein grosses Problem das sich mehr und mehr zuspitzt da unsere Tochter nach den Sommerferien in die Schule kommt. Aktuell nässt sie an schlechten Tagen bis zu 6x ein, an guten Tagen 2-3x. Die Hose ist dann richtig nass, sind leider nicht nur ein paar Tropfen. Sie selber sagt sie merkt das nicht bzw. sie merkt erst wenn die Hose nass ist. Wir brauchen dringend Hilfe...

Familiäre Situation
Ich heisse Karin, dieses Jahr im September 30 Jahre alt, Vollzeitmama, glücklich verheiratet mit Roger (34) und wohnen in der Schweiz. Zu unserem Glück gehören unsere Tochter Ladina (7), Nicoals (knapp 3) und Anfang 2012 erwarten wir eineiige Zwillinge.

Zu Ladina
Ladina ist eine supersüsse Maus, ein Wirbelwind der kaum ne Minute still sitzen kann, lacht viel, tobt gerne draussen rum, trotzdem verträumt, kommt nach den Sommerferien in die 1. Klasse, freut sich riesig drauf, liebt Tiere, Barbie, Rapunzel und Papa ist ihr Traumprinz ;-) , somit eigentlich alles in bester Ordnung aber...

Selbstverständlich sind wir als sie 4 Jahre alt und immer noch nicht ganz trocken war zum Kinderarzt gegangen, der hat uns erstmal vertröstet und zu Geduld geraten, zumal sie einen kleine Bruder gekriegt hatte. Ladina wurde älter aber das Einnässen nicht besser, als sie 5 war sind wir zum Kinderurologen der sie komplett durchgecheckt hat. Wir sind ebenfalls zum Kinderpsychologen, haben mehrere Sitzungen hinter uns. Wir wissen heute dass psychologisch wohl alles in Ordnung ist, organisch hat sie eine sehr kleine Blase, wir haben Toilettentraining gemacht, Belohnungssysteme eingeführt, etc. aber unsere Tochter nässt weiterhin ein. Aktuell sind wir in Abklärung für ADS/ADHS.

Ladina selber fand das bisher nicht so schlimm, aber nun wird sie auf einmal deshalb gehänselt von einem Jungen mit dem sie befreundet sein möchte. Es gab letzte Woche eine Übernachtung im Kindergarten zum Abschluss da hat dieser Junge der neu hergezogen ist am morgen gesehen dass sie eine nasse Windel hatte und auch dass sie den Daumen im Mund hatte zum schlafen. Dieser Junge wohnt hier um die Ecke, sie wird von ihm nun ausgelacht mit Ladina-Pipi-Schnuller-Baby, etc. gestern ist sie raus zum spielen weil sie ihn gesehen hat da wurd sie gefragt hey Ladina hast du Pampers an deine Hose ist noch trocken und als kurz später die Hose dann doch nass war hat er ihr gesagt er spielt nicht mit ihr, weil mit Baby spielt man nicht. Meine Tochter beginnt ganz heftig zu leiden.

In 5 Wochen beginnt die Schule und eine Besserung ist nach wie vor nicht in Sicht. Hat mir jemand einen Rat?

Gruss
Karin
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Beitrag #2 von Brandy » 17 Jul 2011 15:12


Hallo Karin!

Mir ist aufgefallen: Du hast unter anderem geschrieben, dass es deine Tochter nicht merkt, wann sie auf die Toilette muss. Das klingt danach, als könnte eine neurologische Ursache dahinter stecken.

Ich rate euch daher zum Besuch eines Neurologen.


Gruß
Brandy
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Beitrag #3 von LadinasMama » 17 Jul 2011 16:22


Hallo Brandy

Wir haben so viele Untersuchungen schon durch, sie wurde auch neurologisch untersucht, eine zu kleine Blase ja und diese ADS/ADHS Geschichte ist ausstehend. Ich weiss nicht mehr weiter und mir wurde die letzten Tage bewusst dass unsere Tochter auf einmal beginnt sehr drunter zu leiden.

Bis jetzt haben wir heute 4 nasse Hosen, ist nicht nur paar Tropfen sondern richtig nass. Ich schick sie regelmässig auf die Toilette, hilft auch nichts. Ich schimpfe nicht mit ihr aber ich spüre innerlich schon eine gewisse Wut wenn sie ständig nass ist, ich versuch die zwar vor ihr zu verbergen aber ich denke sie spürt es trotzdem. Ganz ehrlich ich hab ihr für längere Autofahrten (4 Stunden pro Weg einfach zu meinen Schwiegereltern) in letzter Zeit jeweils eine angezogen nachdem sie fast jedes Mal kurz nach einem Toilettenstop eingenässt hat. Auf Komando Pipi machen kann sie nicht bzw. es kommen nur wenige Tropfen und kurz später ist die Hose nass. Selbstverständlich machen wir trotzdem eine Pipi-Pause.

Urlaubsreisen sind ein Problem, ist sie aufgeregt passierts noch öfters obwohl bei Flugreisen fast jederzeit eine Toilette verfügbar ist. In einer Woche ist es wieder soweit dass wir in Urlaub fliegen, Ladina hat panische Angst dass es wieder passiert, es wieder alle sehen und wieder der ganze Sitz nass ist (bei der letzten Flugreise auf dem Hin- wie auch Rückweg jeweils 2x). Ich überlege allen Ernstes ihr auch da eine Pampers anzuziehen für die Reise, gibt ja auch solche zum hochziehen, ich frage mich allerdings ob das der richtige Weg ist???? Schade ich ihr mehr damit wie ich ihr helfe??? Andererseits würd es ihr Peinlichkeiten ersparen.

Wie auch immer ich werde morgen noch einmal mit ihr zum Kinderarzt, es muss sich was ändern weil so in die Schule wird das für sie zum blanken Horror. Werde auch nochmal urologische und neurologische Untersuchungen erbitten. Bin auch hier super froh um Anregungen.

Karin
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Beitrag #4 von Robert » 17 Jul 2011 18:49


also Karin, so darf ich dich hoffentlich nennen.

Ich bin kein Vater von einem betroffen Kind, aber von Kindheit an davon betroffen.

1. Urlaubsreisen, Flugreisen
Klar lass sie da eine Windel tragen. Das ist viel stressfreier für euch alle. Die Peinlichkeiten und den Aufwand und Ärger den du sonst hast würde dir sonst im Vorhinein die Erhohlung nehmen. Auch für deine Tochter ist es stressfreier. Du musst ihr allerdings das als Unterstützung begreiflich lassen. Die Windel darf nicht rüberkommen als wäre sie eine Strafe. Sie will ja ein großes Mädchen sein und das ist sie auch. Sie ist eure Große Tochter.

2. Schule
Das ist ein Problem, zumal Kinder sehr direkt und nicht besonders feinfühlig an die Sache gehen. Mit den Lehrern ist aber das vorab zu klären, nicht dass es zu Situationen kommt bei denen das Kind gedemütigt wird. Mich wollte man trotz guter Leistungen in der zweiten Klasse zurückstellen, nur weil ich in die Hose gemacht habe und die Lehrerin damit nicht klar kam. Gott sei Dank war meine Mutter stur, denn es hätte nichts geändert. Ich habe auch meine Matura in Windeln gemacht ;) hätte also ein Jahr verloren. Mit den Spitznamen von den anderen Kindern muss man leben.
Wichtig ist nur dass ihr sie zu Hause nicht als die Bettnässerin oder Hosennässerin bezeichnet wird. Sondern halt als eure große Tochter die andere Sachen gut kann.

3. Belohnungssystem
Das funktioniert nur wenn es auch organisch Möglich ist zu kontrollieren. Sonst führt es nur zu zusätzlichem Frust. Gegen eine zu kleine Blase kann man schwer was machen.

Sorry der Text ist jetzt etwas mit der heißen Nadel gestrickt, aber ich hoffe dass ihr das Problem in den Griff bekommt.
mit freundlichen Grüßen
Robert
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Beitrag #5 von Robert » 17 Jul 2011 18:51


P.S.
Sorry, Groß- und Kleinschreibung waren eben nicht meine Stärke. Kommt davon wenn man zwei Sachen gleichzeitig machen will.
mit freundlichen Grüßen
Robert
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Beitrag #6 von LadinasMama » 17 Jul 2011 21:37


Hallo Robert

Ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.

Noch habe ich die Hoffnung dass wir es hinkriegen aber innerlich weiss ich dass dies bis zum Schulbeginn wohl nicht klappen wird. Muss eingestehen, die ganze Tragweite der Problematik wird mir erst jetzt bewusst, ich habe das ein wenig verdrängt und nur meinen Aufwand gesehen, habe dabei ausser acht gelassen, dass mein Kind auf eine Katastrophe zusteuert. Es war klar auch ein Thema den Schulbeginn 1 Jahr zurückzustellen, dagegen haben wir uns mit Erfolg strikt gewehrt da sie bereits lesen, rechnen und ein wenig schreiben kann, Kindergarten ist schrecklich langweilig geworden.

Ladina ist ganz klar unsere Grosse, wir sind sehr stolz auf sie und sie kann vieles super gut. Wenn ich ihr für die langen Autofahrten eine Pampers angezogen hab war das nie gegen ihren Willen und es war immer unser Geheimnis. Das wissen nur Papa, ich und Ladina. Der Bruder sowie Oma/Opa wird das nicht verraten. Ich würd sie nie als Hosennässerin oder ähnlich schimpfen, aber ich spüre schon einen Groll.

Es gab Tränen heut beim ins Bett gehen weil sie nicht zum Kinderarzt will, Angst hat vor Untersuchungen und überhaupt. Der letzte Marathon ist ihr noch in ganz klarer leider auch schlechter Erinnerung. Trotzdem denke ich es muss nochmal ein Versuch gestartet werden, zumindest mal zum Kinderarzt.
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Beitrag #7 von Robert » 17 Jul 2011 22:29


Hi Karin!

Gut dass es so ist. In der Schule wird es sowieso irgendwann mal eine Panne geben, aber wenn ihr merkt dass gehänselt wird, dann solltet ihr mit der Lehrperson das klären und keinesfalls tolerieren. Es ist auch toll wenn sie die Kulturtechnik des Lesens schon beherrscht, weil da ist es eventuell möglich dass sie ein bischen Aufmerksamkeit für ihre Blasenkontrolle abzweigt, aber das sollte wirklich nur nebenbei sein, die Hauptaufmerksamkeit sollte dem Unterricht gelten. Solltet ihr Euch zum Schulbeginn für die Windel entscheiden müsst ihr sowieso das auch mit der Lehrperson regeln. Aber du wirst überrascht sein, Grundschullehrer sind da oft überraschend gut dafür gewappnet.

Das Hänseln des Nachbarjungen sollte auch abgestellt werden, da hilft z.B. eventuell eine Einladung zum Kaffee mit der Mutter des Jungen bei dem die Kinder zusammen spielen. Deine Tochter hat halt eine kleine Blase und der Junge wird das auch verstehen wenn das Kindgerecht beigebracht wird. Außerdem gute Spielkameraden wachsen ja nicht auf den Bäumen.

Für den Arztmarathon wünsche ich euch viel Erfolg, aber da solltest du der beruhigende Pol für deine Tochter sein. Nervosität springt auf die Kinder über und deine innerliche Wut wirst du als Mutter abstellen können. Deine Liebe ist viel Mächtiger weil sie kann überhaupt nichts dafür wenn es rein geht, daher brauchst du nicht wütend zu sein. Ihr seid auf dem richtigen Weg da Ihr Euch Rat holt.
Die Kindermediziner sind außerdem auch gute Leute, und ja es ist unangenehm aber es lohnt sich auf lange Sicht. Abklären müsst ihr es sowies da sie sieben ist oder wird.

viel Erfolg und viele trockene Tage
und später mal auch Nächte wünsche ich Euch.
mit freundlichen Grüßen
Robert
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Beitrag #8 von mama123 » 18 Jul 2011 16:01


Hallo Karin,
weiter oben wurde schon mal nach einer neurologischen Untersuchung gefragt. Ich hätte da auch ganz spontan daran gedacht. Habt ihr denn schon mal ein MRT von der Wirbelsäule machen lassen.
Ich frage das deshalb, weil mein Sohn ( fast 14) aufgrund einer seltenen Rückenmarkserkrankung inkontinent ist. Nach einer OP kann er den Urin mittlerweile zu 95 % kontrollieren, allerdings ist er weiterhin stuhlinkontinent.

Von daher würde ich dir schon empfehlen, dass ihr im neurologischen Bereich noch einmal genauer nachforscht.

Was nun den praktischen Umgang angeht, würde ich dir empfehlen, dass deine Tochter die Windeln zum rauf und runter ziehen anzieht. Falls sie es doch mal merkt, dass sie auf die Toilette muss, kann sie das ohne Probleme machen und sie ist vor "Unfällen" geschützt.
Mein Sohn hat die besten Erfahrungen damit gemacht, offen mit der Problematik umzugehen. Er hat sowohl in der Grundschule als auch dann im Gymnasium offen gesagt, dass er da ein körperliches Problem hat und es ist in seiner Klasse nie ein Problem gewesen. Er ist ja weiterhin stuhlinkontinent und entleert jeden Abend gezielt den Darm durch Irrigation. Er ist trotzdem im Januar mit der Schule im Skikurs gewesen und hat sich mit 4 anderen Jungs aus seiner Klasse ein Bad geteilt. Es war ganz klar, dass er jeden Abend mal eine Zeitlang das Bad blockiert und das war ok so.

Wichtig ist, dass du das Selbstbewusstsein deiner Tochter stärkst, dass sie sich nicht minderwertig fühlt, nur weil sie in die Hose macht.

Euch alles Gute

Liebe Grüße
Dagmar
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Beitrag #9 von matis » 18 Jul 2011 18:26


Ich halte es für ganz wichtig, dass man ihr seitens der Familie den Rücken stärkt, ihr Selbstbewusstsein steigert, sie auf mögliche Konfrontationen und Hänselungen anderer vorbereitet, der Sache sozusagen ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt!

Wenn die eigene Mutter enttäuscht oder wütend wird, und das merkt das Kind den Eltern an, dann wird sich der Leidensdruck immens zuspitzen.
Jeder braucht jemanden verständnisvoll an seiner Seite, wie soll sie sonst das Kommende durchstehen.

Und was die offensichtlich vorhandene Inkontinenz angeht, so kenne ich selber von mir Situationen wie "eben versucht, kam nichts oder nur wenig, x Minuten später entwischte eine relativ große Menge".

Als ich vorhin auf dem Weg von der Arbeit nach Hause war, entleerte sich meine Blase, ärgerlich so kurz vor dem Erreichen des WCs.
Ich dachte: "Na shit, aber wenigstens dürfte ich jetzt erstmal Ruhe haben, so schnell wird bei der Menge nichts mehr kommen".
Während ich mir ein neues Hilfsmittel anzog, kam plötzlich starker Drang auf. Halb fertig wollte ich noch aufs Klo, wollte...

Das sind solche Extremsituationen, wie ich sie schon oft erlebt habe.
Seitdem ist heute tatsächlich erstmal Ruhe.

Jedenfalls kann ich mich ganz gut reinversetzen und gerade wenn sie jetzt anfängt, Unverständnis und Spott dafür zu ernten, ist sie so schon genug gestraft und braucht nicht noch eine Art Peitsche von zu Hause.

"Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker" - Mich hat schon so manches im Leben stärker gemacht, aber auch der andere Teil rückte in der Vergangenheit schon näher.
Lieber für Teil B dieses Sprichtwortes sorgen, als für Teil A...

;-)
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Beitrag #10 von LadinasMama » 18 Jul 2011 20:51


Guten Abend

Ich bin so sehr dankbar für eure Anregungen und Meinungen. Heute morgen rief ich beim Kinderarzt an, toll der hat Urlaub. Also rief ich bei der Vertretung an, auch gleich schon morgens noch hingehen können und muss sagen ich bin begeistert von diesem Arzt. Im Gegensatz zu unserem bisherigen Kinderarzt hat er uns Ernst genommen, kam nicht mit doofen Sprüchen von wegen Geduld, ich müsste sie halt dran erinnert, Konsequenz oder ähnlichem. Nein er hat ganz ruhig zugehört, hat paar Fragen gestellt und uns umgehend einen Termin bei einem Urologen im Kinderspital verschafft, mit viel Glück war heut Nachmittag dort per Zufall ein Termin frei geworden so konnten wir da auch gleich noch hin.

Heut war erstmal "nur" ausführliches Gespräch, durch seine ruhige Art liess sich Ladina von ihm untersuchen mit Ultraschall, Blase wie wir schon wussten sehr klein. Wir führen nun eine Art Tagebuch und müssen nein dürfen Donnerstags nochmals hin für ein paar weiterführende Untersuchungen die er ihr heute schon sehr ausführlich und für ihr Alter verständlich erklärt hat. Auch er hat angesprochen eine neurologische Abklärung wird wohl fällig werden, aber erst mal schauen was am Donnerstag rauskommt, ein Schritt nach dem anderen tun sonst würd es zuviel sein für unsere Grosse. Eine gründliche und ausführliche Diagnostik ist unbedingt notwendig, klar ist ihm aber schon jetzt auf Grund meiner und auch Ladinas Erzählungen dass sie nicht einfach nur zu bequem, zu faul, zu verwöhnt oder was weiss ich (wie vom bisherigen Kinderarzt, Grosseltern, etc. immer wieder gepredigt) ist. Er geht auch davon aus, dass es sich um ein organisches Problem handelt und nicht um ein psychologisches zumal sich die Blase meiner Tochter während dem Ultraschall entleert hatte. Die darauf folgenden Tränen meiner Tochter hat er sehr tröstend und einfühlsam behoben.

Dieses Gespräch hat mir sehr sehr gut getan. Er hat auch kurz mit ihr alleine geredet und auch etwas länger mit mir alleine.

Hatte ich bisher wirklich nur in Ausnahmesituationen und mit schlechtem Gefühl mal zu einer Windel gegriffen hat uns der Urologe dies nun empfohlen aus dem Grund, dass dadurch der Leidensdruck der auf ihr lastet gemindert werden kann. Er hat das Thema bei meiner Tochter gleich selber direkt angesprochen ob sie sowas möchte und sie sich dafür nicht schämen müsse. Ganz ehrlich ich tu mich gar nicht mehr schwer mit dem Gedanken, die Wäscheberge würden dadurch auch kleiner.

Liebe Grüsse
Karin
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