8jähriger Sohn Enuresis nocturna-diurna

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

Moderator: Helmut

8jähriger Sohn Enuresis nocturna-diurna

Beitrag #1 von RomanticV » 30 Okt 2012 09:40


Hallo zusammen, schön das ich dieses Forum gefunden hab. Vielleicht tut man sich ja ein wenig leichter wenn man mit gleichbetroffenen Eltern über dieses "tabu" Thema sprechen kann.

Zu meiner Geschichte, mein Sohn ist knapp 8 Jahre. Er nässt Tags und Nachts ein. Wobei es nicht täglich ist. Im Kindergarten hat es angefangen, das Personal hat mich darüber aufmerksam gemacht warum mein Kind "noch" nicht trocken ist. So nun zum Ärztlichen Verlauf:

1. Kinderarzt Termin 5 Jahre "Ich muss mich in Geduld üben, wäre mit 5 Jahre noch unbedenklich"

2. Kinderarzt Termin 6 Jahre "Verschreibung des Oxybutynin-ratiopharm 2,5mg (für neurogenen Blasenstörungen), des weiteren soll ich hin jeden Tag 2 Stunden nach dem Einschlafen auf Klo schicken.

Fazit: Tabletten halfen nix! Und was das nächtliche Toilettentraining anging, mit dem Rhythmus ist er dann selber aufs Klo und irgendwann hat sich das aufgelöst.

3. Erster Termin beim Urologen "Blasenvolumen gemessen, Protokoll geschrieben ect. organisch alles !OK! Kurz und bündig, der Arzt meinte ich soll mich nicht so anstellen, er sei einfach nur faul!"

Nunja da stand ich da, mit meinem Problem...Ich bin dann noch paar mal beim Kinderarzt aufgetaucht bis irgendwann der Spruch kam ist "Ich soll die eingenässte Matratze vor die Tür stellen". Mein eigenes Kind so demütigen? NEIN!

4. Zweiter Termin bei einem anderen Urologen! "Organische Mängel ausschließen lassen und er verschrieb mir Mictonetten, 3x täglich, 2x täglich und dann auslaufen lassen."

Naja hat auch ne Zeit wieder Prima funktioniert, der Arzt gibt sich wenigstens Mühe aber irgendwie bringt uns das auch nicht weiter. Mein Sohn ist jetzt in der 2. Klasse, er nässt ab und zu in der Woche mal tagsüber ein, meistens wenn er spielt bzw. lacht oder im Training ist. Nachts sieht es folgendermaßen aus, wenn die Trinkmenge am Abend reduziert wird, hält er die Nacht durch. Wenn er aber länger am Abend auf ist und noch was zu sich nimmt, ist es nass! Er sagt er "merkt" es nicht. Würde aber nicht sagen das er ein Tiefschläfer ist, wenn ich ihn bisschen rüttle ist er wach.

Erfahrungen und Tipp bitte her damit :wink:
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Beitrag #2 von Sebald » 30 Okt 2012 18:35


Hallo romantisches V!

Klar, speziell Jungs sind immer zu faul. Gute Idee auch, die Matratze vor die Tür zu stellen. - Manche Urologen scheinen mit dem Befund Enuresis auch ein bisschen überfordert... (Im ersten Band von Thomas Bernhards Autobiographie kann man lesend übrigens recht gut nachvollziehen, wie ein Schuljunge sich dabei fühlt.)

Ich stecke in dieser Problematik nicht drin, hätte aber folgende Gedanken: Wurde auch untersucht, ob sich die Blase richtig entleert? Wurde evtl. auch mal an eine Urodynamik gedacht, die das Entleerungsverhalten abbildet? Der Hintergrund dieser Untersuchungen wäre, ob bei deinem Jungen nicht vielleicht eine neurogene Blase vorliegt, die dann ganz andere Bedürfnisse hätte.

Und da du aus Bayern kommst: In der Klinik Deggendorf gibt es eine Abteilung Kinder-Urologie, die einen guten Ruf genießt. Schau einfach mal hier im Forum nach dem Ort als Stichwort. Wie der aktuelle Stand dort ist, ob Frau Dr. Bürst dort noch praktiziert, weiß ich allerdings nicht...

Beste Grüße,
Sebald
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Sebald
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Re: 8jähriger Sohn Enuresis nocturna-diurna

Beitrag #3 von Frederik » 24 Aug 2015 21:33


Wenn ich von solchen Ärzten und ihren Ratschlägen lese bekomm ich Hass. "Matratze vor die Tür stellen" - eigentlich sollte solchen Ärzten umgehend ein lebenslanges, unanfechtbares Berufsverbot erteilt werden. Wenn es vielleicht doch eine psychiche Ursache hat hilft sowas hundert pro...

Es ist ja nun schon etwas her und ich hoffe es hat sich gegeben. Wenn nicht, mach ihm das Leben nicht unnötig zur Hölle. Wenn eine Windel, Vorlage oder weiß der Kuckuck hilft und er damit klarkommt ist für den Moment die Sache halbwegs entschärft. Bis so etwas eindeutig geklärt und vielleicht mit Glück sogar geheilt wird, ist Beistand und Akzeptanz die beste Medizin.

Grundsätzlich kann ich nur empfehlen den Arzt solange zu wechseln bis man einen gefunden hat der nicht in seiner eigenen Göttlichkeit lebt oder Fälle abarbeitet wie Briefe mit ´nem Stempelkissen.
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Frederik
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