Einnässen tagsüber

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Einnässen tagsüber

Beitrag #1 von phili » 20 Jun 2004 22:09


Hallo ich bin's wieder. Schade, dass sich noch niemand gemeldet hat. Mir fehlen nämlich weiterhin Informationen. Habe schon auf einigen Seiten von euch und über euch etwas gelesen. Habe gelernt, gelassener zu sein. Aber ist das alles??? Wie kann ich meinem Kind denn helfen? Manch einer hat geschrieben, dass sämtliche Untersuchungen im Prinzip nicht viel gebracht haben. Soll ich trotzdem zu einem Facharzt? Wie findet man einen guten Facharzt? Ich habe so viele Fragen. Wer kann sie mir beantworten?
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phili
 
 

Beitrag #2 von mama123 » 21 Jun 2004 20:38


Hallo,
viel helfen kann ich dir sicher auch nicht, aber ich würde dir mal empfehlen ein Sozialpädiatrisches Zentrum aufzusuchen ( diese sind oft Unikliniken angebunden). Die sind spezialisiert auf Kinder, die in irgendeiner Art und Weise Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung zeigen. Vielleicht kann dir dort geholfen werden, weil da Ärzte, Psychologen und Therapeuten zusammenarbeiten. Mein Sohn hat tagsüber das kleine Geschäft unter Kontrolle, er nässt nur nachts ein, aber er ist stuhlinkontinent. Du findest eine kurze Zusammenfassung unserer Geschichte hier in diesem Forum unter "Stuhlinkontinenz wegen Syringomyelie".
Ja, wie gesagt, viel helfen kann ich dir auch nicht, aber vielleicht hilft dir der Tip mit dem SPZ.
Liebe Grüße
Dagmar
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mama123
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Beitrag #3 von papa0861 » 21 Jun 2004 23:54


hallo phili,

mich (43) hat es nun leider selber erwischt und ich brauche eigentlich selber hilfe. aber in bezug auf dein kind, kann ich auch so mit meinen erfahrungen aufwarten. die tochter meiner ehemaligen frau hat auch nacht für nacht eingenäßt und tut es, soweit ich weiß, auch heute noch. sie ist jetzt 14 oder 15 jahre. es gibt kein allemeingültiges heilmittel dagegen. am wichtigsten ist es, wenn zuerst einmal die genauen ursachen abgeklärt werden. liegen körperliche oder seelische ursachen vor. du mußt auf jeden fall die einstellung deinem kind gegenüber überprüfen. im falle des kindes meiner ehemaligen frau gehe ich heute davon aus, daß die pullerei eine art protestreaktion des kindes auf die neuen partner war und ist. alle versuche auf das das kind einzugehen und alle technischen hilfsmittel (wie klingelhose, stündliches wecken ....) haben kläglich versagt. bestärkt wurde das kind meiner meinung nach noch durch den umgang der mutter mit dem problem. diese hatte so eine art punktesystem eingeführt (ach meine liebe kleine, heute bist du binnenschiffer, hochseeschiffer und regentrude). allein schon dadurch hatte das kind immer morgens das gefühl, daß sich die mutter nur im sie kümmert, ein bruder war ja auch noch da. damit hatte das kind erreicht, was es wollte. bevor der normale tagesablauf begann, drehte sich alles um sie. in der schule war sie auch nur zu faul, regelmäßig die toilette aufzusuchen. selbst die forderung der lehrer, in jeder pause zu gehen, hat sie ignoriert oder so getan, als ob sie gegangen ist. erfolg: nasse hosen. irgendwo ist das meiner meinung nach (soweit körperliche schäden auszuschließen sind) auch irgendwo ein hilfeschrei. aber um das herauszufinden, solltes du wirklich kinderpsych. hilfe in anspruch nehmen.

viele grüße
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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papa0861
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Beitrag #4 von Drele » 25 Okt 2004 22:11


Hallo Jürgen,
wenn ich deinen Beitrag so lese, dann habe ich fast das Gefühl du redest von meinem Sohn...
Genau die gleichen Verhaltensmuster.... Jedoch haben wir schon alles versucht : Wir sind seit ca. 3 Jahren unterwegs von Arzt zu Arzt, sind seit einem Jahr in psychologischer Behandlung und es ändert sich NICHTS. Höhen und Tiefen - und manchmal ein Hoffnungsschimmer, der dann aber jäh wieder zunichte gemacht wird. In der Schule ( 1. Klasse ) hat er Einlagen drin, die benutzt er inzwischen immer häufiger als Windel und ist bis zu den Waden nass wenn ich ihn abhole. Aber das stört ihn nicht weiter. Er käme nie auf die Idee sich umzuziehen - egal ob die anderen Kinder ihn deswegen auslachen ( obwohl er darunter leidet ). Ich denke inzwischen, dass er in irgend einem Winkel seines Gehirns abgespeichert hat : Wenn sie mich micht mögen und nicht beachten, dann tun sie es hald auf die "schlechte" Tour - indem ich unangenehm auffalle ( hauptache auffallen ). Denn er will immer im Mittelpunkt stehen.
Da er ein Einzelkind ist hat er es daheim natürlich verhältnismäßig einfach damit - wobei das Einnäsen immer mit der Häufigkeit des Beachtens und nicht Beachtens zusammenhängt.
Unser Fazit: Jeder Arzt weiß etwas anderes und verordnet andere Medikamente ( die in unserem Fall noch nie etwas bewirkt haben ) - ändern tut sich bis heute nichts. Nur dass wir gestresst sichd vom vielen hin und her fahren und den ständigen "versuchen wir dies - und versuchen wir das " - denn nichts anderes wird mit den Kindern gemacht : NUR VERSUCHEN UND ABWARTEN OB ES HILFT - WAS ES DANN DOCH NICHT TUT.
3 Jahre Rennerei - und NULL,NULL Veränderung. ( Was eigentlich ja auch schon was positives ist, denn es hat sich ja auch nicht verschlechtert ;-)

Liebe Grüße an alle die die gleichen Erfahrungen gemacht haben....

Andrea
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Beitrag #5 von Esmeralda » 03 Nov 2004 09:01


Hallo Phili,
ich bin ganz neu hier und auch bei mir geht es um meine Tochter. Wie schon in meiner Vorstellung geschrieben, ist sie jetzt 16 Jahre alt und war noch nie wirklich trocken.

Das Hauptproblem bei uns ist das nächtlich Einnässen, aber auch am Tag kommt es des Öfteren vor, dass die Hose nass ist. Das hat sich zwar im Laufe der Jahre verbessert, aber eben nicht ganz.

Warst Du schon mal beim Kinderchirurgen? Wir waren lange Zeit bei einem Kinderchirurgen in Behandlung, der das Blasenvolumen meiner Tochter erst mal auf ein normales Level brachte. Sie hat damals Mictonorm bekommen. Leider hat diese Behandlung für die Nacht nix gebracht, aber am Tag ist es deutlich besser geworden.

Allerdings finde ich meine Tochter in Euren Beschreibungen auch wieder. Der Schrei nach Aufmerksamkeit ob positiv oder negativ könnte auch bei ihr hinkommen. Da sie ein ADS-Kind ist, möchte sie immer im Mittelpunkt stehen. Der Gang zur Toilette ist für sie auch mehr Strafe als Selbstverständlichkeit. Man kann sie 5 Minuten vorher erinnert haben und kurz danach hat sie einen klatschnasse Hose.

Der Hinweis auf ein SPZ ist gut, da waren wir auch schon (bei uns eher wegen dem ADS), leider musst Du Dich auf sehr lange Wartezeiten für einen Termin einstellen.

Liebe Grüße Esmeralda
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Beitrag #6 von phili » 03 Nov 2004 22:52


Hallo Esmeralda,
ich freue mich, dass sich mal jemand gemeldet hat, der in meiner Nähe wohnt. Ich war auch schon lange nicht mehr hier im Forum. Unser Problem hat sich bis jetzt leider nicht erledigt. Wir waren auch noch nicht beim Arzt. Vielleicht habe ich mehr Angst davor als mein Sohn. Was mir aufgefallen ist, dass das Einnässen in den Ferien etwas zurückgeht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass mein Sohn überfordert ist. Im Gegenteil, wenn er sich mal nicht so sportlich betätigen kann (wg. schlechtem Wetter) ist er manchmal kaum auszuhalten und tobt dafür in der Wohnung rum oder will ständig Spiele spielen.
Auch Gespräche mit ihm und Appelle, dass er doch in der Schule die Pausen nutzen soll oder im Hort vor dem Mittagessen oder bevor er ein Spiel anfängt die Toilette benutzen soll, bringen nichts. Wenn er mal nachts einpullert, versucht er die Schlafhosen zu verstecken und sagt nichts weiter. Frage ich ihm am Tage (abends) wie es heute gelaufen ist, tut er so, als ob er nicht verstanden hat was ich gefragt habe. Manchmal glaube ich, ich nerve ihn schon. Aber was ist richtig, was ist falsch???
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Beitrag #7 von Esmeralda » 03 Nov 2004 23:20


Hallo Phili,
ist ja interessant, bei uns ist es genauso, in den Ferien wird es besser. Ich bin auch der Meinung, dass meine Tochter nicht überfordert ist, sie ist ziemlich gut in der Schule.

Das mit dem Verstecken von nasser Wäsche kenne ich auch, ebenso, das "Verweigern der Aussage" wie der Tag so gelaufen ist.

Klar, aus den Augen Deines Sohnes nervst Du bestimmt, aber Du musst trotzdem dranbleiben, er muss mitbekommen, dass Du ihm ja nur helfen willst und ihn damit nicht ärgern willst.

Warst Du denn überhaupt schon mal mit ihm bei einem Arzt, z. B. um abzuklären, ob es bei ihm organische Ursachen gibt? Wenn nicht, würde ich das als erstes in Angriff nehmen und glaub mir, ich hätte damals lieber die Diagnose einer organischen Ursache gehört, weil man die therapieren kann. Hört sich vielleicht blöd an, aber so war es. Wir wissen bis heute nicht wirklich, was der Auslöser fürs Bettnässen ist und auch nicht, warum es immer wieder am Tag passiert. Da fühlt man sich irgendwie hilflos.

Sei gegrüßt von Esmeralda
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Beitrag #8 von phili » 16 Nov 2004 23:28


Hallo Esmeralda, schön, dass noch jemand die Beobachtung gemacht hat, dass es in den Ferien besser klappt mit dem Gang zur Toilette. Du schreibst, ich soll doch mal einen Arzt aufsuchen. Wo finde ich einen (guten) Arzt? Nach dem was ich hier schon gelesen habe, ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Den einzigen Anhaltspunkt, den ich habe, ist ein Krankenhaus in Potsdam. Das heißt, ich habe nur den Namen der Ärztin und die Tel.-Nr. Vielleicht hast du ja Adressen von Berlin? Evtl. nördliches Randgebiet. Du kannst mir auch gerne so schreiben (nicht übers Forum).

Gruß phili
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Hallo an alle

Beitrag #9 von Drele » 07 Mär 2005 17:00


Hätte da die Adresse einer tollen Ärztin, die sich auch Zeit nimmt für das Problem und sehr einfühlsam mit dem Kind ( und der Mutter :-) ) umgeht:

Fr. Dr. Maria Bürst
Kinderurologie
Klinikum Deggendorf-Plattling
Perlasberger Str. 41
94469 Deggendorf
Tel.: 0991/380-3707
Fax: 0991/380-3703
maria.buerst@klinikum-deggendorf.de

Wir waren zwar nur ein Mal da, aber voll begeistert.
Auf Anraten unseres Kinderarztes haben wir ein nun mehr als ein halbes Jahr das totale ignorieren des Tag- und Nachteinnässens praktiziert... war der volle Schuss in den Ofen.
aber es hat uns gezeigt. dass egal ob MIT oder OHNE Medikamente: Gut- und Schlecht- Phasen wechseln sich intervallmäßig ab. gebessert hat sich bei beidem nichts. Im Gegenteil, das ignorieren hat er so weit getrieben, dass er uns auf dem Schoß sitzend angebieselt hat....

Wir werden nun bald bei Frau Dr. Bürst zu weiteren Untersuchungen anmelden. Hoffentlich hat sie Zeit für uns....

Viel Glück euch allen!!

Liebe Grüße
Drele :? [/u]
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Beitrag #10 von Claudia » 16 Mär 2005 10:54


Das was Ihr hier schreibt ist uns nicht unbekannt,

bei uns handelt es sich um unseren 6jährigen Sohn. Er war noch nie trocken, sowohl Nacht wie auch Tagsüber. Man kann ihn erinnern, auf sein Zappel ansprechen und bekommt ein "Nein ich muß nicht" zu hören, zum Schluß sind die Hosen dann doch wieder naß.
Eine urologische Untersuchung fand bereits statt, um außzuschließen, daß es funktionelle Störungen gibt, diese war zum Glück ohne Befund.
Auch wir können in Urlaub deutliche Besserung sehen, z.B bei einem Wochenen Tripp in den Center Park war nicht eine Hose tagsüber naß. (Es geht also) :o
Er ist aber auch sehr verträumt und deshalb hat uns die Kinderärztin den Besuch beim Kinderpsychologen vorgeschlagen um nach Möglichkeiten zu suchen ihm zu Helfen.
Es ist recht interessant zu lesen dass wir mit diesem Problem nicht alleine sind.
Hoffe für unseren Sohn dass der Besuch beim Psychologen ihm hilft, denn wir merken schon jetzt, dass er selbst auch darunter leidet. :cry:

Viele Grüße aus dem schönen Kohlenpott :lach:
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