Inkontinenz nach Morbus Hirschsprung

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Inkontinenz nach Morbus Hirschsprung

Beitrag #1 von Karin » 18 Apr 2005 11:47


Analtampon, der Anfang vom Ende?
Mein Sohn 6 Jahre leidet an Morbus Hirschsprung, nach mehren Operationen leidet er jetzt an Stuhinkontinenz, da er dieses Jahr eingeschult wird mache ich mir noch mehr Sorgen, dass er in der Schule gehaenselt wird.
Zur Zeit machen wir mit Ihm Biofeedback Training, wir wurden von Aertzten ueber Analtampons informiert, ich habe aber Bedenken ob diese Loesung die Situation nicht verschlimmert und er damit dann, den Versuch den Stuhl zu halten voellig aufhoert. Wer kann helfen oder hat andere Vorschlaege?
Danke
Karin
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Beitrag #2 von Helmut » 18 Apr 2005 15:00


Hallo Karin,

die Stuhlinkontinenz ist sicher für deinen Sohn eine unangenehme Sache. Du schreibst nicht, wie Stark die Stuhlinkontinenz bei ihm ausgeprägt ist und ob er Hilfsmittel (Windeln, ...) trägt.

Das Biofeedback Training ist auf alle Fälle Gut und auch wichtig, damit er das Gefühl für seinen Schließmuskel nicht verlernt. Die Analtampons sollen nur zu bestimmten Situationen verwendet werden und bieten eine gute Abdichtfunktion. Die Analtampons werden die Situation sicher nicht verschlimmern. Wichtig ist aber auch, daß er täglich Stuhlgang hat und der Stuhl nicht zu weich oder zu hart ist. Die Stuhlbeschaffenheit kann hier mit Medikamenten wie Lactulose-Sirup (Stuhlweichmacher) und Flohsamen (Volumenvergrößerung) wie Metamucil® beeinflusst werden. Diese Mittel kannst du auch über einen längeren Zeitraum geben, da sie den Körper praktisch nicht belasten.

Als Alternative bietet sich auch die Irrigation an, bei der der Darm einmal täglich mehrmals hintereinander mit Wasser ausgespült und so der Darm gereinigt wird. Ich selber mache die Irrigation schon viele Jahre und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Technik ist sehr einfach und er könnte es mit etwas Übung in einem Jahr bestimmt selbst durchführen.

Wenn das Darmtraining mit Biofeedback, den Analtampons oder der Irrigation gut klappt, dann kann er auch ohne Windeln auskommen und wird nicht in der Schule gehänselt. Im übrigen fallen auch Windeln in der Schule nicht auf, wenn er sich nicht irgendwie Auffällig verhält und sich auch selbst frisch machen kann. Die Lehrkräfte sollen aber schon Eingeweiht werden, wenn es doch einmal zu einem "Unfall" kommt und er nachhause gehen muß.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #3 von Karin » 19 Apr 2005 14:12


Hallo Helmut, Danke fuer Dein Schreiben. Ich werde jetzt erstmal von den Analtampon absehen auch sein Kinderarzt hat gesagt das dies die letzte Loesung waere. Das Problem bei Felix ist das der innere Schliessmuskel defekt ist ( ich glaube durch eine seiner Operationen) dazu kommt das er sehr duennen Stuhl hat, ich setze Ihn zweimal am Tag auf die Toilette ( von alleine geht er nie) dort macht er auch seinen Hauptstuhlgang, trotzdem hat er staendig Stuhl in der Hose, ich lege Ihm eine Damenbinde ein. Sein Kinderarzt hat ihm gestern Loperamid verschrieben nur um zu sehen ob es einen Unterschied macht, ich bin natuerlich nicht begeistert so ein Medikament auf dauer zu geben, falls es ihm helfen wuerde. Ich habe ihm Forum von Flohsamenschalen gelesen kannst Du mir mehr darueber sagen?
Vielen Dank
Karin
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Beitrag #4 von Helmut » 19 Apr 2005 15:36


Hallo Karin,

nun der dünne Stuhl kommt vermutlich von den Darmoperationen wo wahrscheinlich Teile des Darms entfernt wurden. Durch den kürzeren Darm kommt es zu einer Pasagebeschleunigung des Darminhaltes bei dem nicht genügend Flüssigkeit dem Darminhalt entzogen werden kann. Das Loperamid ist sicher eine Hilfe, denn es bremst die Mobilität des Darmes wodurch sich der Stuhl wieder etwas eindicken kann. Auf dauer genommen sehe ich das Problem der Abhängigkeit, da sich der Darm an das Loperamid gewöhnt und die Wirkung mit der Zeit nachlässt, sprich immer höhere Dosen genommen werden müssen um den gleichen Effekt zu erzielen.

Die Flohsamen (Mucofalk®) bieten hier eine Alternative, da sie das Volumen des Stuhles vergrößern. Wenn die angegebene Menge (1 Teelöffel 2x täglich) mit etwas weniger Wasser eingenommen wird, wie in der Beschreibung steht, dann kann dadurch die Stuhlbeschaffenheit beeinflußt werden, indem er dicker wird. Ich habe damit auch gute Erfahrungen gemacht. Der Nachteil von den Flohsamen ist halt, daß sie nach dem Einrühren in das Wasser schnell getrunken werden müssen und sie auch nicht sonderlich toll schmecken.

Vielleicht währe doch die Irrigation in seinem Fall eine Hilfe, um den Darm zu entleeren und Unfälle zu vermeiden.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #5 von mama123 » 19 Apr 2005 17:16


Hallo Karin,
mein Sohn ist 7 Jahre alt und geht in die 1. Klasse einer normalen Grundschule. Aufgrund einer relativ seltenen Rückenmarkserkrankung ist er stuhlinkontinent. Wir machen seit einigen Wochen die Irrigation, die dir Helmut schon vorgestellt hat. Damit kommen wir ganz gut klar. Zur Sicherheit hat er im Moment aber in der Schule noch Windeln an, d.h das sind keine Windeln mit Klebestreifen, sondern Windelhosen, die er wie eine normale Unterhose rauf und runter ziehen kann. In der Schule ist noch keinem seiner Klassenkameraden etwas aufgefallen, selbst beim Sportunterricht nicht. Er zieht daheim schon seine Turnhose an, ein langes T-Shirt und dann eine Jogginghose drüber. So muss er sich auch gar nicht erst groß umziehen. Seine Lehrerin weiß natürlich Bescheid und würde die Sache dann sicher regeln, wenn irgendwann doch mal einer etwas merken würde. Ein "Unfall" ist bis jetzt glücklicherweise noch nicht passiert. Du musst also nicht unbedingt Angst haben, dass seine Mitschüler von einer Windel etwas merken, wenn er sich ganz normal verhält. Wichtig ist es unbedingt, die Schule bzw. Lehrerin darüber zu informieren, damit sie rechtzeitig eingreifen kann, wenn seine Klasssenkameraden doch etwas merken sollten und ihn hänseln.
Wenn du noch mehr Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden.

Viele liebe Grüße
Dagmar
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Beitrag #6 von Karin » 19 Apr 2005 19:02


Hallo Dagmar und Helmut, danke fuer eure Info. Leider laesst sich Felix keine Irrigation machen, er laesst nichts und niemand da hinten dran. Ich warte jetzt mal die Auswirkung des Loperamid ab, wenn es was bringt werde ich den Flohsamen probieren ( ich hoffe das Wort steht fuer was anderes :shock: ???) kannst du mir sagen Helmut wo man das Zeug bekommt? Ich habe das Gefuehl das Felix einfach keine Lust hat auf die Toilette zu gehen ( er sagt ja nie das er muss), irgendwelche Ideen oder Vorschlaege Ihn dazu anzuregen?
Danke
Karin
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Beitrag #7 von Helmut » 20 Apr 2005 10:51


Hallo Karin,

Flohsamen dienen nicht der Fortpflanzung von Parasiten. :mrgreen: Sie sind sozusagen die kleinen Brüder des Leinsamens. In Wasser quellen sie bis auf das fünfzehnfache Volumen auf und eignen sich daher als mildes Abführmittel, das zusätzlich leicht Cholesterin senkend wirkt.

Psyllii semen, so die Arzneibuchbezeichnung der Flohsamen, stammen aus Süd- und Mitteleuropa von verschiedenen Pflanzen der Gattung Plantago. Plantago arenaria beziehungsweise Plantago indica, der Sandwegerich, und Plantago afra, auch Strauchwegerich oder Flohkraut genannt, sind die Stammpflanzen des Flohsamens. Indische Flohsamen, ebenfalls eine Arzneibuchdroge, werden von Plantago ovata gewonnen, die in Indien und Pakistan angebaut wird.

Alle verwendeten Plantago-Arten sind einjährige Kräuter und sehen sich sehr ähnlich. Sie werden etwa 10 bis 50 Zentimeter groß. Die Stängel sind verzweigt, die Blätter gegenständig. Das Kraut bildet einen kurzen Blütenstand in Form einer zylindrischen bis kugelförmigen Ähre. Es wächst auf Acker- und Wegesrändern oder auf Schuttplätzen. Die Samen der drei Plantago-Arten sind zwischen 1,5 und 3,5 Millimeter lang und unterscheiden sich vor allem in der Farbe: Indische Flohsamen sind blassrosa bis beigefarben und werden auch "blonde psyllium" genannt. Flohsamen hingegen sind hellbraun bis schwarzbraun und auch als "black psyllium" bekannt. Beide Drogen wirken ähnlich.

Ihre Bedeutung als Arzneidroge verdanken die Flohsamen ihrem hohen Schleimgehalt. Er beträgt etwa zehn bis zwölf Prozent und ist vor allem in der Samenschale enthalten. Schleime sind Polysaccharide, die in Wasser quellen. Nur beim Indischen Flohsamen können die Samenschalen abgetrennt werden. Um die Schalen zu gewinnen, werden die Samen mechanisch zerkleinert und anschließend durch eine so genannte Windsichtung von den anderen Bestandteilen getrennt. Die Schalen sind hellbeige, durchscheinend und spröde und erinnern an Getreidespelzen. Die Arzneibuchbezeichung der Samenschalen lautet Plantaginis ovatae seminis tegumentum. Die isolierten Samenschalen sind auch als "psyllium husk" (engl. husk = Schale, Hülse) im Handel.

Flohsamen oder ihre abgetrennten Schalen werden ganz oder gepulvert unter anderem als mildes Abführmittel eingesetzt. Sie quellen in Wasser stark auf und bilden eine gelartige, zusammenhängende Masse. Der Gehalt an Quellstoffen wird als "Quellungszahl" angegeben. Anleitungen zur Bestimmung enthalten die Arzneibücher. Dazu wird eine vorgeschriebene Menge Droge in einen speziellen Kolben eingewogen und mit einem angegebenen Volumen an kaltem Wasser bedeckt. Nach vier Stunden wird das Volumen der gequollenen Droge abgelesen. Die geforderte Quellungszahl für Flohsamen beträgt mindestens das neun- bis zehnfache, bei Flohsamenschalen sogar mindestens das 40-fache. Dies zeigt das beachtliche Quellvermögen der Schalen.

Der Flohsamen wirkt durch seine Volumenzunahme. Die durch Quellung entstandene gelartige Masse macht den Darminhalt geschmeidiger und voluminöser. Die Dehnung der Darmwand regt die Peristaltik, die Darmbewegung, an. Flohsamen werden auch eingesetzt, wenn die Darmentleerung erleichtert werden soll, beispielsweise in der Schwangerschaft, bei Hämorrhoiden oder Analfissuren.

Die Polysaccharide des Schleims werden im Dickdarm teilweise abgebaut, wobei vor allem kurzkettige Fettsäuren wie die Buttersäure entstehen. Diese Säuren fördern zusätzlich die Darmbewegung und die abführende Wirkung. Beim Abbau der Polysaccharide entstehen unter anderem Gase wie Wasserstoff oder Methan. Dies erklärt, warum Flohsamen und -schalen zu Blähungen führen können. Vor allem zu Beginn der Behandlung ist diese Nebenwirkung häufig. Nach zwei bis vier Wochen hat sich die Darmflora umgestellt, die Blähungen verschwinden weitgehend. Im Vergleich mit anderen Ballaststoff-haltigen Abführmitteln wie Weizenkleie verursachen Flohsamen weniger Blähungen.

Die Kohlenhydrate dienen einigen Dickdarmbakterien als Nährstoffe. Dies ist der Hintergrund dafür, dass Flohsamenschalen auch als "bifidogener Nahrungszusatz" angepriesen werden. Sie sollen das Wachstum bestimmter Keime im Dickdarm selektiv fördern. Diese Theorie ist bisher nicht bewiesen.

Auf den ersten Blick überraschend scheint der Einsatz von Flohsamenschalen bei Durchfall. Die Schalen binden Wasser, sorgen für eine Verringerung der Stuhlfrequenz, eine Verlangsamung der Darmpassage sowie eine Verfestigung des Stuhls. Bei chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können sie die Zahl der Durchfälle verringern.

Empfohlene Dosierung:
Indische Flohsamen: mittlere Tagesdosis 12-40 g mit wenig Wasser vorgequollen.
Indische Flohsamenschale: mittlere Tagesdosis 4-20 g.
Berechnungsgrundlage: 26 g Samen, 12 g Samenschale.
Mit reichlich Flüssigkeit (150 ml Wasser pro 5 g Droge) einnehmen. Nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten anwenden, da deren Resorption vermindert werden kann.

Soviel einmal zur Pflanze und deren Anwendung. Die Flohsamen oder das Mucofalk® bekommst du übrigens in jeder Apotheke.

Ja die Sache mit der Irrigation bzw. mit Einläufen kenne ich auch noch aus meiner Kindheit. Ich war übrigens genauso und habe auch immer das Weite gesucht, wenn meine Mutter mit dem "Teil" ankam, mir war es immer äußerst Unangenehm. Wenn er selber nicht davon Überzeugt ist, daß die Irrigation sein Problem beseitigen kann, dann wird es es sicher nicht machen lassen wollen.

Wenn er nicht auf die Toilette gehen will, dann lasse ihn einfach mal. Er kommt dann sicher irgendwann in die Situation, daß er eine Volle Hose hat und seine Freunde oder später seine Klassenkameraden es mitbekommen. Spätestens dann wird er nach möglichkeiten suchen, nichtmehr in so eine Situation zu kommen. Er soll sich dann aber auch selber wieder sauber machen, damit er sieht, wie Unangenehm das ist, eine volle Hose zu haben.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #8 von eckhard11 » 20 Apr 2005 12:02


Hallo Karin, hallo Helmut,

mal eine ganz doofe Frage :

Ist es denn normal, daß jemand, dem ein Stück Darm entfernt wurde ( Dünndarm ), häufiger unter dünnem Stuhlgang leidet ??

Ich meine, mir wurden immerhin ca. 80 cm rausgeschnitten und für die neue Blase verwendet, aber ich habe - Gott sei´s getrommt und gepfifft - keinerlei Probleme.....

Ich hatte schon einmal in einem Blasenkrebsforum etwas ähnliches gelesen.
Der Verfasser ( auch eine radikale Zystektomie mit Illeum-Neoblase ) schrieb, er dürfe - wegen des fehlenden Darmstückes von 70 cm Länge - keine langfaserigen Gemüse etc. mehr zu sich nehmen ( Spargel, Pilze, Apfelsinen, Mandarinen, Zitronen, Pampelmusen, Ananas usw ). Davon bekäme er Koliken und andere Beschwerden..

Ich habe da überhaupt keine Probleme mit gehabt und esse genau wie vorher.
(Natürlich viel zu fett und viel zu viel, aber als Hobbykoch...... ) :oops:

Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #9 von Karin » 23 Apr 2005 07:50


Hallo Helmut, vielen Dank fuer Deiene ausfuehrliche Antwort. Ich gebe Felix seit Dienstag das Loperamid leider hat sich noch nichts getan, eigentlich muesste sich bei diesem Medikament schon eine Veraenderung einstellen? Was meinst Du soll ich die Flohsamen probieren auch wenn das Loperamid nichts bringt?
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Beitrag #10 von Helmut » 23 Apr 2005 11:06


Hallo Karin,

es könnte sein, daß die Dosierung vom Loperamid noch zu niedrig ist, um einen erkennbaren Unterschied zu haben. Normal sollte der Effekt schon einige Stunden nach der Einnahme erkennbar sein. Mit dem Loperamid soll quasi eine Art künstliche "Verstopfung" für einen kurzen Zeitraum ausgelöst werden, sprich daß der Darm für ein paar Stunden seine Transporttätigkeit fast vollständig einstellt, dadurch kann mehr Flüssigkeit aus dem Darminhalt von der Schleimhaut im Darm aufgenommen werden. Eine zu hohe Dosierung führt dann natürlich zwangsläufig zu einer richtigen Verstopfung mit hartem Stuhl.

Du kannst natürlich auch die Flohsamen probieren, aber bitte nicht zusammen mit dem Loperamid, da sonst die Gefahr für einen Darmverschluß besteht.

@Eckhard
Ja es stimmt, daß bei Personen denen ein Teil des Darmes entfernt wurde, häufiger unter dünnem Stuhlgang leiden. Besonders ist das aber bei Personen der Fall, denen Teile des Dickdarms entfernt wurden. Der Grund liegt darin, daß die Pasage der Nahrung durch den Verdauungstrakt bis zum Enddarm eben nichtmehr so lange dauert und der Darm daher auch nicht so viel Zeit hat, die Flüssigkeit aus dem Darminhalt aufzunehmen.

Gruß Helmut :wink:
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