Wie sieht wohl die Zukunft aus ?

Hier geht es um das Thema Inkontinenz und Bettnässen bei Kindern und wie deren Eltern damit klar kommen.

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Wie sieht wohl die Zukunft aus ?

Beitrag #1 von dani77 » 02 Aug 2005 12:31


Hallo erst mal !
Wollte mich mal wieder melden. Unser Marvin ist nun 6 und kommt in 4 Wochen in die Schule , da macht man sich echt Gedanken wie seine Zukunft mit Analatresie wohl weiter geht . Im Kindergarten war das ja alles kein Problem , weil die Erzieherinnen seine Geschichte seit der Geburt kannten , weil meine Schwester dort arbeitet. In der Schule ist er dann sehr auf sich alleine gestellt , das habe ich schon gemerkt bei der Anmeldung. Da wurde nicht mal gefragt was Analatresie ist sondern wir wurden in 2 Minuten abgefertigt.
Wie wird es wohl wenn sie für 3 oder 4Tage ins Schullandheim fahren ? Da kann ich ja nicht mit fahren nur um ihn zu Spülen . Ich wünschte es würde irgendwann alles normal werden und wir kämen ohne Irrigation aus. So , es tut gut mal so ganz frei sein Herz ausschütten zu können , bei Menschen die meine Sorgen vielleicht verstehen können.

Bis bald Dani
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dani77
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Art der Inkontinenz: sohn hat analatresie

Beitrag #2 von mehlbox2001 » 03 Aug 2005 02:43


Hallo Dani,

als ehemaliger Lehrer kann ich dich ein bisschen beruhigen: Das mit dem Schullandheim hat noch ein paar Jahre Zeit. In Grundschulen sind Klassenreisen mit Übernachtung die Ausnahme, und wenn, dann erst zum Abschluss in der vierten Klasse.

Und was die kurze "Abfertigung" bei der Anmeldung angeht: Auch das ist dummerweise normal, der "Durchlauf" ist riesengroß. Die meisten Grundschullehrer/innen kümmern sich rührend um die Kinder und haben auch für die Klassenkamerad/innen kindgerechte Erklärungen. Sprich einfach so früh wie möglich mit dem Lehrer oder der Lehrerin, sobald du kannst. Wenns sein muss, mit dem Marvin mit der Schultüte in der Hand, am besten vorher. Meist weiß schon eine wohlwollende Sekretärin, wer welche Klasse übernimmt, und eine Schachtel After Eight wirkt da Wunder. Grundschullehrer sind in solchen Sachen sehr sensibel, wenn man sie persönlich und besorgt anspricht, natürlich ohne sie zu nerven. Oft kennen sie sogar die Leute aus den Kindergärten vor Ort ...

Die meisten Lehrer bekommen übrigens Infos zu den Kindern und richten sogar die Sitzordnung so ein, dass die Kinder gefördert werden. Als ich selber 1970 eingeschult wurde, saßen am "Förder-Tisch" direkt vor dem Pult vor der Lehrerin vier Jungs: Zwei davon gingen wurden nach vier Wochen in den Schulkindergarten zum "noch ein Jahr Spielen" geschickt, die andern beiden kamen aus Ein-Eltern-Familien und hatten einen ägytischen und einen anscheinend amerikanischen Nachnamen -- und haben später Abitur gemacht. Vielleicht auch, weil unsere Lehrerin Dank ihrer pädagogischen Ausbildung die zwei weggegangenen Jungs durch die beiden cleversten Mädchen der Klasse ersetzt hat ... Du merkst wahrscheinlich schon, Grundschullehrerinnen machen sich Gedanken ...

Und wenn was schief läuft: Ich weiß, das Leben läuft nicht immer rund. Auch Lehrer sind nur Menschen. Aus der Parallel-Grundschul-Klasse sind zwei aufs Gymnasium, von uns mehr als ein Dutzend. Ich kann da heute nicht nachvollziehen, ob da eine "Vor-Sozial-Auswahl" getroffen war (obwohl das ganz schöne Rüpel waren) oder obs ihre Ausblidung und Erziehung war. Ankucken und Wechseln kann eventuell im Notfall sinnvoll sein. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: Schon als ich Mitte der Achtzigerjahre Schulpraktika in Grundschulen gemacht hab, bin ich nur auf sensible Kolleg/innen getroffen, die sich um ihre Kinder vorbildlich gekümmert haben.

Viele Grüße
Andreas
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Beitrag #3 von mama123 » 07 Aug 2005 20:50


Hallo Dani,
mein Sohn ( aufgrund einer Rückenmarkserkrankung stuhlinkontinent) hat nun sein erstes Schuljahr in einer normalen Grundschule hinter sich und es hat alles wunderbar geklappt. Mit der Lehrerin hatte ich damals vor der Einschulung gesprochen, so wusste sie Bescheid, sie hat sich sehr viel Zeit genommen für das Gespräch und hat sich genau über die Krankheit aufklären lassen. Es hat im ganzen Schuljahr keinen einzigen "Unfall" gegeben, auch aufgrund der Irrigation, die wir ja auch machen.
Deine Ängste bezüglich Schullandheimaufenthalten und ähnliches kann ich nachvollziehen. Die selben Gedanken mache ich mir auch immer wieder mal, aber ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, lassen wir das alles erst mal auf uns zukommen, bis dahin haben wir noch etwas Zeit. Das klingt vielleicht jetzt etwas leichfertig, aber ich habe für mich persönlich festgestellt, dass es mich nervlich einfach zu sehr fertigmacht, wenn ich mir um etwas Gedanken mache, was erst in zwei oder drei Jahren spruchreif ist. Deshalb denke ich immer nur an die nähere Zukunft und denke, dass es im zweiten Schuljahr hoffentlich ähnlich gut laufen wird, wie im ersten.

Liebe Grüße

Dagmar
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Beitrag #4 von Helmut » 09 Aug 2005 11:18


Hallo Dani,

sicher wird es Marvin nicht so leicht wie andere Kinder in der Schule haben, aber trotzdem denke ich, daß er durchaus klar kommen wird. Wenn die Irrigation gut klappt, dann wird er wirklich so gut wie keine Einschränkung in der Schule haben. Du solltest ihn aber frühzeitig an seine Selbststädigkeit heranführen und ihm die Irrigation lernen so daß er es selber machen kann. Das fördert seine Unabhängigkeit und sein Selbstvertrauen im Umgang mit seiner "Behinderung". Du kannst dich ja mal noch mit Kerstin in Verbindung setzen, sie ist auch von Analatresie betroffen.

Die Sache mit dem Schullandheim wird sich sicher noch nicht so schnell stellen, da in den seltensten Fällen schon in der Grundschule dorthin gefahren wird, wie Andreas schon sagte. Übrigens haben die Mitarbeiter in den Schullandheimen häufiger mit Kindern zu tun, die irgendein körperliches Leiden haben, auch Bettnässen ist da an der Tagesordnung. Die haben speziell ausgebildete Fachkräfte, die sich dann um solche Kinder kümmern, das muß nur vorher abgeklärt mit dem Schullandheim werden.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #5 von jen » 21 Aug 2005 00:22


Hallo,
bin durch Zufall auf diese Seite gestossen,habe eine Tochter,die inkontinent ist.Zum Thema,als meine eingeschult wurde,habe ich mit dem Lehrer darüber gesprochen,ihm die Situation erklärt und es gab keine Probleme in der Schule.Um aber auf das Thema Klassenfahrt anzusprechen,ich kenne es hier in Berlin nur so,dass Klassenfahrten in der 3.oder 4.Klasse durchgeführt werden.Meine Tochter fährt nächste Woche auf Klassenfahrt,sie ist gerade in die 3.Klasse gekommen.
Liebe Grüße Jen
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Beitrag #6 von Maxilesen » 30 Aug 2005 08:42


Hallo Dani,
unser Sohn ist 11 Jahre alt und hat eine hohe Form der Analatresie. Die ersten zwei Jahre hat er aufgrund noch anderer körperlicher Probleme eine körperbehinderten Schule besucht und da war das natürlich mit dem Wickeln kein Problem, da es dort Krankenschwestern gibt.
Dann konnte er auf die Grundschule hier bei uns in die 1. Klasse wechseln, worüber wir sehr froh waren, ich aber auch einen Heidenrespekt hatte wg. der Darmprobleme.
Wir haben am Tag der Einschulung mit der Klassenlehrerin ausführlich gesprochen.
Wir spülen seit dem 5. Lebensjahr täglich, unser Sohn ging aber mit Windeln in die Schule, weil immer mal wieder "kleine Unfälle" passierten. Nach einiger Zeit wurde er im Sportunterricht von den Mitschülern angesprochen, ob er eine Windel trägt. Daraufhin hat die Lehrerin am nächsten Tag ausführlich mit der Klasse gesprochen (wir waren damit einverstanden) und die Problematik mit dem Darm erklärt. Wir dachten, jetzt fängt die Hänselei an. Aber nein, die Mitschüler haben die Situation so akzeptiert wie sie ist. Zum Glück hat unser Sohn insgesamt ein hohes Maß an Selbstbewußtsein.
Er hatte ein Handy und hat mich angerufen, wenn in der Schule etwas in der Windel war, ich bin in die Schule gefahren zum Saubermachen. Ich muss sagen, dass hat mich schon genervt, vor allen Dingen, weil ich immer auf Abruf parat stehen mußte.
Wir waren jetzt in den Sommerferien in Berlin in der Charité für drei Tage, dort ist der Einlauf umgestellt worden, wir spülen jetzt mit 1 Liter abends, dann 30 Minuten Toilette. Es ist unserem Sohn ganz viel Mut zugesprochen worden und er macht jetzt den Einlauf komplett alleine, geht tagsüber ohne Windeln, kommt Urin geht er zur Toilette, kommt mal etwas Stuhl, hat er es bisher immer rechtzeitig zur Toilette geschafft und sich dann auch selbst sauber gemacht.
Nächstes Jahr steht bei ihm der Schulwechsel auf die weiterführende Schule an und ich bin jetzt endlich zuversichtlich, dass er dort alles alleine meistern kann.
Er war letzte Woche für drei Tage auf Klassenfahrt (4. Klasse), da bin ich mitgefahren, das war auch gut so. Bei falschem, fetten Essen und Aufregung wird der Stuhl dann doch dünner und kommt mal tagsüber.
Ich hoffe und glaube aber, dass er auch demnächst Klassenfahrten (7. Klasse) alleine schaffen wird.
Viele Grüße
Annette
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Beitrag #7 von Helmut » 31 Aug 2005 22:36


Hallo Annette,

du hast in einem deiner früheren Beiträge etwas geschrieben, dass ihr auch auf die Irrimatic R Pumpe umsteigen wollt, habt ihr inzwischen diese Pumpe?

Du schreibst, dass der Einlauf umgestellt wurde, was für eine Technik verwendet ihr da? .... So nach der Beschreibung her müsste es sich um das Bowel-Management handeln, ich selber halte aber nicht viel davon, da dabei der ganze Darm mit Wasser gefüllt wird und es dadurch häufiger zu Unfällen kommen kann als bei der Irrigation. Übrigens könnte er auch eine Pants zur Sicherheit anziehen, wenn er meint, dass was in die Hose gehen könnte.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #8 von Maxilesen » 01 Sep 2005 08:15


Hallo Helmuth,

ja wir haben schon seit einiger Zeit auf die Irrimatic umgestellt und haben sonst immer zweimal gespült, erst 500 ml. 5 Min. Einwirkzeit, 15 Min. Toilette, dann 750 ml und 30 Minuten Toilette. Jetzt spülen wir mit 1 Liter Wasser einmal ohne Einwirkzeit, 30 Min. Toilette. In Berlin wurde uns gesagt, dass man dort von der Einwirkzeit mit Wassers nichts hält, weil der Dickdarm so heißt, weil er mit Hilfe von Wasser den Stuhl eindickt und durch die Einwirkzeit man diesen Effekt erzielt.

Viele Grüße

Annette
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Beitrag #9 von Helmut » 01 Sep 2005 09:54


Hallo Annette,


[....]
In Berlin wurde uns gesagt, dass man dort von der Einwirkzeit mit Wassers nichts hält, weil der Dickdarm so heißt, weil er mit Hilfe von Wasser den Stuhl eindickt und durch die Einwirkzeit man diesen Effekt erzielt.


Huh..... na da hat wohl einer bei seinem Studium wohl nicht aufgepasst, wenn er das wirklich so gemeint hat, wie du sagst. Also der Dickdarm hat die Aufgabe, der Nahrung die letzten benötigten Mineralien und dem Stuhl das Wasser zu entziehen. Darum bekommt man auch eine Verstopfung, wenn man zu wenig trinkt und es zu lange hinauszögert, aufs Klo zu gehen.

Kommt ihr wirklich mit 1 Liter Wasser und ohne Einwirkzeit mit nur einmal spülen klar?

Also bei mir würde das im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gehen. Ich spüle etwa 3-4x mit 750ml Wasser und einer Einwirkzeit von 3-5 Minuten. Ich sitze dabei auf der Toilette und lasse das Wasser ziemlich schnell einlaufen, damit ein starker Dehnungsreiz entsteht der den Darm anregt. Nach der letzten Spülung warte ich noch 30 Minuten und dann ist der Darm echt leer bei mir. So passiert mir eigentlich sehr selten ein "Unfall".

Gruß Helmut :wink:
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