Stammzellentherapie bei Harninkontinenz

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Stammzellentherapie bei Harninkontinenz

Beitrag #1 von marks » 17 Okt 2005 19:17


Diesen Bericht habe ich bei Web.de gefunden. Hoffe es gibt keine rechtliche Einwände wenn ich ihn in dieses Forum kopiere.

Marks


Stammzelltherapie gegen Blasenschwäche

München - Die Blasenschwäche (Harninkontinenz) vor allem bei älteren Frauen und Männern kann mit körpereigenen Stammzellen behandelt werden. Das berichtete der Urologe Prof. Rudolf Hartung vom Münchner Klinikum rechts der Isar.
Dabei werde aus dem Oberarmmuskel Zellmaterial entnommen, die daraus gewonnenen Stammzellen würden dann in den geschwächten Schließmuskel der Harnröhre injiziert. «Die Muskelzellen bilden neue Fasern aus und stärken so den Schließmuskel», sagte der Experte bei einem wissenschaftlichen Symposium. Die Beschwerden könnten in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.

Diese Form der Stammzelltherapie wurde den Angaben zufolge an der Urologischen Universitätsklinik in Innsbruck (Österreich) unter Leitung von Prof. Hannes Strasser entwickelt. Am Münchner Klinikum rechts der Isar sei sie erstmals in Deutschland angewandt worden, hieß es. Nach einer Innsbrucker Studie mit allerdings nur 42 Patienten seien rund 80 Prozent nach der Stammzelltherapie geheilt gewesen. In den restlichen Fällen habe die Harninkontinenz deutlich nachgelassen. Nebenwirkungen oder Komplikationen seien nicht aufgetreten. Inzwischen seien in Innsbruck mehr als 170 Patientinnen und Patienten mit dieser Methode behandelt worden, die allerdings nicht für alle Inkontinenz-Fälle geeignet sei.

Die Stammzellen würden unter kurzer Narkose über die Harnröhre injiziert, so dass keine Schnittoperation nötig sei, erläuterte Hartung. Mit einer Ultraschallkontrolle werde sichergestellt, dass die Zellen am richtigen Ort landen. «Dort integrieren sich die neuen Zellen in den Zellverbund und übernehmen die spezifischen Aufgaben der Muskel- und Bindegewebszellen in Harnröhre und Schließmuskel.»

Der Münchner Urologe Florian May betonte, dass Patienten mit Harninkontinenz sich häufig unsicher fühlten und nicht über ihr Problem reden wollten. In einer alternden Gesellschaft betreffe das Leiden immer mehr Menschen, denn das Erkrankungsrisiko steige mit zunehmendem Alter. «Rund 30 Prozent aller Männer und Frauen über 60 Jahre in Deutschland leben mit einer gestörten Blasenkontrolle», sagte May5.
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Re: Stammzellentherapie bei Harninkontinenz

Beitrag #2 von oschlarp » 18 Nov 2006 23:37


marks hat geschrieben:Diesen Bericht habe ich bei Web.de gefunden. Hoffe es gibt keine rechtliche Einwände wenn ich ihn in dieses Forum kopiere.

Marks


Stammzelltherapie gegen Blasenschwäche

München - Die Blasenschwäche (Harninkontinenz) vor allem bei älteren Frauen und Männern kann mit körpereigenen Stammzellen behandelt werden. Das berichtete der Urologe Prof. Rudolf Hartung vom Münchner Klinikum rechts der Isar.
Dabei werde aus dem Oberarmmuskel Zellmaterial entnommen, die daraus gewonnenen Stammzellen würden dann in den geschwächten Schließmuskel der Harnröhre injiziert. «Die Muskelzellen bilden neue Fasern aus und stärken so den Schließmuskel», sagte der Experte bei einem wissenschaftlichen Symposium. Die Beschwerden könnten in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.

Diese Form der Stammzelltherapie wurde den Angaben zufolge an der Urologischen Universitätsklinik in Innsbruck (Österreich) unter Leitung von Prof. Hannes Strasser entwickelt. Am Münchner Klinikum rechts der Isar sei sie erstmals in Deutschland angewandt worden, hieß es. Nach einer Innsbrucker Studie mit allerdings nur 42 Patienten seien rund 80 Prozent nach der Stammzelltherapie geheilt gewesen. In den restlichen Fällen habe die Harninkontinenz deutlich nachgelassen. Nebenwirkungen oder Komplikationen seien nicht aufgetreten. Inzwischen seien in Innsbruck mehr als 170 Patientinnen und Patienten mit dieser Methode behandelt worden, die allerdings nicht für alle Inkontinenz-Fälle geeignet sei.

Die Stammzellen würden unter kurzer Narkose über die Harnröhre injiziert, so dass keine Schnittoperation nötig sei, erläuterte Hartung. Mit einer Ultraschallkontrolle werde sichergestellt, dass die Zellen am richtigen Ort landen. «Dort integrieren sich die neuen Zellen in den Zellverbund und übernehmen die spezifischen Aufgaben der Muskel- und Bindegewebszellen in Harnröhre und Schließmuskel.»

Der Münchner Urologe Florian May betonte, dass Patienten mit Harninkontinenz sich häufig unsicher fühlten und nicht über ihr Problem reden wollten. In einer alternden Gesellschaft betreffe das Leiden immer mehr Menschen, denn das Erkrankungsrisiko steige mit zunehmendem Alter. «Rund 30 Prozent aller Männer und Frauen über 60 Jahre in Deutschland leben mit einer gestörten Blasenkontrolle», sagte May5.


Diese Methode ist noch rein experimentell und kostet eine Menge Geld. Bei Männern sind die Ergebnisse aus Innsbruck auch nicht gut. Der Arbeitskreis der Urologen hat zu diesem Thema eine eindeutig ablehnende Meinung abgegeben.
Dr. Oliver Schlarp
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Beitrag #3 von Matiend » 15 Feb 2007 10:29


Hallo,

ich bin nach 2 jähriger Inkontinenz durch eine Prostataoperation mittels Laparoskopie jetzt nunmehr im Begriff eine Muskelstammzellentherapie in München durchzuführen. Allerdings ging mein durchschnittlicher Urinverlust, den ich täglich messe, seit ca. einem Jahr stark von über 800ml/Tag/Monat auf unter 80ml /Tag/Monat zurück. Ich habe neben Yentreve (Wirkung noch nicht bekannt) auch Vesikur (Wirkung ca. 50ml im Mittel) eingenommen.

In dieser Beziehung würde mich die Argumentation der Herren vom Arbeitskreis der Urologen höchstlich interessieren.
Wer kann mir hier helfen?


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Stammzellentherapie gegen Inkontinenz

Beitrag #4 von lima » 13 Mär 2007 17:59


Diese Therapie ist vermutlich noch nicht viel über die Versuchsstrecke hinaus gekommen. So viel ich weiß, war Herr Prof. Strasser jetzt vor kurzem in Leipzig und hat die Operation mit den Stammzellen hier in einem Krankenhaus an drei? Patientinnen vorgeführt. Aber wie ich hörte, ist es noch keinesfalls gängige Therapie, und vermutlich bezahlt es vorläufig auch deshalb keine Krankenkasse. Das langfristige Ergebnis steht wohl auch noch nicht fest.
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Muskelstammzellentherapie

Beitrag #5 von Matiend » 14 Mär 2007 11:52



Besten Dank für Deine Info.
Ich werde voraussichtlich an einer Studie in München im Klinikum rechts der Isar teilnehmen.

Grüße Matiend
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