Skandalöse Zustände

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

Moderatoren: Benjamin, MSN, Marco N., Georges, Marilee

Skandalöse Zustände

Beitrag #1 von Matti » 19 Okt 2005 12:26


Hallo,

wer hat noch nicht davon gehört, oder noch schlimmer es am eigenen Leib erfahren: Total Überlastete Krankenhausärzte die nach Doppel- und Dreifachschichten noch immer Hochleistungen erbringen sollen.

Nach Angaben des Marburger Bunds leisten die bundesweit rund 146.000 Klinikärzte jährlich etwa 50 Millionen Überstunden, die überwiegend nicht vergütet werden.

Was dabei Rauskommt liesst man immer wieder, Behandlungsfehler sind so Vorprogprogrammiert.

Immer mehr Pflegepersonal wird abgebaut, allerdings hat die Qualität auch aus anderen Gründen abgenommen. Waren in früheren Zeiten Pflegekräfte häufig "Krankenschwester aus Berufung" werden Pflegeberufe heute immer mehr zum "Job" weil man nichts anderes bekommt. Bürokratie frisst den letzten Rest der Zeit auch noch auf.

Ärzte im Praktikum sind zu billigen Arbeitskräften verkommen, die häufig genug den kompletten Ablauf einer Station Organisieren.
Dies habe ich selbst Erlebt. Eine Ärztin ( AIP´ler ) war an manchen Tagen 16 Stunden und mehr auf Station und musste zwischendurch auch noch Notarzteinsätze Fahren.

Neuerdings werden auch 1 € Jober in Krankenhäusern eingesetzt, weil sie noch günstiger als Zivis sind.

Schreibt doch mal was ihr für Erfahrugen gemacht habt.

Gruß

Matti
Benutzeravatar
Matti
 
 

Beitrag #2 von mehlbox2001 » 30 Okt 2005 02:35


Hallo Matti,

meine Erfahrungen beschränken sich auf AIP, die ich jahrelang immer wieder als Versicherungsagent vor mir hatte. Puuh, für das bessere Azubi-Gehalt als Hochschulabsolvent 16 Stunden arbeiten -- das würd sich kein Maurer oder Malermeister bieten lassen! Und vor zehn Jahren konnte man fertigen AIP noch vorrechnen, was sie als Niedergelassene verdienen ... Wer damals eine neue Praxis finanziert hat, ist heute eine arme Sau!

Heute verschwinden die süddeutschen Krankenschwestern in die Schweiz, viele junge Ärzte sonstwohin, und die Kassen der Krankenversicherungen werden zugunsten teurer angeblich neuer Medikamente geleert -- aber wo weder Norbert Blüm noch Ulla Schmidt richtig durchgegriffen haben, wird's wohl auch unter der Merkelin nichts werden ...
´
Andreas
Benutzeravatar
mehlbox2001
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 470
Bilder: 1
Alter: 54
Registriert: 06 Mai 2003 01:33
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: drang / bettnässen
Hilfsmittel: slips / stoff

Beitrag #3 von Honk » 03 Nov 2005 15:27


Hallo Matti,
hallo Andreas,

ich kann mich Euren Ausführungen nur vollumfänglich anschließen!

Die AIP'ler werden ausgebeutet bis aufs Blut, von der Verwaltung der Klinik ausgestattet mit einem absoluten Niedriglohn und einer unvorstellbaren Wochenstundenzahl. Gleichzeitig wird dann auch noch das Fach- bzw. Pflegepersonal immer weiter "eingeschrumpft", so dass es neben den von Matti erwähnten Kunst- auch zunehmen zu Pflegefehlern kommt.

An dieser Stelle möchte ich auch auf die Beiträge in dem Bereich "Inkontinenz in der häuslichen Pflege" verweisen.

Würde-, Scham- und Menschenrechtsverletzungen sind heutzutage auf fast keiner Station - sei es Pflegeheim oder Krankenhaus - mehr auszuschließen, sie finden nahezu im Sekundentakt statt.

Aber wie soll es sich auch ändern, wenn statt fachlich kompetener und menschlich engagierter Personen lieber 1-€-Jobber oder Aushilfskräfte in einem derartig empfindlichen zwischenmenschlichen Bereich eingesetzt werden?!

Auch ich mußte erleben, wie Pflege sich anfühlen kann, wenn das Personal entweder vollkommen überlastet oder desinteressiert oder beides ist.

Und dann wundern wir uns immer wieder über die skandalösen Zustände in besagten Institutionen.

Es existieren Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten oder vollkommen durchgelegenen Patienten. Bilder, die keineswegs aus Auschwitz stammten, oder dem Irak. Dort schrie die Menscheit auf, man nennt dies ganz klar beim Namen: Folter. Stammen diese Bilder allerdings aus einem Alten- und Pflegeheim im hochzivilisierten Deutschland, na macht ja nichts, war ja nur ein Einzelfall (ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort "Einzelfall"), und überhaupt, das ist ja nicht überall so!

So lange weiter Budgets zusammengekürzt werden, bis es nicht mehr geht, und solange auch weiterhin der Personalbestand reduziert wird auf ein unvertretbares Minimun, so lange werden uns auch weiterhin Bilder von Pflege-Folteropfern erreichen.

:aerger: Gruß :aerger:

Honk
Benutzeravatar
Honk
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 23
Alter: 42
Registriert: 07 Apr 2005 22:10
Wohnort: Norddeutschland
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Reflex-Inko
Hilfsmittel: Inko-Slip u. Vorlagen


Zurück zu Diagnostik und Behandlung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron