Probleme nach OP

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

Moderatoren: Benjamin, MSN, Marco N., Georges, Marilee

Probleme nach OP

Beitrag #1 von Softis » 02 Jan 2006 18:23


Hallo,

meine Tochter wurde dieses Jahr an der Wirbelsäule operiert. Der Eingriff musste nach reichlich 10 Stunden unterbrochen werden, da eine Querschnittslähmung eingetreten war.

Die OP wurde ca. 4 Wochen später fortgesetzt und beendet.

Meine Tochter ist seit Anfang Oktober in einer Reha-Klinik, sie läuft wieder selbständig und kann auch so alles alleine bewältigen.
Nur die Funktion der Blase ist nicht in Ordnung.

Vor ein paar Wochen bekam sie noch keine Medikamente und es lief wie es lief, sie kann es nicht steuern.
Sie wurde darauf hin dem Urologen vorgestellt, er veranlasste eine Blasendruckmessung. Schon bei 10 ml reagierte die Blase enorm. Ich muss dazu sagen, meine Tochter hat zusätzlich auch noch teilweise eine starke Spastik in den Beinen und dem Bauchraum bekommen.

Der Urologe verabreichte 2x tgl. eine Mictonorm. Leider ohne Erfolg. Wochen später wurde die Dosis auf 4 erhöht, das war wieder zuviel, sie hat es nicht vertragen.
Im Moment nimmt sie jetzt 3 am Tag.
Sie verspürt einen starken Druck in der Blase, will sie aber auf Toilette geht nichts, nur der Druck wird immer stärker. Hinterher hat sie starke Schmerzen im Unterbauch, da sie sich den Urin durch kräftiges Drücken herauspressen muss. Es dauert auch eine Weile, bis es überhaupt losgeht.

Der Urologe ist der Meinung, dass sie um das Kathederisieren nicht herumkommen wird. Es ist so oder so nicht zufriedenstellend. Der Oberarzt der Station meinte, sie wird das ohne Katheder hinbekommen.
Langsam kommen wir uns vor, als wäre unsere Tochter ein Versuchskaninchen.

Ich hab mich im Internet kundig gemacht und rausgelesen, dass es bis 6 Monate dauern kann, bis Mictonorm richtig wirkt.
Wie lange kann man aber noch abwarten, denn wir wollen nicht, dass die Blase "kaputt" geht, denn der Restharn beträgt so ca. 80-90 ml.

Solange wie meine Tochter in der Reha-Klinik ist, sind uns leider die Hände gebunden, aber sie soll nächsten Monat entlassen werden und mit Windel kann sie schlecht in die Schule gehen, würde sie auch nicht tun. (Sie ist 16 Jahre)

Gibt es noch irgendwas was wir tun können. Von Seiten der Klinik wird schon das Bestmögliche getan, ich hab aber das Gefühl, dass es schleppend vorwärts geht, vielleicht bin ich auch nur ungeduldig.

Gruß
Softis
Benutzeravatar
Softis
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Registriert: 02 Jan 2006 17:58
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: durch OP (Tochter)

Beitrag #2 von welute » 06 Jan 2006 13:19


Die Geschichte mit Deiner Tochter tut mir sehr leid. :(

Aber sie wird wohl wirklich noch viel Geduld haben müssen. Es dauert wirklich eine Zeit und einige Experimente, bis man eine Möglichkeit der Hilfe gefunden hat. :cry:
Auf jedenfall sucht Euch einen erfahrenen Urologen, am besten einen Neurourologen. :idea:
Und nimm ihr die Scham vor der Windel. Ich kann gut verstehen, dass das ziemlich übel ist. Vor allem in dem Alter. Meine Tochter kam mit Vorlagen zurecht.
Es sieht doch keiner bei entsprechender Klaeidung. :oops:
Vielleicht findet sie hier im Forum Gleichgesinnte. Es gibt ja noch mehr junge Menschen mit diesem Problem, uups, meinte mit dieser Krankheit.

Drück Euch alle Daumen, dass eine Lösung gefunden wird.

Liebe Grüsse
Elisabeth
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/index.php

Bleibt mutig!
Es geht immer weiter, man muss nur daran glauben.
Benutzeravatar
welute
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 191
Bilder: 1
Alter: 57
Registriert: 05 Jan 2006 15:52
Wohnort: Kerpen
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Partner: verheiratet
Art der Inkontinenz: Teillähmung der Blase
Hilfsmittel: Schrittmacher, Vorlagen

Beitrag #3 von eckhard11 » 06 Jan 2006 14:46


Ja, softis,

ich denke, Du bist zu ungeduldig......

Erkrankungen dieser Art sind nun einmal nicht durch "Handauflegen" heilbar.

Gerade durch den Blasen - Darmtraktbereich laufen aussergewöhnlich viele Nerven,
welche einen emineten Einfluss auf den ganzen Körper, auf die Psyche und auf das neurologische Wohlbefinden haben.

Schon Paracelsus sagte : Die Blase ist das Ventil der Seele.

Diese sehr komplexen Voraussetzungen sind nur durch ein Herantasten an die Ursache
behandelbar.
Daher ist Geduld eine wichtige Voraussetzung und das Vertrauen zu dem behandelnden
Arzt unerlässlich.

Sieh mal, einerseits läuft es bei Deiner Tochter stetig, ( starke Inkontinenz )
andererseits kann sie kein Wasser lassen ( Hyperkontinenz )
Da muss eine Ursachenforschung betrieben werden. Das ist nicht normal.

Du schreibst, euch käme es so langsam vor, als wäre eure Tochter ein Versuchskaninchen.
Hier ist ein klärendes, intensives Gespräch mit den Ärzten unbedingt förderlich.

Deine Tochter wird sich wohl oder übel mit dem Gedanken abfinden müssen, in Zukunft,
solange sich die Situation nicht bessert, eine Windel oder eine Vorlage tragen zu müssen.

.....und mit Windel kann sie schlecht in die Schule gehen, würde sie auch nicht tun. (Sie ist 16 Jahre)


Ja was will sie ( oder Du ) denn machen ? Die Schule abbrechen ???

In der heutigen Zeit gibt es entsprechende Hilfsmittel, welche wenig auftragen und die es gut zu kaschieren geht.
Ich denke, hier im Forum wirst Du hinsichtlich der richtigen Kleidung etc. für Deine Tochter
genügend Ratschläger erhalten können.

Viel wichtiger aber ist es, dass weiterhin nach der Ursache geforscht wird und dass sich Deine
Tochter ( und auch ihr als Eltern ) mit den Gegebenheiten vertraut macht.

Und eure Tochter hat jetzt jede Hilfe von euch nötig. Sehr einfühlsam und verständnisvoll.
Mit einer Sache, welche man nicht ändern kann, muss man sich arrangieren.
Sonst geht man kaputt......


Ich leg mich jetzt wieder hin .sleep:
Eckhard
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Beitrag #4 von Softis » 09 Jan 2006 10:32


Hallo,

danke erstmal für eure Antworten.

Wahrscheinlich müssen wir wirklich nur Geduld haben.

Sie war dieses Wochenende wieder zu Hause. Es scheint eine Besserung einzutreten. Sie hat es ausser einmal immer auf Toilette geschafft, zwar mit starkem Pressen, aber immerhin.
Leider hat sie in der Kurklinik nicht die nötige Zeit, sich lange auf Toilette aufzuhalten, da sie dort ein enormes Pensum an Behandlungen zu durchlaufen hat.
Diese Woche hat sie wieder einen Termin beim Urologen. Mal sehen was diesmal bei der Messung rauskommt.
Von den Schwestern auf der Station bekommt sie für den Tag auch keine Windeln mehr, sondern darf nur noch Einlagen benutzen, ich glaub dadurch wollen sie sie zwingen, öfters auf Toilette zu gehen. Nur das sie durch den Zeitdruck garnicht die Möglichkeit hat, sich ständig auf Toilette rumzutreiben. Das Resultat ist, die Hosen sind durch.

Also werde ich euren Rat befolgen und Geduld haben.

Gruß
Softis
Benutzeravatar
Softis
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 3
Registriert: 02 Jan 2006 17:58
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: durch OP (Tochter)


Zurück zu Diagnostik und Behandlung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron