ISK, DK oder Zystofix ?

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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ISK, DK oder Zystofix ?

Beitrag #1 von Hubert » 31 Mai 2006 19:17


Hallo, ich wollte aus gegebenem Anlass mal eine Frage stellen :

Seit einem guten Jahr habe ich eine Querschnittlähmung + Plexusläsion des rechten Arms, was sich dadurch äussert, dass ich nur eine eingeschränkte Funktion der rechten Hand habe.

Nach einem dreiviertel Jahr ISK mit der linken Hand, Kathetersystem Libero-Solo (14/40) von Medical-Service + Penisstütze und Textilhalter hatte ich vor 14 Tagen massive Probleme beim Einführen des Katheters - ich kam nicht mehr durch den Schliessmuskel durch, blieb bei ca. 90-95 % stehen - nach dem 5. erfolglosem Versuch liess ich den Hausarzt kommen, welcher mir den Tip gab, das Glied etwas zu ziehen und den Katheter drehend einzuführen.
Am nächsten Tag trat das Problem wieder auf, diesmal probierte es der Hausarzt mit nem 18er Katheter, welcher nicht mehr durchkam, anschliessend legte er mir einen 12er Dauerkatheter, welchen ich 3-4 Wochen behalten sollte (am FR werden es 14 Tage).

Meine Frage: Wenn der DK rauskommt, empfiehlt es sich , mit ISK weiterzumachen (dadurch wird halt täglich 4-6 mal die Harnröhre gereizt, was vielleicht wieder zu den Problemen führen kann, weswegen ich ja jetzt den DK drinnen habe ODER soll ich mir nochmal nen DK legen lassen ODER soll ich mir nen Buffy (Zystofix) legen lassen - womit ich vermutlich auf die Dauer am wenigsten Probleme haben würde ?

In Murnau, wo ich erst vor kurzem eine UDU durchführen habe lassen wird ja das ISK favorisiert, was ja bis vor 14 Tagen gut funktioniert hat - mit dem DK, den ich jetzt seit fast 14 Tagen habe, bin ich schon zufrieden, weil ich mich praktisch um nix kümmern muss, den Zystofix kenn ich dadurch, dass ihn mehrere Patienten in Murnau als auch mein Vater ( 78 ) , selber ehemaliger Krankenpfleger in der Urologie drinnenhaben und damit sehr zufrieden sind.

Meine Frage in die Runde - welche der drei Varianten würde sich empfehlen, meine Blase ist ein "Niederdrucksystem", ich konnte mich also immer auf meine Katheterzeiten verlassen, nur immer mit der Angst leben zu müssen, den Katheter mal nicht reinzukriegen, oder einmal nen Buffy legen zu lassen und dann mit Beutel rumzulaufen - ich bin mir nicht sicher und will mir ein paar Meinungen einholen - evtl. auch nochmal aus Murnau selber ..... :fleissig:

Bitte um Info - Gruß Hubert aus München :aerger:
schau ma mal, dann seh ma schon ....
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Beitrag #2 von Brandy » 02 Jun 2006 15:02


Hallo Hubert!

Ich würde den ISK wählen und weiter durchführen. Führe ihn selber (mit unterschiedlicher Häufigkeit) selbst seit ca. 10 Jahren ohne gröbere Probleme durch.

Beim DK ist ja die Infektgefahr höher als beim ISK. Über das Zystofix kann ich nichts sagen, kenne ich nicht.

Alles Gute!

Gruß
Brandy
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Beitrag #3 von Lucky » 02 Jun 2006 21:37


Guten Abend,

zum ISK gibt es unter manchen Umständen keine richtige Alternative. Ich führe ihn auch seit mehreren Jahren durch und lebe sehr gut damit, es gibt allerdings Zeiten, wo es mir irgendwie zu viel wird und ich den Dauerkatheter wähle, den allerdings eine Krankenschwester legt.

Den ISK führe ich in zwei Positionen durch - stehen und sitzend - wobei mir die sitzende Position lieber ist und dann gibt es bei dieser Variante für mich noch zwei Möglichkeiten:
1. Beine gespreitzt und den Penis (auch mit Stütze) dazwischen, oder 2. Beine zusammen und den Penis mit Richtung nach oben.

Ich weiß nicht warum, aber es scheint Tage zu geben, da funktioniert es nur so (Penis nach oben) und nicht anders; ich habe mich daran gewöhnt und manchmal hilft wirklich das Strecken des Gliedes; dann kommt man wirklich besser durch den Bereich der Prostata hindurch.

Ob die Schleimhaut beim ISK so stark gereizt wird kann ich gar nicht sagen, weil ich kaum Gefühl im Penis habe. Doch da ich keinerlei Rötungen in den Katheteraugen erkennen kann - als ich den ISK erlernte gab es die schon und manchmal war auch etwas Blut - gehe ich davon aus, daß es wirklich schonend ist.

Die Dauerkatheter sind für einige Tage, oder auch mal 2 Wochen ganz praktisch, besonders auf Reisen, doch sie stellen keine Endlösung dar.
Probier mal einen anderen Einmalkatheter, die Form der Spitze ist nicht ganz unwichtig. Ich hatte mit den Medical Kathetern große Probleme.

Sehr angetan war ich von den Einmalkathetern der Firma Sauer (die machen auch eine Penisstütze und verschicken auch Muster) und bei Dauerkathetern empfehle ich Dir den Siflex. Absolut weich.

Gruß Lucky
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Beitrag #4 von Hubert » 16 Jul 2006 01:09


Hallo, danke erstmal für die Antworten.

Nach 4+2 Wochen DKs bin ich in der Zwischenzeit nach einem Beratungsgespräch mit dem Urologen, der sich wiederum mit der Urologie der Klinik, in der ich für 5.5 Monate war, kurzgeschlossen hatte, zu folgendem Workaround gekommen:
Ich bekam Instillagel verschrieben, welches ich vor dem Katheterisieren in die Harnröhre einspritze - dadurch "flutscht" der Katheter ohne Probleme in die Blase und das Katheterisieren funktioniert (im Moment ) ohne Probleme.
Einmal hab ichs ohne Instillagel probiert, hab nur das bei dem Medical-Set mitgelieferte Gleitmittel in den Katheter gespritzt - der Katheter blieb wieder irgendwo stecken , als ich versuchte, ihn herauszuziehen, ging es relativ streng und ich sah zu meinem Entsetzen, dass der Katheter scheinbar in der Harnröhre umgeknickt wurde auf ca. 10 cm - deswegen lies er sich auch schwer entnehmen - ein kurze Zeit später eingeführter neuer (!) Katheter war dann auf ca. 5 cm voll Blut, worauf ich gleich den Urologen anrief. Gleichzeitig kam auch mein Pfleger an, der auch vom Urologen Anweisungen bekam. Nach Einspritzen von 6ml Instillagel konnte das Katheterisieren dann doch noch vonstatten gehen ! Inzwischen spritze ich mir ein- bis zweimal am Tag 3 ml Instillagel in die Harnröhre , bevor ich den Katheter einführe - so funktioniert die Angelegenheit im Moment.

Katheterisieren tu ich momentan auch erstmal nur im Bett - in der nächsten Zeit versuch ichs auch mal wieder im Sitzen im Rollstuhl.

Wegen Zystofix: Dabei handelt es sich um einen sogenannten Bauchdeckenkatheter - so einen sollte ich eigentlich nach dem Willen meines Hausarztes bekommen - was aber auf vehementen Protest seitens des Urologens und auch der Urologie der Klinik gestossen ist.

Wegen anderem Katheterset: Ich schrieb in meinem ersten Posting, dass ich eine Plexusläsion rechts habe - das bedeutet im Klartext, dass meine rechte Hand im Moment ziemlich bewegungsunfähig ist - aus diesem Grund hab ich auch eine Penisstütze und einen Textilhalter als Hilfsmittel - ich kann (als ehemaliger Rechtshänder) leider noch nicht richtig zugreifen, sondern nur durch Verlagern des Handgelenks irgendwie stützen oder versuchen, etwas zu stabilisieren. Dieses Set kann ich mit der linken Hand öffnen und auch einführen - aus diesem Grund bin ich ehrlich gesagt wenig experimentierfreudig, was andere Sets angeht.

Gruß Hubert

PS: Ist das "normal", dass man bei irgendwelchen gröberen Umstellungen manchmal zu "Spontanurin" neigt ? In der ersten Woche nach der Entlassung aus der Klinik, bei der letzten Kontrolluntersuchung und jetzt nach der Entnahme des DKs hatte ich jeweils für ein paar Tage massiven Spontanurin , was sich immer erst nach ein paar Tagen gegeben hat - was kann es dafür für Erklärungen geben ?
schau ma mal, dann seh ma schon ....
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Hubert
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