künstlicher Blasenschliessmuskel

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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künstlicher Blasenschliessmuskel

Beitrag #1 von eckhard11 » 09 Okt 2006 15:31


Guten Tag, Leute,

ich wurde heute von jemandem angerufen, der sich einen künstlichen
Blasenschliessmuskel einbauen lassen will und mich um Rat fragte.
Der Mann hat keinen Computer und kann daher auch nicht ins Forum.

Bei gefüllter Blase oder nachts hätte er keinerlei Probleme, nur bei wenig gefüllter Blase liefe er seit Jahren aus.
Man hätte schon alles mit ihm veranstaltet, bereits zweimal die Muskeln unterspritzt,
Beckenbodentraining habe er vier Jahre lang gemacht, gebracht hätte es nix.

Da ich ein solches Teil nicht habe, Frage an euch :

Hat jemand einen solchen Schliessmuskel und kann mir darüber etwas - positiv oder negativ - berichten ?

Sowie ich verstanden habe, wird eine Manschette um die Harnröhre gelegt.
Diese Manschette kann durch eine Pumpe, die sich im Hodensack befindet, gesteuert werden.

Können wir dem Manne mit einem Erfahrungsbericht helfen ?
Und kann eine solche Operation 12.000,00 Euronen kosten ??
Den Betrag hätte ihm die Klinik genannt.....
( Das ist ja teurer als meine Neoblasenoperation )

Bis dahin lege ich mich wieder nieder .sleep:
Eckhard
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Verschiedene Formen von Schließmuskelersatz

Beitrag #2 von oschlarp » 18 Nov 2006 23:14


Es gibt verschiede Sphinktersysteme am Markt, das erprobteste bietet die Fa.AMS mit dem derzeitigen AMS 800. Es besteht aus einer Manschette die flüssigkeitsgefüllt um die Harnröhre gelegt wird über einen ca 7cm langen Schnitt am Damm. die Manschette ist mit einem Schlauchsystem verbunden. Ein schlauch führt zu einem Druckreservoir das im Bauchraum liegt und der andere zu einer Pumpe, die unter der Haut im Hodensack liegt. Im Normalzustand verschließt die Manschette die Harnröhre und wenn man auf die Toilette muss betätigt man die Pumpe und kann für ca eine Minute urinieren. Natürlich sind auch diesem System Grenzen gesetzt, denn kein System kann die Kontinenz garantieren wie eine natürliche Prostata mit den beiden Schließmuskeln. Also das Geheimnis (So auch bei dem anderen Patienten) liegt in der Miktion nach der Uhr, sprich noch weit bevor der Harndrang entsteht aufs Klo zu gehen, damit diese kritische Füllmenge bei der man verliert gar nicht erreicht wird. Denn je länger die Inkontinenz besteht umso geringer ist die funktionelle Blasenkapazität und umso früher wird dieses kritsche Volumen erreicht. Neu ist der adjustierbare Sphinkter Flowsecure mit dem sich der Druck auf die Harnröhre adjustieren lässt, denn der Hauptnachteil der Sphinktermodelle ist der Funktionsverlust über die Jahre. Bedingt ist dies durch das wegschrumpfen der Harnröhre unter der Manschette die ja einen permanenten Druck auf sie ausübt. Möglicherweise läßt sich durch das neue System dies hinausschieben bzw auch leicht korrigieren. Eine schematische Darstellung kann man sich unter http://www.uro-ganzheitsmedizin.at/schliess.htm anschauen.
MFG
Dr. Oliver Schlarp
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