Behandlung mit Anticholinergika

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Behandlung mit Anticholinergika

Beitrag #1 von Brandy » 17 Feb 2007 14:18


Hallo,

ich Zuge meines letzten Krankenhausaufenthaltes (wegen eines fieberhaften Harnwegsinfekts), wurde mir geraten, 1x öfter pro Tag (=6x) zu katheterisieren.

Außerdem hat ein Arzt mir vorgeschlagen, zum Erreichen der Kontinenz nicht mehr Spasmolyt, sondern ein anderes Medikament zu verwenden, das stärker wirkt. Obwohl ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, kontinent zu werden, möchte ich es trotzdem versuchen. Vielleicht hat das ja dann auch positive Auswirkungen auf die Infekthäufigkeit.

Vor der Einnahme von Spasmolyt hatte ich Ditropan genommen. Wegen der starken Nebenwirkung Mundtrockenheit war ich dabei aber nie konsequent.

Könnt ihr mir bitte andere Medikamente der Gruppe der Anticholinergika nennen, damit ich mich im www schon einmal vorab über mögliche Alternativen informieren kann.

Kommende Woche habe ich wieder einen Termin im Krankenhaus, wo ich mit diesem Arzt wieder weiterreden möchte.

Gruß
Michael
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Beitrag #2 von lima » 17 Feb 2007 16:53


:fleissig: Hallo, ich bin zwar eine Frau, aber vermutlich sind die Wirkungen bzw. Nebenwirkungen gleich. Also zuerst nahm ich Spasmex, die Trockenheit bes. in Mund und Nase hat mir nicht gefallen. Geholfen hat es eigentlich auch nicht.
Dann Pflaster ? Name? Sie sind sehr teuer, Arzt verschreibt sie nicht gern, hatten aber keine Wirkung (auch keine Nebenwirkung). Dann: Dulocetin - Da bekam ich so schlimme Bauchschmerzen, weil sie vermutlich auch den Darm lähmen, da habe ich sofort wieder aufgehört, seit dem ich sogar einen ärztlichen Hausbesuch und eine entkrampfende Spritze wegen der o.a. Nebenwirkung hatte.
Die anticholinergen Mittel, die es z.Zt.gibt haben wohl alle diese Nebenwirkungen - Mundtrockenheit und evtl. Übelkeit. Am besten ist wohl immer noch die Beckenbodengymnastik, muß aber von sehr guten Physiotherapeuten, die immer auf der Höhe der neuesten Zeit sind durchgeführt werden, sonst ist es schade ums Geld.
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lima
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Beitrag #3 von Stefan » 18 Feb 2007 18:33


Hallo Freunde,

auch die Anticolinerika haben eine Berechtigung bei der sog. Spinkter-Detrusor-Dysenergie. Der Blasenschließmuskel macht zu und die Blasenwand zieht sich zusammen. Durch diese Verständigungsschwierigkeiten kommt es zu einem erhöhten Druck in der Blase und oft auch zu Harnstauung in die Nieren. Hierfür, und nur hierfür, wurden die Antikolinerika entwickelt. Betroffene können so ihre Nieren schützen.

Nun ist diese Gruppe winzig klein. Die Pharmaindustrie machte aus den Antikolinerika eine eierlegende Wollmilchsau. Auf einmal sollten die Wirkstoffe auch zum Trockenwerden dienen, erst bei Dranginkontinenz und dann auch für alle Anderen. Sicher sind einige Leute Trocken geworden, seitdem sie diese Mittelchen nehmen. Leider konnten wissenschaftliche Studien einen Erfolg nur belegen, wenn sie von der Pharmaindustrie durchgeführt wurden. In Amerika wurden unabhängige Studien durchgeführt. Entweder hatten Placebos die Nase vorn, oder lagen zumindest gleich auf, niemals hat ein Antikolinerika eindeutig seine Wirksamkeit nachgewiesen.

Eueren Urologen kann man keinen Vorwurf machen, denn die kriegen die Informationen meist nur von den Pharmaunternehmen. So finden alle Urologen in Regensburg, bis auf Einen , die Antikolinerika recht toll. Der eine bietet als einziger Naturheilkunde mit an und bezeichtnet die Mittelchen als "Teufelzeug". Logisch, dass seine Kollegen ihn als Nestbeschmutzer ansehen.

Liebe Grüße


Stefan
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Beitrag #4 von Brandy » 22 Feb 2007 19:16


Hallo lima,
Hallo Stefan,

danke für eure Antworten.

War gestern bei besagtem ambulanten Termin im KH. Lt. Urologen besteht, zur Zeit kein Grund, irgend etwas an der Behandlung bzw. Therapie zu ändern. D. h. ich werde mich weiter katheterisieren und das Spasmolyt einnehmen. Dadurch werde ich zwar nicht trocken, ich habe aber auch keine Nebenwirkungen, die mir das Leben schwer machen würden.

Gruß
Michael
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Beitrag #6 von lima » 08 Jul 2007 16:14


:fleissig: Ich hatte schon einmal geschrieben, welches Medikament ich genommen habe. Inzwischen war ich noch bei einer homöpathischen Ärztin, die Tropfen haben leider nichts bewirkt. Jetzt war mein vorläufig letzter Versuch mit Lyrinel 5mg, Wirkstoff Oxybutynin. :aerger: Da man täglich nur 1 Tablette nehmen sollte und der Wirkstoff in Etappen (retard) abgegeben wird, hatte ich Hoffnung. In 4 Wochen hatte ich drei mal ganz schlimme Bauchschmerzen mit Verstopfung, Übelkeit usw. Ich glaube nun gebe ich es auf. Lieber finde ich mich mit der Inkontinenz ab, da schmeckt mir das Essen und der Bauch tut nicht weh. :lach: Noch einen schönen Sonntag wünscht Euch lima
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