gedanken am rande

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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gedanken am rande

Beitrag #1 von papa0861 » 14 Apr 2007 23:20


hallo,

nachdem mein kopf endlich wieder frei ist und ich mein leben so ziemlich in den griff bekommen habe, habe ich mir mal alle möglichen formen der harninkontinenz durchgelesen und mit meiner erscheinungsform verglichen.

durch meinen damaligen urologen wurden 2005 zahlreiche untersuchungen angestellt, die alle das ergebnis brachten, daß organisch nichts zu finden wäre.

einzig und allein die chronisch überdehnte blase stand als organischer befund im raum. alles andere wurde in richtung der psychischen ursache geschoben und ich hatte mich diesem urteil ergeben. habe mir dann die ganze zeit vor augen gehalten, daß ich halt nicht dicht bin, weil ich eben nicht ganz „dicht“ bin. ein knappes halbes jahr war ich aus diesem grund in einer psychosomatischen klinik.

in bezug auf meine damalig bestehende stuhlinko lasse ich psychische probleme gelten, die ich aber auf die harninko zurückführe.

dann kam die zeit, wo ich merkte, daß alle angeblichen psychischen probleme ohne belang sind. ich fühle mich wohl, habe keine probleme. streß auf arbeit ist eher wohltuend als belastend. ich freue mich auf jeden neuen tag. liege nicht mehr nur auf dem sofa rum und hänge trüben gedanken nach. ......

und trotzdem bin ich naß.

wie gesagt. ich habe alle formen der bekannten inkos nachgelesen und kam letztendlich zu dem schluß, daß ich an einer überlaufinko leiden könnte.

um unfälle am tag zu vermeiden, habe ich mir eine ernährungsstrategie zusammengebastelt, die mit sicherheit nicht ungefährlich ist. ich trinke am tage nur minimal und vermeide lebensmittel, die flüssigkeit enthalten, wie obst und gemüse. die notwendige flüssigkeitsaufnahme hole ich dann nach, wenn ich sicher bin, nicht mehr aus dem haus zu müssen. somit bleibe ich am tage trocken.

am abend trinke ich dann mehr. allerdings kriege ich nicht mit, daß die blase voll ist.

so zum beispiel heute. letzter bewußter toilettengang war gegen 17.00 uhr. jetzt haben wir 23.00 uhr. ich habe in der zwischenzeit gut 1.5 liter selters, eine tasse kaffee und einen halben liter wein getrunken. die blase sagt nix dazu. selbst erzwungenes wasserlassen erbrachte nichts. kein harndrang. einfach nix. kein spontanverlust. die umgelegte windel ist trocken. allerdings weiß ich eins genau. morgen früh bin ich naß wie ein fisch.

nach einem wechsel des urologen standen nun dinge im raum wie adh, wo entsprechende untersuchungen noch ausstehen.

nun suche ich nach neuen argumenten, mit denen ich meinem urologen gegenübertreten kann.

mußte mir das nur mal von der seele schreiben.

lg
jürgen
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Beitrag #2 von eckhard11 » 15 Apr 2007 01:49


Hallo, Jürgen,

ich glaube einfach nicht, daß Du eine “überdehnte” Blase hast......

Alle Fachberichte sprechen bei einer überdehnten Blase von einer Tröpfelinkontinenz, welche bei Dir ja - anscheinend - nicht vorliegt, da Du niemals darüber berichtet hast.
Oder hast Du eine Tröpfelinko, hast nur darüber nie geschrieben ??

750 ml sind zwar viel, aber keineswegs anormal.
Gefährlich wird es erst, wenn die Blase die Kapazität nicht mehr aufnimmt und dann durch einen Harnrückstau die Nieren geschädigt werden können.
Wenn Deine Blase aber groß genug ist, um eine solche Harn aufzunehmen, kann es durchaus sein, daß Du ganz einfach eine so große Blase hast.

Wahrscheinlich kann man es nicht vergleichen, aber als ich meine “neue” Blase ( aus einem Stück Dünndarm ) erhielt, sagte man mir, ( und dies stand auch in fast allen Berichten, welche ich gelesen hatte ), daß eine Neoblase um die 800 ml bis 1.000 ml Kapazität nicht überschreiten solle.
Meine Neoblase fasst locker 1.800 ml, und obwohl auch ich - bedingt durch die gekappten Nerven - keinerlei Füllstand fühle und nur durch einen gewissen Druck im Unterbauch bemerke, daß es Zeit wird, eine Toilette aufzusuchen, habe ich bisher - tagsüber - noch keinen Harnabgang erlebt.
Und dies, obwohl ich meine Harnröhre nur durch meinen Beckenbodenmuskel verschliesse.
Sicher, manchmal geht ein kleiner Striez in die Vorlage, welche ich sicherheitshalber trage, aber dies liegt wohl eher an mir, weil ich dann nicht früh genug pinkeln gegangen bin......
Deshalb bin auch ich nachts total inko, denn der Beckenbodenmuskel ist ein willkürlich gesteuerter Muskel, welcher erschlafft, wenn man einschläft.
Diesem Problem begegne ich mit einem Kondomurinal, wie Du weisst.

Daher glaube ich auch nicht, daß Dein Problem an einer überdehnten Blase liegt, sondern eine neurologische Ursache hat. Neurologisch in Hinsicht auf eine Nervenschädigung.
Alledings spricht eine andere Sache wieder dagegen.
Du schreibst, daß Du nach fast sechs Stunden und der Einnahme von über zwei Litern Flüssigkeit auch gewollt nicht pinkeln konntest.
Dies bedeutet wiederum, daß Du tagsüber einen Harnverhalt haben könntest, welcher zu dieser Überdehnung der Blase geführt haben könnte, wenn es denn überhaupt eine ist.
Ein Harnverhalt wird - fast - ausschliesslich durch eine vergrößerte Prostata herbeigeführt.......
Die Aussenhaut der Prostata ist sehr fest und gibt bei einer Vergrößerung nicht nach.
Daher komprimiert sie nach innen und drückt die Harnröhre zu.
Die Folge ist eine sehr hohe Restharnmenge, welche mit der Zeit die Blase überdehnen kann.
Die Überdehnung könnte ergo sehr gut die Folge einer anderen Erkrankung, nämlich der Prostata, sein.
( Siehe hier : http://www.uro-innsbruck.at/prostatazen ... te_bph.htm )
Andererseits würdest Du dann aber unter einer Tröpfelinkontinenz leiden.

Ich denke, Du solltest Dich - genau wie Wolf - einmal einer richtigen Untersuchung stellen.
Und verwende doch tagsüber einfach mal, ( wenn Du nicht normal pinkeln kannst ), für eine bestimmte Zeit Einmalkatheter, um festzustellen, ob und in welchem Maße sich Deine Blase - bei normaler Flüssigkeitsaufnahme - überhaupt füllt. ( Vorsicht, Bakterien - und dadurch Entzündungsgefahr. Unbedingt durch einen Urologen eine Anleitung geben lassen )
Natürlich solltest Du darüber ein Miktionstagebuch führen, also die Trinkmengen, die Uhrzeit und die Harnmengen protokollieren.
Ich nehme an, daß man Deine Beschwerden ganz gezielt einkreisen und dann auch ganz gezielt behandeln kann.

Gruss
Eckhard
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Beitrag #3 von papa0861 » 21 Apr 2007 23:13


hallo ecki,

entschuldige bitte, wenn ich so lange für eine antwort brauche. im moment geht es mir nicht so gut. diese verdammte pseudogrippe.

ich glaube, daß ich sehr viele spezielle untersuchungen hinter mir habe. nicht nur von "pfuschenden" urologen.

ich bin einfach nur müde und klammere mich an jeden strohhalm. an eine psychissche ursache meiner inko glaube ich schon lange nicht mehr. auch in zeiten als es mir richtig gut ging, habe diese verdammte einpinkelei nicht besiegt.

nein, eine tröpfelinko habe ich nicht bemerkt. lediglicvh ein sehr langes nachträufeln nach dem wasserlassen. oder einen kleinen schwall beim aufstehen danach. ich warte jetzt einfach mal auf den termin beim nephrologen.

ich hatte doch irgendwann mal was von diesen komischen teilchen im urin geschrieben. der letzte urologe meinte, daß diese teilchen eher wie fusseln aussehen, die von der bekleidung stammen. auch meine schmerzen in der nierengegend führte er nicht auf eine entzündung zurück. er hat meinen rücken durchgeknetet und sagte, daß bei dieser behandlung entzündete nieren schreien würden. so weit so gut. das war mir ja auch klar. aber seit dieser "behandlung" habe ich zwar immer noch schmerzen in der nierengegend, aber diese teilchen sind nicht mehr aufzufinden. keinerlei sichtbare ausscheidungen mehr. irgendwie doch komisch.

lg
jürgen

bis dahin packe ich mich gut ein und gehe fleißig arbeiten.

lg
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Beitrag #4 von broccoli » 04 Mär 2008 20:12


hallo,
eine kleine frage: wurdest du schon neurologich untersucht?
wen ja mit welchen ergebnis?
grus broccoli
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broccoli
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