Blasenscheidenfistel nach Uterus-OP (Entfernung)

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Blasenscheidenfistel nach Uterus-OP (Entfernung)

Beitrag #1 von animagus69 » 07 Mai 2007 18:56


Hallo, ich bin neu hier im Forum und würde gerne auch meine Geschichte hier nieder schreiben, in der Hoffnung, eventuell selbst Betroffene kennenzulernen oder auch Tips undRatschläge zu erhalten.Hoffentlich stört es Euch nicht, wenn es etwas länger wird.Ich hatte meine Berichte als Art Erinnerung schon mal aufgeschrieben und kopiere es hier rein.

Vorgeschichte
Am 09.06.07 wurde nach etlichen Versuchen endlich unser Nesthäkchen Anabel-Sophie geboren.Sie war eine sehr schwere Geburt (5 Wochen früher), bei der wir beide fast unser Leben gelassen haben. Ich hatte eine Placentaablösung mit Uterusruptur mit starken inneren Blutungen. Lag 4 Tage auf ITS mit 5 Blutransfusionen uns sonstigen Geschläuch und Kabeln. Bekam sehr viele starke Medis und wurde deshalb auch abgestillt. Die Kleine lag auf der Säuglings-und Frühchen-ITS in einer andern Klinik. Aber sie ist fit und Gott sei Dank gesund.Ich darf bzw. durfte darauf hin nie wieder schwanger werden und wurde 4 Wochen später medizinisch sterilisiert.Seit dieser Zeit litt ich in den letzten 3 Jahren unter monströsen Mens-Blutungen und schlimmsten Schmerzen.Im November 06 wurde bei einer Abrasio eine starke verstreute Endiometriose festgestellt und eine Uterusentfernung anberaumt.

So, am Montag, 08.01.07 früh ist es soweit. Ich muss 7.30 in der Klinik sein, am 9.01. bin ich dann die Erste auf dem OP-Plan.Die Gebärmutter muss nun raus.Richtig mit Bauchschnitt, da es Verwachsungen an Darm und eventuell Blase gibt. Man, hab ich Schiss. Bin heute schon ganz nervös und mir ist teilweise schlecht vor Angst, je näher der Termin rückt.Habe jetzt schon Schiss, wie es mir nach der Narkose gehen wird. Habe ja immer die totalen Kreislaufeinbrüche.Selbst bei der Abrasio vor einigen Wochen war ich die Einzige, die schlapp gemacht hat und das ist nun wirklich kein großer Eingriff. Nun ja, am Schlimmsten finde ich, dass meine Kleine das erste Mal ohne Mami ist.Ich weiß zwar, dass mein Mann und meine Großen sich ganz lieb kümmern werden, aber trotzdem.. Sie ist doch das totale Mamikind, meine kleine Henne.Meine beiden Großen sehen das natürlich nicht so tragisch, wenn die Mama mal weg ist , aber als Mama fühlt man sich ja doch immer etwas anders.Komisch, wie schnell die letzten Wochen weg waren. Wußte den Termin ja schon seit Ende November, aber der Stress mit unseren Geburtstagen, Weihnachten und Silvester war halt auch eine gute Ablenkung. Na ja, es gibt Schlimmeres, ich weiß.Mußte es mir aber auch mal von der Seele schreiben.

Am 9.01. kam ich als erste in den OP,wo aus einer mittelchweren OP eine über 5 stündige wurde, die normalerweise ca. eine bis 1 1/2 Stunde dauert.Massivste Verwachsungen im Bauchraum, Gebärmutter kaputt, Blase verkleinert und genäht und zu allem Überfluss ohne ersichtlichen Grund auf einmal schlimmste,diffuse Blutungen.Habe über 9 Konserven bekommen und das bei meiner tollen Blutgruppe, war einmal komplett abgesackt und lag 5 Tage auf der ITS. 2 Blutdrainagen rechts und links im Bauchraum, arterieller Zugang links im Arm und einen furchtbar nervigen Zentralen Venenkatheder im Hals der einfach nur weh tat.Am 20.01. ging es mir so schlecht.Hatte durch den Dauerblasenkatheder eine Infektion und einen Zusammenbruch.Verdacht auf Herzinfarkt oder Lungenembolie.Habe sämtliche Untersuchungen duch, Herzkatheder,Herzultraschall, Beinultraschall, also wegen den Venen und Arterien. Gott sei Dank hatte sich die Diagnose nicht weiter bestätigt.Leide unter einen postoperativen Nerventrauma.Liege nun ganz lieb daheim, strenge Bettruhe und fühle mich immer noch, wie ausgekotzt.Sorry!!Tante Doktor kommt einmal täglich zur Kontrolle.Die Arme, bei dem Wetter.Und nächtse Woche muss ich wieder ins KH,aber nur zur Nachsorge.in einem Vierteljahr muss ich nach Chemnitz in so eine Spezialklinik, Hämatologie.Dort werden viele Tests gemacht,um zu klären, warum ich diese unerklärlichen starken Blutungen habe.Irgendwas stimmt mit meinem Blut nicht.

Geht gleich weiter....................
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Beitrag #2 von animagus69 » 07 Mai 2007 19:14


Das allerschlimmste ist und bitte lacht mich nicht aus , ich bin teilweise noch harninkontinent.Das ist so ein Mist und megapeinlich, ich weiss.Trainiere schon jeden Tag fleissig meine Übungen, aber trotzdem......
Ich fühle mich total primitiv und scheisse.Außerdem habe ich noch zwei Hämatome links und rechts innen neben der Blasennaht, die gehen zwar langsam ab und das innere einoperierte Schwämmchen baut sich auch langsam ab.Trotzdem ist es so blöd, immer nicht gerade zu wissen, ist das gerade Urin auf der "Riesenvorlage oder seröse Wundflüssigkeit. Alles ist irgendwie komisch.

Ich lag schon wieder im KH, es ist alles schlimmer als gedacht. Ich leide auch nicht unter Harninkontinenz, sondern habe ein ca. 2cm großes Loch in der Blase.Ist bei der OP passiert, die Naht ist ca. nach 15 Tagen aufgegangen.Bei der großen OP wurde ja leider die Blase verletzt.Es hat sich also eine sogenannte Scheidenblasenfistel gebildet.Nun lag ich in einem anderen Krankenhaus auf der Urologie.Da kein normaler Chirurg sich auf diesen Bauch im Moment einläßt, muss ich bis zum 10.April warten und am 12. April habe ich wieder große OP.Vorher geh ich im März, am 7. noch in eine andere Klinik(Hämatologie).Ich leide unter Dauererkältungen, meine Abwehr ist im Keller und ich muss mich ganz sehr schonen. Es sollte ein Dauerkatheder gelegt werden bis zum OP-Termin, das wurde aber auf Grund meiner dauerhaften Blasenentzündung nicht gemacht.Außerdem wurde in Folge einer inneren Gewebsschwäche ein abknickender Harnleiter bei der Spiegelung festgestellt, so das ein DK nicht möglich ist.
Ich kann Euch sagen, die Blasenspiegelung war der reinste Horror.Ich habe gelitten, wie ein Hund.Man wollte mir erst ein Medikament ala Leck mich am A***-Spritze oder Tablette geben.Da ich aber vorher zum IV-Röntgen musste und das nur ein Narkosearzt machen darf bei mir (Asthma+schlechte Reaktion auf Kontrastmittel), durften sie mir nichts geben.Echt schlimm.Aber ich vertraue den Ärzten schon, zumal das KH eigentlich einen guten Ruf hat.Die Scheidenstumpfnarbe war noch völlig entzündet, neben der Blase befand sich noch ein etwa mandarinengroßes Hämatom.Die Bauchnarbe ist eigentlich schön verheilt.Aber innen im Bauch habe ich 17!!Nähte und Verödungen, da ja diese furchtbare Blutung während der OP war.Nun hab ich schon eine Scheißangst, da der Bauch ja wieder aufgemacht wird.Und auf der anderen Seite vergeht die Zeit ewig nicht bis zum April, die Warterei nervt. Ich möchte ja auch, dass bald alles vorbei ist.Aber wie gesagt, die Ärzte gehen erst ein Vierteljahr später an den Bauch und so heißt es warten...........Manchmal verfall ich in eine große Depri, aber andererseits sag ich mir, dass es Leute gibt, die Schlimmeres durchmachen müssen.

März 07:
Also ich war ja am Mittwoch in der hämatologischen Klinik zu Auswertung.Gott sei Dank haben sich so einige Befürchtungen(Willebrand-Syndrom) nicht bestätigt.Die Werte waren den Umständen entsprechend alle soweit in der Norm.Außer natürlich die Leukos, was im Moment ja logisch ist und der Blutfaktor 9 ist nicht ok. Es wurde auch gleich nochmal Blut genommen und das Ergebnis blieb das Selbe. Aber es beeinflußt Gott sei Dank nicht weiter die bevorstehende große OP am 12.04..
Wegen diesem Faktor 9 wird wohl nur unter der Op dann was unternommen. Irgendeine Gabe von herausgefilderten Blutbestandteilen....ach fragt mich nicht, so ganz hab ich es auch nicht verstanden.Diese vielen Blutungen unter den Op´s müssen wohl eine chirugische Ursache haben.Tja, ich werde es sehen, wenn ich wieder aufwach und alles gelaufen ist. Je näher der Tag rückt, umso mehr Angst habe ich, aber ich bin auch froh, wenn endlich alles wieder ok wird.


April 07.
Habe totale Scheißangst und mir ist echt flau im Magen.Am Schlimmsten ist die Trennung von der Kleine. Sie war jetzt über Ostern so krank, wir mußten sogar zum Notarzt.Gott sei Dank, sie hat sich etwas erholt.
Wie gesagt, morgen am 10.04. stationäre Aufnahme, am Mittwoch dann sämtliche Tests nochmal und am Donnerstag ist dann die große OP.

Es geht mir den Umständen entsprechend soweit gut.Ist halt alles etwas schmerzhaft.OP dauerte 3 Stunden, es wurde ein etwa birnengroßer Tumor verwachsen im rechten Eileiter entdeckt und alles rausgenommen.Die Blasenverletzung wurde vernäht und nun muss ich abwarten.Die Blase muss ich jetzt wieder trainieren, dass tut ganz schön weh.Hatte 15 Tage Dauerkatheder, das war schmerzhaft und anstrengend.Habe noch Blasenkrämpfe und muss sehr viel pullern.Na ja und die typische Harnwegsinfektion blieb natürlich nicht aus.Nehme noch Antibiotika.Außerdem habe ich links und rechts je einen Pigtailkatheder a´28 cm lang, 6mm breit eingelegt bekommen.Die sollen dann höchstwarscheinlich Ende Mai raus oder gewechselt werden.So, das wars erstmal.
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Beitrag #3 von animagus69 » 07 Mai 2007 19:23


So, wie gesagt, nun bin ich seit gut einer Woche wieder daheim und es geht mir garnicht gut.Durch den Dauerkatheder habe ich totale Schwierigkeiten.Ist es denn wirklich normal, dass man nach dem Tragen (15Tage) immer noch die Blase nicht richtig im Griff hat?Ich bin noch immer inkontinent.Kann zwar normal auf die Toilette gehen, aber es geht halt immer noch was weg auf die Vorlage.Außerdem habe ich noch ständigen Harndrang und eine total schlimmen Harnwegsinfekt, der auch mit Antibiot. nicht weg gehen will.Die Pigtailkatheder merke ich ganz stark.Habe laufend Nierenschmerzen.Ich fühle mich matt und zerschlagen.Dazu kommt die ständige Angst, dass die Blasennaht wieder aufgeht, da ich durch die Inkontinenz und den anderen Gegebenheiten noch nicht unterscheiden kann, ob der Harn auch wirklich nicht mehr durch die Scheide abläuft, sondern ordentlich durch die Harnröhre.
Gibt es hier eventuell Pigtailträger?Hatte von Euch schonmal jemand Probleme mit einer Blasenfistel?
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Beitrag #4 von Leila » 10 Mai 2007 01:34


Liebe Animagus,

menschens Kinder, Du machst ganz schön was mit. Ich kann mich nicht viel zu deinem Problemen äußern, außer, daß ich Dir empfehlen würde, im Moment wirklich hochdosiert Enzyme zu nehmen. Die helfen erstens, Deine inneren Verletzungen schneller zu heilen und zweitens, sind sie extrem entzündungshemmend. Ich nehme auch immer Enzyme, wenn ich eine Blasenentzündung oder Halsentzündung habe. Hat bisher immer sehr gut geholfen. Auch nach meinen vielen OPs habe ich immer Enzyme genommen, mit großem Heilerfolg.
Zweitens möcht ich Dir nur noch sagen, daß Du nicht die Geduld verlieren solltest. Nach der Geschichte, braucht dein Körper ne Weile, bis er sich wieder regeneriert hat. Gib ihm die Zeit, und viel Untersützung ( viel gute Vitamine etc. + event. guter Heipraktiker ?).
Ich wünsch Dir von Herzen alles Gute
Gruß Leila
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