Erfahrungen mit Botox bei Hyperaktivität

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Erfahrungen mit Botox bei Hyperaktivität

Beitrag #1 von Renate » 17 Jul 2007 10:39


Hallo an alle !

Ich bin neu hier im Forum und möchte gerne wissen, ob jemand Erfahrungen hat mit der Injektion von Botox in den Blasenmuskel als Therapie bei hyperaktiver Blase z.B. bei MS. Ich habe am vergangenen Mittwoch das erste Mal Botox bekommen und zur Zeit denke ich manchmal, das es gut hilft und manchmal renne ich doch wie üblich kurz hintereinander auf die Toilette.

Wann setzt die volle Wirkung meistens ein? Wie oft muß die Blase mit Einmalkatheder geleert werden? Wie lange hält die Wirkung an bis man dann eine neue Spritze braucht?

Ich habe noch viele Fragen zu der Behandlung mit Botox und würde mich riesig freuen Antworten zu bekommen von Leuten, die schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben.

Viele liebe Grüße,
Renate
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Beitrag #2 von fiat08 » 17 Jul 2007 15:13


HALLO Renate ,
:D aus eigener Erfahrung kann ich nicht
berichten, aber zwei Freundinnen von mir haben
Botoxerfahrung. Also beim ersten Mal kann
es vorkommen, dass Botox seine volle
Wirkung nicht entfaltet. Man muss alle
6-8 Monate mit einer erneuten Gabe rechnen.
Kathetern muss man idealerweise ca. 6 mal
am Tag.

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen. :lach:

LG
fiat08 :D
Wünsche mir Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, die ihre Inkontinenz einer Querschnittslähmung verdanken.
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fiat08
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Danke für die Infos

Beitrag #3 von Renate » 17 Jul 2007 21:01


Hallo fiat08 !
Sehr beruhigend war Deine Antwort für mich nicht, wenn ich höre dass Botox beim ersten Mal nicht seine volle Wirkung bringen könnte. Trotzdem vielen Dank für Deine Informationen, ich hoffe weiterhin auf eine deutliche Besserung, morgen ist immerhin eine Woche um seit dem Eingriff.
Viele Grüße,
Renate
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Beitrag #4 von mehlbox2001 » 18 Jul 2007 01:09


Hallo zusammen,

ich kenne nur die technischen Details von Botox im Gesichtsbereich nach Facialis Parese -- aber auch da muss man schon zwei bis vier Wochen auf die Wirkung warten, die nach ein paar Monaten wieder spürbar abnimmt. Ein Freund ist Experte auf dem Gebiet ...

Das Problem bei Botox ist schlicht und einfach, dass es sich um ein sehr gefährliches Nervengift handelt. Mit einem Liter in der Wasserversorgung könnte man Großstädte dahinraffen. Daher muss immer in minimalen und verdünnten Dosen gespritzt werden. Um Patienten nicht zu gefährden, wird beim ersten Mal immer vorsichtig gespritzt. Das Doppelte der "erforderlichen" Dosis kann deine Blase lahmlegen und zu schweren Nierenschäden führen.

Nicht vergessen: Botox ist kein normales Medikament, sondern ein langfristig betäubendes Nervengift!

Nach zwei, drei Monaten bist du in der Regel auf dem Höhepunkt der Wirkung. Merk dir dann gut, ob es zu wenig, gerade richtig, oder zu viel war.

Andreas
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Beitrag #5 von Brandy » 18 Jul 2007 20:40


Hallo Renate!

Bezüglich der Häufigkeit des Katheterisierens würde ich mit dem behandelnden Arzt bzw. dem Krankenhaus Rücksprache halten, das dich betreut. Je nachdem wie groß z. B. dein Blasenvolumen, die Druckverhältnisse im Harntrakt ... wird die Frequenz vom Arzt festgelegt.

Sag' ihm aber auch, wenn du mit seiner Angabe nicht zurecht kommst. Im Allgemeinen wird von 4 - 6 x pro Tag gesprochen.

Gruß
Brandy
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Beitrag #6 von Renate » 18 Jul 2007 20:49


Hallo Andreas !
Ich hatte von den Ärtzten auch gehört, dass die Wirkung etwas auf sich warten lassen kann, als ich gestern noch relativ wenig Wirkung spürte dachte ich mir, vielleicht wirkt es bei mir nicht. Ich hatte nämlich kürzlich mehrere Blasenmedikamente getestet, wo mir unterschiedliche Ärzte von einer guten Wirkung erzählten und bei mir war diese Wirkung nicht so besonders oder teilweise auch gar nicht da. Nach so einer Erfahrung ist man natürlich etwas ängstlich, wenn nach 1 Woche zwar eine gewisse Wirkung zu merken ist aber nicht die, die von den Ärzten angesprochen wurde.
Der Tipp mit der Beobachtung der Wirkung am Höhepunkt der Therapie, ist sicher gut, ich hatte mir auch schon vorgenommen eine Zeit lang ein Miktionsprotokoll und eventuell gleichzeitig auch eine Liste mit der Trinkmenge anzulegen. Bisher war ich aber ehrlich gesagt zu faul dies in die Tat umzusetzen. So ist das ja oft mit den Vorsetzen....
Deine Nachricht hat mich jedenfalls wieder ein wenig beruhigt. Ich kann mich ja eventuell auch noch einmal hier melden, wenn die ersten 6 Wochen rum sind und ich auch bei der Blasendruckmessung im Krankenhaus war. Die gibt dann ja ganz objektiv den Erfolg der Therapie an.
Viele liebe Grüße und vielen Dank für Deine Antwort,
Renate
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Botulinum Toxin A auch als off-label gegen Prostata-Vergrößerung

Beitrag #7 von Siggi » 19 Jul 2007 17:28


Hallo,

also das Botulinum-Toxin A, unter dem Namen Botox auch bei Schönheitsoperationen in extrem geringen Dosen verwandt, soll anstelle von Operationen der Prostata eingesetzt werden können, wie auch jetzt schon bei chronisch schmerzhaften Blasenleiden. Allerdings bei der gutartigen Prostatavergrößerung erfolgt die Therapie mit Botulinum-Toxin A nur "off-label", d. h. als Prostata-Therapie ist es offiziell noch nicht zugelassen. Soviel ich weiß, über-nehmen die GKK die sehr teure Behandlung, man spricht von rund 1.000 Euro pro Injektion,
nur in Ausnahmefällen außerhalb der Pflichtleistungen. Die Injektionen lassen die Prostata schrumpfen; die Wirkung tritt auch hier nach erst vier Wochen ein und die Wirkungsdauer liegt bei etwa neun Monaten.

MfG
Siggi
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