Alternative Behandlungsmethoden

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Alternative Behandlungsmethoden

Beitrag #1 von Talia » 25 Jul 2003 08:14


Hallo,

heute melde ich mich nochmal, sozusagen im Namen meines Sohnes (13 Jahre). Mit etwa 7 Jahren bildete ich mir ein, er sei Tag und Nacht trocken. Dann kam es allerdings von Zeit zu Zeit immer wieder zu mehr oder weniger häufigem Einnässen in der Nacht, so dass wir uns für den Einsatz einer Klingelmatte entschieden haben. Mit deren Hilfe haben wir dann sehr bald wieder die "14-tägige Trockenheit" erreicht, die ja i.d.R. bestätigen soll, dass er es nun wieder im Griff hat. Während mehrerer Jahre war er nun "trocken" (oder habe ich es mir nur eingebildet und das gelegentliche Einnässen ignoriert? Manchmal zweifel ich schon an mir ...), denn seit nunmehr etwa eineinhalb Jahren hat die Häufigkeit der Ausrutscher eine nicht mehr ignorierbare Menge ereicht. Wir haben uns natürlich sofort wieder für den Einsatz der Klingelmatte entschieden, diesmal allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Inzwischen benutzt er das Teil, wie ich schon mal geschrieben hab, mehr als Aufweckhilfe, sprich, wenn es trötet, steht er halt auf und geht. Es stört ihn nicht weiter. Was für mich inzwischen feststeht, diese Matte erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Das einzige Ergebnis ist, dass die ganze Familie wach und am nächsten Tag müde und genervt ist.

Nun sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass er einen für mich z.T. sehr sonderbaren Rhythmus der Blasenentleerung hat. Er muss praktisch jede Nacht mindestens einmal, oft dreimal und öfters aufstehen, was er ja an den trockenen Tagen, die auch nicht selten sind, ohne weiteres schafft, ohne jemals geweckt zu werden. Und dies völlig unabhängig von der Trinkmenge oder der Zubettgehzeit. Letzte Nacht z.B. war er zum letzten Mal um 2 Uhr von selbst unterwegs und um 4 Uhr ging die Klingel los. Eine Regel konnte ich bisher nicht ausmachen. Allerdings ist es auch tagsüber so, dass er z.T. 3 Stunden nicht geht und dann wieder alle 10 Minuten rennt, aber dann so, als würde er es wirklich keine Sekunde länger halten können. Mit Stressinkontinenz würde ich es nicht bezeichnen, da er in solchen Momenten meist keinerlei äußerem oder innerem Stress ausgesetzt ist. Dieses Phänomen hatten wir allerdings seit erster Kinderzeit. Wir sind zu Hause noch auf der Toilette gewesen und kaum waren wir unterwegs ging das Gezappel los. Völlig eigenartig findet es zumindest mein Mann auch, dass er jedes Mal beim Zähneputzen gehen muss - wobei ich mich düster erinnere, dass mich der laufende Wasserhahn in früher Kindheit auch immer zur Toilette gedrängt hat. Das aber nur am Rande, wirklich nachdenklich stimmt mich diese Unregelmäßigkeit bzw. die häufigen Phasen der kurzen Haltedauer und die sehr sehr seltenen Nächte, in denen er nicht raus muss.

Nun denke ich, wir werden wohl doch mal einen "Fachmann" aufsuchen, der zumndest das Organische nochmal abcheckt - wobei ich eben von ärztlicher Seite noch nie die entscheidende Hilfe erwartet und bekommen habe. Eines dieser Hammermedikamente werde ich nämlich mit Sicherheit nicht einsetzen. Und nun kommt der eigentliche Grund meines Beitrages:

Hat irgendjemand einen Tipp bzgl. eines Arztes - Homöopathen o.ä. (im Raum München oder Starnberg !!!) , der einerseits die medizinische Kompetenz besitzt, den organischen Teil abzuklären und andererseits in alternativen Möglichkeiten gute Erfahrungen hat. Mit alternativen Methoden meine ich nicht unbedingt "Beckenbodengymn.", denn ich denke, damit so etwas wirklich Erfolg hat, muss man es absolut konsequent und richtig machen, und hier scheitert es an beiden Voraussetzungen, so will ich mal realistisch sagen.

Vielen herzlichen Dank für jeden Tipp!
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Talia
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Beitrag #2 von Helmut » 25 Jul 2003 10:08


Hallo Talia,


Mit Stressinkontinenz würde ich es nicht bezeichnen, da er in solchen Momenten meist keinerlei äußerem oder innerem Stress ausgesetzt ist.

Also Stressinkontinenz hat nicht mit Stress im wörtlichen Sinne zu tun, besser müßte hier von Belastungsinkontinenz gesprochen werden. Denn bei dieser Inkontinenzform liegt meistens eine Bindegewebeschwäche vor, die die Verschlußkraft des Schließmuskels herabsetzt.

Die Symtome, die du schilderst, die passen eher zu einer Dranginkontinenz, bei der auch schon bei geringer Blasenfüllung ein kaum unterdrückbarer Drang entsteht, der im weiteren Verlauf zur Entleerung der Blase führt. Da dein Sohn auch am Tage diese Probleme hat, schließe ich mal eine hormonelle Ursache aus, bei der durch das fehlen, bzw. verminderte Produktion des Hormons ADH (Vasopressin) die normale Urinproduktion am Tage durch das Hormon in der Nacht nicht abgesenkt wird.

An deiner Stelle würde ich dringend mit deinem Sohn einen Urologen aufsuchen, der ihn gründlich Untersucht. Gegen Dranginkontinenz gibt es heute schon sehr gute Medikamente und bei der neusten Generation dieser Medikamente wurden auch die Nebenwirkungen deutlich gesenkt. Auch können in leichetern Fällen durchaus pflanzliche Medikamente auf Basis der Kürbiskerne hilfreich sein. Wenn die Diagnose steht, dann kann dir der Urologe sicher auch sagen, ob ein Homöopathe oder homeopathische Medikamente eine sinnvolle Alternative und erfolgversprechend sein können.

Die Beckenbodengymnastik würde in diesem Fall einer Dranginkontinenz auch wenig Erfolg zeigen, da ihre Hauptwirkung bei Stressinkontinenz liegt. Ich hoffe ich konnte dir schon einmal etwas weiterhelfen.

Gruß Helmut :sm4:
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Studentenblase

Beitrag #3 von Regenmacher » 25 Jul 2003 14:19


Hallo,

also in Bezug auf Stressinkontinenz verweise ich auf den Beitrag von Helmut. Mit Stress im heutigen Sprachgebraucht hat es nichts zu tun - nur das Gewebe steht unter Stress (Belastung).

Die Dranginkontinenz gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch auch als die Studentenblase - steht der Student unter Stress, dann muß er häufig auf Klo - manchmal auch sehr plötzlich.

Was mich wundert - wieso werdet ihr wach, wenn seine Klingelmatte losgeht? Hat er kein eigenes Zimmer? Psychologische Aspekte können grade bei Dranginkontinenz eine Rolle spielen - vielleicht hat er zu wenig persönlichen Freiraum.

Auf jeden Fall solltet ihr erst mal einen richtigen Urologen aufsuchen. Je nach Ergebnis kann man auch mal einen Homöopaten aufsuchen - z.B. bei Stress oder wie schon erwähnt um mit Kürbiskernen auszuhelfen.

Sprich aber vor allem mit deinem Sohn und frage vor dem Arztbesuch genau, wie sich das äußert, ob er Stress hat oder ob ihn was belastet. Schau auch mal, ob das jetzt in den Ferien spontan besser wird.

Gruß Marco
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