Ich brauch euren Rat!

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Ich brauch euren Rat!

Beitrag #1 von Karolin » 29 Jul 2003 22:12


Hallo!
Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen, aber ich leide schon mit 14Jahren unter Inkontinenz. Aber ich leide schon etwa 2 Jahre darunter. Nach dem was ich so gelesen habe, vermute ich, es ist Streßinkontinenz, weil die Sympthome die selben sind. Es ist für mich sehr schwer damit klar zu kommen. Ich weiß, auch jüngere Menschen sind betroffen, aber für mich beginnt das Leben erst gerade. Früher in der Grundschule hatten wir ein Mädchen in der Klasse, dass auch unter Inkontinenz litt, was man auch stark roch. Ich hab nie verstanden, warum das so war, aber es hat mich auch nicht weiter interessiert. Und jetzt weiß ich, dass es wirklich jedem passieren kann und ich mich eigendlich nicht schämen brauche. Besonders schlimm ist für mich, dass ich keine Ahnung habe, wodurch sie bei mir hervorgerufen wurde. Bettnässen tue ich bestimmt seit ich 5 Jahre alt wurde, nicht mehr. Mir ist auch nicht aufgefallen, dass ich nachts öfter auf die Toillette müsste. Es wird nur tagsüber ein Problem. Ich traue mich auch kaum mehr aus dem Haus. Oft wenn Freunde sich mit mir verabreden wollen, lasse ich mir ausreden einfallen. Und wie soll das erst mit meinem ersten Freund werden? Manchmal würde ich mich gerne meiner besten Freundin anvertrauen, aber was soll mir ein gleichaltriges Mädchen mir schon raten? Ich weiß nicht mal, ob sie was mit dem Begriff "Inkontinenz" überhaupt etwas anfangen kann. Oft hoffe ich auch, dass jemand aus meinem näheren Umfeld etws bemerkt und mich zur Rede stellt. Ich möchte ja was dagegen tun und hab Angst, dass ich unter einer ernsthaften Erkrankung leiden könnte. Aber ich weiß nicht, an welchen Arzt ich mich wenden soll. Aber ich kann in meinem Alter auch alleine dorthin gehen, oder? Ich glaube, dass würde mir leichter fallen, als wenn meine Mutter das Gespräch und die Untersuchung mitbekommt.

Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!


Gruß!
:lach: Karolin
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Karolin
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Art der Inkontinenz: ??Streßinkontinenz??

Beitrag #2 von Jochen » 29 Jul 2003 23:13


Hallo Karolin,

meines Wissens nach solltest Du auch alleine zum Arzt gehen dürfen. Wir sind in Deinem Alter immer alleine gegangen. Als Ärzte bieten sich Hausarzt, Urologe oder Frauenarzt an. Ärzte werden übrigens immer wieder angehalten auf Inkontinenzanzeichen zu achten.

Wie Du selbst bemerkt hast, ist dieses Problem weit verbreitet. Ich selber kenne es aus meiner Jugend und bei Kindern aus dem Bekanntenkreis. Daraus ergeben sich eine gute und eine schlechte Nachricht. Eine schlimme Krankheit steckt in den meisten Fällen nicht dahinter, trotzdem solltest Du Dich gründlich untersuchen lassen. Sehr selten gibt es Mißbildungen der Harnröhre. Manche Frauen lassen so ungeschickt Wasser, daß etwas Urin in die Scheide läuft und Inkontinenz vortäuscht. Eine schnelle Heilung gibt es aber nicht, offensichtlich gibt es Zusammenhänge mit dem Wachstum und die Probleme verschwinden mit dem älter werden.

Dein Arzt wird Dir wohl anhand der Untersuchungen ein Verhaltenstraining empfehlen. D.h. er empfiehlt Dir nicht zu oft auf die Toilette zu gehen, oder zu trainieren, daß Wasserlassen zu unterbrechen oder so ...

Ich bin kein Arzt, aber das sind die Infos, die ich im Bekanntenkreis mitbekommen habe. Da kommt allerdings erschwerend hinzu, daß sich die Grundschülerin nicht um das Problem kümmert und dadurch öfter streng riecht, wie Deine Mitschülerin.

Also mutig auf zum Arzt Deines Vertrauens
Jochen
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Hmmm...

Beitrag #3 von Regenmacher » 30 Jul 2003 13:44


Hallo Karolin,

naja, du bist 14 und damit eigentlich schon selbständiger, als jüngere Mädchen. Das Problem wird trotzdem sein, daß der Arzt, vor allem wenn es um größere Untersuchungen eigentlich deine Eltern mit heranziehen muß. Das ist vom Gesetz eigentlich so vorgeschrieben. Denn einige Untersuchung bedürfen der Einwilligung und die müssen deine Eltern geben, weil du in diesem Fall dann doch noch zu jung bist. Das soll einfach auch ein Schutz für dich sein - du kannst die Tragweite mancher Entscheidungen noch nicht so absehen, wie ein Erwachsener.

Trotzdem gut, daß du dich hier zu Wort meldest. Also, in deinem Fall kann die körperliche Entwicklung schon mal dazu führen, daß eine Stressinkontinenz entsteht. Das hat ja auch mit dem Wachstum zu tun. Trotzdem solltest du das untersuchen lassen - denn gerade bei Stressinkontinenz gibt es gute Hilfe.

Sprich mit deiner Mutter drüber - sie kennt das Problem sicherlich auf die eine oder andere Weise - viele Frauen sind nach der Geburt zumindestens kurze Zeit leicht inkontinent. Sie wird es also sicherlich verstehen. Und sie wird dich auch zum Arzt begleiten und dir eine gute Stütze sein.

Mach dir auf jeden Fall mal keine Sorgen. Je nachdem, wie viel Urin du verlierst, gibt es sehr gute Slipeinlagen, die sehr dezent sind - aber sowohl die Flüssigkeit als auch den Geruch gut aufsaugen. Du wirst so bestimmt nicht riechen. Und eine Mutter kann dir beim Aussuchen auch gut helfen. Du wirst merken, die Unterstützung kann sehr hilfreich sein.

Gruß Marco
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Beitrag #4 von Jochen » 31 Jul 2003 16:53


Nachschlag für Karolin:

Hier kommt ein Link aus der Ärztezeitung:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/07/21/134a1008.asp?cat=/medizin

Hiervon waren in einer Studie mit Siebenjährigen 8,4 Prozent der Mädchen und 1,4 Prozent der Jungen betroffen.


Also kein seltenes Leiden. Es wird zudem empfohlen auf Blasenentzündung zu behandeln.

Jochen
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Beitrag #5 von Ginevra » 08 Aug 2003 19:29


Liebe Karolin,

um eine Dranginkontinenz zu diagnostizieren, setzt sich frau auf einen gynägologischen Stuhl, es wird eine Sonde an die Blase gelegt und dann über einen Schlauch Wasser in die Blase gefüllt. Nun wird gemessen, wie stark der Blasenschließmuskel ist und bei welcher Füllmenge die Blase sich entleerewn will. Das ist nicht schmerzhaft, zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass es weh tat.
Ich bin eine Frau, deren Schamgefühl stark ist und die nicht zu einem männlichen Urologen gehen wollte. Deshalb bin ich damals in eine Uniklinik zur Diagnostik gegangen und zwar in die Gyäkologie. Dort nimmt man urologische Untersuchungen vor, durch weibliche Therapeuten. Ich erzähle Dir das, für den Fall, dass Du nicht zu einem männlichen Arzt gehen willst.

Ich wünsche Dir viel Erfolg: mach' was gegen Deine Inkontinenz, damit Du Dich wieder wohl fühlst.

Katharina
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