Urodynamische Untersuchung

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Urodynamische Untersuchung

Beitrag #1 von olki » 06 Dez 2007 18:46


Bin nun schon seit geraumer Zeit in Urologischer Behandlung mit leider nur sehr geringen Erfolgen, nun wird demnächst eine Harnstahlmessung und anschliessend eine Urodynamische Untersuchung gemacht.
Nun würde mich interessieren was das ist und vor allem was mich da wohl erwartet.
Noch eine kleine Frage
Kann man Hilfsmittel von der Steuer absetzen?
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olki
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Beitrag #2 von Brandy » 06 Dez 2007 19:33


Hallo olki,

Zum Thema Harnstrahlmessung kann ich nichts sagen, habe aber schon 3 urodynamische Untersuchungen hinter mir.

Bei einer Urodynamischen Untersuchung wird (nach erfolgter Blasenentleerung) Flüssigkeit über einen sehr dünnen Katheter langsam in die Blase gefüllt. Dabei wird gemessen, wie viel in der Blase Platz hat. Außerdem wird über Klebeelektroden der Druck während der Blasenfüllung gemessen.
Die Untersuchung wird beendet, wenn nichts mehr in der Blase Platz hat bzw. wenn die Drucke zu hoch werden.

Für mich ist eine solche Untersuchung nicht schmerzhaft. (angeborene Querschnittlähmung)

Aufgrund der Ergebnisse kann der Arzt dann z. B. beurteilen, ob du Medikamente nehmen solltest, die die Druckverhältnisse in der Blase normalisieren. („dämpfen“ der Blase).

Zum Thema Absetzbarkeit von Hilfsmitteln: In Österreich sind Hilfsmittel, die man regelmäßig braucht (z. B. Windeln, Katheter..) nicht von der Steuer absetzbar. Über die Rechtslage in Deutschland kann ich nichts sagen, ich weiß aber, dass viele Dinge ähnlich geregelt sind.

Wenn durch meine Antwort noch mehr Fragen aufgetaucht sind, melde dich einfach!

Gruß
Brandy
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Beitrag #3 von papa0861 » 06 Dez 2007 20:16


hallo olki,


eine harnstrahlmessung ist nichts anderes, als wenn du normal zur toilette gehst. nur befindet sich in dieser toilette eine art rottierende/vibrierende scheibe. durch den harnstrahl wird die bewegung dieser scheibe abgebremst. durch meßfühler wird dann ermittelt wie stark und von welcher dauer der harnstrahl ist, oder ob er unterbrochen wird. nach dieser untersuchung wird dann in der regel noch ein ultraschall der blase gemacht, um restharnmengen bestimmen zu können.

bei der urodynamik hat brandy was vergessen. um einen druckausgleich zu erzeugen wird während der untersuchung ein ballonkatheter in den after eingeführt und mit luft gefüllt. auch diese untersuchung ist so gut wie schmerzfrei, nur die apperatur sieht bissel furchterregend aus.

steuerlich kann ich dir soviel sagen, daß du hilfsmittel (zumindest den eigenanteil) steuerlich geltend machen kannst. voraussetzung ist eine ärztlich diagnose und die überschreitung des zumutbaren betrages. ansonsten ist das schon mit dem rebekostenpauschbetrag ausgeglichen.
bei mir z.b. ist die zumutbare grenze bei ca. 900 euro.
sammle also alle belege und reiche sie einfach mit ein. mehr als ablehnen kann das finanzamt ja nicht.

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Beitrag #4 von Helmut » 07 Dez 2007 10:30


Hallo olki,

zu den Ausführungen von Brandy und Jürgen möchte ich nur noch anmerken, dass der kleine Ballonkatheter welcher dir für die Urodynamik in den After eingeführt wird, nicht für einen Druckausgleich sorgt. Vielmehr ist es ein Drucksensor, welcher den Druck im Enddarm während der Untersuchung aufzeichnet, das gibt auch Rückschlüsse auf die Druckverhältnisse im Unterbauch.

Übrigens wird häufig noch vor der Untersuchung ein Klistier gegeben um den Darm zu entleeren falls du noch nicht auf der Toilette warst. Das ist notwendig, um die Meßergebnisse nicht zu verfälschen, da ein gefüllter Enddarm auch auf die Blase drücken kann.

In einigen Fällen je nach Form der Inkontinenz kann es sogar notwendig sein, dass deine Blase für die Untersuchung mit Eiswasser gefüllt wird, das ist wirklich äußerst Unangenehm und gelegentlich sogar etwas Schmerzhaft. Diese Technik wird aber nur angewendet, wenn durch die normale Blasenfüllung mit körperwarmer Flüssigkeit keine brauchbaren Ergebnisse erzielt werden können.

Gruß Helmut
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Beitrag #5 von alex1974 » 09 Dez 2007 14:17


Hi!
Den Ausführungen ist nicht mehr viel zu ergänzen. Ich wollte Dir nur sagen, dass ich so eine Mesung auch erst hatte. Das einzige, was kurz unangenehm ist, wenn man den Katheter bekommt. Bei mir war die Blasenfüllung mit körperwarmem wasser, das merkt man überhaupt nicht. Die Füllung der Blase durch den Katheter geht dann so lange, bis Du sagst, dass Du einen starken Blasendruck hast (wenn du das spürst) oder bis Du unbemerkten Harnverlust während der Füllung hast.
Dann wird die Füllung der Blase beendet und Du urinierst mit dem liegenden Katherter. Ja, das geht wirklich, ich hatte da auch meine Bedenken. Während dem Urinieren wird über den Katheter dann der Druck in der Blase und Harnröhre gemessen.

Alles Gute
Alex
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Beitrag #6 von olki » 10 Dez 2007 16:25


Besten Dank für eure Antworten
Das wird wohl eine sehr uangenehme Agelengenheit ich hoffe nur das es auch was bringt
mfg. olki
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Beitrag #7 von Moritzwiese » 10 Dez 2007 16:26


hallo,

hatte auch schon mehrere untersuchungen dieser art.
wobei ich sagen muss das das schmerzempfinden bei jeder untersuchung
anders war.es kommt glaube ich darauf an wer es macht.
vor 2 j. bei einer ärztin im rahmen einer begutachtung war es nicht so schmerzhaft.
vor 3 wochen schon eher.
vor 5 wochen hat mir mein uro eine art sonde in die blase eingeführt. dabei hatte ich
solche schmerzen das ich ihn hätte erwürgen können. noch tage danach hatte ich
blutgerinsel und dergleichen in meinen windeln von den schmerzen mal
abgesehen.

LG Wolfgang
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Beitrag #8 von olki » 10 Dez 2007 16:34


was?????
angst !
das hört sich ja furchtbar an und hoffe das mir das nicht pasiert
gute besserung kann man da nur wünschen
gruß olki
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Beitrag #9 von papa0861 » 10 Dez 2007 21:17


hallo wolfgang,

leider muß ich dir recht geben. meine blasenspiegelung war äußerst unangenehm und die folgen danach ähnlich wie bei dir.

ich wurde das gefühl nicht los, daß der arzt mit absicht etwas ruppich mit mir umgegangen ist.

auch war ich der meinung, daß es mit sicherheit kleinere geräte zur untersuchung gibt. mir rutsche das herz in die hose (ups hatte ja garkeine an) als er mit dem ca. 5mm dicken stäbchen in den kleinen mann marschierte.

das narkosegel hat auch erst richtig gewirkt, als die untersuchung vorbei war.

lg
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Beitrag #10 von Helmut » 10 Dez 2007 22:46


Hallo Jürgen,

nun, ein Instrument mit 5mm Durchmesser ist noch nicht sehr dick, das entspricht einem Katheter der Stärke Chr.16. Der Unterschied liegt allerdings darin, welche Art von Instrument verwendet wird, flexible Geräte sind leichter einzuführen und verursachen weniger Schmerzen als starre Geräte. Welches der Geräte nun eingesetzt wird, das hängt auch davon ab, was für eine Art von Untersuchung gemacht wird, denn nicht alles ist mit flexiblen Instrumenten zu machen.

Also ich muss sagen, wenn eine Blasenspiegelung gut vorbereitet ist, sprich die Harnröhre rechtzeitig mit genügend Gleitgel wie Instillagel benetzt wurde, dann verursacht sie eigentlich keine Schmerzen. Auch danach dauert es nicht so lange, bis die Reizung der Harnröhre (brennen) abgeklungen ist. Natürlich sollte der Urologe auch sein Instrument beherschen und nicht "im Nebel stochern".

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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