Ich suche psychologische/ -therapeutische Hilfe!

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Ich suche psychologische/ -therapeutische Hilfe!

Beitrag #1 von Besorgte » 23 Aug 2003 18:08


Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe, dass ich als nicht Betroffene sondern eher Besorgte trotzdem auf der richtigen Seite gelandet bin... :roll:
Derzeit bin ich auf der Suche nach einem Psychologen bzw. Psychotherapeuten, der sich mit Enuresis Nocturnis bei Erwachsenen auskennt, wenn dies auf traumatische Erlebnisse in der Kindheit zurückzuführen ist.
Denn seit kurzem habe ich einen superlieben Freund, der scheinbar in zeitlich recht weit auseinander liegenden Abständen mit diesem Problem zu tun hat, was seiner Aussage nach auf ein sehr schmerzliches Erlebnis in der Kindheit zurückzuführen ist - bis dahin hatte er nie Probleme damit gehabt. Leider wollte er sich als Kind keiner psychologischen Behandlung unterziehen und hat das Erlebnis so gut es ging verdrängt - mit dem Ergebnis, dass er das Problem des Bettnässens nun seit Jahren mit sich herumschleppt, und mir bricht es fast das Herz bei dem Gedanken daran!

Kurz und gut, ich wüsste nun gerne,
1. Ob jemand schon einmal positive Erfahrung in einem ähnlichen Fall durch psych. Behandlung gemacht hat,
2. Ob dafür nun Psychologen oder Psychotherapeuten zuständig sind, und
3. Wo im Raum Würzburg bzw. München es kompetente Hilfe gibt.

Ich hoffe, dass Ihr mir irgendwie weiterhelfen könnt (Links könnt Ihr mir natürlich auch gerne schicken!), denn ich würde meinem Freund so sehr wünschen, dass er diese erhebliche seelische Belastung loswerden kann. Schon mal superviele und liebe Dankes für Eure Antworten!!!

Euch allen wünsche ich nur das Beste und schicke Herzliche Grüße,

Melanie
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Besorgte
 
 

Beitrag #2 von der Blinki » 24 Aug 2003 14:11


Hallo Melanie.

Den ersten großen Schritt deinen Freund zu helfen hast du indirekt doch schon gemacht.
Du willst dich mit seinen Proplem auseinander setzen.
Doch ich habe in deinen Posting ( beim durchlesen ) das Gefühl gehabt das den Freund die ganze Sache verdrängt hat.
Nun Suche ich natürlich den Grund dafür. Kennst du den Grund ? Will er den das du ihn hilfst?

Du siehst es sind noch einige Fragen offen .

Einen Besuch beim Psychologen oder Psychotherapeuten würde ich auch mal in Betracht ziehen.
Nur solltet iht euch im klaren sein , wenn diese Sache in seiner Kindheit liegt, das es ein schwerer und langer Weg für euch wird.
Aber wie ich schon eingangs erwähnt habe, es ist wichtig das ein Partner zu einen steht

Deswegen habe ich ein Gedicht für euch beide.

Plötzlich habe ich gespürt,
wie es ist,
wenn die Sonne
am Morgen nicht mehr aufgeht.

Wenn die Dunkelheit
sich ums Herz legt,
Kälte durch den
ganzen Körper zieht.

Nur noch Einsamkeit,
Angst und Trauer um das,
was meine Seele
gestern noch erwärmte.

Und endlich
verstehe ich
des meinen
nach dem Süden.

Liebe Melanie , helfen konnrte ich dir ( euch ) nicht, aber ich wünsche euch beiden alles Gute und seit stark.

der Blinki
Zwei Dinge im Leben bedenke :
WOHER
WOHIN
dann hat dein Leben den rechten Sinn
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der Blinki
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Beitrag #3 von Harald1969 » 25 Aug 2003 18:15


Hallo!

Das ist ein sehr schwieriges Thema! Wenn Du Ihm vorschlägst, er soll zum Psychiater gehen, dann könnte er das so empfinden, als würdest Du Ihm durch die Blume mitteilen, dass Du Ihn für "bekloppt" hältst. Das kann er also als sehr verletzend empfinden.

Der Psychiater hat nur dann eine Chance, wenn das Problem tatsächlich psychologischer Natur ist. Ich würde an Eurer Stelle zunächst alle möglichen biologischen Faktoren ausschließen. Besonders sind da hormonelle Störungen inbegriffen, denn das "ab und zu" Krankheitsbild lässt eher eine solche Ursache vermuten. Evtl. auch eine Rundum-neurologische Untersuchung in Betracht ziehen!

Wenn es ein echtes psychisches Problem ist (wie er anscheinend annimmt), dann kann es helfen, das Problem zu diskutieren. Ein weiterer Zugang ist, die Ursache des Symtomauftrittes festzustellen. Fragt Euch mal, warum die Enuresis genau zu dem Zeitpunkt passiert. Gibt es Stressfaktoren? Was löst das Nässen zum gegebenen Zeitpunkt aus?

Ich glaube es wäre gut, wenn ihr Euch erst gemeinsam damit auseinandersetzt, bevor ihr den Weg zum Profi antretet. Dein Verständnis ist ja schon mehr Hilfe, als viele von uns von Ihren Partnern/innen erwarten konnten. Ich gratuliere Dir zu Deiner positiven Einstellung.

Kläre auf jedenfall ab, wie schlimm die Enuresis für Ihn ist. Man darf nicht übersehen das das Bettnässen nur ein Mechanismus ist, mit dem das eigentliche Problem kompensiert wird. Es hält Ihn unter Umständen in einem labilen Gleichgewicht, in das nur sehr vorsichtig eingegriffen werden sollte. Geh also sehr behutsam vor.

Soweit mein Kommentar. Ich hoffe, er hilft Dir ein bischen.
Liebe Grüße,
Harald
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Beitrag #4 von walker » 25 Aug 2003 20:19


Hallo Besorgte,

schön dass Du Dich um Deinen Freund kümmern möchtest.

Ich würde ihm einen Besuch beim Psychotherapeuten empfehlen, dies kann jedoch nur funktionieren und Erfolg haben, wenn er dazu bereit ist.

Er kann nach meinen Informationen einen Psychotherapeuten selbst direkt aufsuchen, dieser wird die Behandlung mit der Krankenkasse abklären. Die Chemie muss zwischen beiden Stimmen.

Viel Erfolg wünscht Euch Walker

PS: Es ist ein grosses Vorurteil, dass nur Patienten zu einem Psychotherapeuten gehen, die einen an der Klatsche haben.
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walker
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Beitrag #5 von Besorgte » 25 Aug 2003 22:25


Da bin ich noch einmal!

Zunächst vielen Dank für Eure Antworten, Ihr habt mir durch Eure Ratschläge schon ein ganzes Stück weitergeholfen!

Da ich gestern ein sehr gutes Gespräch mit meinem Freund hatte, kann ich seine Situation nun auch ein bisschen besser konkretisieren:
Dass er selbst die Ursache für seine Enuresis bisher verdrängt hat, stimmt definitiv, da sie - wiederum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - in Zusammenhang mit einem sehr schlimmen Kindheitserlebnis zusammenhängt, worüber er auch jetzt noch nur äußerst ungerne spricht. Laut seiner Aussage hatte er bis zu diesem Zeitpunkt nie mit dem Problem des Bettnässens zu tun gehabt.
Außerdem scheint das "ab und zu" des Nässens nur auf die jüngste Vergangenheit zuzutreffen; das letzte mal, bevor es vor einer Woche wieder auftrat, liegt zwar etwa ein Jahr zurück, allerdings trat die Enuresis in früheren Phasen, wenn er privat bzw. beruflich unter großer Anspannung stand, bis zu jede zweite Nacht auf. Nun liegt zwar nahe, dass es sich vielleicht doch um eine typische Stress - Enuresis handelt, jedoch geht es ihm momentan seelisch sehr gut, und Stress ist er derzeit auch überhaupt nicht ausgesetzt. Was die Sache natürlich nicht einfacher macht. :|

Dies also als Ergänzung zu meinem Text vom Samstag. Angemerkt sei noch, dass ich mit meinem Freund bereits so offen darüber sprechen kann, dass wir schon die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung angesprochen haben. Und da er mir vertraut und sich dessen im Klaren ist, dass ich ihn nicht für "deppert" halte, hat er meinen Rat, wenn man das so bezeichnen will, zumindest schon einmal angenommen. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es zur tatsächlichen Behandlung natürlich ein noch sehr weiter Weg ist.

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht,

Eure Melanie

P.S.: Sollte es nicht selbstverständlich sein, sich der Probleme von Menschen anzunehmen, die man liebt, wenn sie selbst nicht weiterwissen? Trotzdem Danke an dieser Stelle für Eure Komplimente an mich! :oops:
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Besorgte
 
 

Beitrag #6 von Harald1969 » 26 Aug 2003 18:26


Kurz: Du bist spitze :lach:
Das Bewusstsein ist wie ein Fallschirm. Es funktioniert nur, wenn es offen ist.
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Beitrag #7 von Matti » 26 Aug 2003 20:10


hallo,


ich bin überascht und erfreut über die antworten von euch.
ich glaube mit der ganzen Psychologie verhält es sich ähnlich wie mit dem thema Inkontinenz. Es fehlt bei beiden die Aufklärung und vieles ist mit Vourteilen behaftet.
Fast jeder Mensch macht in seinem Leben Kriesen durch, sei es durch den Tod eines Angehörigen oder auch durch eine Schlimme Krankheit. Sehr wichtig in solchen Situationen ist dann meist ein Umfeld das jemanden Aufangen kann, das einen Ausgleich zu der Belastenden Situation schafft. In unserer heutigen Zeit in der Mann schon im Kindergarten beigeracht bekommt das man seine Ellenbogen ausfahren muss um sich behaupten zu können und in Zeiten wo die Familienstrukturen immer weiter wegbröckeln, schaffen es viele Menschen nicht mehr diesen Ausgleich zu finden oder zu Kompensieren. Der Körper wehrt sich mit Depressionen, Ängsten und Körperlichen Beschwerden die meist Schulmedizinisch nicht erklärt werden können.
Die Psychiatrie oder besser gesagt die Psychologie hat in Deutschland einen selbst Verschuldeten schlechten Ruf. So wurden Psychitrien früher mehr oder weniger als Verwahranstalten genutzt und äusserst Fragwürdige Behandlungsmethoden angewand.
Das ist heute anders. Moderne Psychologie sollte den Menschen im ganzen sehen und eine Kombination aus Behandlung Körperlicher und Seelischer Beschwerden darstellen.
Der Hauptunterschied zur sonstigen Medizin besteht darin das ein Psychologe eine Depression nicht einfach wegoperieren kann und es auch kein Medikament gibt das eine Depression sofort Heilt. Nur ein langsames begreifen und teilweise das Ändern von Erlebten und Verhalten kann zu einer Besserung führen. Auseindersetzung mit den Ursachen der Auslösenden Faktoren ist eine gute Chance wieder Gesund zu werden.

Jeder Mensch kann in die Situation kommen in der er keinen Ausweg mehr sieht, das Leben zur Last wird, man stelle sich nur mal vor das eigene Kind Stirbt, das über jahre aufgebaute eigene Geschäft steht vor dem Konkurs oder ähnliches. Die Frage ist: Sind diese Menschen Verrückt? Deppert? Beklopt? Nein mit Sicherheit nicht. Es sind Menschen die an weichen ihres Lebens stehen und wer in solchen Situationen keinen halt in seiner Umgebung findet kann schnell des Lebens überdrüssig werden oder in eine Phase wo Letargie und Trostlosigkeit das Leben bestimmen.

Im Volksmund heisst es oft, ach bin ich heute Depresiv. Das ist Quatsch.
Depresiv ist man nicht heute und Morgen nicht mehr. Diese Menschen sind Traurig und es gelingt oft sie mit einfachen Mitteln wieder aufzumuntern.
Bei einer wirklichen Depresion helfen diese Aufmunterungen nicht mehr, oft verschlimmern sie die Situation sogar noch weil das dauernde gut gemeinte Aufmuntern als Fehlverstanden werden aufgefasst wird.

Ich habe in meinem Leben von Kindheit an Belastenden Situationen erlebt. Ich habe noch 2 Schwestern die ja in etwa die gleiche Kindheit hatten wie ich und mit beiden Beinen im Leben stehen. Das erklärt sich aber auch darin das das Erleben des einzelnen sehr Unterschiedlich sein kann, jeder andere Bedürfnisse hat und auch das Umfeld ausserhalb der Familie unterschiedlich war. Kommen dann noch schwierige Lebensituationen , wie bei mir geschehen, dazu kann ein Lebensweg ganz anders verlaufen als bei jemanden aus der gleichen Familie.

Kurzum, um zum Ende zu kommen, verweigert niemanden durch Voruteile oder Klisches eine profesionelle hilfe. Und deshalb bin ich dankbar für eure Kommentare.

Lieben Gruss

Matti
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@ Besorgte...

Beitrag #8 von Regenmacher » 27 Aug 2003 21:28


Hallo Besorgte,

ich schließe mich erst mal meinen Vorschreibern an, alles ist soweit richtig. Wenn ihr schon sehr offen über das Thema sprecht und er einen Therapeuten nicht ablehnt, dann ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es muss nicht alles mit dem schlimmen Erlebnis aus der Kindheit zusammenhängen. Es kann auch viele andere Ursachen haben. Mein Tipp:

Erst einmal zum Urologen, denn der ist zuständig für Inkontinenz. Erst wenn der nichts körperliches findet oder selbst den Therapeuten anspricht, dann auch hingehen, nicht einfach so, denn der Therapeut würde euch, wenn er gut ist, erst mal zum Urologen schicken.

Gruß Marco
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