Maßnahmen nach Diagnose

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Maßnahmen nach Diagnose

Beitrag #1 von Jonas 389 » 19 Jul 2008 23:40


Hallo Männer, mein Klinikarzt schreibt heute: ".....Ihnen die Befunde vom 7.7.08 mitteilen, wo Sie sich wegen einer seit langem bestehenden Drangsymptomatik vorgestellt haben. Die Miktion ist stündlich und nachts müssen Sie 5-6 mal zur Toilette gehen. Wegen des erhöhten PSA-Wertes (2006: 4,0) haben wir........(eine) Prostatabiopsie (durchgeführt) ..... . Dabei konnte .....kein Tumor diagnostiziert werden. Allerdings zeigten sich in einer der entnommenen Biopsi veränderte Zellen, die von ........... nicht eingeschätzt werden konnten. Hier sollte ...... eine erneute B. erfolgen. Wie bereits besprochen, könnten wir aber ...... eine s.g. Blasendruckmessung durchführen......

Ich möchte nachts durchschlafen und tagsüber ohne permanente Müdigkeit arbeiten können.
Die P. ist 4-fach gutartig vergrößert. Vermutlich sind Damenslipeinlagen nicht die richtigen I.-Hilfsmittel, denn ich habe Hautprobleme, die ich mit Bebe-Creme zu behandeln versuche.
Wäre mit einer OP zur Verkleinerung der P. die Problematik behoben? Und soll ich die Vorschläge der Klinik befolgen? Die Biopsie möchte ich eigentlich vermeiden.
Für Tipps herzlichen Dank im voraus
Jonas 389
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Beitrag #2 von Struppi » 20 Jul 2008 10:38


Hallo Jonas,

herzlich willkommen hier im Forum.

Ich versuche mal, Deine Fragen u. Probleme in Reihenfolge zu beantworten, so gut ich das vermag (bin selbst kein Prostata-Patient).

Also, Damenslipeinlagen sind definitiv nicht das Hilfsmittel der 1. Wahl... sie sind nicht für die Aufnahme von Urin gemacht und verfügen auch nicht über einen Geruchsbinder, wie ihn die modernen Inko-Hilfsmittel heute haben. Es gibt gute Vorlagen - speziell für Männer in zwei Saugstärken - z.B. von Tena in der Apotheke. Diese kann Dein Urologe Dir auch verordnen, frag ihn ruhig danach. Im günstigsten Falle verschwinden dann auch die Hautprobleme wieder, da der Urin nicht ständig mit der Haut in Kontakt kommt.

Die Entfernung der Prostata hat häufig (nicht immer) eine vollständige Inkontinenz oder aber verstärkung der bereits bestehenden Problematik zur Folge - ausschlaggebend soll hier u.a. das Operationsverfahren, die Erfahrung des Operateurs u. natürlich die Größe der Geschwulst sein. In den meisten (!) Fällen läßt sich diese Inkontinenz aber mit Beckenbodentraining stark verbessern oder ganz beheben.

Die Blasendruckmessung kann Dir auf keinen Fall schaden - sie hilft dem Urologen u.a. festzustellen, wie schwer Deine Problematik ist, und die Untersuchung tut ja nicht weh. Laß das ruhig machen.

Daß Du die Biopsie gern vermeiden möchtest kann ich gut verstehen, da jedoch bereits veränderte Zellen vorliegen, solltest Du zu Deiner eigenen Sicherheit der Untersuchung zustimmen (als Krebspatient werde ich immer schnell hellhörig, wenn von "veränderten Zellen" die Rede ist, insbes. weil Du schreibst, sie seien nicht näher typisierbar. Daß heißt noch nicht viel, sollte aber regelmäßig kontrolliert werden).

Wegen Deinen nächtlichen Beschwerden kann ich dir eventuell sogar einen Tip geben, der Dir mehr bringt als das bislang gesagte. Versuch' doch in der Nacht (u. ggf. auch am Tag, wenn Deine Probleme schlimmer werden sollten) mal das Kondomurinal. Es ist ebenfalls vom Arzt verschreibbar u. wird wie ein Kondom über den Penis gerollt, dort verklebt (es gibt gute, selbstklebende z.B. von Fa. Coloplast) u. an einen Beutel angeschlossen. So kannst Du wieder durchschlafen bis eine endgültige Lösung gefunden ist.

Eine Übersicht findest Du hier auf der Seite von Coloplast Deutschland.

Wenn noch weitere Fragen sind, stehe ich Dir gern - aber bestimmt auch viele andere hier - zur Verfügung.

Grüße

Struppi
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