Neurologe/dranginkontinenz

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Neurologe/dranginkontinenz

Beitrag #1 von Jochen1 » 12 Okt 2003 15:44


Hallo zusammen, ich bin neu hier. Vor etwa 8 Wochen begann ich tagsüber plötzlich einen so extremen Harndrang zu verspüren, dass ich fast nicht in der Lage war diesen aufzuhalten. Auf der Toilette ging jedoch nur wenig Urin ab. Der Urologe, bemerkte eine geringgradig vergrösserte Prostata und gab mir Med. Weitere 2 Wochen später musste ich zur Blasenspiegelung und Blasendruckmessung. Direkt danach stand ich beim Urologen im Wartezimmer und nässte ein. Die Arzthelferin gab mir sofort eine Windel der Fa. Tena und sagte, dass gäbe sich wieder. Aber nichts gibt sich und der Urologe kam zu der Diagnose Urgeinkontinenz und Enuresis nocturna. Ich bekam ein Rezept über Kolibri super Windelslips und trage diese nun tag und nacht. Jetzt am 4. 11. hab ich einen Termin beim Neurologen mit EEG. Was macht so ein Neurologe und welche Hilfe kann ich erwarten. Der Urologe meint ich müsse damit klar kommen, es gäbe viele Menschen mit diesem Problem und es gäbe schlimmeres. Meine Frau sagt auch dass es für sie kein Problem sei einen Mann mit Windeln zu haben. Sie hat jetzt noch eine Betteinlage gekauft. Aber irgendwie stehe ich wohl noch am Anfang der Gewöhnungsphase.
Lieber Gruss und hoffe auf viele Antworten.
Jochen
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Beitrag #2 von Helmut » 12 Okt 2003 18:27


Hallo Jochen,

warscheinlich meinst du, daß der Neurologe ein EMG macht, damit wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen. Es gibt dabei zwei unterschiedliche Methoden, die Erste mit Klebeelektroden und die Zweite mit Nadelelektroden. Mit dieser Untersuchung soll geprüft werden,in wieweit das Zusammenspiel der Nerven in Verbindung mit dem Miktionszentrum im Rückenmark, dem Gehirn und der Blase noch Intakt ist. Wenn hier alles ok ist, dann kann die Dranginkontinenz auch sehr gut mit Medikamenten behandelt werden, wenn die Inkontinenz noch nicht so stark ausgeprägt ist, wie in deinem Fall.

Nun wenn dir tatsächlich die Inkontinenz bleiben sollte, dann wirst dich früher oder später schon damit abfinden müssen. Es stimmt, du bist wirklich nicht alleine, es gibt etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland, die Inkontinenzprobleme haben.

Welche Hilfsmittel du nun später nimmst, das mußt dann mit der Zeit selber herausfinden. Es gibt nicht nur Windeln, sondern auich noch andere Möglichkeiten der Versorgung, wie zum Beispiel Kondomurinale oder Katheter.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von Jochen1 » 23 Feb 2004 23:44


Hallo, bin nun seit 5 Monaten inko und trage jetzt bereits wie selbstverständlich Kolibri supra Slips. Alle Untersuchungen brachten nichts und heute war ich beim Urologen, der dann sagte, es ei eine Dranginko ohne Heilungschance. Da sind dann wiedr die Depris hochgekommen. Aber ich will versuchen mich damit abzufinden. Lieben Gruss Jochen
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Beitrag #4 von Matti » 24 Feb 2004 09:45


Hallo Jochen,

mich würde mal Interesieren was dein Arzt als Diagnose gestellt hat. Damit meine ich nicht die Art deiner Inkontinenz sondern die Ursache die dazu führt. Wenn keine Körperlichen Ursachen gefunden werden können dann ist es durchaus Möglich das eine Inkontinenz Psychische ursachen hat, nur ist es dann absoluter Quatsch von einer Inkontinenz ohne Heilungschance zu sprechen.

Matti
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Depries

Beitrag #5 von Stutzer » 24 Feb 2004 09:57


Hallo Jochen

Ich kann mich gut in deine Lage versetzen und möchte dir gerne ein wenig zur Seite stehen.

Daurum wäre es schön zu wissen welche Untersuchungsform der Urologe durchgeführt hat und vor allem wie er auf die Diagnose kommt.

Enuresis nocturna ist nur eine Beschreibung eines Symptomes und eigendlich nicht die Ursachenforschung an sich.

So nun zu deiner Psyche, Lass dich nicht unterkriegen denn wie du hier gesehen hast giubt es viele Menschen die an Inkontinez leiden und denoch jeden Tag damit klarkommen müssen.

Wenn du also gerne darüber reden möchtest so schreibe mir und wir werden sehen was wir tun können.

Bis dahin alles Gute
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Beitrag #6 von frosch » 24 Feb 2004 16:49


Hallo Jochen, Matthi und Lutz!

Ich glaube der psychische Anteil einer Inkontinenzerkrankung wird von Ärzten oft nur geringfügig beurteilt. Bei mir haben eine Angsterkrankung und starke Depressionen das Leiden verstärkt. Jetzt wo es mir psychisch viel viel besser geht, ist auch die Blase stabiler. Das sogar nachts. Ich hoffe, dass es so bleibt.

Lieber Gruß, René
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Beitrag #7 von mehlbox2001 » 25 Feb 2004 02:46


frosch hat geschrieben:Ich glaube der psychische Anteil einer Inkontinenzerkrankung wird von Ärzten oft nur geringfügig beurteilt.


... da ist wohl was dran. Seit ich den Schutz tagsüber verstärkt hab, fühl ich mich einfach sicherer, und es geht weniger in die Hose als vorher. Mir war eh schon aufgefallen, dass wenn ich am Wochenende allein zu Hause bin, natürlich kein Stress da ist, auf einmal blöd im Büro dazustehen ...

Liebe Grüße aus Nürnberg
Andreas
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Psychiesche Belastung

Beitrag #8 von Stutzer » 25 Feb 2004 08:34


Hallo Frosch

Da gebe ich dir und meinem Vorredner vollkommen recht. Es ist eigentlich nicht üblich das sich ein Arzt Gedanken um seinen Patienten macht.
(Vorsichtig: es gilt nicht für alle Ärzte, aber Ausnahmen bestätigen die Regel)
Einen Arzt der sich um einen Patienten kümmert und diesen auch mal danach begutachtet ob der Patient mit der Diagnose zurecht kommt, den gibt es nicht oft. Zum meinem Glück habe ich nun so einen Arzt gefunden, mit dem ich offen über das Thema reden kann. Aber auch nur weil er angefangen hat mich danach zu fragen.

Eine Belastung ist jede Krankheit, nur wenn es in den Bereich der massiven Einschnitte in das Leben geht sollte man immer an die möglichen psychischen Folgen denken.
Denn eine Inkontinenz ist nicht nur eine Symptomatik sondern vielmehr ein gravierender Einschnitt in das normale Leben. Jeder Mensch der das erlebt hat wird uns dabei zupflichten und bei der Diagnose Inkontinenz immer einen Psychologen mit einschalten wollen.

Ich danke dir für deine Worte und wünsche dir alles Gute
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Beitrag #9 von frosch » 25 Feb 2004 16:31


Hallo Lutz, hallo Andreas!

Danke für Eure Unterstützung. Hoffentlich gehen die Ärzte in Zukunft einfühlsamer mit dem Thema um. Der psychische Leidensdruck ist für manche Patienten enorm. Da entsteht dann ein fürchterlicher Teufelskreis. Die Psyche ist belastet, man nässt ein - das Einnässen wertet einen ab, die Psyche nimmt wieder Schaden. Ich weiß da, wovon ich spreche. Meine Psyche ist nachhaltig belastet, bestimmt nicht nur wegen der Enuresis, aber bei der Bewältigung meiner Angst- und Depressionserkrankung stand sie manches Mal im Wege.
Immer wieder kann ich nur sagen, ich würde mich sehr freuen, wenn der Psyche mehr Raum in diesem Forum zugebilligt werden würde.
Habt Euch wohl! Euer René
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Raum für psychische Probleme

Beitrag #10 von Stutzer » 26 Feb 2004 09:04


Hallo Frosch

Deinem Wunsch für einen eigenen Forumsraum ist bei der Erstellung der Seiten entsprochen worden.
Er heißt: Ängste, Sorgen und Nöten

Da hast du einen Platz um dich über deine psychischen Bedenken, deinen Wünschen, Träumen, Nöten und der gleichen mehr auszulassen.

Auch ich bin deiner Meinung das dafür ein extra Platz vorhanden sein soll, und ist!, denn es gibt Dinge im Leben eines Inkontinenten Menschen die doch immer wieder die Aussprache benötigen. Die ein offenes Ohr suchen, die Hoffnungen in sich Tragen. Darum freue ich mich dich dort demnächst zu sehen.

Bis dahin alles Gute
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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