Botox

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Botox

Beitrag #1 von Simone » 30 Mär 2009 14:48


Hallo,
ich habe inzwischen einige Klinikaufenthalte hinter mir. Letzte Woche mal wieder, ich habe seit Wochen immer wieder Harnverhalt so dass selbst der Arzt kaum einen Katheter einführen konnte und es immer wieder einen Reflux in die Niere gab. Letzte Woche hat man mir dann die erste Injektion Botox in den Schließmuskel gespritzt. Zumindest was die Spastik des Schließmuskels angeht hat es geholfen. Weniger Restharn dafür läuft jetzt fast alles in die Windel. Aber laut Ärzte geht die Funktion der Niere vor.
Bin ziemlich gefrustet, weil ich jetzt immer richtig dicke Vorlagen bzw. Windeln brauche. Die Stuhlinko ist auch nicht unbedingt besser geworden aber auch wenn ich die Analtampons noch unangenehm finde sind diese eine Erleichterung.
Hat sonst noch jemand Erfahrungen mit Botox im Schließmuskel?
Liebe Grüße
Simone
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Beitrag #2 von Ramona » 31 Mär 2009 16:53


Hallo Simone!

Hast Du schon mal etwas von der Irrigation gehört? Da spült man Wasser in den Darm und so kommt eine kontrollierte Entleerung zusatande. Damit könntest Du die Stuhlinkontinenz im Griff bekommen. Am besten gibt Du mal den Begriff "Irrigation" bei der Suche ein. Dann kannst Du einiges dazu erfahren. Wenn Fragen dazu aufkeommen, darfst Du natrülich auch fragen. :wink:

Gruß Ramona
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Irrigator

Beitrag #3 von Simone » 01 Apr 2009 08:05


Hallo Ramona,
ja danke für deinen Tipp dass mit dem Irrigator hat mein Arzt auch schon vorgeschlagen. Es wird im Moment geprüft, ob die Kosten die Kasse übernimmt. Im Moment bekomme ich wohl neue Analtampons und muss auf regelmäßigen Stuhlgang achten (so der Arzt).
danke!
Gruß
Simone :oops:
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Beitrag #4 von Ramona » 02 Apr 2009 19:19


Hallo Simone!

Falls die Krankenkasse Probleme machen sollte wegen der Irrigation lege auf jeden Fall Widerspruch ein. Manchmal wird auch einfach abgelehnt, weil die Krankenkassen damit rechnen, dass man sich nicht wehrt.

Gruß Ramona
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Beitrag #5 von Marilee » 27 Mär 2011 19:35


hallöchen,

Dein Beitrag ist ja nun schon etwas älter. Hoffe mal Dir isses mit der Irrigation inzwischen etwas besser ergangen.
Was das Botox angeht kann ich blos sagen: ich bin damit mega happy :huepf: bin endlich trocken. Hab aber schon beim ersten Mal die Maximaldosis verpasst bekommen und schon nach etwas über einer Woche war ich praktisch trocken. Bin allerdings komplett auf den ISK angewiesen und komm damit auch gut zurecht.
Die Windelpackungen hab ich inzwischen in die Abstellkammer verbannt :sm2: .
Mein Doc meint ich brauch auch nicht, wie hier und da beschrieben, warten bis die Wirkung ganz weg is um nach zu spritzen.
Sowie das mit der Inko wieder los geht is das jederzeit möglich und praktisch unbegrenzt durchführbar wenns gut wirkt und ich keine Antikörper dagegen bilde.

LG
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Vorsicht vor zu viel Euphorie

Beitrag #6 von Chris » 28 Mär 2011 07:58


Hallo Marilee,

als ich deinen Beitrag las, kam mir der Gedanke - schon wieder jemand, der Versprechungen einfach glaubt und nicht nachdenkt - es ist ja auch so schön.

Ich möchte deine Zuversicht ja nicht stören, aber ... Botox ist und bleibt ein hochgradiges Nervengift - und ist nicht ungefährlich. Von da her finde ich die Aussage und Vorgehensweise deines Arztes in höchstem Maße unprofessionell und gefährlich.

Direkt mit einer hohen Dosis heran zu gehen provoziert geradezu Probleme - angefangen von unerwünschten Wirkungen auf umgebende Bereiche, über Zellzersetzungen bis hin zu Schockreaktionen deines gesamten Körpers - das tut (riskiert) ein vernünftiger Arzt nicht !!! es wird auch von seiner Versicherung nicht abgedeckt!!!

Ebenso die Versprechung, es könne unbegrenzt auch zu einem frühen Zeitpunkt wiederholt werden ist so nicht haltbar. Zum einen gewöhnt sich der Körper an das Gift - die Dosis muss also jedes Mal erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen, zum anderen ist man irgendwann bei einer Dosis, die Leber und sonstige Organschäden nach sich zieht - das geht nicht, es sei denn, dir ist egal, wie deine Lebensqualität dann aussieht. Also - spätestens nach 4-6 Anwendungen muss eine Pause gemacht werden, damit der Körper entgiften kann!!

Ich kann nur dringend zur Vorsicht raten - Botox ist, auch in kleinen Dosen, ein Ultragift, dessen Langzeitschäden noch kaum untersucht sind, wer an dem Großversuch teilnehmen möchte - bitteschön, er soll aber später nicht sagen - hätte ich das gewusst .... Wir wissen heute, was Medikamente a la Contergan anrichten, aber jeder kann machen was er für richtig hält - die Gesellschaft kommt ja für die Folgen auf - wie aktuell in Japan.

In diesem Sinne - Kopf einschalten und erkundigen

Chris
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Beitrag #7 von Marilee » 01 Apr 2011 20:04


Hallo Chris,
Deine Bedenken in allen Ehren aber letztendlich muß ja jeder selbst wissen wie er sich entscheidet und wie sein eigener Leidensdruck jeden Menschen antreibt.
Ich habe mich sehr wohl seit einigen Jahren mit den Risiken und Nebenwirkungen der ganzen Prozedur beschäftigt und mich dann schließlich nach jahrelanger reiflicher Überlegung dazu entschlossen da mein persönlicher Leidensdruck hinsichtlich meiner Inkontinenzproblematik einfach für mich persönlich enorm hoch war und ich mit dem bisherigen Management so nicht ausreichend klar gekommen bin.
Mir geht es jetzt nach dieser Behandlung sehr gut, Nebenwirkungen hab ich bisher absolut KEINE und ich würde mich immer wieder dafür entscheiden.
Mag sein das ein gewisses Risiko besteht und sicherlich sollte dies auch nicht unterschätzt werden, was im übrigen hier auch Niemand (weder ich selbst noch mein Arzt) jemals getan hat.
Nebenbei bemerkt wird Botox vom menschlichen Körper komplett abgebaut und bei diversen medizinischen Indikationen seit Jahren erfolgreich eingesetzt.
So etwas hier mit einer derart globalen Katastrophe zu vergleichen halte ich dann doch für relativ übertrieben.
Ob ich irgendwelche Organschäden davon trage? Klar, wer weiß das schon? Aber wer kann schon mit Sicherheit sagen ob er morgen noch aufwacht oder irgenwelche Schäden davonträgt durch das Essen was er isst oder die Luft die er atmet, oder durch die alltäglichen Dinge die ihn umgeben?
Ich lebe HEUTE und fertig :!: :!: :!: und DAS ist für mich Lebensqualität :!:

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Beitrag #8 von schnaeuzchennrw » 10 Apr 2011 11:08


hallo ihr lieben, möchte mich mal wegen einer botoxbehandlung ein schalten.ich wollte nur eine neue hüfte und war plötzlich querschnittgelähmt.das hat sich dank eigenem eisernen willen und training zur inkompletten querschnittlähmung gewandelt.geblieben sind mir inko- stuhl und urin. über die reinigung vom darm hatte ich schon mitgeteilt daß mein badewannenrand und dusche eine sehr gute möglichkeit ist daß ich in dieser hinsicht tag und auch nacht t frei und sauber bin.die botoxbehandlung habe ich das 4.mal bekommen und bin wieder mal begeistert daß ich wirklich ohne vorlagen und anderen hilfsmittel auskomme. nur das kathetern bleibt mir erhalten aber es ist halt ein normaler toilettengang.zu der menge an botox weiß ich nicht ob man diese nennen darf,gebe aber gerne privat auskunft.auch das krankenhaus wo die behandlung durchgeführt wird (düsseldorf)ist spezialisiert darauf und ich kann nur sagen daß nach spätestens 5 tagen das leben in dieser hinsicht wieder normal ist. nach ca 10 monaten fängt es wieder an zu laufen und wenn die wirkung ungefär 50% abgebaut ist bekomme ich eine neue überweisung.es wird auch von der kasse bezahlt ev. weil ich ja das kr.haus verklage (dauert mittlerweile schon seit 2006)aber für alle die probleme mit irgendwelchen verordnungen egal welcher art haben hier ein gesetz das LSG rheinland-pfalz urteilte: was ein arzt anordnet, darf nicht als überflüssig abgelehnt werden.(AZ. L 5 KR 51/02)so habe ich mir die spezialschuhe (alle 2 jahre) dievorlagen,die botoxbehandlung und andere hilfsmittel erstritten.alles gute
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