Probleme mit Restharn keine komplette Entleerung der Blase

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Probleme mit Restharn keine komplette Entleerung der Blase

Beitrag #1 von Kenneth » 14 Okt 2003 17:34


Hallo Zusammen,
meine Frau hatte 1987 einen schweren Unfall, die Ärzte sprechen von einem inkompletten Querschnitt, neben div. begleiterscheinungen trat unter anderem immer wieder der Blaseninfekt auf, nach ein paar Untersuchungen hat man festgestellt das die Blase sich nicht komplett entleert (Restharn), Sie hätte angeblich eine zu enge Harnröhre das mit einem kleinen Schnitt behoben werden könnte,
Jetzt die Frage, kann mir irgend jemand weiter helfen oder gibt es ähnliche Fälle oder bin ich vielleicht auch ganz falsch hier???
Wäre schön wenn uns jemand helfen könnte

liebe Grüße Kenneth
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Beitrag #2 von Helmut » 15 Okt 2003 10:22


Hallo Kenneth,

nun bei inkompletten Querschnitt kommt es auch häufig zu Blasenfunktionsstörungen die bis zur völligen Inkontinenz für Harn und Stuhl reichen. Aber auch das Gegenteil, nämlich ein kompletter Harnverhalt kann dabei eintreten, hier kommt es auf die schwere und lage der Verletzung an.

Nach deinen Schilderungen gehe ich einmal von einer teilweisen Blasenlähmung und leichter Spastik des Schließmuskels aus. Das hat zur Folge, daß bei der Blasenentleerung sich die Blase selbst nichtmehr vollständig zusammenzieht und der Schließmuskel sich durch die Verkrampfung nicht vollständig entspannt. Daher bildet sich Restharn in der Blase, in dem sich Bakterien ungehindert vermehren können. Diese Bakterien lösen dann die Blasenentzündungen aus. Die Abflußbehinderung kommt daher mehr vom Schließmuskel, als von einer zu engen Harnröhre. Warscheinlich hatte sich der Arzt nicht korrekt ausgedrückt.

Um dem Restharn, der dabei schon sehr hoch sein kann, vorzubeugen, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit besteht darin, daß die Spannkraft des Schließmuskels künstlich herabgesetzt wird, das geschieht durch die Schlitzung des Schließmuskels. Diese Operation brigt aber das hohe Risiko, eine dauerhafte Inkontinenz davon zu tragen, wenn der Schließmuskel zu sehr geschwächt wird, oder wenn später durch andere Einflüsse die Beckenbodenmuskulatur geschwächt wird.

Da nach deiner Beschreibung anscheinend deine Frau noch nicht inkontinent ist, würde ich dir die zweite Methode empfehlen. Diese Methode besteht darin, die Blase regelmäßig einmal am Tag, besser zweimal am Tag mit Hilfe eines Katheters zu entleeren. Dadurch wird die Blase vollständig entleert und es bleibt kein Restharn zurück. Diese Technik nennt sich ISK oder intermittierender Selbstkatheterismus. Es gibt dafür fertige Kathetersets, bei denen du nur noch normales Leitungswasser brauchst um das Gleitmittel des Katheters zu aktivieren. Das Infektionsrisiko ist dabei sehr gering und die Technik ist sehr schnell zu erlernen.

Daher würde ich mir diese Operartion sehr genau überlegen und vielleicht doch die zweite Methode in Betracht zu ziehen.

Gruß Helmut :sm4:
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Probleme mit Restharn keine komplette Entleerung der Blase

Beitrag #3 von Kenneth » 15 Okt 2003 11:28


Hallo Helmut,
vielen Dank für Deinen Beitrag,
ja ich denke auch das die zweite Variante Besser ist, bevor noch mehr kaputt geht,
ich werde dies gleich meiner Frau weiter geben,
Sie will jetzt nochmal zum Arzt und irgendwelche Messungen durchführen lassen.
Das mit dem selbst entleeren der Blase, muss das permanent gemacht werden um vor zu beugen, oder nur bei einem Infekt ???

vielen vielen Dank Helmut

liebe Grüße Kenneth
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Beitrag #4 von Helmut » 15 Okt 2003 11:52


Hallo Kenneth,

ja der ISK mit dem Katheter sollte schon regelmäßig täglich gemacht werden, damit sich kein Restharn mehr bilden kann. Ich denke das wird dann vorläufig auch die beste Lösung sein. Die Operation kann immernoch gemacht werden, es sei denn, der Zustand der Blasenlähmung verschlechtert sich erheblich.

Gruß Helmut :wink:
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