Hat jemand Erfahrung mit Botox zur "Blasenlähmung"???

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Beitrag #11 von Helmut » 11 Okt 2009 11:59


Hallo CCat,

neee, du hast nicht zuviel geschrieben. Manchmal muss es eben sein, dass man mal etwas ausführlicher schreibt, dann können die anderen User besser darauf eingehen und dir auch genauere Antworten liefern. :wink:

Dass es durch den ständigen Harndrang und den unkontrollierten Harnabgang keinen Spass mehr im Bett macht, das kann ich gut nachvollziehen.

Durch das Botox werden die Nerven des Blasenmuskels quasi außer Funktion gesetzt, welche normal dafür sorgen, dass du die Blase vollständig entleerst. Diese Aufgabe der Blasenentleerung muss dann der Katheter übernehmen, den du dir 3-5 mal am Tag einführen musst. Es stimmt auch, dass dein Drang dann praktisch weg ist und du auch nicht mehr merkst wenn deine Blase voll ist. Vergisst du das Katheterisieren, dann wird deine Blase zwangsläufig überlaufen. Auf der anderen Seite wirst du aber zwischen den Katheterisierungen in der Regel "trocken" sein.

Vor dem ISK (intermittierenden Selbstkatheterismus) brauchst du keine Angst zu haben, bei richtiger Anwendung und entsprechender Hygiene wirst du auch nicht mehr Harnwegsinfekte bekommen als du jetzt schon bekommst. Klar ist es am Anfang ungewohnt und unangenehm, aber du gewöhnst dich bald daran, es regelmäßig zu machen. Moderne Frauenkatheter wie etwas der SpeediCath von Coloplast sind nicht viel größer als ein Lippenstift und du kannst diese ganz bequem überall mitnehmen.

Gruß Helmut :sm13:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #12 von ccat » 11 Okt 2009 20:47


Danke für Deine Antwort, Helmut.

Mir ist auf jeden Fall klar, dass ich dann in Zeitabständen kathederisieren muss, aber das ist dann ja kontrollierbar und damit auf jeden Fall besser, als bisher.
Ich hab mir schon oft vorgestellt, bevor ich was von Botox etc. wusste, dass ich wüsste, ich muss halt jede Stunde oder sogar alle halbe Stunde aufs WC, aber dazwischen kann ich sicher sein, nicht zu müssen.
Da schien es mir fast wie ein Traum, als der Prof mir das mit dem Botox erklärt hat und meinte, so als wäre das ein Nachteil, dass ich dann vielleicht so alle drei vier Stunden kathederisieren müsste.
Ich meine, ich hätte auch jede Stunde in Ka
uf genommen, wenn dazwischen alles sicher wäre, da sind drei vier Stunden schon fast nichts. Und mal ehrlich, wie oft ein geht ein "Gesunder" aufs WC, doch bestimmt auch so alle drei Stunden mindestens.
Und nachts? Ich hoffe, das gilt dann auch für nachts. Dann kann ich vielleicht wieder richtig schlafen und brauche die Aufputschtabletten nicht mehr, um überhaupt am Tag was mitzukriegen.
Der Prof meinte, nachts käme man durch, wenn man eben vor dem Schlafen gehen "ablässt" und dann morgens nach dem Aufstehen wieder. Keine Höschen mehr nachts im Normalfall. Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht richtig vorstellen.
Ich meine, dass ich dann vielleicht so zwei Stunden vor dem Schlafen nichts mehr trinken sollte, damit kann ich leben, aber jetzt mache ich das ja auch so und muss quasi mehrmals nachts und ich kann mir ehrlich gesagt wenig vorstellen, nachts im Halbschlaf zu kathederisieren. Wenn ich erst Licht anmachen muss etc. bin ja erst richtig wach.

Mein Termin in Bonn bei dem Prof ist auch schon wieder so drei Wochen her. Ich wollte den schon immer mal anrufen und die ganzen Fragen klären, und meinen "normalen" Urologen wollte ich dazu auch noch unabhängig befragen, denn der hatte mir das auch schon geraten.
Aber ich traue mich einfach nicht.
Ich weiß, das ist total lächerlich. Keiner der mich kennt, würde mir zutrauen, dass ich solchen Sachen so feige bin. Ich hab solche Angst was zu hören, was ich nicht hören will. Ich meine, ich bin so ein Mensch, von dem alles sagen, naja, die kommt mit allem klar, die haut nix um. Das ist nur Fassade, leider. In der Schule bin ich total taff, aber wenn dann alle heim gehen und ich allein im Raum sitze, dann kommen mir manchmal die Tränen.
Vielleicht ist das mit dem Botox die Chance, auf die ich seit Jahren gewartet habe, endlich wieder leben.
Aber wisst ihr was? Ich hab riesen Angst davor.
Ich weiß doch gar nicht mehr, was mir Spaß machen könnte, was ich mag und nicht mag.
Ich bin allein, weil die Menschen in meiner Umgebung mich für faul halten, ein "Couchpotatoe". Niemand fragt mich mehr, ob ich irgendwo mitmache, weil ich zu oft abgelehnt habe und selber zu fragen, ob ich mitmachen kann, davor scheue ich mich, weil ständig glaube allen nur zur Last zu fallen.
Ich meine, meine eigene Mutter hat mich abgeschrieben.
Ich bin mit einem Herzfehler geboren und sie wurde damit nicht fertig. Ich war eben "kaputt". Als ich dann ein Jahr später "repariert" war, gings wieder, aber herzlich war die Sache nie, dann kam mein Stievfater und er war immer wichtiger als ich. Als ich 14 war kam dann die Skoliose, OP, Querschnittlähmung. Wieder war ich "kaputt". Das mit der Inko hat sie mitbekommen, aber ich habs natürlich so gut es ging von ihr fern gehalten und so getan, als hätte ich kein Interesse an rausgehen und anderen Menschen. Dass es wegen der Inko war, darüber dachte sie wohl nie nach.
Tja, dann im Juli diesen Jahres, ich bin jetzt 27, stand ich vor Gericht, Betrug, wegen einer Sache, wo ich unterschrieben hatte und meine Mutter alles weitere gemacht hatte. Ich stand allein im Gerichtssaal und sie hat einfach nur die Aussage verweigert und ist gar nicht erst erschienen.
Sie hätte nur sagen müssen, wie es gewesen war, dann wäre ich frei gewesen und sie hätte eine geringe Strafe bekommen, deutlich geringer als ich.
Für mich stand mein Job auf dem Spiel (Beamtenlaufbahn), dann mit Vorstafe ist da nix. Als Behindi nimmt einen außerhalb vom öffentlichen Dienst auch kaum jemand, erst recht nicht mit Vorstrafe.
Ich hatte echt Glück, dass mein Anwalt, ein guter Freund von mir, sich mit dem Staatsanwalt einigen konnte auf eine Art Vergleich, mit Geldzahlung aber ohne Vorstrafe.
Was ich damit sagen will, es hat natürlich nur nebensächlich was mit der Inko zu tun, aber ich hab nie gelernt wie man lebt. Ich weiß nicht, was ich mit Freiheit anfangen soll. Ich hab Angst vor ihr und zwar riesengroße.
Ich möchte endlich mit meinem Problem ernst genommen werden und nicht mehr von Ärzten hin und her geschickt und mit Tabletten abgespeist werden.
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Beitrag #13 von Stefan » 12 Okt 2009 21:18


Hallo Christin,

vielen Dank für Deinen letzten Beitrag. Der zeigt sehr viel, wie es in Dir aussieht. Nun ich sehe in Deiner Seele einen wirklichen Scherbenhaufen. Ich kann der Sache nachfühlen, mir geht es mit meinem Vater nicht anders. Auch ne ähnliche Sache, wo ich untersschrieben habe und dann Probleme mit Gerichten bekam.

Nun aber zu Dir, ich bin hier unwichtig. Bei Dir sehe ich das die alleinige Therapie der Inko nur ein Baustein ist, um Dich wieder auf feste Beine zu stellen und Dich ins Leben zurück zu führen. Nun ob Du nun Botox machen lässt oder ob Du mit der Inko leben lernst - Du solltest auf jeden Fall eine psychologische Therapie machen. Mir hat Sie gut geholfen, auch wenn es drei Jahre dauerte.

Wenn Du reden möchtest, bitte melde Dich bei mir. Gerne kannst Du mich auch anrufen. Es rufen ja oft Leute an die ich beraten (als Vorsitzender des Verbands) muss und die sind dann meist nicht so Leidensverwandt wie Du.

Liebe Grüße aus Bayern,

Stefan
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Beitrag #14 von ccat » 13 Okt 2009 20:47


Hallo!

Psychotherapie hatte ich ja schon zwei Jahre, 3 Monate davon Tagesklinik. Mir hat das auch schon mal geholfen, auf jeden Fall, aber die Inko war da eigentlich nur am Rande Gegenstand. Es ging eher um andere Dinge. Man kann halt wirklich nicht alles gleichzeitig machen :-)
Im Moment ist es leider so, dass ich letztes Jahr im Juli mit der Therapie aufhören musste in Dresden, weil ich meine Ausbildung in Rheinland-Pfalz angefangen habe. Hier ist es so, dass diese dual ist und ich daher immer über den Sommer 6 Monate in Speyer bin zum Praktikum und 7-8 Monate über den Winter im 180 km entfernten Mayen. Ich muss also immer unziehen. Folglich ist es mit Therapie auch schwierig, denn man wartet ja ein paar Monate auf nen Termin, dann gewöhnt man sich vielleicht an den Therapeuten und dann muss ich auch schon wieder umziehen und zwei verschiedene Therpeuten an zwei Orten wird die Kasse kaum mitmachen.
Es ist aber auch verflixt. Manchmal gehts mir schlecht, dann denke ich, ich muss mir unbedingt einen Termin holen, der dann ja aber auch ewig hin ist und dann gehts mir wieder besser und ich denke, naja vielleicht doch nicht, dann würde ich ja jemanden "den Platz" wegnehmen, der ihn dringender brauchen würde. Und so schleppe ich mich eben dahin.
Und jetzt bin ich schon über ein Jahr aus der Therapie raus, da wäre es vielleicht gut, es noch bis mitte nächsten Jahres auszuhalten, denn dann müsste ich nicht mehr nur meine restlichen 30 Stunden nutzen, die wohl sowieso zu wenig wären und könnte dann wieder neu anfangen, ohne dass die Kasse Probleme macht.

Nur am Rande: heute hatte ich eine kleine Freude :-) und muss es einfach jemandem erzählen. Die meisten werden das wohl nicht verstehen, dass man daran Freude haben kann :-) Ich habe mir von einem Züchter im Internet Fauchschaben bestellt. Ich hatte schon mal vor ein zwei Jahren welche und jetzt isses wiedermal soweit. Ja, ihr hört richtig, Schaben, also Kakerlaken. Es sind madagassische, 6 prächtige Weibchen, sie heißen Heidi, Giselle, Linda, Käte, Carla, und Laetitia, wie die Supermodels. Das konnte ich mir einfach nicht verkneifen, ich habe bei der Namensgebung meiner Tiere schon immer eine eigene Art :-) (Meine Mäuse heißen z.B. Joachim und Irmgart, die Meerschweine Hektor, Bianka, Mara, Grete :-)
Solche Schaben sind übrigens schon vor über 300 Millionen Jahren auf der Erde mit ihren sechs Beinen rumgetappelt und haben sich seitdem kaum verändert. Faszinierend.
Hier gibts glaub ich auch ne Tiere-Robrik, oder? Also wer sich für solche Tiere interessiert, ich philosopiere gern darüber :-)

Grüße

CCat
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Beitrag #15 von Kühlein » 14 Okt 2009 12:19


Hallo ccat,

ich habe Botox im Jan. 2008 injiziert bekommen und kann Dir dazu einiges sagen. Schreib mich jedoch bitte über PN an. Einige meiner Beiträge hier zu diesem Thema sind in Google aufrufbar und das mißfällt mir.

Liebe Grüße
Kühlein
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Beitrag #16 von Dirndelinchen » 25 Mär 2013 09:08


Hallo ccat,

einige Jahre sind vergangen und die Botoxbehandlung(en?) hast bzw. machst Du? Wie geht es Dir damit?
Ist Dein Leben wieder lebenswert geworden?
Was hat sich verändert bzw. verbessert?

lg Dirndelinchen
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Beitrag #17 von ccat » 25 Mär 2013 10:25


Hallochen an alle!

Ich hab keine Ahnung, ob hier in den Beitrag überhaupt noch jemand rein schaut, aber ich antworte trotzdem mal.
Es sind in der Tat mehrere Jahre vergangen, dass das immer so schnell geht :-)

Das mit dem Botox habe ich nie gemacht. Wohl vor allem, weil ich wieder mal nicht dran geblieben bin.

Von meinem damaligen Urologen habe ich ein Medikament bekommen, wie immer mal was neues, das soll eine ähnliche Wirkung haben wie die Botox-Injektion. Ich weiß leider nicht mehr wie es hieß.
Ich habe es ausprobiert und es hat tatsächlich die spontane Blasenentleerung gut eingedämmt. Leider hatte es entscheidende Nebenwirkungen und Defizite.
Zum einen, wie bei den meisten dieser Medikamente, hatte ich einen extrem trockenen Mund und trockene Augen.
Mit letzterem habe ich im Normalfall nur geringe Probleme, aber mit dem Medikament war es recht schlimm. Das ist auch nicht gerade gut für die Augen, ich bin sowieso schon recht stark kurzsichtig und damit für verschiedene Augenerkrankungen gefährdeter als andere.
Der trockene Mund war auch extrem unangenehm, ich konnte gar nicht mehr essen, ohne nach jedem Bissen einen Schluck zu trinken, um das Essen überhaupt runter zu kriegen. Von Genuss war da nicht mehr zu reden.
Außerdem war ja der Harndrang immernoch da, nur dass eben nix mehr raus kam. Man kann sich wirklich schlecht konzentrieren, wenn man permanent das Gefühl hat, dass man aufs WC muss.
Ich hab dann auch das mit dem Katheter recht schnell gelert, hätte auch damit leben können, wenn es der einzige Nachteil gewesen wäre, obwohl ich immer ein Brennen in der Harnröhre durch das Einführen hatte, aber das hätte sich vielleicht mit der Zeit auch noch gegeben.
Das mit dem Harndrang wäre vielleicht auch noch mal besser geworden, nach Monaten oder so, aber so lange hab ich nicht durchgehalten, zumal anhand der Nebenwirkungen.
Alles in Allem kann ich sagen, ich habe es so drei Wochen ausprobiert und die Defizite und Nebenwirkungen definitiv als negativer empfunden als díe Vorteile, die ich dadurch hatte.

Daher hatte ich dann auch beschlossen die Sache mit dem Botox sein zu lassen. Da hätte ich zwar die Mund- und Augentrockenheit nicht gehabt, aber der Drang wäre wahrscheinlich auch noch da gewesen und dazu kommt ja noch das Nachspritzen alle paar Monate.

Tja, irgendwann, ich kann euch nicht sagen warum, hab ich mir dann mal gesagt, wieso gehe ich nicht mal spazieren.
Es war glaube ich im November oder Dezember 2010, da wusste ich, ich bin zu Weihnachten an meinem Studienort allein und da hab ich mir vorgenommen, wir hatten so zwei Wochen Ferien, dass ich da einfach mal jeden Tag ne Stunde spazieren gehe.
Ich war ja allein und das war auf dem Land, da gab es genug Büsche, wo man also kaum Probleme bekam, wenn man doch mal musste.
Das hab ich dann auch tatsächlich gemacht.
Im Frühjahr hab ich mir dann Walking-Stöcke gekauft und bin jeden Tag straff so 6 km gelaufen.
So nach und nach hatte ich dann immer weniger Angst raus zu gehen.

Im Juni 2011 war dann meine Abschlussprüfung, danach bin ich im Ausbildungsbetrieb geblieben, zumindest für ein Jahr, befristet.
Naja, um nicht wieder zur Couchpotatoe zu mutieren, hab ich mir dann ne kleine "Sicherheitsmaßnahme" einfallen lassen. Ich beschloss mir einen Hund anzuschaffen, und das tat ich auch.
Seit dem 23. Juli 2011 ist mein Freund Anton, ein kleiner, bunter Corgi-Mix bei mir. Er war geschätzte 10 Jahre als ich ihn bekommen habe und stammt aus einer spanischen Tötungsstation.
Wenn es einen Gott gibt, ich nenne es allerdings lieber Schicksal oder so, dann hat er uns beide mit Bedacht zusammen geführt, denn wir passen einfach super zusammen.
Er ist manchmal etwas schreckhaft und ich bleibe fast immer ruhig, er ist sehr putzig und dadurch werde ich oft auf ihn angesprochen und bekomme so Kontakt zu Leuten.
Er ist sowas wie mein "Eisbrecher" und dazu noch der beste Kumpel, den man haben kann.

Seit Juni 2012 wohnen wir in Hannover, näher an der Heimat in Sachsen-Anhalt, wir gehen jeden Tag eine straffe Runde von gut einer Stunde zusammen spazieren, natürlich auch noch kleinere Runden, am Wochende gern auch noch länger.

Ich hab keine Angst mehr auch einfach mal mit der Straßenbahn in die Stadt zu fahren, was mir früher auch sehr schwer fiel, da man dort kein WC hat und auch nicht einfach so aussteigen kann, bzw. an den Haltestellen ja auch keine Möglichkeit da ist.
Ich benutze jetzt größere Einlagen, die es auch mal aushalten, wenn ich mich bewege und doch mal den Urin nicht halten kann.
Meine Tagesmüdigkeit ist besser geworden, wenn auch nicht ganz weg.

Ich kann also sagen, dass sich bei mir die Dinge mehr positiv als negativ weiter entwickelt haben. Natürlich habe ich immernoch meine Probleme mit der Inko, das wird wohl immer so bleiben, aber ich kann jetzt auch mitgehen, wenn meine Verwandten spazieren gehen, oder auch mal mit Freunden weg gehen.
Ich sehe immernoch gern und recht viel fern und werde wohl nie der "ständig Unterwegs-Typ" sein, aber das entspricht einfach nicht meinem Naturell und liegt ganz sicher nicht an der Inko.

Grüße an alle

CCat
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Beitrag #18 von Dirndelinchen » 25 Mär 2013 10:38


ja, wird noch gelesen, zumindest ich habe es gelesen.
Das heißt Deine Inkontinenz ist nicht so bvelastend, wie der Harndrang? oder hast Du den Harndrang durch Deine, wie zu Beginn geschrieben, strengen Tageseinteilungen im Griff?

Warum ich frage? Ich weiß ja es gibt verschiedene Arten von Inkontinenz und auch verschiedene Auslöser. Bei mir ist es so, dass ich nach der Geburt von 4 Kindern scheichend eine Inko bekommen habe, das das Gewebe rund um den schließmuskel erschlafft ist. Beckenbodenmuskulatur trainieren - ganz toll - half aber nicht bei mir. Harndrang hatte ich auch sehr oft und habe ich auch jetzt noch - nur funktioniert der Schließmuskel wieder.
Habe (und tue es noch) jeden Tag Saft aus der Aroniabeere getrunken - erst Cellin jetzt nur noch Aronia Saft (ist günstiger und hat für mich keine neagtiven Auswirkungen gehabt). Da ist ein Stoff drin, der Collagenfasern reapriert - das hat super geholfen. Harndrang ist nur für mioch solange unangenehm gewesen, wie ich wußte ich kann es nicht haltren und steuern. Jetzt ist es kein Problem mehr.
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Endlich mal wieder hier

Beitrag #19 von Kühlein » 25 Mär 2013 12:15


@CCcat, nachdem ich schon sehr lange nicht mehr online war, weil mir das hier einfach nichts mehr gegeben hat, bekam ich heute über Mail die Benachrichtigung zu Deinem Beitrag. Ich finde es einfach total Klasse !!! , dass Du einen Weg gefunden hast, mit der Inko zu leben und Dich von den Ärzten nicht kaptt medikamentieren lässt!!! Vor allem das, was ich über Deinen Hund gelesen habe. Ich habe auch einen Hund und 3 Katzen und diese Tiere helfen mir über vieles hinweg. Sie sind besser als Menschen - als Freunde -, denn sie sind treu, spüren es, wenn es einem nicht gut geht und sind einfach nur so wie sie sind - ohne Verstellen, ohne Einschränkungen. Ich würde die Botox-Behandlung NIEMALS wiederholen und habe es aufgegeben, zum Arzt zu gehen. An die chronische Zystitis und die Inko, die ab und zu auftretenden Nierenschmerzen
(wenn sie überlastet sind) habe ich mich gewöhnt und versuche, jeden Tag, an dem es mir gut geht, DANKBAR zu sein.
Du machst das SUPER und ich schicke Dir ein großes Kompliment für Deine Kraft und Deinen Mut zum Leben!!!!!! (Ob trocken oder nicht....:-) )

Liebe Grüße von Kühlein
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