Antibiotika zur prohylaxe

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Antibiotika zur prohylaxe

Beitrag #1 von monile » 16 Apr 2010 10:45


Hallo, ich habe mal eine Frage:
Ich nehme jeden Tag eine leichte Antibiotika Tablette zur vorbeugung gegen HW. Ich wechsle alle 3 Wochen zwischen Motrim 200mg und Ospexin 1000 mg.Meine Frage könnte ich die Dosis auch halbieren oder jeden 2. Tag eine nehmen. Oder ratet ihr davon ab.
Ich habe eine Blasenentleerungsstörung und mache 4 x am Tag ISK. Seit ich es 4 mal am Tag mache hab ich auch keine HW mehr. Nehme auch Preiselbeerkapseln.
Hier im Forum machen doch viele ISK, wie macht ihr das?
Danke für euren Tipp im voraus

Lg monile
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Beitrag #2 von Sebald » 16 Apr 2010 11:08


Hallo monile

mache auch ISK mit ähnlicher Frequenz. Seit etwa anderthalb Jahren. Zunächst hatte ich überhaupt keinen Infekt. Diesen Winter dann drei hintereinander. Wobei ich vermute, daß der mittlere davon wegen zu kurzer Einnahme der Antiobiotika wiederkam.

Ich persönlich würde nur bedarfsweise Antiobiotika nehmen. Gewöhnung und Auswirkungen auf den Verdauungsapparat wären hier Kritikpunkte. Ich nehme aber viel Vitamin C zu mir. Die Wirkung von Preiselbeeren ist wohl eine ähnliche? Hatte auch mal irgendwo gelesen, daß die eine Art Schutzfilm in der Blase legen.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #3 von Gabi » 17 Apr 2010 12:37


Hallo Monile
Da ich diesem Winter unter ständigen HWI leide (alle 3 Wochen), probiere ich nun Senföle aus. Die findet man in Meerrettich und Kresse. In der Apotheke gibt es Tabletten mit diesen Inhaltstoffen (z.B. Angosin Anti-Infekt). Habe aber erst mit der Einnahme begonnen, also noch keine richtigen Erfahrungen. Einen Versuch ist es wert, denn der Beipackzettel klingt hoffnungsvoll. Zusätzlich nehme ich auch Cranberry-Kapseln.

Wegen der Gefahr einer Resistenz bei der Antibiotika-Prophylaxe bin ich vorsichtig. Ich hoffe, dass ich so, mein zur Zeit sehr niedriges Immunsystem, wieder hochfahren kann.

Viele Grüße

Gabi
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Antibiotika zur Prophylaxe

Beitrag #4 von Chris » 17 Apr 2010 22:20


Hallo Monile,

ich würde dir unbedingt von der prophylaktischer Einnahme von Antibiotika abraten. Ich verstehe auch nicht, wie ein Arzt dir die so verschreiben kann. Damit provozierst du geradezu Resistenzen. Besser sind Harn ansäuernde Mittel wie Cranberry Saft und Co zur Prophylaxe - die sind gesund, schmecken und machen eben keine Resistenzen.

Das schlimmste, was du machen kannst ist, die Dosis bei Antibiotika niedrig zu halten. Damit wird die Bildung von widerstandsfähigen Keimen geradezu zwangsläufig.

Wenn du dich einmal mit der Wirkung von Antibiotika auseinander setzt, dann lernst du sofort, dass die Dosierung so gewählt sein muss!!, dass der zu bekämpfende Keim vollständig ausgelöscht wird, da sonst die Gefahr besteht, dass die Überlebenden gegen das gegebene Antibiotikum schon resistent sind oder werden - und das geht schnell!! wenige Stunden ohne Bekämpfung (ausreichender Blutspiegel) reichen und ein Bakterium ist resistent und hat sich vermehrt.

Wenn du aber jetzt permanent niedrig dosiert ein Medikament einnimmst, dann überleben viele Keime und denen mach dann das Medikament irgendwann auch in hoher Dosis nichts mehr aus - du hast eine Resistenz entwickelt. Das genau ist der Weg auf dem bislang viele Keime gegen viele Medikamente widerstandsfähig geworden sind - wir haben über die Nahrung (insbesondere Schweinefleisch, bei dem Antibiotika in der Mast eingesetzt wurden/werden) permanent niedrig dosiert Antibiotika zu uns genommen und so ist MRSA entstanden - auch durch die Desinfektion im Häuslichen Bereich begünstigt.

Also - Antibiotika im Akutfall - ja, unbedingt, aber ausreichend hoch dosiert und über einen ausreichend langen Zeitraum (bis alle Keime weg sind!!) Im Zweifel erst Kultur mit Sensibilitätstest!! - muss aber der Arzt veranlassen.

In diesem Sinne - sorgt für Euch

Chris
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